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        <title type="volume" n="vol-36">Offene Briefe 1935–1942</title>
        <title type="formal">Vorwort</title>
        <title type="content">Vorwort</title>
        <title type="citation_line_1">Vorwort, in: Offene Briefe 1935–1942, kein Datum</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/36001 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Offene Briefe 1935–1942 (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2001, S. IX–XV.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Offene Briefe 1935–1942</title>
          <title type="text">Vorwort: Vorwort</title>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
          <biblScope unit="page">Pp. IX-XV</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.36, Offene Briefe 1935-1942, vorwort</title>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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      <head>VORWORT</head>
      <p>Der vorliegende Band enthält diejenigen Offenen Briefe, die <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> seit seiner Absetzung als Theologieprofessor in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> und seiner Rückkehr nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> im Sommer <date when="1935">1935</date> bis Ende <date when="1942">1942</date> geschrieben hat. Die meisten haben, direkt oder indirekt, den Nationalsozialismus in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> und <placeName ref="kbga-places-204">Europa</placeName> zum Thema. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> warnte vor ihm und rief einzelne, Christen, Kirchen, Völker, Staaten dazu auf, sich auf ihre Fundamente zu besinnen und von ihnen aus Widerstand zu leisten.</p>
      <p><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> schrieb an viele Menschen in vielen Ländern. Von den 45 Offenen Briefen aus diesen Jahren gingen 17 in die <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>, 10 nach <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>, 9 nach Westeuropa, 4 nach Ost-, 2 nach Nordeuropa und 3 nach <placeName ref="kbga-places-2">Amerika</placeName>. 12 waren an Einzelpersonen gerichtet, 8 an kirchliche Gremien, 4 an jeweils mehrere Theologiestudenten oder Pfarrer, 8 allgemein an die Christen bestimmter anderer Länder, 9 an Zeitungen und je einer an an die Juden in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>, an Schweizer Soldaten, den <orgName ref="kbga-actors-7798">Schweizerischen Bundesrat</orgName> und die Öffentlichkeit der Schweiz.</p>
      <p>Die politischen Umstände brachten es mit sich, daß längst nicht alle Offenen Briefe dieser Zeit alle Merkmale klassischer Offener Briefe zeigen: Ort und Datum, Anrede und Briefabschluß, Abdruck unter <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Namen in einem Publikationsorgan. In den verschiedenen Phasen dieses Jahrzehnts kam es vielmehr zu unterschiedlichen Ausprägungen.</p>
      <p>Aus der ersten Phase, den drei Jahren vom Sommer <date when="1935">1935</date> bis zum Sommer <date when="1938">1938</date>, entsprechen noch vier Briefe dieser Form, drei an Schweizer Zeitungen (<ref type="pub" target="36009">Nr. 7</ref>, <ref type="pub" target="36014">12</ref> und <ref type="pub" target="36015">13</ref>) und eine telegraphische Antwort auf eine Anfrage einer schwedischen Zeitung über den deutschen Kirchenkampf (<ref type="pub" target="36004">Nr. 2</ref>). Eine Zuschrift <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an den <orgName ref="kbga-actors-7416">Schweizerischen Ev. Pressedienst</orgName> trug nur seine Initialen (<ref type="pub" target="36018">Nr. 16</ref>), und auch als Verfasser zweier Texte (<ref type="pub" target="36012">Nr. 10</ref> und <ref type="pub" target="36013">11</ref>), die er im Auftrage mehrerer Pfarrer verfaßte und die dann an alle reformierten Pfarrer und kantonalen Kirchenräte gerichtet waren, trat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> gar nicht namentlich in Erscheinung, sondern nur als einer von mehreren Unterzeichnern. Die acht Briefe, die nach <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> gingen, wurden dort von den Empfängern, mehr oder weniger gekürzt, gedruckt oder vervielfältigt oder auch nur unter der Hand als Flugblätter weitergegeben.</p>
      <p><pb xml:id="pr010" ed="pga" rend="noPipe"/>Aus dem letzten Vorkriegsjahr sind zehn Offene Briefe ganz verschiedener Form bekannt. Am Anfang steht <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> berühmtester Offener Brief an Prof. <persName ref="kbga-actors-1664">Hromádka</persName> in <placeName ref="kbga-places-86">Prag</placeName> (<ref type="pub" target="36020">Nr. 17</ref>) wenige Tage vor dem Abschluß des Münchener Abkommens, der dann in mehr oder weniger vollständiger Form in verschiedenen Ländern nachgedruckt und dadurch in <placeName ref="kbga-places-204">Europa</placeName> und in Übersee bekannt wurde; <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> schrieb diesen hellsichtigen Brief als Privatbrief, ermutigte aber den Empfänger schon in einer Nachschrift – wie <persName ref="kbga-actors-1841">Martin Rohkrämer</persName> 
        festgestellt hat<note xml:id="n01"><bibl corresp="kbga-bibls-477">M. Rohkrämer (Hrsg.), <hi rend="italic">Freundschaft im Widerspruch. Der Briefwechsel zwischen Karl Barth, Josef L. Hromádka und Josef B. Souček 1935-1968</hi>, Zürich 1995, S. 55</bibl>.</note> –, ihn öffentlich zu verwenden. Ihm folgten drei Antworten <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> auf Anfragen zum <persName ref="kbga-actors-1664">Hromádka</persName>-Brief (zwei aus <placeName ref="kbga-places-514">Holland</placeName>, eine aus <placeName ref="kbga-places-799">Ungarn</placeName>), die in den Empfängerländern gedruckt wurden. Dagegen wurde von drei warnenden Briefen aus dem Frühjahr <date when="1939">1939</date> nur einer im Wortlaut veröffentlicht, eine Zuschrift an die <orgName ref="kbga-actors-4868">Neue Zürcher Zeitung</orgName> (<ref type="pub" target="36028">Nr. 25</ref>), wogegen ein Entwurf für einen Brief, den die Ökumene an die deutschen Landeskirchenführer richten sollte (<ref type="pub" target="36026">Nr. 23</ref>), nur in einer anonymisierten Überarbeitung an die Öffentlichkeit kam und ein von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zur Veröffentlichung freigegebener Brief an einen nationalsozialistischen Pfarrer in <placeName ref="kbga-places-896">Rumänien (Siebenbürgen)</placeName> dann doch unveröffentlicht blieb (<ref type="pub" target="36027">Nr. 24</ref>).</p>
      <p>Aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges enthält dieser Band 19 Offene Briefe <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>, die alle bis Ende <date when="1942">1942</date>, vor der Wendung des Krieges, geschrieben wurden. Am Anfang des Krieges wurden noch mehrere Briefe in Länder, die sich mit <orgName ref="kbga-actors-9047">Deutschland</orgName> im Kriegszustand befanden, auf verschiedene Weise gedruckt: ein Brief nach <placeName ref="kbga-places-931">Kanada</placeName> innerhalb einer Einleitung zu einem Buch über den Krieg (<ref type="pub" target="36029">Nr. 26</ref>), einer an den englischen Bischof Bell in einer französischsprachigen Zeitung (<ref type="pub" target="36030">Nr. 27</ref>), ein Brief in das noch freie Frankreich in dortigen Zeitschriften (<ref type="pub" target="36031">Nr. 28</ref>) und einer nach <placeName ref="kbga-places-514">Holland</placeName> auf ähnliche Weise (<ref type="pub" target="36032">Nr. 29</ref>). Nach dem Einmarsch der Deutschen wurden Auszüge aus einem zweiten Brief nach <placeName ref="kbga-places-21">Frankreich</placeName> in einem Flugblatt verbreitet (<ref type="pub" target="36033">Nr. 30</ref>). Wegen der Schweizer Zensur wurde <date when="1941">1941</date> ein Offener Brief nach <placeName ref="kbga-places-18">England</placeName> (<ref type="pub" target="36037">Nr. 34</ref>) über die britische Botschaft und <date when="1942">1942</date> einer nach <placeName ref="kbga-places-2">Amerika</placeName> (<ref type="pub" target="36045">Nr. 42</ref>) über die Ökumene in <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName> ans Ziel seiner Bestimmung <pb xml:id="pr011" ed="pga"/> gebracht und dort jeweils als Broschüre und in Auszügen veröffentlicht. Im Winter <date to="1942" from="1941">1941/42</date> waren Botschaften an die Christen in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> (<ref type="pub" target="36041">Nr. 38</ref>) und in Norwegen (<ref type="pub" target="36042">Nr. 39</ref>) nur noch über den Londoner Rundfunk zu vermitteln, und 1942 mußten zwei Briefe in die <placeName ref="kbga-places-514">Niederlande</placeName> förmlich geschmuggelt werden (<ref type="pub" target="36043">Nr. 40</ref> und <ref type="pub" target="36046">43</ref>). <date when="1943">1943</date> und <date when="1944">1944</date> hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> darauf verzichtet, sich mit Offenen Briefen an die Öffentlichkeit zu wenden.</p>
      <p>Alle diese Briefe kamen in den Bestimmungsländern unter <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Namen an die Öffentlichkeit; einige wurden nach oder vor ihrer Veröffentlichung in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> verboten. Veröffentlicht wurden dort unter <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Namen nur ein Brief an Schweizer Soldaten zu Weihnachten <date when="1940">1940</date> (<ref type="pub" target="36035">Nr. 32</ref>), zwei Zuschriften an Zeitungen (<ref type="pub" target="36036">Nr. 33</ref> und <ref type="pub" target="36038">35</ref>) und eine kurze Stellungnahme <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> über die notwendige Hilfe für Flüchtlinge (<ref type="pub" target="36044">Nr. 41</ref>). Hingegen blieb ein Leserbrief an eine Basler Zeitung wegen seines politisch brisanten Inhalts ungedruckt (<ref type="pub" target="36039">Nr. 36</ref>); ein Brief an den Schweizer <orgName ref="kbga-actors-7798">Bundesrat</orgName> wurde von einem kirchlichen Gremium übernommen, ohne daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> als Verfasser genannt und der Text in der Öffentlichkeit bekannt wurde (<ref type="pub" target="36040">Nr. 37</ref>); und eine Anfrage an den <orgName ref="kbga-actors-8035">Schweizerischen Ev. Kirchenbund</orgName>, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> verfaßt hatte, wurde von einer Reihe von Schweizern, aber nicht von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> unterzeichnet (<ref type="pub" target="36034">Nr. 31</ref>).</p>
      <p><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hat schon während des Krieges in Übereinstimmung mit seinem Verlag den Plan gefaßt, nach Kriegsende eine Sammlung von Texten, auch gerade den von der Zensur unterdrückten, zu veröffentlichen. Nachdem eine französische Zusammenstellung mehrerer Briefe und anderer Texte bereits <date when="1944">1944</date> unter dem Titel <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-7676">Une voix Suisse</bibl></hi> publiziert worden war<note xml:id="n02"><bibl corresp="kbga-bibls-7676">Genf/Paris 1944, 142 Seiten</bibl>.</note>, veröffentlichte er <date when="1945">1945</date> im <orgName ref="kbga-actors-8344">Evangelischen Verlag A. G. Zollikon-Zürich</orgName> in einem Band unter dem Titel <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-5023">Eine Schweizer Stimme 1938-1945</bibl></hi> insgesamt 26 Texte, darunter zwölf Vorträge resp. Aufsätze und ebenso viele Offene Briefe, dazu die beiden genannten Radiobotschaften.<note xml:id="n03">Der Band, der 1948 und 1985 wieder aufgelegt wurde, umfaßt 432 Seiten.</note> Den Vorgang kommentierte er selbst in einem Brief vom <date when="1945-07-30">30. Juli 1945</date> nach <placeName ref="kbga-places-86">Prag</placeName>:</p>
      <p>«Diesen Herbst erscheint von mir nicht nur ein erster Teil von <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III</bibl>, sondern auch ein Sammelbuch unter dem Titel ‹Eine Schweizer Stimme <pb xml:id="pr012" ed="pga"/> 1938-1945›. Da wird gleich am Anfang auch der berühmte Brief an <persName ref="kbga-actors-1664">Hromádka</persName> noch einmal zu lesen sein und dann ziemlich viel, was ich in diesen Jahren im selben Sinn gesagt und geschrieben habe. Ich hätte mir früher nicht vorstellen können, daß ich noch einmal so tief in die theologisch-<hi rend="italic">politische</hi> Schriftstellerei hineingeraten würde, wie es nun geschehen ist. Aber wer hätte sich auch etwas wie <persName ref="kbga-actors-185">Hitler</persName> und sein Reich im Voraus vorstellen können. Die Folge kann nur sein, daß mein Leben zur Vollendung der <bibl corresp="kbga-bibls-2 ">KD</bibl> zu kurz sein wird oder daß ich sie doch nur noch etwas greisenhaft zu Stande bringen werde. Das muß nun in Kauf genommen werden. Es ist wahrscheinlich gut so, daß niemand so nach Programm leben kann, wie man es wohl gerne möchte.»<note xml:id="n04">Brief an <persName ref="kbga-actors-1908">Josef B. Souček</persName> in <bibl corresp="kbga-bibls-477">Rohkrämer, a.a.O., S. 76f.</bibl>
            </note>
         </p>
      <p><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hat <date when="1945">1945</date> nicht alle Offenen Briefe der Vorjahre wieder veröffentlicht, keinen von denen, die er anonym verfaßt hatte, einige andere wohl darum nicht, weil er die Empfänger nicht nachträglich kompromittieren wollte, andere vielleicht deshalb nicht, weil er sich ihrer nicht mehr entsann.<note xml:id="n05">Schon eine Liste seiner anonymen Texte, die er in einem seiner Kalender aufschrieb, ist nicht vollständig.</note> Der vorliegende Band versucht, alle überlieferten Offenen Briefe zu vereinigen. Eine besondere Schwierigkeit stellte die Tatsache dar, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> mehrere Offene Briefe zusammen mit Gleichgesinnten unterzeichnet hat. Dabei war für die Öffentlichkeitswirkung manchmal weniger wichtig, wer diese Texte verfaßt hatte, als vielmehr, wer sich mit seinem Namen dazu bekannte. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hat vor allem zwei bedeutsame Texte zur Situation der Juden mit unterzeichnet, die von <persName ref="kbga-actors-823">Wilhelm Vischer</persName> verfaßt worden sind. Wegen deren Bedeutung für die Öffentlichkeit sind das Memorandum <hi rend="italic">Das Heil kommt von den Juden</hi> vom <date when="1938-10">Oktober (!) 1938</date> und der <hi rend="italic">Weihnachtsbrief an unsere Juden</hi> vom <date when="1942-12">Dezember 1942</date> – beide von <persName ref="kbga-actors-823">Vischer</persName> verfaßt und von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und anderen Christen mit unterzeichnet – hier aufgenommen worden.</p>
        <p>Die verschiedenen Umstände, unter denen die Briefe dieses Bandes geschrieben, abgesandt, übermittelt und verbreitet wurden, erforderten besondere Aufmerksamkeit. Wie in den beiden anderen Bänden Offener Briefe (<bibl corresp="kbga-bibls-179"><ref type="pub" target="../texts?facet-volume=35">1909–1935</ref></bibl> und <bibl corresp="kbga-bibls-312"><ref type="pub-" target="../texts?facet-volume=15">1945–1968</ref></bibl>) ist versucht worden, in Einleitungen die Situationen, die Adressaten, den Weg der Briefe dar<pb xml:id="pr013" ed="pga" break="no"/>zustellen; Anfragen wie Reaktionen von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Briefpartnern sind im Überblick oder im Wortlaut mit abgedruckt worden. Für einige Briefe erschien es nötig, die komplizierte Geschichte der Entstehung und der verschiedenen Abdrucke ausführlich zu beleuchten. Das traf in besonderem Maße für <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Brief an <persName ref="kbga-actors-1664">Hromádka</persName> zu, dessen Weg durch die Publikationen im einzelnen nachgezeichnet wird.</p>
      <p>Bei der Bearbeitung der Anmerkungen war mir der Gesichtspunkt maßgebend, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Texte sowohl für Theologen als auch für Politologen und Historiker erklärt werden sollte; so wird jeder allerdings für sein Fach womöglich mehr Anmerkungen finden, als er es für nötig hält. Da in den letzten Jahren mehrere Bücher erschienen sind, die zur Verdeutlichung des Umfelds von Offenen Briefe beitragen, ist auf diese Bezug genommen worden. Alle unveröffentlichten Texte von und an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, aus denen in Einleitungen und Anmerkungen zitiert wird oder die als Quelle für einen Sachverhalt angegeben werden, befinden sich im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName> in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>, soweit nichts anderes angegeben ist.</p>
        <p><persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Texte werden auch in diesem Band, wie in seinen beiden Vorgängern, nach den Regeln der Karl Barth-Gesamtausgabe ediert. Wenn für Offene Briefe <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> maschinen- oder handschriftliche Fassungen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> vorlagen, wurden durch Vergleiche die authentischen Wortlaute hergestellt. Die Texte wurden vorsichtig an die spätere Rechtschreibung angeglichen, wobei jedoch auf Eigenheiten <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Bedacht genommen wurde. Die uneinheitliche Interpunktion, die bei manchen Texten von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, bei anderen jedoch von verschiedenen Redaktoren stammte, wurde durchgängig den später gültigen Regeln angepaßt. Alle Texte wurden vollständig wiedergegeben; bisher nicht abgedruckte Briefteile sind durch das Zeichen ⌜⌝ kenntlich gemacht worden. Bei Wiederabdruck Offener Briefe, die zuvor in der <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-5023">Schweizer Stimme 1938–1945</bibl></hi> erschienen waren (<ref type="pub" target="36020">Nr. 17</ref>, <ref type="pub" target="36021">18</ref>, <ref type="pub" target="36022">19</ref>, <ref type="pub" target="36031">28</ref>, <ref type="pub" target="36032">29</ref>, <ref type="pub" target="36033">30</ref>, <ref type="pub" target="36037">34</ref>, <ref type="pub" target="36041">38</ref>, <ref type="pub" target="36042">39</ref>, <ref type="pub" target="36043">40</ref>, <ref type="pub" target="36045">42</ref>, <ref type="pub" target="36046">43</ref>), wurde die Originalpaginierung zwischen senkrechten Strichen in den Text eingefügt.</p>
        <p>Der Band enthält einen Anhang, der den 1984 erschienenen Band der <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-312"><ref type="pub-" target="../texts?facet-volume=15">Offenen Briefe 1945–1968</ref></bibl></hi> ergänzt; er umfaßt einmal Angaben zu <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> <hi rend="italic">Brief an einen Pfarrer in der DDR</hi> von 1958, <persName ref="kbga-actors-7873">Friedemann Goßlau</persName>, dessen Name 1984, im Jahr der Publikation des Bandes <hi rend="italic">Offene Briefe 1945-1968</hi>, zum Schutze des Empfängers nicht genannt wor<pb xml:id="pr014" ed="pga" break="no"/>den ist, und zum anderen Partien der maschinenschriftlichen Fassung eines Briefes nach <placeName ref="kbga-places-2">Amerika</placeName>, der bisher nur in handschriftlichem Entwurf und in englischer Übersetzung bekannt war. Wie die beiden vorigen Bände, so wird auch dieser Band mit einem Nachweis früherer Veröffentlichungen der abgedruckten Texte und mit Registern der erwähnten Bibelstellen und Personen sowie einem Sachregister abgeschlossen.</p>
      <p>Ich hätte die Arbeit an <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Offenen Briefen, die ich 1973 begonnen habe, nicht vollenden können, wenn mich nicht meine Frau, Käte Koch geb. Pagendarm, dabei unverdrossen gestützt hätte. Dankbar bin ich auch den Personen und Institutionen, die mir bei der Erkundung behilflich waren. Stellvertretend für andere nenne ich Frau <persName ref="kbga-actors-6019">Hebe Kohlbrugge</persName> in <placeName ref="kbga-places-1192">Utrecht</placeName>, die berichtete, wie sie <date when="1942">1942</date> <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Brief «An meine Freunde in den Niederlanden» nach <placeName ref="kbga-places-514">Holland</placeName> brachte und mit ihrer Schwester <persName ref="kbga-actors-7918">Hanna</persName> vervielfältigte, Herrn Prof. Dr. Eberhard Busch in Göttingen, der mir seine Unterlagen aus dem Schweizer Bundesarchiv zur Verfügung stellte, und Herrn Markus Wildi, der die Nachweise früherer Veröffentlichungen auch für diesen Band vervollständigte. Besonders danke ich Herrn Dr. Hinrich und Frau Elisabeth Stoevesandt, die mich in den ersten Arbeitsjahren angeregt und gefördert haben, und Herrn Dr. Hans-Anton Drewes, dem heutigen Leiter des <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl-Barth-Archivs</orgName>, der mich in den letzten Jahren unermüdlich beraten, mich in Gesprächen und Briefen unterstützt und mir zugearbeitet hat. Unvergessen bleiben mir Pfarrer Martin Schwarz (†1990) und seine Frau Maja Schwarz-Strübin (†2000), bei denen ich in Riehen und in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> so oft Gastfreundschaft genoß und Ermutigung erfuhr.</p>
      <p>Mit diesem Band wird der Abdruck der insgesamt 183 Offenen Briefe abgeschlossen, die <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> in den sechs Jahrzehnten zwischen <date to="1968" from="1909">1909 und 1968</date> geschrieben hat (soweit sie mir bis jetzt bekannt geworden sind; es ist nicht auszuschließen, daß sich an entlegener Stelle, z.B. in <placeName ref="kbga-places-799">Ungarn</placeName>, noch weitere finden). Ich beende die Arbeit mit der Hoffnung, daß die drei Bände dazu dienen möchten, das Bild <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName>, in dem manche Menschen allein den bedeutenden Dogmatiker sehen, zu vervollständigen. Für mich steht am Ende der Arbeit eine Erkenntnis und eine Frage. Die Erkenntnis: Mit Leidenschaft Theologe, war <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> auf seinem Wege in der Nachfolge Jesu Christi <pb xml:id="pr015" ed="pga"/> ein leidenschaftlicher Zeitgenosse, dessen kritischem Nachdenken wir gleichermaßen Einsichten über Theologie und Kirche wie über Politik und Geschichte verdanken. Und die Frage: Wodurch erhielt er die klare Sicht, die ihn von vielen seiner Zeitgenossen unterschied? <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> fragte ihn im Herbst <date when="1938">1938</date> einmal ironischängstlich, ob er eigentlich in ein prophetisches Stadium eingetreten sei (s. <ref type="pub" target="../volume/36/p124#p124">S. 124f.</ref>). So wenig diese Formulierung im Ernst einfach bejaht werden kann, so wenig kann doch die Frage, wie <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zu seiner Erkenntnis kam, während viele andere sich in Irrtümer verstrickten, einfach übergangen werden. Die Edition dieser Texte hat letztlich auch darin ihren Grund, diese Frage bewußt zu machen und bewußt zu halten.</p>
      <closer>
        <dateline rend="left"><placeName ref="kbga-places-177">Bremen</placeName>, den <date when="2001-01-05">5. Januar 2001</date></dateline>
      <signed rend="right"><persName ref="kbga-actors-3322">Diether Koch</persName></signed>
      </closer>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
