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        <title type="volume" n="vol-34">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
        <title type="formal">Vorwort</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
          <title type="text">Vorwort</title>
          <author ref="kbga-actors-3">Algner, Caren</author>
          <editor>Algner, Caren</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2000</date>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.34, Karl Barth - Eduard Thurneysen Briefwechsel Band III 1930-1935, vorwort</title>
          <author ref="kbga-actors-3">Algner, Caren</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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      <head>VORWORT</head>
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        <head type="sub"><hi rend="italic">Biographisches</hi></head>
        <p>In dem langen Brief, den <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> zu <date when="1934-12">Weihnachten 1934</date> an <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysen</persName> schrieb, heißt es: «Es ist wirklich schade, daß ich seit dem <date when="1934-10">Oktober</date>, da ich das letzte Mal aus der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> zurück kam, nicht Tagebuch geführt habe, denn es drängte und drängt wirklich Eines das Andere. Nachträglich sieht es sich nun an wie ein einziger Wogenschwall von Diskussionen, Telephongesprächen, Stößen von Briefen, Eisenbahnfahrten usw., der sich als Ganzes nur schwer rekonstruieren läßt.»<note xml:id="n01">Siehe unten <ref type="pub" target="../volume/34/p792#p792">S. 792f.</ref></note> Da der Forschung überdies auch keine Taschenkalender von ihm zur Verfügung stehen<note xml:id="n02">In seinen deutschen Jahren führte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> keinen Kalender; auch von <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> existiert aus den Jahren <date when="1930">1930</date> bis <date when="1935">1935</date> keiner. Für die vorliegende Edition konnten jedoch die beiden — lückenhaft geführten, aber z. T. aufschlußreichen — <ref type="kba-objects-id" target="91491">Taschenkalender</ref> <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaums</persName> von <date when="1932">1932</date> und <date when="1935">1935</date> ausgewertet werden.</note>, bildet <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> ausführliche Korrespondenz mit seinem engsten Freund und theologischen Weggefährten — aus den oben (<ref type="pub" target="../volume/34/pr021#pr021">S. XXIf.</ref>) genannten Gründen vervollständigt durch den Briefwechsel zwischen <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> — eine überaus wertvolle biographische, aber auch theologie- und kirchengeschichtliche Quelle.</p>
        <p>Der hier vorgelegte Briefwechsel, entstanden in <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Bonner Jahren bis zu seinem Umzug nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> (am <date when="1935-07-08">8.7.1935</date>), dokumentiert einen Zeitraum, der für sein Wirken in Theologie und Kirche von entscheidender Bedeutung ist. In diesen Jahren entstehen wichtige Werke — sowohl solche, die aus seiner Lehrtätigkeit erwachsen (vor allem sein Buch über Anselm von Canterburys Gottesbeweis<note xml:id="n03"><bibl corresp="kbga-bibls-46"><hi rend="italic">«<ref type="pub-" target="../texts?facet-volume=13">Fides quaerens intellectum</ref>. Anselms Beweis der Existenz Gottes im Zusammenhang seines theologischen Programms» (1931)</hi></bibl>.</note> und der erste Teilband seiner unvollendet gebliebenen Kirchlichen Dogmatik<note xml:id="n04">
                        <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD I/1.</bibl> bis zu seiner Suspendierung im <date when="1934-11">November 1934</date> behandelte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in seiner Dogmatikvorlesung den Stoff von <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD I/2</bibl> bis einschließlich § 16 (Die Freiheit des Menschen vor Gott).</note>), als auch kleinere Arbeiten, mit denen er sich, z. T. in äußerst kritischer Weise, unmittelbar an die Kirche wendet oder zu aktuellen Fragen Stellung <pb xml:id="pr028" ed="pga"/> nimmt und mitunter heftige Reaktionen auslöst<note xml:id="n05">Als Beispiele für Arbeiten, auf die sowohl mit vehementer Ablehnung als auch mit lebhafter Zustimmung reagiert wurde, seien hier <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Vortrag <bibl corresp="kbga-bibls-483"><hi rend="italic">«<ref type="pub-" target="24019">Quousque tandem …?</ref>» (1930)</hi></bibl>, die Stellungnahme zum «Fall Dehn» (<bibl corresp="kbga-bibls-1170"><hi rend="italic">«<ref type="pub-" target="35024">Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‹dialektische› Theologie</ref>» [1932]</hi></bibl>) sowie die Streitschriften <bibl corresp="kbga-bibls-397"><hi rend="italic">«<ref type="pub-" target="49017">Theologische Existenz heute!</ref>» (1933)</hi></bibl> und «<hi rend="italic"><ref type="pub-" target="52023">Nein! Antwort an Emil Brunner</ref>»</hi> <hi rend="italic">(1934)</hi> genannt.</note> Auch seine rege Vortragstätigkeit trägt dazu bei, daß er mehr als zuvor in der akademischen und kirchlichen Welt <placeName ref="kbga-places-151">Deutschlands</placeName> (und darüber hinaus) Beachtung findet. Seit Frühjahr 1933 stellt er sich für die Arbeit der kirchlichen Opposition zur Verfügung und wird, zunächst hinter den Kulissen agierend, bald zu einem — umstrittenen — Protagonisten der <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennenden Kirche</orgName>, an deren Arbeit er sich in vielfältiger Weise auf allen Ebenen beteiligt. Als sich in ihr mit der Einsetzung der Vorläufigen Kirchenleitung (im November 1934) diejenige Richtung durchsetzt, deren Bereitschaft zu kirchenpolitischen Zugeständnissen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> seit 1933 als theologisch fragwürdig bekämpft hatte, tritt er jedoch unter Protest aus Rat und <orgName ref="kbga-actors-8288">Bruderrat der Bekennenden Kirche</orgName> aus. Kurz darauf wird er wegen seiner Weigerung, den für Beamte vorgeschriebenen Eid auf <persName ref="kbga-actors-185">Hitler</persName> in unveränderter Form abzulegen, suspendiert, im Juni 1935 trotz seiner gerichtlich erkämpften Rehabilitierung zwangspensioniert und sofort nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> berufen. Die dadurch ausgelösten Auseinandersetzungen über die Eidesfrage und über eine mögliche Berufung <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> durch die <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennende Kirche</orgName> — die anzunehmen dieser, unter bestimmten Bedingungen, bis zuletzt bereit ist — zeigen, wie stark seine Person (auch durch schweizerische Herkunft und <orgName ref="kbga-actors-6133">SPD</orgName>-Mitgliedschaft) und seine theologische Haltung polarisierend wirken.</p>
        <p>In diesen ereignisreichen Jahren, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auch die Trennung von früheren theologischen Weggefährten (besonders <persName ref="kbga-actors-63">Emil Brunner</persName>, <persName ref="kbga-actors-137">Friedrich Gogarten</persName> und <persName ref="kbga-actors-275">Georg Merz</persName>) bringt, sind ihm vor allem die beiden anderen Korrespondenten dieses Bandes eine Stütze. <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaums</persName> persönliche Bedeutung für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> wird, über das oben (<ref type="pub" target="../volume/34/pr020#pr020">S. XX-XXII</ref>) Dargelegte hinaus, am besten durch die Lektüre der Briefe selbst vermittelt. Begabt, einsatzfreudig und von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> theologischem Ansatz überzeugt, wächst sie schnell in die Doppelrolle der Sekretärin und Assistentin hinein und entlastet <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> damit sehr zu Gunsten seiner wissenschaftlichen Arbeit: sie stenographiert Gespräche mit, <pb xml:id="pr029" ed="pga"/> schreibt Protokolle, tippt Handschriftliches ab, erledigt einen Teil von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Korrespondenz, kümmert sich um den Kontakt zu Verlegern, liest Korrektur, erstellt (gemeinsam mit <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>) die Register zu <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD I/1</bibl>, exzerpiert wissenschaftliche Literatur für <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> «Zeddelkasten», korrigiert sogar Klausuren aus der Zulassungsprüfung zu seinem Seminar u. a. m.</p>
        <p>Während <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> sich in diesen Jahren von den anderen früheren theologischen Weggefährten mehr oder weniger deutlich distanziert, weiß er die enge Freundschaft mit <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> um so mehr zu schätzen. Er ist der einzige Freund, der weiterhin in allen theologischen Fragen mit ihm übereinstimmt, wobei unübersehbar <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> die Linie vorgibt, der <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> (nicht selten mit uneingeschränkter Bewunderung) folgt. In der Einschätzung der theologischen Freunde nimmt er <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> gegenüber eine durchaus eigenständige Rolle ein — meist um Verständnis werbend, gelegentlich widersprechend. Doch die einzigartige Bedeutung dieser Freundschaft zeigt sich darin, daß er bei den immer wieder aufbrechenden Krisen des häuslichen Zusammenlebens in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> seelsorgerlicher Gesprächspartner <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>, seiner <persName ref="kbga-actors-26">Frau</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaums</persName> ist. Daneben stellen <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysens</persName> Briefe eine Quelle für die kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> und in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> dar, die er — als Münsterpfarrer, nebenamtlicher Professor und Freund oder Bekannter gesellschaftlich einflußreicher Männer gut informiert — aufmerksam beobachtete und lebendig zu schildern verstand.</p>
      </div>
      <div>
        <head type="sub"><hi rend="italic">Quellenlage</hi></head>
        <p>Da <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName> den in seinem Besitz befindlichen Teil der hier veröffentlichten Korrespondenz noch selbst dem <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName> übergeben hat und die (lückenhaften) brieflichen Nachlässe von <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> und <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> ebenfalls dort aufbewahrt werden, konnte für die vorliegende Edition fast durchgehend auf Originaldokumente zurückgegriffen werden. (Wo ausnahmsweise nur noch ein Durchschlag eines Dokumentes vorliegt, findet sich ein entsprechender Vermerk im Anmerkungsapparat.) Die aus den oben (<ref type="pub" target="../volume/34/pr022#pr022">S. XXII</ref>) genannten Gründen zusätzlich aufgenommenen Briefe und Karten wurden durch Petitsatz gekennzeichnet und zur Erleichterung der Lektüre in die chronologische Folge eingeordnet.</p>
        
        <p><pb xml:id="pr030" ed="pga" rend="noPipe"/>Trotz der günstigen Quellenlage weist der Briefwechsel Lücken auf. Insgesamt zehn bzw. elf Briefstellen nehmen Bezug auf voraufgegangene, nicht erhaltene Dokumente (Briefe, Karten, «Zeddel»), die, mit Ausnahme einer Karte <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>, Teil der Korrespondenz zwischen <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> waren.<note xml:id="n06">In einem Fall (s. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p463#p463">S. 463</ref> bei und mit <ref type="pub" target="../volume/34/p463#fn_n15">Anm. 15</ref>) kann eine solche Bezugnahme nur vermutet werden; zu den zehn fehlenden Dokumenten vgl. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p046#fn_n01">S. 46, Anm. 1</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p231#fn_n12">S. 231 bei Anm. 12</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p250#fn_n01">S. 250 bei Anm. 1</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p558#fn_n12">S. 558 bei Anm. 12</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p311#fn_n07">S. 311 bei Anm. 7</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p565#fn_n15">S. 565, Anm. 15</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p627#fn_n06">S. 627 bei Anm. 6</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p638#fn_n47">S. 638 bei Anm. 47</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p763#p763">S. 763</ref>; <ref type="pub" target="../volume/34/p843#fn_n03">S. 843 bei Anm. 3</ref>.</note> Angesichts der geringen Zahl solcher Hinweise und der Dichte des vorliegenden Briefwechsels kann jedoch damit gerechnet werden, daß die Korrespondenz nahezu vollständig erhalten ist.</p>
        <p>Daß der briefliche Austausch dennoch Unterbrechungen aufweist, ist im wesentlichen auf drei Umstände zurückzuführen: Zum einen nutzten die drei Korrespondenten — wie schon in den früheren Jahren — jede Gelegenheit zum mündlichen Austausch. Persönliche Begegnungen waren vor allem während der Sommerferien möglich, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> regelmäßig in das Sommerhaus «<placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>» ihrer Freunde <persName ref="kbga-actors-316">Pestalozzi</persName> in <placeName ref="kbga-places-99">Oberrieden</placeName> am Zürichsee führten. (Das Telephon wurde nur selten und anscheinend nicht für längere Gespräche, sondern vorwiegend zur Übermittlung dringender Nachrichten genutzt.)</p>
        <p>Außerhalb der Ferien konnte besondere Arbeitsbelastung das briefliche Gespräch vorübergehend unterbrechen. So war etwa <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> jeweils vor kirchlichen Festen beruflich stärker in Anspruch genommen, während <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> oft gegen Semesterende und besonders während des Kirchenkampfes unter Zeitdruck kam.</p>
        <p>Schließlich beeinträchtigte die nationalsozialistische Zensur — zuerst nachweisbar im Februar 1934 — den freien brieflichen Austausch (vgl. z. B. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p582#fn_n05">S. 582, Anm. 5</ref>, und <ref type="pub" target="../volume/34/p602#fn_n04">S. 602, Anm. 4</ref>). Erkennbar wurde die Aktivität der zuständigen Behörden Anfang <date when="1934-05">Mai 1934,</date> als aus dem Hause <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> ausgehende und dorthin gerichtete Briefe die Empfänger in geöffneten Umschlägen erreichten (vgl. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p628#p628">S. 628</ref>). Zwar lassen viele der hier abgedruckten Briefe keinerlei Rücksichtnahme auf die Briefzensur erkennen, so daß deren Einfluß auch nicht überschätzt werden darf (vgl. z. B. <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Rückblick auf die Auseinandersetzungen vor der Bildung der Vorläufigen Kirchenleitung unten <ref type="pub" target="../volume/34/p756#p756">S. 756–763</ref>); doch späte<pb xml:id="pr031" ed="pga" break="no"/>stens seitdem briefliche Äußerungen von <persName ref="kbga-actors-1716">Erica Küppers</persName> und <persName ref="kbga-actors-19">Christoph Barth</persName> im Frühsommer 1934 zu Verhören geführt hatten (unten <ref type="pub" target="../volume/34/p626#fn_n02">S. 626, Anm. 2</ref>, und <ref type="pub" target="../volume/34/p659#fn_n02">S. 659, Anm. 2</ref> zum Brief vom <date when="1934-06-09">9.6.1934</date>), waren sich die Schreibenden über mögliche negative Folgen ungeschützter brieflicher Mitteilungen im klaren und benutzten gerne jede Gelegenheit, Briefe persönlich überbringen zu lassen und damit die Zensur zu umgehen.</p>
      </div>
      <div>
        <head type="sub"><hi rend="italic">Editorische Behandlung der Texte</hi></head>
        <p>Entsprechend der von <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName> eingeführten Praxis wurden die Briefanfänge und -schlüsse formal vereinheitlicht und allen Briefen eine Zeile vorangestellt, die den Absender und das Datum der Abfassung (oder, wenn nicht im Dokument genannt: des Poststempels) enthält. Ein Ort ist nur dann angegeben, wenn Brief oder Karte nicht am Wohnort des Schreibenden (bei <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName>, K. und <persName ref="kbga-actors-26">N. Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>, bei <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysens</persName> in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>) entstand. Bei den zusätzlich aufgenommenen Dokumenten ist außerdem der Empfänger genannt.</p>
        <p>Die in Normalschrift gesetzte Korrespondenz ist vollständig wiedergegeben. Textauslassungen — gekennzeichnet durch drei in eckige Klammern gesetzte Punkte […] — wurden nur ausnahmsweise und ausschließlich in den zusätzlich aufgenommenen, am Petitsatz erkennbaren Dokumenten vorgenommen, wenn der Inhalt eines Abschnitts im Kontext des hier abgedruckten Briefwechsels belanglos ist. (Für Auslassungen von in Anmerkungen zitierten Texten wird das übliche einfache Auslassungszeichen … verwendet.)</p>
        <p>Ergänzungen der Herausgeberin im Text (und in den «Überschriften») sind durch eckige Klammern [] kenntlich gemacht; Umstellungen, unvermeidliche Textänderungen und Berichtigungen irrtümlicher Datumsangaben werden im Anmerkungsapparat nachgewiesen und, wenn nötig, begründet. Im Interesse der besseren Lesbarkeit wurde gelegentlich ein vom Briefschreiber gesetzter Gedankenstrich ohne weitere Kennzeichnung in einen Absatz umgewandelt; weitere zusätzliche Absätze sind an einem senkrechten Strich  erkennbar. (Absätze von in den Anmerkungen zitierten Texten sind durch Schrägstrich / gekennzeichnet.) Für innerhalb von runden Klammern () stehende runde Klammern werden eckige [] gesetzt; innerhalb dieser finden spitze Klammern ‹› Verwendung.</p>
       
        <p> <pb xml:id="pr032" ed="pga" rend="noPipe"/>Die Texte sind nach den in der Gesamtausgabe üblichen Regeln wiedergegeben: Hervorhebungen im Original sind durch Kursivdruck gekennzeichnet. Offensichtliche orthographische und kleinere grammatische Fehler wurden stillschweigend korrigiert, Interpunktion und Schreibweise modernisiert, ohne jedoch charakteristische Eigentümlichkeiten der Schreibenden zu eliminieren. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Groß- und Kleinschreibung, auch wenn sich daraus ein uneinheitliches Schriftbild ergab. Nicht allgemein übliche Abkürzungen sind in der Regel stillschweigend aufgelöst; doch abgekürzte Eigennamen und Anredeformen werden unverändert wiedergegeben.</p>
      </div>
      <div>
        <head type="sub"><hi rend="italic">Anmerkungsapparat und Verzeichnisse</hi></head>
        
        <p>Die Vielfalt der in den hier veröffentlichten Briefen berührten Bereiche machte es für die Erstellung des Anmerkungsapparates erforderlich, neben öffentlich zugänglichen Druckwerken auch ungedruckte Quellen aus verschiedenen Archiven und Nachlässen heranzuziehen. Größtes Gewicht hatten dabei die Bestände des Karl Barth-Archivs und der in der Basler Universitätsbibliothek verwaltete (Teil-)Nachlaß <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysens</persName> («<bibl corresp="kbga-bibls-6800">Nachlaß Thurneysen</bibl>»), der zum größten Teil aus — meist an diesen gerichteten, in geringerem Umfang aus von ihm verfaßten — Briefen besteht.<note xml:id="n07">Gelegentliche Glossen und beigefügte Notizzettel lassen vermuten, daß <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> mit der späteren Benutzung dieser Briefsammlung durch Dritte rechnete. Sie weist zum Teil erhebliche Lücken auf. Der Bestand seiner nicht als Ganzes erhaltenen Bibliothek ist in einem nach Thurneysens Tod von <persName ref="kbga-actors-6567">Kl. Bajohr</persName> angefertigten Verzeichnis festgehalten (Kopie im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName>).</note> Die von <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> nachgelassenen Predigten und Bibelstunden befinden sich in der Predigtforschungsstelle Heidelberg. Außerdem wurden Dokumente aus anderen Nachlässen — insbesondere denen <persName ref="kbga-actors-23">Heinrich Barths</persName>, <persName ref="kbga-actors-246">Fritz Liebs</persName>, <persName ref="kbga-actors-228">Alphons Koechlins</persName> (alle in der Universitätsbibliothek Basel) und <persName ref="kbga-actors-63">Emil Brunners</persName> (Staatsarchiv des Kantons Zürich) — sowie Bestände staatlicher und kirchlicher Archive in Deutschland und der Schweiz benutzt. Bei Archivalien aus dem <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName> ist der Aufbewahrungsort nicht eigens vermerkt. Allen anderen Dokumenten ist die Angabe des Herkunftsortes beigefügt, die Signatur nur dann, wenn sie für die Auffindung oder eindeutige Identifizierung eines Dokuments erforderlich ist.</p>
        
        <p><pb xml:id="pr033" ed="pga" rend="noPipe"/>Soweit ermittelbar, werden im Anmerkungsapparat biographische Daten zu allen in den Brieftexten erwähnten Personen mitgeteilt. Ihre Ausführlichkeit richtet sich nach dem Kontext sowie nach der Bekanntheit und der Bedeutung der Person für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName>. (Weitere Angaben können der zusätzlich genannten biographischen bzw. autobiographischen Literatur entnommen werden.) Eine Personalanmerkung ist jeweils der Briefstelle zugeordnet, an der die betreffende Person erstmals als solche (also nicht im Zusammenhang mit einer Literaturangabe) vorkommt. Im Namenregister ist der Ort dieser Anmerkung durch eine fettgedruckte Seitenzahl bezeichnet.</p>
        <p>Viele der zahlreichen Texte, die in den Anfangsjahren des «Dritten Reichs» innerhalb der Kirche und in ihrem Umfeld entstanden, haben direkt oder indirekt mit dem Inhalt der hier veröffentlichten Briefe zu tun. Darum wird in Anmerkungen auf sie hingewiesen oder daraus zitiert. Da keine vollständige Sammlung dieser Texte veröffentlicht ist, wurden jeweils die Fundorte in allen greifbaren Dokumentesammlungen angegeben.</p>
        <p>Die schweizerische Herkunft <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> und <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysens</persName> ist u. a.  an ihrer Sprache erkennbar. Dialektausdrücke und Helvetismen werden jeweils in einer mit einem Gleichheitszeichen (=) beginnenden Anmerkung übersetzt. Für weibliche Personen wird, wie in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> üblich, häufig grammatisch das Neutrum verwendet (z. B. «unser Dorothee», «das Gerty», «es» statt «sie», «ihm» statt «ihr»). Eine weitere sprachliche Eigenheit ist die Bezeichnung eines Ehepaars oder einer Familie durch die Pluralbildung eines Vornamens (z. B. «Ruedis»).</p>
        <p>Dieser Band enthält, im Anschluß an dieses Vorwort, ein Verzeichnis häufig genannter Vor- und Spitznamen, das die schnelle Identifizierung der betreffenden Personen erleichtern soll. Die in diesem Band abgedruckten Photographien, deren Auswahl Frau Elisabeth Stoevesandt besorgte, gehören zu den Beständen des Karl Barth-Archivs. In einem Anhang sind fünf Dokumente, die mit dem Thema des Bandes in Beziehung stehen, abgedruckt, weil sie bisher unveröffentlicht waren oder nur schwer zugänglich sind.</p>
            <p rend="center">*      *      *</p>
        <p>Es ist mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle den Menschen und Institutionen zu danken, die in unterschiedlicher Weise dazu beigetragen haben, daß dieser Band erscheinen kann.</p>
       
        <p> <pb xml:id="pr034" ed="pga" rend="noPipe"/>Ein einjähriges Stipendium von Herrn <persName ref="kbga-actors-438">Max Zellweger</persName> bildete die Voraussetzung dafür, daß die Editionsarbeit am Briefwechsel seines Schwiegervaters mit <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName> nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder aufgenommen konnte. Für diese hochherzige Gabe bin ich ihm sehr zu Dank verpflichtet. Daß dieser Bandes erscheinen kann, obwohl sich die Abgabe des Manuskriptes wegen des unerwartet hohen Arbeitsaufwands mehrfach erheblich verzögerte, verdanke ich der Unterstützung oder der finanziellen Förderung durch zahlreiche Institutionen. Ihnen bzw. den zuständigen Verantwortlichen des Schweizerischen Nationalfonds, der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft (Basel), der Karl Barth-Stiftung (Basel), der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den Herren, die sich für die Vermittlung von Geldern einsetzten, — Prof. Dr. M. Beintker, Dr. B. Christ, Dr. H.-A. Drewes, Dr. Th. Gelzer, Prof. Dr. E. Jüngel D.D. und Pfr. Dr. Dr. <persName ref="kbga-actors-397">H. Stoevesandt</persName> — spreche ich hiermit meinen Dank aus.</p>
        <p>Einen großen Teil der für Nachweise und Erläuterungen erforderlichen Angaben im Anmerkungsapparat verdanke ich zahlreichen Mitarbeitern von kirchlichen, wissenschaftlichen und staatlichen Archiven und Institutionen sowie Einzelpersonen. Wo immer es erforderlich war, sind ihre brieflichen oder mündlichen Auskünfte, wie andere Quellen, in der entsprechenden Anmerkung genannt. Wertvolle Hinweise oder Dokumente erhielt ich außerdem insbesondere von Pastor H. Ammann, Herrn W. Blum, Frau H. Braun M.A. (Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte, München), Herrn P. Breisinger (Kirchenratssekretariat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt), Frau R. Briner, Pfrn. Gr. Caprez (†), Frau D. Casalis, Pfr. Dr. Fr. Christ, Prof. Dr. R. Dellsperger, Dr. R. Escher (†), Herrn H. R. Fischer (Amt für Information der evangelischen Kantonalkirchen St. Gallen und Thurgau), Dozent und Pfr. i.R. H. G. Göckeritz, Prof. Dr. J. Fr. G. Goeters (†), Ass. Th. Holzmüller, Frau Dr. M. Jantz (früher: Leitung der Landeskirchlichen Bibliothek, Karlsruhe), Dr. D. Koch, Dr. M. M. Lichtenfeld, Pfr. Th. Lindt, OKR i.R. J. Merz, Dr. C. Pestalozzi, Pfrn. V. Pfenninger, Frau D. de Quervain, Frau B. von Roëll (John F. Kennedy-Institut, Berlin), Frau Dr. Fr. Rogger (Universitätsarchiv Bern), Prof. Dr. G. Sauter, Pfr. H. Schmidt, Frau M. Schneider (Archiv <pb xml:id="pr035" ed="pga"/> der Lippischen Landeskirche), Herrn Wiss.-Ang. St. Scholpp (Predigtforschungsstelle Heidelberg), Frau M. Schroeder, Frau S. Spoendlin, Frau Dr. B. Stalder (Staatsarchiv des Kantons Zürich), Pfr. Dr. H. Stikkelberger, Dr. G. Stricker (Institut Glaube in der 2. Welt, Zollikon), Herrn M. Wildi, Frau G. Wilmanns (†), Frau D. Zeipel (Stadtarchiv Bonn), Frau Fr. Zellweger (†) und Frau St. Zellweger. Ihnen allen danke ich herzlich.</p>
        <p>Die anspruchsvolle und aufwendige Arbeit der Registererstellung zu diesem Band<note xml:id="n08">Zum Sachregister für die Bände I und II vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/34/pr023#pr023">S. XXIIIf.</ref></note> nahm Pfarrer i.R. Hermann Schmidt auf sich. Er hielt seine Zusage, diese Aufgabe zu übernehmen, trotz der mehrjährigen Verzögerung und des unerwartet großen Umfangs des Bandes aufrecht. Dafür sei ihm hiermit herzlich gedankt. Ebenso danke ich auch dem jetzigen Leiter des Karl Barth-Archivs, Dr. Hans-Anton Drewes, der mir, als sich der Abschluß der Editionsarbeit immer neu verzögerte, in großzügiger Weise den für die Fertigstellung nötigen Freiraum gewährte. Vor allem gebührt mein Dank Pfr. Dr. Dr. <persName ref="kbga-actors-397">Hinrich Stoevesandt</persName>. Mit demselben Vertrauen, das sich schon in der Übergabe des Editionsauftrags an die in diesen Dingen unerfahrene junge Theologin ausdrückte, begleitete er die Entstehung dieses Bandes bis zur Drucklegung und förderte die Editionsarbeit in seiner freundlichen, humorvollen Art durch unzählige Hinweise, Ratschläge und Mitteilungen. Einen besseren Lehrmeister hätte ich mir nicht wünschen können. In ganz anderer Weise unterstützte mich auch seine Frau, Elisabeth Stoevesandt. Für die oft erfahrene Gastfreundschaft, für ihre Anteilnahme und mancherlei Hilfeleistung danke ich ihr herzlich.</p>
        <closer>
          <dateline rend="left">Basel, den 6. März 2000</dateline>
          <signed rend="right"><persName ref="kbga-actors-3">Caren Algner</persName></signed>
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            <p>Karl Barth (1931)</p>
            <p>Eduard Thurneysen (1933)</p>
            <p>Charlotte von Kirschbaum (1932)</p>
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        </p>
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            <p>Eduard Thurneysen und Karl Barth (1934)</p>
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        <p>
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            <p>Weihnachten 1934 in Bonn. V.l.n.r.: Markus Barth, Charlotte von Kirschbaum, Hans Jakob Barth, Karl Barth, Matthias Barth, Christoph Barth, Nelly Barth, Franziska Barth, Max Zellweger</p>
            <p>Charlotte von Kirschbaum und Eduard Thurneysen (1934)</p>
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            <p>September 1933 in München anläßlich der Beratungen über das Ende von «Zwischen den Zeiten». V.l.n.r.: Karl Barth, Charlotte von Kirschbaum, Eduard Thurneysen, Gerty Pestalozzi, Rudlof Pestalozzi</p>
            <p>Ende Mai 1935 auf dem «Bergli», Beratungen über Barths Zukunft. V.l.n.r.: Charlotte von Kirschbaum, Karl Barth, Marguerite Thurneysen, Eduard Thurneysen; in Rückenansicht: Hans Asmussen; im Vordergrund links: vermutlich Gerty Pestalozzi</p>
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