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        <title type="volume" n="vol-34">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
        <title type="content">Nelly Barth an Anna Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Nelly Barth an Anna Barth, 18. August 1930</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/34020 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935, hrsg. v. Algner, Caren (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2000, S. 35–36.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
          <title type="text">Nelly Barth an Anna Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-26">Barth-Hoffmann, Nelly</author>
          <editor>Algner, Caren</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2000</date>
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.34, Karl Barth - Eduard Thurneysen Briefwechsel Band III 1930-1935, letter 12</title>
          <author ref="kbga-actors-26">Barth-Hoffmann, Nelly</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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                   Nelly Barth an Anna Barth 
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               <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-18">Mama</persName>,</salute></opener>
        <p>[…] — Unsere drei Großen ersteigen heute einen Berg mit <rs type="person" ref="kbga-actors-403 kbga-actors-1285">Thurneysens</rs> zusammen. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> macht ein Weglein mit <persName ref="kbga-actors-25">Matthisli</persName> und <persName ref="kbga-actors-22">Hans-Joggeli</persName>, die so lebhaft um ihren Papa geworben haben.</p>
        <p>Ja, das ist das ganz große Ereignis, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> gestern abend zu uns gekommen ist! Wie lange, lange hatten wir ihn nicht mehr allein unter uns. Wie möchte <pb xml:id="p036" ed="pga"/> ich mich festlich freuen, wieder einmal ganz froh sein — froher als je. — Wir haben noch nicht zusammen geredet von dem Einen. Ich wollte, ich müßte nicht davon reden, sondern dürfte nur weiterfahren, alles zu bereiten, zu verschönern, <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> zulieb zu tun, ohne mich ihm nahezurücken. Aber 14 Tage werden rasch umgehen, und gesprochen wird sein müssen. Ich habe eine Scheu davor, vor meinem eigenen Reden, das dann einen eigenen <hi rend="italic">Wunsch</hi> vorbringen will. Ich möchte offen sein bis ins Herz vor <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> und nichts Krampfhaftes, nichts Ungutes sagen. <hi rend="italic">Muß</hi> es dann sein, daß wir wieder aneinander vorbei hoffen, wünschen, müssen, uns im Innersten weh tun?</p>
        <p>Liebe Mama, mich hat spontan der Wunsch erfaßt, Dir etwas zu sagen. Sieh, wenn ich <hi rend="italic">dürfte</hi> unser Heim in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> wieder allein gestalten. Ich spüre eine Kraft, eine Freudigkeit, mich mit allem guten Willen einzusetzen, daß dieses Heim <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName></hi> recht, vertraut und etwas warm werde. <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> würde mit ihrer Freundin, die für ein Jahr nach <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> kommt<note xml:id="n01"><persName ref="kbga-actors-7165">Emmy Lentrodt</persName> (1899–1942) hatte wie <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> zu dem Kreis theologisch interessierter Laien um <persName ref="kbga-actors-275">Georg Merz</persName> in München gehört. Es ist jedoch nicht bekannt, ob die beiden Frauen sich dort kennenlernten. Angeregt durch Ch. von Kirschbaum, ging sie Ende Oktober 1930 nach <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>, wo sie im WS 1930/31 Barths Lehrveranstaltungen besuchte. Im März 1931 beendete sie ihren Bonner Aufenthalt (Angaben in Briefen E. Lentrodts an Ch. von Kirschbaum vom <date when="1930-10-19"><ref type="kba-objects-id" target="18187">19.10.1930</ref></date>, <date when="1931-01-04"><ref type="kba-objects-id" target="18480">4.1.1931</ref></date> und <date when="1931-03-31"><ref type="kba-objects-id" target="18843">31.3.1931</ref></date>).</note>, und nahe mit <persName ref="kbga-actors-1716">Erica Küppers</persName> wohnen. Das dürfte eine kleine Milderung bringen für sie. Die Freundin würde sie pflegend, mitwissend liebevoll umgeben. 
        <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> käme von dort aus schon bald nach der Vorlesung zu <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, würde mit ihm arbeiten bis zum Abend. Sie und ich würden etwas erlöster, etwas vornehmer uns wieder gegenüberstehen. Sie würde, wenn die etwas größere Distanz [da wäre, diese] nur äußerlich tragen. Aber [sie könnte] doch so eng verbunden mit <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> denken und wirken. Mühe würde es sie auch kosten, diesen kleinen Schritt zurückzutreten. Aber ich würde ihr dann <hi rend="italic">weniger</hi> Mühe machen. Ich könnte ihr etwas freier begegnen, sie in mein Heim kommen sehen, in dem ich atmen und das ich eher aufbauen könnte, nach der mir gesetzten Möglichkeit. Ich wäre den Kindern<note xml:id="n02">Die Worte «wäre den Kindern» sind im Original durchgestrichen.</note> — Ich will innehalten. Es kann sein, daß, von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> aus gesehen, diese meine kleine und doch so mächtig aufsteigende Hoffnung eine ihm und <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> ganz unmögliche Zumutung und von mir eine rein böse Absicht bedeutet. Wie denkst Du, Mama? Vielleicht kannst Du mir eine Antwort geben, mir sagen, ob ich, auch nur so wenig, meine Lage nicht selber erleichtern darf. Ich möchte nur so gern etwas besser leben dürfen innerlich. Ich würde es <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> danken, viel mehr als wenn <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> direkt neben mir für mich quasi Märtyrerin sein will. Sie kann nichts <hi rend="italic">für</hi> mich. Es muß Eines das Andere leben lassen und so lieben.</p>
        <closer>
          <salute>Ich gehe <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> entgegen jetzt. — Liebe Mama, Du nimmst diesen Brief schon
gut auf. Darum bittet Dich</salute>
          <salute>Deine</salute>
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