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        <title type="volume" n="vol-44">Predigten 1921</title>
        <title type="content">Matthäus 24,1­–14</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Matthäus 24,1­–14, 13. März 1921</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/44012 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1921 (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2007, S. 72.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1921</title>
          <title type="text">Matthäus 24,1­–14</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2007</date>
          <biblScope unit="page">72</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): , Predigt: Mt 24,1-14, 13. März 1921. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1994">KBA 1540</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1921-03-13">13. März 1921</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <head><idno>557</idno></head>

          <dateline>
            <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName></hi>, Sonntag,
            den <date when="1921-03-13">13. März 1921</date><note xml:id="n01">Am 14. März schrieb
              Barth an <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName>: "Gestern Predigt über
                <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.24.1 Mt.24.14">Matth. 24,1–14</ref> Die
              schriftliche Vorbereitung versagt in letzter Zeit auffallend oft, und ich muß mich mit
              überlegten, aber nicht formulierten Mitteilungen begnügen.» (Bw.Th. I, S. 475)</note>
          </dateline>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.24.1 Mt.24.14">Matthäus 24,1­–14</ref>

              <quote>
                <hi rend="italic" resp="kb">[Und Jesus ging hinweg von dem Tempel, und seine Jünger
                  traten zu ihm, daß sie ihm zeigten des Tempels Gebäude. Jesus aber sprach zu
                  ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein
                  Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde. Und als er auf dem
                  Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann
                  wird das geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes
                  der Welt? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch nicht
                  jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: «Ich
                  bin Christus» und werden viele verführen. Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von
                  Kriegen; sehet zu und erschrecket nicht. Das muß zum ersten alles geschehen; aber
                  es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere
                  und ein Königreich wider das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeit und
                  Erdbeben hin und wieder. Da wird sich allererst die Not anheben. Alsdann werden
                  sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müsset gehaßt
                  werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden sich viele ärgern
                  und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und
                  es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und
                  dieweil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen
                  erkalten. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt
                  werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle
                  Völker, und dann wird das Ende kommen.]</hi>
              </quote>
            </cit>
          </epigraph>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div type="main">
        <div>
          <head>1.</head>
          <p> «Es wird hier <hi rend="italic">nicht ein Stein auf dem anderen</hi> bleiben, der
            nicht zerbrochen werde!» Das hat Jesus vom <term type="Begriffe" key="3020">Tempel</term> in Jerusalem gesagt. Aber nicht nur von ihm, sondern von allem, was
            Menschenhand gebaut, Menschenwille erstrebt und erreicht, was das Menschenherz ersonnen
              <term type="Begriffe" key="2135">hat.</term> Von allem, was unter den Menschen steht
            und gilt, was unter den Menschen Kraft, Wahrheit, Wert und Würde hat. Über alles Hier
            blickt Jesus hinweg wie über ein Gräberfeld auf ein Dort. Das Hier kann <term type="Begriffe" key="1850">Kirche</term> heißen oder <term type="Begriffe" key="2920">Staat</term>, gesellschaftlicher <term type="Begriffe" key="930">Fortschritt</term>
            <pb ed="pga" xml:id="p069"/> oder persönliche Größe eines Einzelnen, Glück oder Bildung,
            menschliche Gerechtigkeit oder menschliche Ungerechtigkeit, <term type="Begriffe" key="490,122">Christentum</term> oder Welt. Jesus blickt suchend, fragend, im letzten
            Grunde zweifelnd über alles, was hier ist, hinweg. Es wird hier kein Stein auf dem
            anderen bleiben. Alles, was hier steht, steht auf <term type="Begriffe" key="3235">Abbruch</term>. <hi rend="italic">Gibt es nicht doch eine Ausnahme?</hi> Etwas hier,
            das nicht zerbrochen werden muß und kann? Wir blicken uns um und möchten vielleicht doch
            etwas <term type="Begriffe" key="1380,680">Menschliches</term> nennen, das uns so schön,
            so hoch, so göttlich erscheint, daß es nicht unter jenes <term type="Begriffe" key="1250">Urteil</term> fallen kann. Wenn Jesus, als er jenes Wort sprach, an eine
            Ausnahme gedacht hätte, dann hätte gerade der <term type="Begriffe" key="3020">Tempel</term> von Jerusalem diese Ausnahme bilden müssen. Denn der Gottesdienst, dem
            er geweiht war, war nicht nur nach der Meinung der damaligen Juden, sondern auch nach
            dem Urteil vieler ernsthafter heidnischer Zeitgenossen und sicher auch in den Augen Jesu
            selbst der Gipfel, das Edelste, Tiefsinnigste und Reinste im damaligen Menschheitsleben.
            Und gerade angesichts dieses <term type="Begriffe" key="3020">Tempels</term> stellt
            Jesus die Regel auf: Es wird hier kein Stein auf dem anderen bleiben.</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>2.</head>
          <p> Es ist wirklich eine Regel, eine Notwendigkeit, der Jesus da Ausdruck gibt. Er sagte
            das <hi rend="italic">nicht zufällig</hi>, etwa aus Zorn darüber, daß er dort nicht
            Verständnis und Glauben gefunden hatte. Er hätte es auch dann gesagt, wenn ihn die
            Hohenpriester und <term type="Begriffe" key="1640">Schriftgelehrten</term> mit
            Dankbarkeit und Begeisterung aufgenommen hätten. Daß alles, was von <term type="Begriffe" key="2135">Menschenhänden</term> gebaut ist, zerbrochen werden muß,
            das gilt auch dann, wenn diese Hände die Hände guter, <term type="Begriffe" key="2130,1895">frommer</term>, wohlmeinender, einsichtiger, christlicher Menschen
            sind. <hi rend="italic">Auch nicht beiläufig</hi> hat Jesus dieses Wort gesagt. Es macht
            ja jeder ernste Mensch gelegentlich seufzend oder auch spöttisch eine Bemerkung über die
              <term type="Begriffe" key="3235">Vergänglichkeit</term> alles Irdischen, ohne daß man
            allzuviel dahinter suchen darf. Bei Jesus aber steht Alles hinter dieser Bemerkung,
            alles, was er zu sagen <term type="Begriffe" key="1720,1405">hat</term>, alles, was er
            für die Menschheit bedeutet, alles, was er der Welt bringt. Wer etwa dieses Wort
            überhören wollte, der würde überhaupt an Jesus vorbeihören. <hi rend="italic">Denn auf
              der letzten, höchsten Stufe</hi> seines Weges hat Jesus dieses Wort gesprochen: dort,
            wo es von Stunde zu Stunde klarer wurde, wohin sein Weg führte. Er führte zum <term type="Begriffe" key="1720,1400">Kreuz</term>, zum Ende, dorthin, wo von Jesus nichts
            mehr zu sehen war als das «Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller <pb ed="pga" xml:id="p070"/> Hohn»<note xml:id="n02">Lied Nr. 112 "O Haupt …" von
                <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName> (RG [1998] 445; EG
              85).</note> und nichts mehr zu hören als der laute Schrei: «Mein Gott, mein Gott,
            warum hast du mich verlassen?» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.15.34">Mk.
              15,34</ref> par.]. Dazu paßt und gehört jenes Wort. Es redet von dem, was Jesus in
            seinem Tode vollbracht hat, vom Ende, vom Ende alles <term type="Begriffe" key="1380,680">Menschlichen</term>. Es ist der Schatten, der vom <term type="Begriffe" key="1720,1400">Kreuz</term> her auf den Menschen, auf alle Menschengedanken und <term type="Begriffe" key="2135">Menschenwerke</term> fällt. Es ist gleichsam ein Abdruck
            vom Angesicht des leidenden und sterbenden Heilands, wie jenes Schweißtuch der Veronika,
            von dem die Sage erzählt<note xml:id="n03">Vgl. Kl. Unterburger, Art. "Veronika", I.
              Kirchengeschichtlich, in: RGG<hi rend="sup">4</hi> 8, Sp. 1045.</note>. <hi rend="italic">Das Sterben Jesu</hi> ist wie ein Wellenwirbel in einem Fluß, der alles,
            was in seine Nähe kommt, an sich reißt: Sterben müssen mit dem Menschen Jesus alle
            Menschen und alles, was Menschen bauen, schaffen, wollen, denken und <term type="Begriffe" key="2135">sind</term>. Es wird hier kein Stein auf dem anderen
            bleiben. In dem Augenblick, wo es uns klar und wahr wird, daß alles, was Jesus uns zu
            sagen hat, was er bringt und ist, darin liegt, daß er für uns gestorben ist, müssen wir
            auch bereit sein, uns das Wort von unserem Ende, vom Ende der <term type="Begriffe" key="665">Welt</term> sagen zu lassen.</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>3.</head>
          <p> Aber das ist etwas Unermeßliches: unser Ende, das Ende der <term type="Begriffe" key="665">Welt</term>, das im Tod <term type="Begriffe" key="1720,1400">Jesu</term>
            uns angekündigt wird. Wir müssen weit zurücktreten, um auch nur eine Ahnung davon zu
            bekommen, wie hoch der Berg ist, an dessen Fuß wir da stehen. Darum hat Jesus gesagt:
            «Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen in meinem Namen
            und sagen: Ich bin Christus! und werden viele verführen!» Was ist das für eine <term type="Begriffe" key="3320">Verführung</term>, von der er da redet? Es ist die
            Verführung, sich darüber zu täuschen, daß das <term type="Begriffe" key="665">Ende</term> wirklich das Ende ist und keine Fortsetzung hat. Wenn Jesus vom <term type="Begriffe" key="665">Ende</term> redet, dann will er damit sagen: Hier fängt Gott
            an, Gott selbst, Gott allein. Das heißt aber: Hier hört Alles auf, hier geht dem
            Menschen, den wir kennen, der Atem aus, es sei denn, daß er von neuem, von oben geboren
            ein ganz neuer, ein ganz anderer Mensch <term type="Begriffe" key="3545">werde</term>
            [vgl. Joh. 3,3]. Darum hat Jesus nie etwas darüber gesagt, was nach dem <term type="Begriffe" key="665">Ende</term> ist, was die <term type="Begriffe" key="220">Auferstehung</term> ist, das Ja, welches dem Nein folgt, von dem alles Menschliche
            zerbrochen wird. Darum haben auch seine <term type="Begriffe" key="1770">Jünger</term>
            später <pb ed="pga" xml:id="p071"/> die <term type="Begriffe" key="220">Auferstehung</term> verkündigt und bezeugt, aber nie und nirgends gesagt, was sie
            ist. Denn sie ist das, was man nicht sagen, nicht zeigen, nicht schauen, nicht denken
            kann. Darum hat Jesus auch nichts gesagt über die <hi rend="italic">Zeit</hi> des <term type="Begriffe" key="665">Endes</term>, das er verkündigte, sondern hat ausdrücklich
            gesagt, sie sei die Zeit, von der kein Mensch etwas <term type="Begriffe" key="3575">wissen</term> kann, eine andere Zeit als unsere Zeit, weder unsere Vergangenheit,
            noch unsere Gegenwart, noch unsere Zukunft. Darum hat Jesus nie eine <hi rend="italic">Beschreibung</hi> gegeben von dem unbekannten <term type="Begriffe" key="3470,2560">Land</term>, das anfängt an der Grenze des Landes, in dem wir leben. Er hat nur immer
            wieder darauf hingewiesen, schließlich mit seinem Tod darauf <term type="Begriffe" key="1720,1400">hingewiesen</term>: dort, gerade dort fängt es an, unbekannt, neu,
            ganz anders. Er sagt dort, wo wir mit stürmischer Ungeduld etwas erfahren möchten, <hi rend="italic">gar nichts</hi>, voll Erwartung, ob wir wohl merken, daß wir gerade mit
            diesem «gar nichts» Alles erfahren. Er führt uns wie im Sturm [?] an einen<hi rend="italic">
              <term type="Begriffe" key="45">Abgrund</term></hi> und verläßt uns dann, voll
            Erwartung, ob wir’s wohl merken, daß uns nun nichts Anderes übrig bleibt, als zu
            springen. Er wirft eine brennende<hi rend="italic">
              <term type="Begriffe" key="940,160">Frage</term></hi> in unsere Seele, voll Erwartung,
            ob wir’s wohl merken, daß die Frage selbst, wenn sie uns wirklich brennt, die Antwort
            ist. Er <hi rend="italic">nimmt uns</hi> Alles, Alles aus der Hand, voll Erwartung, ob
            wir’s wohl merken, daß wir jetzt, nämlich eben mit leeren Händen reich sind in Gott. <hi rend="italic">Es kommt Alles</hi> darauf an, daß wir es einsehen: das Ende ist
            wirklich das Ende und hat keine <term type="Begriffe" key="665">Fortsetzung</term>. Auf
            Gott sind [wir] gewiesen und <term type="Begriffe" key="1337">geworfen</term>. Gott ist
            das Ende. Weil wir in Gott leben sollen, müssen wir an Gott sterben. Weil in Gott Alles
            neu <term type="Begriffe" key="120,10">anfangen</term> soll, darum muß an Gott Alles
            aufhören. Weil die Welt in Gott auferbaut werden soll, darum muß sie an Gott <term type="Begriffe" key="665">zerbrechen</term>. |</p>
          <p><hi rend="italic">Die <term type="Begriffe" key="3320">Verführung</term></hi> aber
            besteht darin, daß uns diese Einsicht erspart bleibt. Es fällt uns ja wirklich hart, das
            einzusehen. Das <term type="Begriffe" key="860">Evangelium</term> wäre uns allen lieber,
            wenn es uns nicht so grimmig ernst auf das Ende, auf das wirkliche <term type="Begriffe" key="665">Ende</term>, d. h. aber auf Gott selbst, auf Gott allein hinweisen würde.
            Und wenn uns nun jemand kommt und uns die Sache leichter macht, indem er uns sagt: Das
            Ende ist gar nicht das Ende. Sieh da: so und so geht’s weiter, entweder nach dem Tode in
            ein Jenseits, das nur so ein bißchen anders ist als das Diesseits und über das sich doch
            recht Vieles sagen läßt, oder jetzt schon im inneren Leben der Seele, das doch auch noch
            ein Stück Menschenleben ist, oder aber in der Zukunft, in glücklichen und gerechten
            Verhältnissen <pb ed="pga" xml:id="p072"/> des Menschenlebens auf dieser Erde! Wenn uns
            jemand so greifbar, so menschlich vom Ende redet, nicht wahr, dann horchen wir auf, dann
            sind wir gern dabei. Da merken wir eben instinktiv, daß wir dabei nicht sterben müssen,
            daß wir dabei nicht auf Gott gewiesen und <term type="Begriffe" key="1337">geworfen</term> sind. Da heißt’s nicht, daß hier kein Stein auf dem anderen bleibt,
            sondern da wird fröhlich weitergebaut, aus dem irdischen ins vermeintliche himmlische
            Leben, aus der Welt in das vermeintliche Reich Gottes hinein. Das ist das Geheimnis der
              <term type="Begriffe" key="2913">Spiritisten</term> und <term type="Begriffe" key="135">Anthroposophen</term> unserer Tage<note xml:id="n04">Vgl. oben S. 63, Anm.
              2</note>, wie es schon das Geheimnis fast unzähliger Richtungen und Gemeinschaften zu
            allen Zeiten gewesen ist. «Viele werden kommen …» Sie zeigen den Menschen ein hohes
            Stockwerk [?] ihres Lebens und sagen ihnen: bitte, hier ist die Treppe! Sie ersparen ihm
            jene Veränderung, die er haßt wie den Tod, weil sie tatsächlich <term type="Begriffe" key="3040">Tod</term> ist. Darum werden sie viele <term type="Begriffe" key="3320">verführen</term>. Jesus warnt uns: Sehet zu! Laßt euch nicht verführen. Tretet weit
            genug zurück, um zu sehen, daß ein Anfang in Gott zugleich ein wirkliches Ende ist.
            Werdet mißtrauisch gegen alle solche Verbiegungen der Wahrheit, gegen alle solche
            Vereinfachungen der <term type="Begriffe" key="870">Ewigkeit</term>. Sie sind auch ein
            Zeichen, aber das Zeichen, daß das Ende noch nicht da ist.<note xml:id="n05">Liedangaben
              fehlen.</note></p>

        </div>
        </div>


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