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        <title type="volume" n="vol-44">Predigten 1921</title>
        <title type="content">Matthäus 22,15­–22</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Matthäus 22,15­–22, 20. Februar 1921</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/44009 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1921 (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2007, S. 50.</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/44009</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1921</title>
          <title type="text">Matthäus 22,15­–22</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2007</date>
          <biblScope unit="page">50</biblScope>
        </bibl>
        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): , Predigt: Mt 22,15-22, 20. Februar 1921. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1992">KBA 1537</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
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        <date type="creation" when="1921-02-20">20. Februar 1921</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <term>sermon</term>
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          <head><idno>555</idno></head>

          <dateline>
            <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName></hi>, Sonntag,
            den <date when="1921-02-20">20. Februar 1921</date><note xml:id="n01">Am <date when="1921-02-13">13. Februar</date>
              hielt Pfarrer <persName ref="kbga-actors-641">Adolf Kistler</persName> aus <placeName ref="kbga-places-50">Olten</placeName> für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> die Predigt. Am <date when="1921-02-16">16. Februar</date> schrieb
              <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> im Blick auf die
              kommende Predigt, mit der er sich in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> vorzustellen beabsichtigte: "Vielleicht, daß ich mich mit der
              Predigt dort unmöglich mache. Ich gedenke eine zu bauen über ‹Gebt dem Kaiser …› [Mt.
              22,15-22], wobei vielleicht einige Mitteilungen über unsre Stellung zur Theologie
              einfließen könnten, im ganzen eine Passionspredigt […]. Mißlingts mir, so nehme ich
              eine von den schon gehaltenen." (<bibl corresp="kbga-bibls-931">Bw.Th. I, S. 469</bibl>) Letzteres geschah dann auch: s.
              unten S. 51, Anm. 2.</note>
          </dateline>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.22.15 Mt.22.22">Matthäus 22,15­–22</ref>

              <quote>
                <hi rend="italic" resp="kb">[Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie
                  sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger samt des Herodes
                  Dienern. Und sie sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrst
                  den Weg Gottes recht und du fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen
                  der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist’s recht, daß man dem Kaiser Zins
                  gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler,
                  was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen
                  Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie
                  sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des
                  Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das hörten, verwunderten sie sich
                  und ließen ihn und gingen davon.]</hi>
              </quote>
            </cit>
          </epigraph>
        </div>
      <div type="main">
      <!-- leerzeile -->
      <div>
        <head>1.</head>
        <p> Diesen Text zu erklären und zu verstehen, ist <hi rend="italic">darum so schwer</hi>,
          weil er so unheimlich <hi rend="italic">viel enthält.</hi> Scheinbar hat Jesus <hi rend="italic">nur eine besondere Antwort</hi> auf eine besondere praktische Frage
          gegeben, auf die Frage, ob es recht sei, dem römischen Kaiser die Steuer zu bezahlen. In
          Wirklichkeit hat Jesus <hi rend="italic">vom ganzen Leben</hi> geredet: von Gott und den
          Menschen, von Zeit und Ewigkeit, von Gottes Zorn und Barmherzigkeit, und mitten aus seinem
          Wort blitzt unerhört hell, so daß wir sehen müssen, was wir doch nicht sehen können, <hi rend="italic">das Geheimnis</hi> von Tod und <term type="Begriffe" key="1140,412">Auferstehung</term>. Wir verstehen, daß es von seinen Mitunterrednern heißt: da sie das
          hörten, <hi rend="italic">verwunderten sie sich</hi>, ließen ihn und gingen davon. <hi rend="italic">Sie spürten</hi> in seinen Worten etwas, mit dem sie sich lieber nicht
          näher einlassen wollten. Und <hi rend="italic">wir spüren auch</hi> etwas von diesem
          Etwas, wenn wir über diese Worte nachdenken: Hinaus und hinweg mit <term type="Begriffe" key="1565">denen</term>, denen es nicht ganz ernst ist, deren Fragen doch keine
          gründliche Antwort wollen, die seufzen und ernste Gesichter <pb ed="pga" xml:id="p047"/>
          machen und doch im Grund mit dem Leben nur spielen wollen, die krank sind und doch nicht
          gesund werden <term type="Begriffe" key="1565">wollen</term>. <hi rend="italic">So heißt
            es da</hi>, und darum haben jene Frager Jesus fluchtartig verlassen wie so manche
          Andere, wie ein Kind schreiend davonläuft, wenn es einen elektrischen Strom berührt hat.
          Auf der anderen Seite <hi rend="italic">heißt es freilich auch hier:</hi> Kommet her zu
          mir alle, die ihr mühselig und beladen seid! [Mt. 11,28]. Wer Ohren hat zu hören, der
          höre! [Mk. 4,9 par.]. Wir wollen uns freuen, wenn wir wenigstens in Worten etwas zu hören
          bekommen.</p>
      </div>
      <!-- leerzeile -->
      <div>
        <head>2.</head>
        <p> Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Was hat Jesus eigentlich
          gesagt mit diesen Worten? Er hat damit gesagt, daß Gott und der Kaiser in <term type="Begriffe" key="2590">Rom</term>
          <hi rend="italic">zwei ganz und gar ungleiche Partner seien.</hi> Sie einander
          gegenüberzustellen mit der Frage: Wer hat mehr Macht, wem sollen wir mehr gehorchen? hat
          keinen Sinn. Das Verhältnis zum <term type="Begriffe" key="2590">Kaiser</term> hat mit dem
          Verhältnis zu <term type="Begriffe" key="2130,1939">Gott</term> darum <hi rend="italic">nichts zu tun</hi>, weil das Verhältnis zu <term type="Begriffe" key="2130,1939">Gott</term> in ganz unvergleichlicher Weise <hi rend="italic">das erste, das
            grundlegende</hi>, das Alles umfassende und bestimmende ist. Wo das <hi rend="italic">Verhältnis zu <term type="Begriffe" key="2130,1939">Gott</term> besteht</hi>, da kommt
          auch das Verhältnis zum <term type="Begriffe" key="2590">Kaiser</term> in Ordnung, und
          zwar von selbst, und zwar in die rechte Ordnung. Wo das <hi rend="italic">Verhältnis zu
              <term type="Begriffe" key="2130,1939">Gott</term> nicht besteht</hi>, da hat es erst
          recht keinen Sinn, über das Verhältnis zum <term type="Begriffe" key="2590">Kaiser</term>
          zu reden; es ist dann sowieso nicht in Ordnung. Man könnte dann ebensogut fragen, ob man,
          wenn man einmal unter einem Dach ist, im ersten oder im zweiten Stock mehr vom Himmel
          sieht, oder ob es besser sei, von einem Porzellan-­ oder Zinnteller zu essen, wenn man
          überhaupt nichts zu essen hat. Die Frage: ist es recht, dem Kaiser den Zins zu geben? hat
          also keinen Sinn. Sie zeugt nur davon, daß die so fragen, nicht wissen, <hi rend="italic">was das bedeutet</hi>, wenn etwas recht ist, daß sie ein <hi rend="italic">Verhältnis
            zu <term type="Begriffe" key="2130,1939">Gott</term> nicht haben</hi> und nicht einmal
          kennen. Hätten sie es oder kennten sie es doch, sie würden überhaupt nicht fragen. Keinen
          Sinn haben also Fragen wie etwa die: kann man an Gott glauben und zugleich ein<hi rend="italic">
            <term type="Begriffe" key="2130,1925">moderner</term>, wissenschaftlich denkender Mensch
            sein?</hi> kann man Gott gehorchen und zugleich <hi rend="italic">in einer <term type="Begriffe" key="2380">Partei</term> sein?</hi><note xml:id="n02">Barth war seit
            dem 26.1.1915 Mitglied der Sozialdemokratischen <term type="Begriffe" key="2890">Partei</term>.</note> Kann ich Gott gehorchen und zugleich mit Freude und Eifer
          meinen menschlichen<hi rend="italic">
            <term type="Begriffe" key="317">Beruf</term>
            <pb ed="pga" xml:id="p048"/> erfüllen?</hi> Kann ich Gott die Ehre geben und zugleich
          meine <hi rend="italic">kleinen täglichen Pflichten erfüllen?</hi> Kann ich Gott die Ehre
          geben und zugleich mit den und den <hi rend="italic">Menschen verkehren?</hi> Das können
          zwar für uns sehr brennende Fragen sein, wie die Frage wegen des <term type="Begriffe" key="2590">Kaisers</term> für die damaligen Juden eine sehr brennende war. Wir können
          aber nur dann eine Antwort darauf bekommen, wenn wir einsehen, daß es<hi rend="italic">
            <term type="Begriffe" key="940,160">Fragen</term> sind, die keinen Sinn haben</hi>, daß
          wir da zwei Dinge nebeneinander stellen, die gar nicht zu vergleichen sind, weil immer das
          erste: Gott das zweite ganz und gar überragt, aufhebt und in sich schließt und weil das
          zweite für sich genommen sowieso nichts mit Gott zu tun hat. Weißt du denn, <hi rend="italic">was überhaupt recht ist</hi>, hast du den Sinn für das Recht? <hi rend="italic">Das ist die Frage!</hi> Weißt du denn, <hi rend="italic">wer und was Gott
            ist?</hi> Weißt du denn, daß Gott nicht Eins neben Anderen ist, sondern <hi rend="italic">das Ein und Alles?</hi> Weißt du, daß Gott unvergleichlich <hi rend="italic">hoch und groß über Alle</hi> ist? Weißt du, daß er <hi rend="italic">der
            Anfang und das Ende</hi> ist [Apk. 1,8 u. ö.]? Weißt du, daß man für Gott und mit Gott
          nicht etwas tun kann oder auch etwas Anderes, sondern nur <term type="Begriffe" key="695">entweder</term>
          <hi rend="italic">Alles oder gar nichts?</hi> Weißt du, daß Gott geben, was Gottes ist,
          heißt: <hi rend="italic">dich selbst geben</hi>, dich selbst hingeben, dich selbst
          verlieren an ihn, so daß es ist, als ob du <term type="Begriffe" key="3040,2289">gestorben</term> wärest und nur noch sein Leben leben kannst, das dann aber nicht dein
          Leben ist? Weißt du, daß <hi rend="italic">vor Gott nichts, gar nichts Anderes
            wichtig</hi>, wahr und dringend sein kann, daß alles, was du bist und tust, <term type="Begriffe" key="695">entweder</term> klar ist in ihm oder Finsternis, <term type="Begriffe" key="695">entweder</term>
          <term type="Begriffe" key="2130,1905">gut</term> in ihm oder böse, <term type="Begriffe" key="695">entweder</term> geleitet und geordnet von ihm oder Unordnung und Willkür?
          Weißt du denn, daß du als der, der du bist, als Mensch, vor Gott <hi rend="italic">sowieso
            im Unrecht bist</hi> und daß das Recht in deinem Sein und Tun sowieso nur ein
          Widerschein und Abglanz von seiner <term type="Begriffe" key="1240,485">Gerechtigkeit</term> sein kann? Weißt du das alles, wie <hi rend="italic">kannst du
            dann noch fragen</hi>, wie es stehe zwischen Gott und dem <term type="Begriffe" key="2590">Kaiser</term>, zwischen Gott und den und den Dingen? Siehst du nicht, daß <hi rend="italic">zwischen Gott und den und den Dingen kein Streit</hi>, kein Widerspruch
          sein kann, weil Gott immer schon zuerst da ist, <hi rend="italic">wohl aber zwischen Gott
            und dir</hi>, weil du es vielleicht noch nicht erkannt <term type="Begriffe" key="740,144">hast</term>, daß Gott auch für dich zuerst da sein muß? Und daher kommen
          dann deine Fragen.</p>
      </div>
      <!-- leerzeile -->
      <div>
        <pb ed="pga" xml:id="p049"/>
        <head>3.</head>
        <p><note xml:id="n03">Über dem Abschnitt steht mit Bleistift: <term type="Begriffe" key="1360,670">"Gericht</term>".</note> Zweierlei geschieht, wenn der Mensch in das
          Licht <term type="Begriffe" key="1390,920">Gottes</term> tritt. Es geschieht erstens ein
            <hi rend="italic">großer Angriff</hi> auf alle die Dinge, die scheinbar neben ihm
          Geltung und Macht haben wollen. Sie erscheinen in <hi rend="italic">ihrer Blöße.</hi> Es
          zeigt sich ihre Grenze. Gebt dem <term type="Begriffe" key="2590">Kaiser</term> (nur!),
          was des Kaisers ist! <hi rend="italic">Stärkere Revolution</hi> als alle äußere. <hi rend="italic">Alles hat sein Recht</hi>, aber jedes Recht hat seine Schranken. Nichts
          ist ganz <hi rend="italic">groß</hi>, ganz gut, ganz ernst. Alles ist <hi rend="italic">unterhöhlt</hi>, angefressen. Alles kommt ins Wanken. Wir leiden unter diesen Dingen
          neben Gott. Wie sollen wir Hoffnung bekommen? Dadurch, daß wir Gott über sie stellen, dann
          wird <hi rend="italic">Alles bewegt und leicht [?].</hi> Keine Sicherheit. Kein
          Unbedingtes, nicht einmal der eigene Schmerz und Zorn dagegen. Geh als solch beunruhigter
          Mensch hinein. Wie einfach wäre Alles, wenn wir wüßten, nichts ist das <term type="Begriffe" key="2013">Letzte</term>. Scheinbar wird uns Alles genommen, in Wahrheit
          Alles <term type="Begriffe" key="2667,2205">gegeben.</term> Es <hi rend="italic">bekommt
            seine Beziehung wieder</hi>, auch wenn wir sie noch nicht durchschauen.</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>4.</head>
          <p><note xml:id="n04">Über dem Abschnitt steht mit Bleistift: <term type="Begriffe" key="1360,670">"Gnade</term>".</note> Das zweite, was wir bekommen, ist eine <hi rend="italic">große Geduld.</hi> Das kleine Recht, das die Dinge offenbar haben, ist
              <hi rend="italic">ihr Recht.</hi> Keine Gefahr dabei, wenn wir von dem großen Angriff
            herkommen. <hi rend="italic">Zeigt mir die Münze!</hi> Eine demütigende, aber notwendige
            Einsicht. Bist du denn tatsächlich frei? Nein! <hi rend="italic">Also warte!</hi> Du
            weißt ja, daß es nicht das <term type="Begriffe" key="2013">Letzte</term> ist. In <hi rend="italic">Ermangelung eines Besseren</hi> bekommt der <term type="Begriffe" key="2590">Kaiser</term> sein Recht. Wer weiß, daß das Kleine klein ist, der kann sich
            dann <hi rend="italic">auch damit abgeben.</hi> Unsere Ungeduld, mit der wir über das
            Leben hinaus möchten, ist nur das Zeichen, daß wir <hi rend="italic">das Große noch
              nicht kennen.</hi> Wer es kennt, der stellt sich <hi rend="italic">mitten hinein</hi>
            und <hi rend="italic">trägt</hi> und <hi rend="italic">hofft.</hi></p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>5.</head>
          <p> Wir spüren, daß diese <hi rend="italic">Haltung nicht selbstverständlich</hi> ist.
            Gott ist uns eben nicht selbstverständlich, das ganz Ungleiche, Überlegene Gottes: daß
            Gott der Erste und Letzte ist [Apk. 1,11.17; 2,8]. Wir sehen Gott <hi rend="italic">irgendwo neben den Dingen</hi>, und dann ist Alles verwirrt und schwierig, wir fahren
            hin und her zwischen der Anbetung des Wirklichen und seiner Verachtung. Wir sind <hi rend="italic">weder radikal noch geduldig.</hi> Das Verhältnis zu <term type="Begriffe" key="2130,1939">Gott</term> erfordert <hi rend="italic">einen anderen
              Menschen.</hi>
            <pb ed="pga" xml:id="p050"/> Darum haben sich die Juden über Jesus verwundert und ihn
            schließlich <term type="Begriffe" key="1720,1400">gekreuzigt</term>. Und dazu hat sich
            Jesus kreuzigen lassen. Hat keine Antwort gegeben auf die brennende Frage unseres <term type="Begriffe" key="940,175">Lebens</term>, sondern ist <hi rend="italic">einem neuen
                <term type="Begriffe" key="1950,1680">Leben</term> entgegen</hi> gegangen. Der mit
            Gott <hi rend="italic">versöhnte Mensch</hi>, der eine Hoffnung hat. Darum [ist] das
            Kreuz die Botschaft von der <term type="Begriffe" key="3290">Versöhnung</term> und <term type="Begriffe" key="1630">Hoffnung</term>. Jesus konnte so reden, weil er dem Tode
            entgegen ging. Kommt! Wen da dürstet, der trinke [vgl. Apk. 22,17]!</p>
        </div>
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder<note xml:id="n05">Bei den Liedern finden sich keine
            Strophenangaben.</note>:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-112">Nr. 23 «O Höchster, deine Gütigkeit» nach Ps. 36,6­-12 von J. Stapfer, M. Jorissen
              und J. J. Spreng (RG [1998] 27)</bibl>
            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-77">Nr. 124 «Marter Jesu, wer kann dein vergessen» von Chr. R. von Zinzendorf (GERS
              [1952] 155)</bibl>
          </listBibl>
        </div>

      </div>
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