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        <title type="volume" n="vol-02">Ethik I</title>
        <title type="formal">Vorwort</title>
        <title type="content">Vorwort</title>
        <title type="citation_line_1">Vorwort, in: Ethik I, 1973</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/2002 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Ethik I, hrsg. v. Braun, Dietrich (Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 1973, S. VII–XII.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Ethik I</title>
          <title type="text">Vorwort: Vorwort</title>
          <editor>Braun, Dietrich</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1973</date>
          <biblScope unit="page">Pp. VII-XII</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe II.2, Ethik I 1928, vorwort</title>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <head>VORWORT</head>
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          <p>Was sollen wir tun? Im Sommer- und Wintersemester 1928, ein Jahr nach dem Erscheinen von <bibl>Martin Heideggers
                            <hi rend="italic">Sein und Zeit</hi></bibl> und <bibl>Carl Schmitts
                            <hi rend="italic">Der Begriff des Politischen</hi></bibl>, im gleichen Jahr, da <persName ref="kbga-actors-142">Eberhard Grisebach</persName> sein Werk <hi rend="italic">Gegenwart</hi> veröffentlicht, die <persName ref="kbga-actors-221">Kierkegaard</persName>-Renaissance einen Höhepunkt erreicht und der Begriff «Entscheidung» in aller Munde ist, hat sich <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName> erstmals in einer akademischen Vorlesung der Grundfrage der Ethik gestellt. Die christliche Form dieser Frage lautet: Was ist uns von Gott geboten? Nicht der Mensch, das Wort Gottes als Gebot und Inanspruchnahme des Menschen ist als handelndes Subjekt das Thema der theologischen Ethik! Es wäre mißverstanden, wenn man es begreifen wollte als «eine ruhende objektive, irgendwo aufgeschriebene oder irgendwie zu formulierende Wahrheit, die der Mensch wissen oder auch nicht wissen, anerkennen oder auch nicht anerkennen kann, deren er sich durch Einsicht und Tat zu bemächtigen vermöchte». Vielmehr will es ausdrücklich verstanden werden als «Offenbarung des Gebotes Gottes, als gegenwärtiges … für den, der Gottes Wort hört, nicht zu überhörendes Ereignis mitten in der Wirklichkeit unseres Lebens.»</p>
          <p>Die Ethikvorlesung von 1928 ist zu Lebzeiten <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> nicht im Druck erschienen, weil der Verfasser, wie er seinem Freunde <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysen</persName> gegenüber bekannt hat, in ihr noch als Anwalt der später von ihm leidenschaftlich abgelehnten Lehre von den Schöpfungsordnungen erscheint. Man wird sich indessen durch jenen Umstand und diese Erklärung nicht den <seg type="non-entity">Blick</seg> dafür verstellen lassen dürfen, daß in der Vorlesung von 1928 – jener Anleihe bei einem Stück anfechtbarer Überlieferung zum Trotz – <pb xml:id="pr008" ed="pga"/> in Wahrheit längst eine ähnliche, aus der Wiederentdeckung des Wortes geborene Neubegründung der Stoffe der allgemeinen und speziellen Ethik stattgefunden hat, die im Hinblick auf die Lehre vom Wort Gottes <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> schon im Frühherbst 1927 veröffentlichte <bibl><hi rend="italic">Christliche Dogmatik im Entwurf</hi></bibl> erkennen läßt. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> befand sich in jenen Münsterer Jahren in regem Gespräch einerseits mit seinem <seg type="non-entity">Bruder</seg>, dem Philosophen <persName ref="kbga-actors-23">Heinrich Barth</persName>, dem Religionsphilosophen und späteren Professor für mathematische Logik und Grundlagenforschung <persName ref="kbga-actors-374">Heinrich Scholz</persName> und dem Philosophen <persName ref="kbga-actors-644">Hinrich Knittermeyer</persName>, andererseits mit führenden Repräsentanten der damaligen katholischen Theologie. Mit unter dem Eindruck der Anregungen, die er in jenen Gesprächen empfing, dürfte die Ethikvorlesung entstanden sein. In strengem Sinne nicht mehr zur dialektischen Phase in der Entwicklung der Theologie <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName>, zum Römerbrief und zu den Schriften des reformatorischen Aufbruchs vom Anfang der zwanziger Jahre gehörig, auf der anderen Seite aber auch noch nicht ein Ausdruck des neuen Prinzips der Analogie, stellt das vorliegende Werk das tragende Brückenglied dar für den Weg, der von dem Aufsatz <bibl><hi rend="italic">Das Problem der Ethik in der Gegenwart</hi> von 1922 (Ges. Vorträge I, S. 125 ff.)</bibl> zur Ethik innerhalb der <bibl corresp="kbga-bibls-2"><hi rend="italic">Kirchlichen Dogmatik</hi></bibl> führt. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> hat in seiner Vorlesung von 1928 einen Gesamtabriß der theologischen Ethik gegeben, in dem er hierin vorwegnahm, was innerhalb der <bibl corresp="kbga-bibls-2"><hi rend="italic">Kirchlichen Dogmatik</hi></bibl> am Ende eines jeden Bandes als Lehre von Gottes Gebot entfaltet worden ist. Während jedoch dieses sein theologisches Hauptwerk Fragment geblieben ist – der Verfasser hat außer der Grundlegung der Ethik (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD II, 2</bibl>) und jenem Abschnitt der speziellen Ethik, der im Anschluß an die Lehre von der Schöpfung dem Gebot des Schöpfergottes nachgeht (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III, 4</bibl>), nur die Tauflehre (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD IV, 4</bibl>) und wenige Paragraphen der Versöhnungsethik hinterlassen – dürfte dem Abriß von 1928 zweifellos deshalb besonderes Interesse zukommen, weil er nicht nur den einzigen vollständigen Entwurf einer bis in Einzelfragen gehenden Erläuterung der Lehre von der Heiligung, <pb xml:id="pr009" ed="pga"/> sondern gleichzeitig das erste ausgeführte Lehrgefüge darstellt, das wir von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> besitzen.</p>
          <p>Der Text der Vorlesung hat dieser Edition in doppelter Gestalt vorgelegen: in dem – auf Grund der nicht erhaltenen handschriftlichen Niederlegung – durch <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName>, die langjährige Mitarbeiterin von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>, nach Diktat angefertigten, maschinengeschriebenen Original, und in einer Abschrift, die <persName ref="kbga-actors-316">Rudolf Pestalozzi</persName>, <seg type="non-entity">Kaufmann</seg> in <placeName ref="kbga-places-66">Zürich</placeName> und <seg type="non-entity">Freund</seg> des Verfassers, herstellen und hektographieren ließ und die in Form zweier Hefte (<bibl><hi rend="italic">Ethik</hi> I, 254 S.</bibl> und <bibl><hi rend="italic">Ethik</hi> II, 301 S.</bibl>) 1929 vom <orgName ref="kbga-actors-10824">Christlichen Studentenweltbund</orgName>, <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName>, vertrieben worden ist.</p>
          <p>Der Verfasser hat das Original durch eine Reihe von – teils mit Tinte, teils mit Blei an den Rand geschriebenen – Zusätzen erweitert. Unter ihnen lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Auf der einen Seite handelt es sich um Ergänzungen, die unmittelbar nach der Niederschrift, vermutlich vor Beginn des jeweiligen Kollegs, in den Text aufgenommen worden sind, da die Pestalozzi-Abschrift sie bereits enthält. Der um diese Gruppe von Zusätzen erweiterte Text stellt mithin den Wortlaut der Vorlesung dar, die 1928/29 von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> gehalten worden ist. Er wird in dieser Ausgabe als Text A bezeichnet. Auf der anderen Seite handelt es sich um Nachträge, die, da sie nicht in die Pestalozzi-Abschrift von 1929 eingegangen sind, offenkundig erst zu einem späteren Zeitpunkt abgefaßt wurden. Nach seiner Übersiedlung von <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName> nach <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> hat <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> die Ethikvorlesung im Sommersemester 1930 und im Wintersemester 1930/31 vor den dortigen Hörern wiederholt. Die Vermutung lag daher nahe, daß die zweite Gruppe von Zusätzen zum Original bei Anlaß jener Wiederholung entstanden sein könne. Ein Vergleich mit Kollegnachschriften, die mir zwei der damaligen Hörer, Herr Pfarrer Helmut Traub und Herr Professor D. <persName ref="kbga-actors-1620">Helmut Gollwitzer</persName>, D. D., freundlicherweise zur Verfügung stellten, hat diese Annahme bestätigt. Grundlage der vorliegenden Ausgabe wurde daher Text B: der vollständige Text der Ethikvorlesung von 1928/29 erweitert um die Zusätze von 1930/31. Um die letzteren als solche <pb xml:id="pr010" ed="pga"/> kenntlich zu machen, wurden sie in dieser Ausgabe durch Häkchen eingefaßt (…). Dabei ist in der Regel auf die Wiedergabe einzelner Wörter der Erstfassung verzichtet worden, wenn diese lediglich um der Einfügung dieser Erweiterungen willen durch den Verfasser entweder gestrichen oder umgestellt werden mußten. Hingegen wurde ein von der Streichung betroffenes Wort, ein Satzteil oder Satz als Text A dann in die Anmerkungen aufgenommen, wenn in Text B eine den Sinn erweiternde oder präzisierende Neufassung an seine Stelle getreten ist.</p>
          <p>Bei der Wiedergabe des Textes als solcher habe ich mich an folgende (von der Konferenz der Editoren der KarlBarth-Gesamtausgabe festgelegte) Richtlinien gehalten: Sätze, die anakoluthen Charakter hatten, wurden durch Worte, die in eckige Klammern gesetzt worden sind, sinngemäß vervollständigt, ausgelassene Worte in eckigen Klammern hinzugefügt. – Ohne besonderen Vermerk wurden falsche grammatikalische Formen korrigiert, Verdoppelungen gestrichen und Schreibfehler richtiggestellt. – Die Schreibweise des Verfassers wurde im Prinzip der heute üblichen Rechtschreibung angeglichen und nur dort unverändert beibehalten, wo sie für <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> besonders charakteristisch ist, z. B. bei der Großschreibung von Alle, Viele, Jeder oder Andere. – Desgleichen wurde die Zeichensetzung nach den heute gültigen Regeln verbessert und vervollständigt. In Zweifelsfällen habe ich mich an die in der <bibl corresp="kbga-bibls-2"><hi rend="italic">Kirchlichen Dogmatik</hi></bibl> erkennbare Tendenz gehalten. – In Text A vorhandene Unterstreichungen von Worten oder Sätzen wurden durch Kursivdruck wiedergegeben. Doch hat <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> sowohl vor Beginn seiner Vorlesungen in <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName> wie zwei Jahre später bei der Erstellung von Text B noch nachträglich Unterstreichungen vorgenommen: einerseits zum Zweck des mündlichen Vortrags, andererseits, um das sachliche Gewicht einzelner Worte oder Wortverbindungen zusätzlich hervorzuheben. Natürlich war es nicht immer möglich, beide Intentionen eindeutig zu unterscheiden. Die nachträglich vorgenommenen Unterstreichungen sind daher in allen jenen Fällen nicht in den vorliegenden Text aufgenommen worden, in denen die Wortwahl <pb xml:id="pr011" ed="pga"/> innerhalb des Satzganzen sie als unnötig erscheinen ließ. – Ferner wurde der Text im Interesse größerer Übersichtlichkeit durch die Einführung neuer Absätze untergliedert. Gelegentlich hat bereits der Verfasser entweder durch Punkt und Gedankenstrich oder durch einen einfachen Schrägstrich (der freilich in nicht wenigen Fällen nur das Ende des betreffenden Kollegs indiziert), solche zusätzlichen Absetzungen vorbereitet. Es erwies sich jedoch als nötig und hilfreich, darüber hinaus den Text durch weitere Absätze zu gliedern. Sie wurden, da durch den Herausgeber eingefügt, jeweils durch einen senkrechten Strich nach dem Punkt gekennzeichnet. – Ein von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> gestrichener Absatz aus der Erstfassung sowie Randglossen im Manuskript, die Anmerkungen zum Text, nicht aber eigentliche Korrekturen oder notwendige Ergänzungen zum Haupttext darstellten, sind in die Anmerkungen aufgenommen worden. – Hat der Verfasser nur den Wortlaut einer Bibelstelle zitiert oder nur eine Anspielung auf eine solche gemacht, so wurde die betreffende Stelle durch den Herausgeber dem Text in eckigen Klammern beigefügt. – Im Haupttext in der Regel nur mit Kurztitel angeführte Werke anderer Autoren wurden in den Anmerkungen mit vollständigem Titel unter Einschluß von Erscheinungsort und -jahr und den Seitenzahlen der von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> benutzten Ausgabe genannt. Auf Neuausgaben der zitierten Werke wurde hingewiesen. – Zitate aus Büchern und Schriften sind nach Möglichkeit vollständig nachgewiesen worden. Wichen sie vom ursprünglichen Wortlaut ab, so wurde die Anmerkung durch ein «Vgl.» eingeleitet; waren sie unvollständig oder lag ein offensichtlicher formaler Irrtum in der Zitierung durch den Verfasser vor, so wurde in der Anmerkung der richtige Text des Zitates gegeben.</p>
          <p>Ein Bibelstellen-, Namen- und Sachregister wird dem zweiten Band beigegeben werden.</p>
          <p>Mein Dank gilt Herrn Professor Dr. Markus Barth, der für die Edition dieses <seg type="non-entity">Buches</seg> wertvolle Vorarbeit geleistet und mir vor allem durch die Entzifferung eines Teils der handgeschriebenen Marginalien seines Vaters wesentlich geholfen hat. Herrn Pfarrer <pb xml:id="pr012" ed="pga"/> Dieter Zellweger, Herrn Dipl.-Päd. Siegfried Müller und Frau Else Koch habe ich dafür zu danken, daß sie mir bei der Feststellung der Titel einiger älterer Werke bzw. bei Nachforschungen behilflich waren, die zeitgeschichtliche Fragen betrafen. Für seinen kundigen Rat bei der grammatischen und syntaktischen Klärung verschiedener Textstellen, für seine Hilfe bei der Verifikation nicht weniger Dicta, deren Erhellung detektivischen Spürsinn erforderte, wie überhaupt für viele wichtige Hinweise, danke ich vor allem Herrn Dr. Hinrich Stoevesandt. Er hat mich bei dem Unternehmen dieser Edition, namentlich in dessen Schlußphase, tatkräftig unterstützt. Schließlich gebührt mein Dank Herrn Dr. Fritz Schröter, der die Korrekturen durchgesehen und noch hier und da eine Anregung für die Verbesserung des Manuskripts gegeben hat, sowie dem Theologischen Verlag Zürich für sein Entgegenkommen und die freundliche Zusammenarbeit.</p>
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                        <signed rend="right"><persName>Dietrich Braun</persName></signed>
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