<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="kbga-texts-44015">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-44">Predigten 1921</title>
        <title type="content">1. Johannes 2,12 (Konfirmation)</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: 1. Johannes 2,12 (Konfirmation), 25. März 1921</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/44015 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1921 (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2007, S. 91.</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/44015</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
        <bibl type="pga" xml:id="pga">
          <title type="volume">Predigten 1921</title>
          <title type="text">1. Johannes 2,12 (Konfirmation)</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2007</date>
          <biblScope unit="page">91</biblScope>
        </bibl>
        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): , Predigt: 1 Joh 2,12 (Konfirmation), 25. März 1921. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1997">KBA 1543</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <creation>
        <date type="creation" when="1921-03-25">25. März 1921</date>
      </creation>
      <langUsage>
        <language ident="ger">German</language>
      </langUsage>
      <textClass>
        <keywords>
          <term>sermon</term>
        </keywords>
      </textClass>
    </profileDesc>
    <revisionDesc>
      <change when="2026-10-02T07:56:08+02:00">teiHeader was automatically produced from the database 2026-10-02T07:56:08+02:00</change>
    </revisionDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="sermon">
        <pb ed="pga" xml:id="p090"/>
        <div type="opener">
          <head><idno>560</idno></head>
          <head type="event"><hi rend="italic">
              <term type="Begriffe" key="1880">Konfirmation</term></hi></head>
          <dateline><hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName></hi>, den <date when="1921-03-25">25. März
              1921</date><note xml:id="n01">Am Nachmittag des Karfreitags <term type="Begriffe" key="1880">konfirmierte</term> Barth sieben Knaben und vierzehn Mädchen. Jeweils
              zwei Jugendlichen gab er einen <term type="Begriffe" key="1880">Konfirmationsspruch</term> aus dem Jakobusbrief.</note>
          </dateline>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="1.Joh.2.12">1. Johannes 2,12</ref>
              <quote>
                <hi rend="italic">Liebe Kindlein, ich schreibe euch; denn die Sünden sind euch
                  vergeben durch seinen Namen.</hi></quote>
            </cit>
          </epigraph>

        </div>
        <div type="main">
        <div>
          <head>1.</head>
          <p>
            <hi rend="small">Entlassen</hi> aus d. Unterweisung in d. Annahme, ihr habts gehört u.
            verstanden. <hi rend="small">Admittiert</hi> in d. Annahme, ihr wißt was ihr tut, wenn
            ihr z. <term type="Begriffe" key="20">Abendmahl</term> geht. Von heute an <hi rend="small">als Christen betrachtet</hi> in d. Annahme, ihr wollt nun selbst zu dem
            stehen, was in der <term type="Begriffe" key="3010">Taufe</term> über euch verfügt
            worden ist. <hi rend="small">Aber stimmts</hi> [,] wenn wir das annehmen? Ists nicht
            Allen: <hi rend="small">was? ich?</hi> Weiß ich nun etwas von Gott? Habe ich einen
            rechten Glauben? Ein gutes <term type="Begriffe" key="1330,590">Gewissen</term>? Ernste
              <term type="Begriffe" key="3377">Vorsätze</term>? Ja, aber <hi rend="small">über dem
              Ja</hi> ein großes Fragezeichen. <hi rend="small">Was wir wissen ist:</hi> wir sind
            M[enschen] mit allerlei <term type="Begriffe" key="2130,1878">Schwachheiten</term> u.
            Fehlern. Viell. hat uns das gerade die Unterweisung gezeigt. Sofern [?] wir auch das nun
            wissen, so <hi rend="small">wärs besser</hi>, nicht so große Dinge von uns
            anzunehmen.</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>2.</head>
          <p> Liebe Kindlein, ich schreibe euch! Die [,] denen er schrieb, waren Erwachsene u. sogar
            von den ersten <term type="Begriffe" key="470,100">Christen</term>. Er muß auch etwas
            von ihnen annehmen: daß sie das verstehen u. annehmen u. betätigen werden, was er ihnen
            schreibt. Er wußte auch, daß sie Menschen waren. Darum nennt er sie: Kindlein! Ich nenne
            euch heute auch noch Kinder. Er tat es aber trotzdem. Und so nehmen wir heute trotz
            Allem an: Ihr habt etwas gehört, ihr dürft u. wollt mit uns vor G[ott] <term type="Begriffe" key="2927">stehen</term>, ihr seid Christen. Aber wieso? Denn die
            Sünden sind euch vergeben durch s. Namen. Noch einmal das Wort <term type="Begriffe" key="3240">Vergebung</term> zus. buchstabieren.</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>3.</head>
          <p> Wißt ihr noch: <term type="Begriffe" key="3240"><hi rend="italic">Vergebung?</hi></term> Wenn G. den M. <term type="Begriffe" key="1390,1015">ansieht</term>. Dann ist ihm <term type="Begriffe" key="3240">vergeben</term>, etwas
            erlassen, weggetan. Was? Das[,] was <hi rend="italic">die M. an dir</hi>
            <pb ed="pga" xml:id="p091"/> sehen, das Gute u. das Böse. Das sind alles <term type="Begriffe" key="2960">Sünden</term>! Was <hi rend="italic">du selbst an dir</hi>
            siehst, das Irdische u. d. Himmlische. Das Alles <term type="Begriffe" key="2960">Sünden</term>! Was du in G. suchst. Das sind auch <term type="Begriffe" key="2960">Sünden</term>! – <hi rend="italic">Wenn G. den M. <term type="Begriffe" key="1390,1015">sieht</term></hi>, dann bleibt nur das [,] was G. [,] nur G. sehen
            kann an uns, Alles Andere wird durchsichtig. Bedenken, Hindernisse, Nein [?] – ja aber
            du! Wissen, gutes Gewissen, <term type="Begriffe" key="2360">Sicherheit</term> – ja aber
            du! Es ist noch ein ganz andres Ich u. Du im M. – <hi rend="italic">Und das bist
              du!</hi> Du bist das vor Gott, von ihm her, zu ihm hin. Gott zu dir: du bist mein
            [<ref type="can" subtype="bible" target="Jes.43.1">Jes. 43,1</ref>], du bist mir lieb, ich halte dich [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.41.10">Jes. 41,10</ref>]. Ich bin für dich. Wenns
            dir verleidet<note xml:id="n02">= wenn es dich verdrießt und du Kraft und Lust
              verlierst.</note>, dann denk an mich. Gefallen – stell dich auf mich. Stirbst – leb in
            mir!</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>4.</head>
          <p> Was bedeutet das? Niemand kann sich ganz zu Boden schlagen lassen: Mir ist vergeben,
            Gott ist für mich. Niemand im Bösen beharren: Das bin nicht ich. Gott ist mein Ich.
            Niemand ganz zufrieden: Gott ist immer noch der <term type="Begriffe" key="117">Andere</term>. Niemand ganz sicher – Was weißt du von dir und den Anderen? Alles wird
            erschüttert. Immer die Fragen[?]! Immer unterwegs. Nur Gott bleibt [vgl. Ps. 102,27f.]!
            Weil mir <term type="Begriffe" key="3240">vergeben</term> ist!</p>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
        <div>
          <head>5.</head>
          <p> Darum nehmen wir heute von euch an, was man eigentlich nicht annehmen kann, auch von
            uns nicht. Gott bleibt euch, nur Gott, aber Gott sicher. Wirklich? Ja, «durch s.
            Namen»[.] Der Name Jesus. Sein <term type="Begriffe" key="1720,1400">Tod</term>. Von
            dort aus sieht uns G. <term type="Begriffe" key="1390,1015">an</term>. Dort wird das
            andere Ich, der neue <term type="Begriffe" key="2130,1931">M.</term> geboren. Von dort
            aus gibts <term type="Begriffe" key="3240">Vergebung</term>. Durch Gottes Gnade bin ich,
            was ich bin[,] u. s. Gnade ist nicht vergeblich an mir gewesen [1. Kor. 15,10]. Ich
            lebe, aber nun nicht ich, sondern X [=Christus] lebt in mir [Gal. 2,20].</p>
        </div>
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-57">Nr. 43 «Morgenglanz der Ewigkeit» von Chr. Knorr von Rosenroth, Strophen 1­-3 (RG
              [1998] 572; EG 450)</bibl>
            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-27">Nr. 12 «Womit soll ich dich wohl loben» von L. A. Gotter, Strophen 1.2.6 (RG
              [1998] 727,1.2.5 mit Textabweichungen)</bibl>
            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-48">Nr. 237 «Wie schön leucht’t uns der Morgenstern» von Ph. Nicolai, Strophen 6.7 (RG
              [1998]653,6.7; EG 70,6.7; jeweils mit Textabweichungen)</bibl>
          </listBibl>
        </div>


      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
