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        <title type="volume" n="vol-34">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
        <title type="content">Nelly Barth an Marguerite Thurneysen</title>
        <title type="citation_line_1">Nelly Barth an Marguerite Thurneysen, 9. Juni 1933</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/34125 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935, hrsg. v. Algner, Caren (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2000, S. 425–426.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
          <title type="text">Nelly Barth an Marguerite Thurneysen</title>
          <author ref="kbga-actors-26">Barth-Hoffmann, Nelly</author>
          <editor>Algner, Caren</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2000</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 425-426</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.34, Karl Barth - Eduard Thurneysen Briefwechsel Band III 1930-1935, letter 117</title>
          <author ref="kbga-actors-26">Barth-Hoffmann, Nelly</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <date type="creation" when="1933-06-09">9. Juni 1933</date>
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          Nelly Barth an Marguerite Thurneysen 
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                  <date>9. Juni<note xml:id="n01">Original: Juli. — Da <placeName ref="kbga-places-501">Engelberg</placeName> (Kanton Obwalden), von <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> im
vorliegenden Brief erstmals als Urlaubsort erwogen, am <date when="1933-07-08">8.7.1933</date> bereits als ihr
Ferienziel feststand (vgl. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p457#p457">S. 457</ref>), muß dieser Brief vor dem von ihr angegebenen
Datum entstanden sein. Die Annahme liegt nahe, daß eine Verwechslung
der fast gleichlautenden Monatsnamen Juni und Juli vorliegt. Der von <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName>
am <date when="1933-07-11">11.7.1933</date> erwähnte, von <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> «vor vielen Wochen» an seine Frau
gesandte Brief — der eine tiefe «Resignation und Müdigkeit» habe erkennen lassen
(vgl. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p464#p464">S. 464</ref>) — könnte auch dem Inhalt nach mit dem hier vorliegenden
Schreiben identisch sein.</note> 1933</date>
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          <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-1285">Marguerite</persName>,</salute>
        </opener>
        <p>die aufblühenden zarten Narzissen vom <placeName ref="kbga-places-212">Genfersee</placeName>, die Du <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> schenktest, brachte sie <hi rend="italic">mir</hi> mit. Das war etwas Liebes auf den Schreibtisch, und sie blühten und dufteten noch lang! […]</p>
        <p>Ich hatte <persName ref="kbga-actors-403">Eduards</persName> Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> zu lesen gegeben, aber mir werden Karls Freundes und andere Briefe nicht mehr gezeigt ( — die Ausschließung ist härter durchgeführt). Ich hatte <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> seinen eingehenden, guten Brief längst beantworten wollen und habe es in Gedanken ausführlich getan. Aber ich bitte Dich, ihm vorläufig meinen <hi rend="italic">Dank</hi> zu sagen. Es könnte sein, daß ein mündliches Gespräch im August besser dienen würde als ein Brief jetzt. Ich weiß und lebe mit keinem anderen Halt als mit der Zuversicht des Glaubens. Ich vergesse nicht, daß eine Furcht vor eigenem Unrechttun und Blindsein am Platze ist, versteht mich nicht falsch. Wer unsere Tage sähe, dürfte bezeugen, daß ich meinen einsamen Ort bezogen habe, ohne Anklagen, ohne <hi rend="italic">jeden</hi> Versuch, etwas Liebes zu verlangen. (Die jüngeren Kinder <hi rend="italic">schenken</hi> ja Liebe in Fülle — die großen werde ich im August und September wieder nah haben.)</p>
        <p>Je und je versuche ich nebst den Zeitungen wichtige Berichte oder Dokumente aus der täglich neu bewegten Lage zu erbitten. Mehr oder weniger willig gibt sie mir dann <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> oder <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>. Briefe kommen ab und zu von meiner Mutter, von <persName ref="kbga-actors-6741">Helene</persName> in <placeName ref="kbga-places-1123">Lissabon</placeName><note xml:id="n02"><persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barths</persName> Schwester <persName ref="kbga-actors-6741">Anna Helena de Abreu</persName>, geb. Hoffmann (1885 – 1968), lebte mit ihrer Familie in Lissabon.</note>, von <persName ref="kbga-actors-6947">Nelly Ferrero</persName> und Frau <persName ref="kbga-actors-5359">Stoevesandt</persName><note xml:id="n03">Briefe nicht erhalten.</note>. Diese sind vollkommen getreu, tapfer, voller Güte. Auf <persName ref="kbga-actors-5802">Fränzelis</persName> Heimkehr<note xml:id="n04">Rückkehr von ihrem viermonatigen Aufenthalt in <placeName ref="kbga-places-628">Schweden</placeName>; vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/34/p334#fn_n65">S. 334, Anm. 65</ref>.</note> sehe ich wohl mit Freude, aber mehr noch mit Bangen hin. […]</p>
        <p>Vor einigen Tagen kam die Rede auf die Sommerferien. Vorher dachte man in der allgemeinen Aufgeschmissenheit nicht an solche luxuriöse Möglichkeiten. Fabelhaft, vielleicht gibt es einen Bergaufenthalt in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>. Meinst Du, in oder Richtung <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-501">Engelberg</placeName></hi> könnte man 2-3 Zimmer mieten mit einfacher Koch<pb xml:id="p426" ed="pga" break="no"/>gelegenheit für morgens und abends? Mittagessen in einem Gasthause? Ein Chalet wäre zu groß und zu teuer. Vier Kinder kämen mit mir, <hi rend="italic">wenn</hi> Fränzeli Mitte August nachreisen dürfte. <persName ref="kbga-actors-25">Matthis</persName> freut sich auf <placeName ref="kbga-places-1163">Lindau</placeName>, <persName ref="kbga-actors-1620">H. Gollwitzer</persName> hat ihn wieder freundlich eingeladen<note xml:id="n05"><persName ref="kbga-actors-1620">H. Gollwitzer</persName> stammte aus Lindau und arbeitete dort an seiner Doktorarbeit.</note> — <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> wollen, daß er dorthin gehe. Ich denke auch, die bubenhaften Beschäftigungen erfreuen ihn dort und es bekomme ihm gesundheitlich <hi rend="italic">vielleicht</hi> auch gut. […]</p>
        <p>Euch allen wünsche ich schöne erquickende Wochen in <placeName ref="kbga-places-101">Adelboden</placeName>! <persName ref="kbga-actors-7127">Klossners</persName><note xml:id="n06">In dem Chalet der Familie Klossner, für einige Jahre Thurneysens Ferienwohnsitz, hatte Familie <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zusammen mit <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> <date when="1930">1930</date> die Sommerferien verbracht.</note> sind ja <hi rend="italic">besonders</hi> erfreuliche Leute! Unsere Kleinen erheben Adelboden und jenes Haus über alles Schöne. […]</p>
        <p>Lebe wohl, liebe <persName ref="kbga-actors-1285">Marguerite</persName>! Grüße <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> herzlich — und <persName ref="kbga-actors-518">Dorothee</persName>. Ich habe Euer Familienleben schön und lebendig vor mir.</p>
        <closer>
          <salute>Herzlich</salute>
          <salute>Euere</salute>
          <signed><persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName></signed>
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