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        <title type="volume" n="vol-41">Gespräche 1963</title>
        <title type="content">Fragebeantwortung im «Sonnenhof» </title>
        <title type="citation_line_1">Fragebeantwortung im «Sonnenhof» , in: Gespräche 1963, 16. November 1963</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/41025 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Gespräche 1963, hrsg. v. Busch, Eberhard (Gesamtausgabe, Abt. IV), Zürich 2005, S. .</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Gespräche 1963</title>
          <title type="text">Fragebeantwortung im «Sonnenhof» </title>
          <editor>Busch, Eberhard</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2005</date>
          <!--position within a volume-->
          <biblScope unit="part">25</biblScope>
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        <date type="creation" when="1963-11-16">16. November 1963</date>
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          <term>conversation</term>
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        <div type="conversation">
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            <head type="sub">23</head> 
                <head>FRAGEBEANTWORTUNG IM <term type="Namen" key="**Sonnenhof (Ordensgemeinschaft von Frauen)">«SONNENHOF»</term></head>

                <div type="abstract">
                <p><hi rend="italic">Der Sonnenhof bei <term type="Begriffe" key="717"><placeName ref="kbga-places-490">Gelterkinden</placeName></term> im Baselland ist eine mit <term type="Begriffe" key="718"><orgName ref="kbga-actors-10795">Taizé</orgName></term> verbundene evangelische Ordensgemeinschaft von Frauen. Diese führte vom 16.-18.11.1963, in Zusammenarbeit mit der <orgName ref="kbga-actors-10796">Evangelischen Frauenhilfe in <term type="Namen" key="**Evangelische Frauenhilfe (Deutschland)">Deutschland</term></orgName><term type="Begriffe" key="80"/></hi><hi rend="italic">, eine Konferenz über das Thema «Engagement der Frau in der <term type="Begriffe" key="244">Kirche»</term></hi> <hi rend="italic">durch. Am ersten Tag der Konferenz war <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zu einer Fragebeantwortung im Sonnenhof, über deren Thematik er sich in seinem <ref type="kba-objects-id" target="91490">Kalender</ref> notierte: «betr. communauté und Frau in der <term type="Begriffe" key="244">Kirche».</term></hi> <hi rend="italic">Als Dokument davon ist nichts bekannt außer den handschriftlichen Notizen Barths für seine Antworten auf dem Rand der zwei Zettel, auf denen ihm zuvor schriftlich Fragen eingereicht worden waren. Dieses Dokument befindet sich im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName>, <term type="Begriffe" key="39">Basel</term>. Die häufigen Einfügungen in eckigen Klammern gerade bei diesem Gespräch suchen Barths Notizen verständlicher zu machen.</hi></p> <!-- leerzeile -->
                </div>
                <div>
                <head>Fragebeantwortung im Sonnenhof</head>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p>Wieweit kann der <term type="Begriffe" key="305,15">Mensch</term> als ein Gott Antwort Gebender, als sein Partner und damit als «Subjekt» im Geschehen der <term type="Begriffe" key="396">Rechtfertigung,</term> seine persönliche Antwort aus eigener Initiative, frei und phantasievoll geben? Liegt im Zusammenhang der <term type="Begriffe" key="396">Rechtfertigungslehre</term> die evangelische theologische Begründung für jedes Engagement? Kann es in diesem Zusammenhang eine evangelische <term type="Begriffe" key="481">«Theologie</term> des <term type="Begriffe1" key="345">Opfers</term> des <term type="Begriffe2" key="68">Christen</term>» geben, der die Aussagen über das Engagement zuzuordnen wären (vgl. etwa <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.12.1">Römer 12,1</ref>)?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker>
                <list type="simple">
                <item>Wort vom <term type="Begriffe" key="62">Bunde</term> = <hi rend="italic"><term type="Begriffe1" key="512">Verheißung</term></hi> d[er] <term type="Begriffe2" key="468,20">Vergebung</term></item>
                <item> <hi rend="italic">Freispruch</hi> z[um] <term type="Begriffe" key="86">Dienst</term></item>
                <item> <hi rend="italic">Aufruf</hi> z[um] <term type="Begriffe" key="546,2">Zeugnis</term> <term type="Begriffe1" key="507">(Verantwortung</term>)</item>
                <item>Alles [unter]scheiden<note xml:id="n01">Wort teilweise durch Lochung unleserlich.</note></item>
                <item> [Unser Tun darf sein und kann nicht mehr sein als] Entsprechung zu [dem] Werk J[esu] <term type="Begriffe" key="227,26">C[hristi]</term>.</item>
                <item> In welcher Besonderheit [gestaltet sich dann im einzelnen unser Tun in Entsprechung zum Werk <term type="Begriffe1" key="227,26">Christi</term>]?</item>
                </list> 
                </sp>
                <sp>  
                <speaker><pb ed="pga" xml:id="p343" rend="noPipe"/>Bemerkung:</speaker> 
                <p>Wir verstehen unter Engagement die Gott gehorsame Bindung in eine Gemeinschaft hinein: Kommunität, Drittorden u.ä. Diese Bindung ist gekennzeichnet durch das gemeinsame Ausgerichtetsein zu Gott hin und die Beziehung untereinander. Ein solches Engagement kann nur vollzogen werden als Antwort auf einen Ruf Gottes.</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>Engagement [heißt grundlegend einfach]: ein <term type="Begriffe" key="68">Christ</term> werden! <term type="Begriffe" key="472,1">Taufe</term> [ist für jeden <term type="Begriffe1" key="68,7">Christ</term> der Beginn solchen Engagements, wenn sie biblisch verstanden wird als Antwort auf Gottes Ruf]. [Engagement ist nicht nur Einbindung in eine besondere Gemeinschaft, sondern zunächst in die] <term type="Begriffe" key="156">Gemeinde</term> - [in ihr gibt es dann freilich] bes[ondere] <term type="Begriffe" key="143">Gaben</term> - [eine Kommunität z. B., aber] auch «weltl[iche]» Gemeinschaft [kann ein Raum sein, um solche <term type="Begriffe" key="143">Gaben</term> zu entfalten].</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p>Liegt dann auch in der <term type="Begriffe" key="396">Rechtfertigungslehre</term> der theologische Ansatzpunkt für eine Aussage über das Ablegen von Gelübden als einem Ausdruck des Engagements? Gelübde also verstanden als ein Zeichen der dem <term type="Begriffe" key="305">Menschen</term> geschenkten <term type="Begriffe1" key="132">Freiheit</term> der Antwort?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>In diesem [eben genannten] Zusammenhang [des «Wortes vom <term type="Begriffe" key="62">Bunde</term>» und des «Engagements» hat nun Ihr besonderes Anliegen seinen Sinn und sein Recht:] Kommunität, 3 Ord[ens-]Gelübde [Armut, Keuschheit, <term type="Begriffe" key="153">Gehorsam</term>]. [Kann der Sinn solcher Kommunitäten ein anderer sein als der, daß sie das sind:] <hi rend="italic">Exemplarische</hi> <foreign xml:lang="lat">ecclesiola</foreign> in <foreign xml:lang="lat">ecclesia</foreign><note xml:id="n02">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-6056"><term type="Namen" key="Spener, Philipp Jakob"><persName ref="kbga-actors-779">Ph. J. Spener</persName></term>, <hi rend="italic">Theologische Bedencken Und andere Brieffliche Antworten auf geistliche, sonderlich zur erbauung gerichtete materien</hi>, Teil 3, Halle 1715, S. 132</bibl>. Der Ausdruck bezeichnet die Kerngemeinde der Gläubigen innerhalb der <term type="Begriffe" key="244,24">Volkskirche</term>.</note>? (im Unterschied zu spezieller Gabe und <term type="Begriffe" key="47">Berufung</term>).</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p> Wenn ein evangelischer Orden sich zum Ablegen von Gelübden entschließt, so muß die Voraussetzung sein, daß das so gewählte Engagement ein Ausdruck evangelischer <term type="Begriffe" key="132,4">Freiheit</term> ist. Woher kommt es, daß diese Gelübde im allgemeinen dieselben, nämlich die drei «klassischen» Inhalte haben: Armut, Keuschheit, <term type="Begriffe" key="153">Gehorsam</term>? Ist gerade in diesen drei «Grundhaltungen» das Entscheidende des Engagements zusammengefaßt?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>Warum nicht <hi rend="italic">positiv:</hi> <hi rend="italic">besondere</hi> (gewisse [Grund]haltungen<note xml:id="n03">Wort teilweise durch Lochung unleserlich.</note> nach sich ziehende) Gestalten der <hi rend="italic"><term type="Begriffe" key="284">Liebe</term></hi>?</p> 
                </sp>
                <sp>
                <speaker><pb ed="pga" xml:id="p344" rend="noPipe"/>Frage:</speaker> 
                <p>Wo liegt der theologische Ansatzpunkt für evangelische Aussagen über die monastische Armut?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>Die Erde ist des Herrn … <term type="Bibelstellen" key="Ps. 24,1">[<ref type="can" subtype="bible" target="Ps.24.1">Ps. 24,1</ref></term>]</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p> [a)] Wie muß sich die <term type="Begriffe" key="244">Kirche</term> ihren Gliedern gegenüber verhalten, die in einem Engagement leben? Wie könnte konkret eine «Beteiligung» der <term type="Begriffe" key="244">Kirche</term> aussehen? [b)] Wie müssen sich die Orden der <term type="Begriffe" key="244">Kirche</term> gegenüber verhalten? Verhältnis zur Ortsgemeinde?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <list type="simple"> 
                <item> a) dankbares Lernen [?] </item>
                <item> b) exemplarisch <hi rend="italic">sein!</hi></item>
                </list>
                </sp>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p> Was erachten Sie als verpflichtenden Auftrag von <term type="Begriffe" key="82">Mutterhausdiakonissen</term> innerhalb der <term type="Begriffe1" key="244">Kirche,</term> so daß auch <term type="Begriffe2" key="82">Diakonissen</term> nicht nur im Kreis ihres Mutterhauses sich engagiert wissen dürfen?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>Öffnung des <hi rend="italic">Kreises</hi> zur <hi rend="italic"><term type="Begriffe" key="525">Welt</term></hi> hin.</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p> Es ergeben sich immer wieder Schwierigkeiten für die beruflich arbeitende Frau, auch in der <term type="Begriffe" key="244">Kirche,</term> daß ihre andere Arbeitsweise vom Mann als eine gleichwertige anerkannt wird. Was ist von einer <term type="Begriffe" key="248">Kirchenordnung</term> (im biblischen Sinn) zu sagen, daß die <term type="Begriffe1" key="244">Kirche</term> bereit wird, der Frau innerhalb ihres Arbeitsbereiches eine volle <term type="Begriffe" key="507">Verantwortung</term> offiziell zuzuerkennen. Inoffiziell haben viele sie von Gott zuerkannt bekommen. Bei der Ausübung entsteht dann die Schwierigkeit, daß sie ihnen offiziell nicht zuerkannt wird.</p>
                </sp>
                <sp><speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>andere [Arbeitsweise]? «gleichwertig»? [Wie verhalten sich die beiden Worte zueinander? Und was heißt:] «Offiziell» [sei ihre <term type="Begriffe" key="507">Verantwortung</term> anzuerkennen]? [Es kommt alles auf den] Beweis d[es] Geistes … [und der Kraft<note xml:id="n04">Vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/41/p294#fn_n06">S. 294­, Anm. 107</ref>, und <ref type="pub" target="../volume/41/p239#fn_n06">S. 239­, Anm. 6</ref>.</note> an, daß man solche volle <term type="Begriffe" key="507">Verantwortung</term> wahrnimmt] - dann [wird sie sich geltend machen, ob] off[iziell] oder inoffiz[iell ausgeübt].</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker>Frage:</speaker> 
                <p> Welche Möglichkeiten sieht die <term type="Begriffe" key="244">Kirche</term> für ein Engagement der beruflich im säkularen Leben tätigen verheirateten und unverheirateten Frauen <term type="Begriffe" key="9,1">(Laien) </term>?</p>
                </sp>
                <sp>
                <speaker><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:</speaker> 
                <p>[Die sogenannten] <term type="Begriffe" key="244,33">«Laien</term>» [sind wie die <term type="Begriffe1" key="9">Amtsträger</term> Glieder des Gottesvolks].</p> 
                </sp>
            </div> 
        </div>
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