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        <title type="volume" n="vol-34">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
        <title type="content">Eduard Thurneysen an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Eduard Thurneysen an Karl Barth, 29. Juli 1933</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/34141 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935, hrsg. v. Algner, Caren (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2000, S. 479–481.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
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        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
          <title type="text">Eduard Thurneysen an Karl Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-403">Thurneysen, Eduard</author>
          <editor>Algner, Caren</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2000</date>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.34, Karl Barth - Eduard Thurneysen Briefwechsel Band III 1930-1935, letter 132a</title>
          <author ref="kbga-actors-403">Thurneysen, Eduard</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Thurneysen, Eduard, Eduard Thurneysen an Karl Barth, 29. Juli 1933. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/21962">KBA 9370.702</ref>. </bibl>
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          <salute>Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>,</salute>
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        <p>ich nehme an, daß du mit <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> heute abend endlich allen braunen Bedrohungen entronnen das schöne Ziel erreicht hast. Was für ein guter Augenblick wird es gewesen sein, als das <orgName ref="kbga-actors-8323">dritte Reich</orgName> am badischen Bahnhof<note xml:id="n01">Deutscher Bahnhof, im rechtsrheinischen Teil von <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> (Kleinbasel) gelegen.</note> endlich hinter euch lag. Der neue Chrysler wird zur Stelle gewesen sein und ihm entstiegen <persName ref="kbga-actors-316">Ruedi</persName> und <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName> mit wahrhaftig offenen Armen.<note xml:id="n02"><persName ref="kbga-actors-316">R. Pestalozzi</persName> konnte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> nicht in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> abholen 
          (Telegramm R. Pestalozzis vom <ref type="kba-objects-id" target="21961">29.7.1933</ref>).</note> Und nun kann man euch nur noch Heil! zurufen und sich mit euch der guten Ruhezeit freuen, die jetzt vor euch liegt. Auf alle Fälle <pb xml:id="p480" ed="pga"/> soll dieser Gruß von <persName ref="kbga-actors-1285">Marguerite</persName> und mir euch gleich begegnen! Wir atmen mit euch auf. Und irgendeinmal werden wir uns ja sicher auch selber begegnen dürfen, um von euch vieles, vieles zu vernehmen und ein wenig mit euch zu bedenken.</p>
        <p>Einstweilen lege ich dir den weiteren Gang meines offensichtlich unglücklichen Gespräches mit <persName ref="kbga-actors-23">Heiner</persName> bei. Was soll ich ihm eigentlich nun antworten? Vielleicht kannst du mir raten. Ich frage mich manchmal, ob ich ihm nicht wirklich einfach ärgerlich geworden bin in einer vermeidbaren Weise. Er kann es offenbar nur so verstanden haben, daß ich ständig, störrisch, unerfreulich immer wieder nur die eine Frage: <hi rend="italic">Woher</hi> weißt du das? an ihn zu richten habe mit dem Hintergedanken, es werde ja sicher seine Offenbarungslehre irgendwie nicht in der rechten Ordnung sein. Und weil ich das so annehme, verhindere ich ihn einfach sozusagen am Weiterreden, bin ewig argwöhnisch bei allem, was er weiter — sagen möchte, weil dieser Ausgangspunkt ungeklärt sei, während er meint, auch er stehe ja mit mir auf dem Boden der Offenbarung, und nun gelte es, von da aus das Licht der christlichen Erkenntnis dahin und dorthin fallen zu lassen in schöner Eintracht. Vielleicht bin ich wirklich zu steil vorgegangen. Vielleicht muß man mit dem Philosophen wirklich so reden, wie es ja auch <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName> im 1. Buch der Institutio übt.<note xml:id="n03">Im ersten Buch seiner <bibl corresp="kbga-bibls-16">Institutio christianae religionis</bibl> (1559) setzt <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName> sich wiederholt mit Positionen der antiken Philosophie auseinander. Er bezieht sich z. B. positiv auf den dort bezeugten allgemeinen Konsens über die Existenz Gottes (3,1), auf <persName ref="kbga-actors-322">Platons</persName> Einschätzung der Ähnlichkeit mit Gott als höchstes Gut der Seele (3,3), stimmt <persName ref="kbga-actors-1525">Ciceros</persName> Herleitung des Wortes «religio» zu (12,1), billigt einer Anzahl namentlich genannter Philosophen zutreffende Erkenntnis hinsichtlich der Einteilung der menschlichen Seelenvermögen zu (15,6), die jedoch durch die Verkennung der Verderbnis der menschlichen Natur und durch die Behauptung der Willensfreiheit verfälscht werde (15,7f.), behauptet gegen die griechisch-lateinische Philosophie die Unzulänglichkeit der Gotteserkenntnis aus der Schöpfung (5,11), kritisiert die Philosophenansicht von der Vorsehung (16,1.3f.) usw.</note> Vielleicht ist das Ziel des christlichen Humanismus, wie es <persName ref="kbga-actors-23">Heiner</persName> sicher auch nicht im Sinne von banaler <foreign xml:lang="lat">theologia naturalis</foreign> vorschwebt, sondern im Sinne der ja unleugbaren Ideenbezogenheit des Menschen, ein erstrebbares Ziel. Aber ich muß ja freilich sagen: ich bin wirklich durch dich einfach ein wenig «verdorben» für diese Zielsetzung. Irgendwo langweilt mich etwas daran. Philosophie ist mir wirklich ein wenig, was <persName ref="kbga-actors-23">Heiner</persName> so unerhört beanstandet, «eine Sache für <pb xml:id="p481" ed="pga"/> sich», über deren eigentliche Aufgabe und Zielsetzung ich nicht gerade eine reichliche Auskunft geben kann. Aber <persName ref="kbga-actors-23">Heiner</persName> sollte auf der anderen Seite meine Anmerkung wirklich auch nicht so persönlich tragisch nehmen. Er ist richtig eingeschnappt, wie sein Brief zeigt. Warum eigentlich? Ob da sein Komplex gegen dich im Grunde nicht mitgespielt hat? Laß mich ein wenig wissen, wie du darüber denkst. Ich kann freilich schon warten, bis wir uns nächste Woche einmal selber sehen. Ich reise wahrscheinlich am Freitag dieser Woche, also am 4., zu meiner Konferenz in die welsche Schweiz<note xml:id="n04">Zur Sommerkonferenz des <orgName ref="kbga-actors-10824">christlichen Studentenweltbundes</orgName> in <placeName ref="kbga-places-853">La Châtaigneraie</placeName> bei Genf; s. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p490#fn_n12">S. 490, Anm. 12</ref>.</note> und dann am 7. Aug. endgültig nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>, und in der dann angebrochenen Woche hoffe ich immerhin wenigstens für einen Abend zu euch heraufzukommen, da dann die Unterrichtsstunden noch nicht begonnen haben und ich wohl noch nicht in vollen Anspruch genommen bin. Du mußt dich also noch nicht gleich an die Schreibmaschine setzen meinetwegen.</p>
        <closer>
          <salute>Sei unterdessen mit <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> und <persName ref="kbga-actors-316">Ruedis</persName> herzlich, herzlich gegrüßt!</salute>
          <salute>Dein</salute>
          <signed><persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName></signed>
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