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        <title type="volume" n="vol-35">Offene Briefe 1909–1935</title>
        <title type="formal">12</title>
        <title type="content">An Francis P. Miller, Christlicher Studenten-Weltbund, Genf</title>
        <title type="citation_line_1">An Francis P. Miller, Christlicher Studenten-Weltbund, Genf, 1928</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/35014 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Offene Briefe 1909–1935, hrsg. v. Koch, Diether (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2001, S. 110–112.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Offene Briefe 1909–1935</title>
          <title type="text">12: An Francis P. Miller, Christlicher Studenten-Weltbund, Genf</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Koch, Diether</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 110-112</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.35, Offene Briefe 1909-1935, 1928 letter 12</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth: Der innere Mensch, in: The Student World Vol. 23, Nr. 3 (Juli 1928), S. 298–300 </bibl>
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      <head><date when="1928">1928</date></head>
      <div type="abstract">
        <p>Am <ref type="kba-objects-id" target="15457"><date when="1928-03-07">7.3.1928</date></ref> bat <persName ref="kbga-actors-7674">Francis Pickens Miller</persName>, der Verwaltungssekretär des <orgName ref="kbga-actors-10581">Christlichen Studenten-Weltbunds</orgName> in <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName>, <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> um einen Beitrag für die Juli-Nummer der Vierteljahrsschrift «<orgName ref="kbga-actors-10860">The Student World</orgName>» über das Thema «Christus im Leben seiner Nachfolger», das auch der nächsten Versammlung des General-Komitees im <date when="1928-12">Dezember 1928</date> in <placeName ref="kbga-places-372">Indien</placeName> zugrundegelegt werden sollte. Er fügte ein <ref type="kba-objects-id" target="15460">Verzeichnis</ref> von 15 anderen Artikeln und ihrer Verfasser bei, die er ebenfalls in dieser Nummer zu veröffentlichen hoffte.</p>
        <p rend="text-recte">«Das Thema selber bietet viele Möglichkeiten und verlangt eine viel intensivere Behandlung. Durch unsere Zeitschrift selber ist uns aber eine gewisse Begrenzung auferlegt. Überdies sind für die Studenten, für die diese Zeitschrift bestimmt ist, kürzere und ziemlich einfach gehaltene Abhandlungen von größerem Dienst als eine sehr eingehende und vollständige Analyse. Es wäre uns sehr wertvoll, von Ihnen einen Artikel über ‹den Glaubenschristen› zu haben. Ich weiß, wie sehr Ihre Zeit und Kraft in Anspruch genommen ist. Da aber Ihre Gedanken in so starkem Maße heute in vielen unserer Bewegungen besprochen werden und auch von starkem Einfluß auf die Besprechungen in <placeName ref="kbga-places-372">Indien</placeName> sein werden, glaube ich mich für meine Anfrage nicht entschuldigen zu müssen. Ihr Artikel wird von den Führern der Christlichen Studentenbewegungen der verschiedensten Nationen gelesen werden, und Sie werden damit eine Bereicherung zu dem Gedankenkreis unserer Bewegungen geben. Ich möchte Sie bitten, den Artikel nicht länger als etwa 3.000 Worte abzufassen […]»</p>
        <p><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> lehnte am <ref type="kba-objects-id" target="15468"><date when="1928-03-12">12.3.1928</date></ref> in einem Briefe die Bitte ab, erlaubte aber den Abdruck dieses Briefes, der in der deutschen Fassung und in einer Übersetzung ins Englische in der Juli-Nummer der Zeitschrift wiedergegeben wurde.<note xml:id="n01">
                        <bibl corresp="kbga-bibls-6449">The Student World, Genf, Vol. 23 (Juli 1928), Nr. 3, S. 298–300</bibl>. Dieses Heft enthielt außerdem 10 Beiträge (u. a.  von <persName ref="kbga-actors-7586">Nicolai Berdiaeff</persName>, <persName ref="kbga-actors-406">Paul Tillich</persName>, <persName ref="kbga-actors-297">Reinhold Niebuhr</persName>, <persName ref="kbga-actors-3212">Mahatma Gandhi</persName> und <persName ref="kbga-actors-559">Emil Fuchs</persName>).</note> Als Überschrift wurde «Der innere Mensch» <pb xml:id="p111" ed="pga"/> gewählt und im Anschluß an den Brief eine Predigt <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> aus <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName> über <ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.4.16 2.Kor.4.18">2.Kor. 4,16–18</ref> abgedruckt, die unter diesem Titel zuerst in der Zeitschrift «Das neue Werk» (<bibl corresp="kbga-bibls-4201">Jg. 2 [1920], S. 201–207</bibl>) und dann in dem von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> gemeinsam herausgegebenen Predigtband «Komm, Schöpfer Geist!» (<bibl corresp="kbga-bibls-6545">München 1924, S. 235–245</bibl>) erschienen war.</p>
      </div>
      <div>
        <opener>
          <dateline>
                        <placeName ref="kbga-places-44">Münster i. W.</placeName>, <date when="1928-03-12">12. März 1928</date>
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          <salute>Sehr geehrter Herr <persName ref="kbga-actors-7674">Miller</persName>,</salute>
        </opener>
        <p>Sie waren so freundlich, mich zur Mitarbeit an der Julinummer der Zeitschrift «<orgName ref="kbga-actors-10860">The Student World</orgName>» einzuladen. Ich danke Ihnen bestens für das Vertrauen, muß Sie aber bitten, mir zu verzeihen, daß ich diesen Auftrag nicht übernehmen kann. Ich kritisiere niemanden, der der Meinung ist, mit der Veranstaltung eines solchen aus den verschiedenartigsten christlichen Stimmen zusammengesetzten Orchesterkonzertes etwas Gutes und Verheißungsvolles zu tun, oder dem es Freude macht, dabei mitzuwirken. Ich weiß, daß derartige Veranstaltungen heute in der Christenheit und sonst an der Tagesordnung sind, und will gerne daran glauben, daß die Absichten dabei ernsthafte sind. Aber gerade die ernsthaften Vertreter dieser modernen Methoden werden auch Verständnis haben für die Besorgnis, es möchte durch solche Veranstaltungen der Anschein erweckt oder es möchte der schon vorhandene Anschein verstärkt werden:</p>
        <p>Die Einheit der Christen in Christus sei eine Wirklichkeit, die durch eine Addition von möglichst vielen und verschiedenartigen christlichen Standpunkten sichtbar darzustellen ist.</p>
        <p>Die christliche Wahrheit bestehe also in der Summe oder im Querschnitt der jeweilen im Umlauf befindlichen christlichen Gedanken und Meinungen.</p>
        <p>Die christliche Erkenntnis vollziehe sich also auf dem Weg einer Auswahl und gegenseitigen Abrundung zwischen diesen verschiedenen christlichen Ansichten.</p>
        <p>Diesem Anschein, den ich für verhängnisvoll halte, möchte ich nicht dienen, indem ich meinen Namen und eine Äußerung meiner Gedanken zu der beabsichtigten Stimmensammlung hergebe. Gerade wenn es so ist, wie Sie schreiben: daß meine Gedanken da und dort auch in Ihren Kreisen Eingang gefunden haben, könnten Alle die, die <pb xml:id="p112" ed="pga"/> wissen, um was es mir geht, sich nur wundern darüber, mich in dieser Reihe auftauchen zu sehen. <hi rend="italic">Mein</hi> Beitrag kann in diesem Fall nicht darin bestehen, daß ich 3000 Worte sage, sondern daß ich kein einziges Wort sage; das ists, was ich ehrlicher Weise hier allein tun kann.</p>
        <p>Fassen Sie es bitte nicht als Hochmut auf, daß ich Ihre Einladung nicht annehme, sondern glauben Sie mir, daß ich es persönlich gerne tun würde, wenn ich die Lage sachlich anders ansehen könnte. Wenn es Ihnen schwer fallen sollte, mich zu verstehen, so wird Ihnen gewiß Herr Dr. <persName ref="kbga-actors-636">Adolf Keller</persName><note xml:id="n02"><persName ref="kbga-actors-636">Adolf Keller</persName> (1872–1963), Sekretär des <orgName ref="kbga-actors-8035">Schweizer Ev. Kirchenbundes</orgName>, einer der Initiatoren der ökumenischen Bewegung in <placeName ref="kbga-places-204">Europa</placeName>, mit <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> seit den Genfer Tagen bekannt (s. Offenen Brief <ref type="pub" target="35004">Nr. 1</ref>).</note>, der, wie ich sehe, auch zu Ihren Mitarbeitern gehört, meinen Fall gerne etwas näher erklären und Ihnen sagen, daß ich kein böser Mensch bin.</p>
        <closer>
          <salute>Mit herzlichem Gruß</salute>
          <salute>Ihr sehr ergebener</salute>
          <signed>Prof. D. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName></signed>
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