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        <title type="volume" n="vol-34">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
        <title type="content">Eduard Thurneysen an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Eduard Thurneysen an Karl Barth, 22. Dezember 1934</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/34232 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935, hrsg. v. Algner, Caren (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2000, S. 790–792.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
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        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd. III 1930–1935</title>
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          <author ref="kbga-actors-403">Thurneysen, Eduard</author>
          <editor>Algner, Caren</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2000</date>
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.34, Karl Barth - Eduard Thurneysen Briefwechsel Band III 1930-1935, letter 224</title>
          <author ref="kbga-actors-403">Thurneysen, Eduard</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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                    <salute>Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>,</salute></opener>
        <p>In 10 Minuten will <persName ref="kbga-actors-5802">Fränzeli</persName> das Haus verlassen, da gibt es nur einen ganz kurzen Weihnachtsgruß an Euch. Ich komme eben aus dem Unterricht, wo ich ganz auf dem unteren Känzelein etwas von dem zu sagen hatte, was du auf sehr viel höheren Kanzeln und Stufen unermüdlich auszukündigen und darzulegen hast. Aber wie könnten wir auf unseren kleineren Känzelein etwas Rechtes sagen, wenn nicht deine hohe und große Lehrkanzel aufgerichtet wäre, wo du unter viel Mühen und Sorgen, mit Schwert und Kelle [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Neh.4.11 Neh.4.12">Neh. 4,11f.</ref>] um die Geheimnisse bemüht bist, die dann weit herum in der Kirche zur Speise und zum Trank alles Volkes werden dürfen. Dessen darfst du sicher und gewiß <pb xml:id="p791" ed="pga"/> sein: deine Arbeit ist nicht umsonst. Deine Kämpfe gehen nicht ins Leere. Du dienst wahrlich der Weihnachtsbotschaft, die allem Volke widerfahren soll [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.10">Lk. 2,10</ref>]. Wie es jetzt in dir und um dich her aussehen mag?<note xml:id="n01">Die Verhandlung vom <date when="1934-12-20">20.12.1934</date> hatte mit einem Schuldspruch geendet, auf Grund dessen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> unter Verweigerung eines Pensionsanspruches entlassen und ihm eine «Unterstützung in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Ruhegeldes auf die Dauer eines Jahres» gewährt worden war. Vgl. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p797#p797">S. 797–802</ref>.</note> Ich weiß es nicht, aber ich möchte doch des einen sicher und zuversichtlich gewiß sein, daß etwas von dem «großen Frieden» um dich und in dir ist mitten in allem Streit, in den du gestellt bist.</p>
        <p>Wohin wird dein Weg weiter gehen? Mir läge eigentlich einfach das eine am Herzen, daß du einerseits dein Werk auf der Lehrkanzel weitertreiben dürftest. Und dabei zugleich auch nach außen wirken könntest. Wenn das in <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName> besser geht als in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>, dann Genf! Wenn es sich aber umgekehrt erweisen sollte, dann Basel! Die Kirche ist allüberall heute ohne Dach, da muß der Zimmerplatz auf alle Fälle aufgeschlagen werden, auf dem dies neue Dach wieder hergerichtet und zugerüstet wird. Denn was auch in der Welt kommen möge: die Kirche muß ihr Dach wieder bekommen! Hier bei uns ist viel guter Wille auf alle Fälle da, dich zu rufen. Man soll ja auch in diesen Dingen den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber sicher ist, daß die <orgName ref="kbga-actors-8250">Fakultät</orgName>, der ich eher etwas mit Sorge gedachte, diese Woche einstimmig und ohne jeden Widerspruch, sogar «freudig», wurde mir gesagt, die Bemühungen der Behörden um deine Gewinnung begrüßt und bejaht habe. Sicher ist, daß <persName ref="kbga-actors-9865">Thalmann</persName>, der Präsident der Kuratel, die Studenten ermuntert hat, eine Eingabe zu machen zu deinen Gunsten und daß da etwa 600 Unterschriften aus allen Fakultäten zusammengekommen sind.<note xml:id="n02">Mit Begleitschreiben vom <date when="1934-12-18">18.12.1934</date> leitete der Rektor, Prof. Dr. med. <persName ref="kbga-actors-5732">A. Labhardt</persName>, einen an ihn gerichteten, von mehr als 200 Studierenden unterschriebenen Brief an <persName ref="kbga-actors-9865">E. Thalmann</persName> weiter. Angesichts der Tatsache, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> nach seiner Suspension voraussichtlich «jede Tätigkeit innerhalb der deutschen Kirche und Öffentlichkeit verunmöglicht» werde, zeigten sich die Studierenden überzeugt, «daß sich unsere <orgName ref="kbga-actors-5398">Universität</orgName> diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen darf, diesen weit über die Grenzen seiner Fakultät hinaus bedeutenden Gelehrten zu berufen», und forderten die Regierung dazu auf, <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> «im Falle einer endgültigen Entlassung sofort einen Lehrstuhl an der <orgName ref="kbga-actors-8250">Basler theologischen Fakultät</orgName> anzubieten, unter Umständen einen zu errichten» (Brief an den Rektor ohne Datum; Kopie beider Schreiben im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName>)</note> Sicher ist, daß auch <persName ref="kbga-actors-7049">Hauser</persName>, der Reg.rat, sich für dich ausgesprochen hat im Scho<pb xml:id="p792" ed="pga" break="no"/>ße des Erziehungsrates.<note xml:id="n03">Am <date when="1924-12-22">22.12.1924</date> hatte <persName ref="kbga-actors-7049">Hauser</persName> dem Regierungsrat laut dessen Beschluß vom selben Tag «berichtet …, nachdem Herr Prof. D. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> … kürzlich in seinem Lehramt an der <orgName ref="kbga-actors-8226">Universität Bonn</orgName> suspendiert worden sei, … habe der Kuratelpräsident die hiesige theologische Fakultät ersucht, den Genannten zu veranlassen, sich nötigenfalls wegen der Frage seiner eventuellen Berufung an die hiesige Universität mit den hiesigen Behörden in Verbindung zu setzen [vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/34/p781#fn_n02">S. 781, Anm. 2</ref>]. Da inzwischen der Genannte seines Lehramts verlustig erklärt worden sei, sollte nun das Erziehungsdepartement ermächtigt werden, sich schriftlich an ihn zu wenden» (<ref type="archival">Akten des Erziehungsdepartements, Signatur: Y 16, Staatsarchiv Basel-Stadt</ref>). Vgl. unten <ref type="pub" target="../volume/34/p810#fn_n45">S. 810, Anm. 45</ref>.</note> Und daß <persName ref="kbga-actors-566">Gerwig</persName>, der in der Kuratel sitzt, sich gestern abend mit mir deinetwegen besprochen hat.<note xml:id="n04">Bereits vor <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Verurteilung hatte <persName ref="kbga-actors-566">Gerwig</persName> der Kuratel «ersucht, der Berufungsangelegenheit Prof. Dr. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> volle Aufmerksamkeit zu schenken. / Der <hi rend="italic">Präsident</hi> nimmt diesen Wunsch entgegen» (<ref type="archival">Protokoll der Kuratel-Sitzung am <date when="1934-12-17">17.12.1934</date>, Protokollbuch der Kuratel 1930–1935, S. 484; Staatsarchiv Basel-Stadt</ref>).</note>
            </p>
        <closer>
          <salute><persName ref="kbga-actors-5802">Fränzeli</persName> kommt! <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, ich muß abbrechen. Viele Grüße an alle, alle!</salute>
          <salute>
            <hi rend="italic">dein</hi>
          </salute>
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