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        <title type="volume" n="vol-44">Predigten 1921</title>
        <title type="content">Matthäus 19,16­–30</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Matthäus 19,16­–30, 25. September 1921</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/44031 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1921 (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2007, S. 185.</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1921</title>
          <title type="text">Matthäus 19,16­–30</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2007</date>
          <biblScope unit="page">185</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): , Predigt: Mt 19,16-30, 25. September 1921. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/2013">KBA 1560</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1921-09-25">25. September 1921</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <term>sermon</term>
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          <head><idno>[576]</idno></head>
          <dateline>
            <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName></hi>, Sonntag,
            den <date when="1921-09-25">25. September 1921</date>
          </dateline>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.19.16 Mt.19.30">Matthäus 19,16­–30</ref>
              <quote>
                <hi rend="italic" resp="kb">[Und siehe, einer trat zu Jesus und sprach: Guter
                  Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber
                  sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott.
                  Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die <term type="Begriffe" key="1090">Gebote</term>. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: «Du sollst nicht
                  töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch
                  Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter;» und: «du sollst deinen Nächsten lieben wie
                  dich selbst.» Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von
                  meiner Jugend auf; was fehlt mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen
                  sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen
                  Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! Da der Jüngling das Wort
                  hörte, ging er betrübt von ihm; denn er hatte viele Güter. Jesus aber sprach zu
                  seinen Jüngern: Wahrlich ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich
                  kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
                  Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger
                  hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Ja, wer kann denn selig werden?
                  Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist’s unmöglich; aber
                  bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete <persName ref="kbga-actors-1814">Petrus</persName> und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind
                  dir nachgefolgt; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage
                  euch: Ihr, die ihr mir seid nachgefolgt, werdet in der Wiedergeburt, da des
                  Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf
                  Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und wer verläßt Häuser oder
                  Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um
                  meines Namens willen, der wird’s hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben.
                  Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die
                  Ersten sein.]</hi>
              </quote>
            </cit>
          </epigraph>
        </div>
        <!-- leerzeile -->
      <div type="main">
      <div>
        <head>1.</head>
        <p> Wenn ich über diese Worte nachdenke, so ist es mir, ich sehe gewaltige Meereswellen. Auf
          und nieder steigen sie, immer ist wieder eine neue in der Höhe, wenn die eine verschwunden
          ist, immer scheint eine noch größer als die andere, und doch ist’s immer die gleiche Flut,
          bewegt von der unsichtbaren Kraft des Sturmes. Und nun auf den Meereswellen ein
          Schifflein, das allen ihren Bewegungen folgen muß, auf und nieder wird es gerissen, immer
          wieder möchte es dem Ufer sich nähern. Immer wieder wird es zurückgeworfen. Gewalt ist da
            <pb ed="pga" xml:id="p183"/> und trägt und bewegt es. Und größer als die tragende und
          bewegende Kraft der Wellen ist die Kraft des Sturmes, der die Wellen erregt. Und über der
          Kraft des Sturmes ist niemand und nichts. Der Wind bläst, wo er will. Du hörest sein
          Sausen wohl, aber du siehst nicht, von wannen er kommt, noch wohin er fährt [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.3.8">Joh.
          3,8</ref>].</p>
      </div>
      <!-- leerzeile -->
      <div>
        <head>2.</head>
        <p> Oder spürt ihr’s nicht auch, wie der unsichtbare Sturm Gottes durch diese Geschichte
          geht und erregt und bewegt Alles, und wir können nur stehen und staunen und fragen: Warum?
          und irgendwie die Antwort zu stammeln versuchen: darum, darum, weil Gott so gewaltig ist.
          Zuerst der <hi rend="italic">Jüngling</hi> mit seiner Frage: Was soll ich Gutes tun, daß
          ich das ewige <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term> möge haben? Woher kommt
          diese Frage? Aus dem Herzen!, möchten wir sagen und werden wohl recht haben. Guter
          Meister!, redet er ja Jesus an. Wir fühlen’s, ja das kommt von Herzen. Aber wie ist’s nur
          möglich, daß aus seinem Herzen diese Frage kommt? Im Herzen der Menschen wohnen sonst
          tagaus tagein, jahraus jahrein ganz andere <term type="Begriffe" key="940">Fragen</term>.
          Ich weiß nicht, ob jetzt aus dem Herzen auch nur eines Einzigen von uns wirklich die Frage
          kommen würde: Was soll ich Gutes tun? Das versteht sich jedenfalls nicht von selbst. Da
          ist etwas Gewaltiges geschehen, wenn wie ein <term type="Begriffe" key="385">Blitz</term>
          die Erkenntnis über uns kommt: ich sollte das ewige <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term> haben, und dazu sollte ich etwas Gutes tun. Das ewige <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term>! Also ist das Leben, das wir sonst haben,
          nicht ewig. Das ewige <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term>! Also gibt es ein
          anderes Leben! Und um dieses andere Leben zu haben, sollte ich (ich, kein Anderer für
          mich!) etwas Gutes tun. Keine Frage, das hängt zusammen, das ewige <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term> und das Tun des <term type="Begriffe" key="1430">Guten</term>. Keine Frage, ich kann das Gute tun. Es fehlt mir ganz wenig dazu, ich
          stehe [?] ganz in der Nähe: Woher sollten wir wissen, was das <term type="Begriffe" key="1430">Gute</term> ist, das ich tun soll? Also: Was soll ich <term type="Begriffe" key="1430">Gutes</term> tun? Es ist unerhört, wenn ein Mensch zu dieser <term type="Begriffe" key="940">Frage</term> kommt. Unzähligen brennt heute diese Frage
          heimlich auf den Lippen. Da ist Gott ihnen ganz <term type="Begriffe" key="1390,955">nahe</term>, da sind sie ganz nahe bei Gott, zum Greifen nahe. Voll Antwort ist ihre
            <term type="Begriffe" key="940,160">Frage</term>. Wie hätte jener Jüngling Gott nicht
          nahe sein sollen, als er Christus fragte: Was soll ich Gutes tun? Wie hätte es anders sein
          sollen, als daß er, indem er fragte, schon die Antwort hatte?</p>
      </div>
      <!-- leerzeile -->
      <div>
        <pb ed="pga" xml:id="p184"/>
        <head>3.</head>
        <p> Aber: Was fragst du mich nach dem Guten? Einer ist gut! Das ist die <term type="Begriffe" key="940,160">Antwort</term>. Und diese Antwort macht Alles ganz anders.
          Schon darum, weil sie die <term type="Begriffe" key="940,160">Antwort</term> ist.<note xml:id="n01">Das Manuskript bricht hier ab. Liedangaben fehlen. Das im Anschluß
            buchstabengetreu wiedergegebene Stichwortkonzept steht auf einem eigenen
            Viertelblatt.</note></p>
      </div>
      </div>
      <div>
        <head>[Stichwortkonzept der Predigt]</head>
        <!-- leerzeile -->
        <p>Sinn: <hi rend="italic">Meereswellen</hi> (auf, höher, größer, Flut, Sturm) <hi rend="italic">Schifflein</hi> (folgen, auf, Ufer, zurück, Gewalt) Sturm, niemand, d.
          Wind weht … <hi rend="italic">D. Sinn:</hi> Sturm G[otte]s. Warum? Gott so gewaltig.</p>
        <!-- leerzeile -->
        <p rend="margin-top"><hi rend="italic">Jüngling mit s. Frage.</hi> Aus s. Herzen: d. ganze
          M[ensch] ist bewegt. Sonst von anderen Dingen. Einzigartiges, Gewaltiges, Wunderbares,
          wenn im Herzen d. Blitz d. Erkenntnis: d. ewige <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term>! <hi rend="small">Ein Neues,</hi> Zweites, Anderes ist notwendig z. ihm
          gekommen: woher? Und nun: ich sollte etwas Gutes tun! Ein Zusammenhang zwischen mir u. dem
          ewigen <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term>. <hi rend="italic">Ich</hi>
          sollte etwas <hi rend="italic">tun!</hi> In dieser <hi rend="small">Frage</hi> d. Gewalt
          G’s. Zum Greifen nahe.</p>
        <!-- leerzeile -->
        <p rend="margin-top"><hi rend="italic">Was fragst du mich? Einer!</hi> Demütigung,
          Zurückweisung. Fragen? Einen anderen? guten M.? soll d. Gute tun? Ist das die bekannte [?]
          Enttäuschung u. Entmutigung d. M.? Aber nein, da ist Größeres im Spiel: <hi rend="small">das <term type="Begriffe" key="1250">Gericht</term>.</hi> Ein Anderer dem M. gegenüber:
          Du bist es nicht, ich bins! Das ist die Antwort auf d. <term type="Begriffe" key="940,160">Frage</term>
          <hi rend="italic">in</hi> der Frage. Alle <hi rend="small">Demütigungen</hi> u.
          Entmutigungen bedeuten das: Ich bins! Wieder d. Gewalt G’s. Z. Greifen nahe.</p>
        <!-- leerzeile -->
        <p rend="margin-top"><hi rend="italic">Halte die <term type="Begriffe" key="1090">Gebote!</term></hi> Welche? Nicht töten … Da sind wir mitten im Gewöhnlichen. So nahe
          ist uns G. Warum? Das Gute tun? Nein, aber <term type="Begriffe" key="1090">Gebote</term>,
          hier ist d. Zus.hang zwischen mir u. d. ewigen <term type="Begriffe" key="1950,1640">Leben</term>. <hi rend="small"><term type="Begriffe" key="1090">Gebote</term> d.
            Eine!</hi> Richten sich gegen d. Übermut d. M. Nicht! Nicht du! Warum fragen? Wir wissen
          ja!</p>
        <!-- leerzeile -->
        <p rend="margin-top">
          <pb ed="pga" xml:id="p185" rend="noPipe"/>
          <hi rend="italic">Was fehlt mir noch?</hi>
          <hi rend="italic">Vollkommen sein!</hi> Habe ich es nun getan? bin ich nun[?] auf d.
          rechten Weg? Nichts ist getan! Es giebt k. rechten Weg! Alles fehlt dir! Merkst dus noch
          nicht? Gott ist gut!! Wie das begreiflich machen? Gerade hier [?], d. Reichtum, d. Ruhe,
          d. Sicherheit, d. Boden [?]! <hi rend="small">Alles fehlt mir!</hi> Der Jüngling versteht
          es! So groß ist G. D. Jünger verstehn es auch.</p>
        <!-- leerzeile -->
        <p rend="margin-top"><hi rend="italic">Wie schwer? Wer selig? Bei Gott!</hi> Alle
          verschlossen unt. d. Ungehorsam … [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.11.32">Röm. 11,32</ref>]. Hier ist d. Freiheit. <hi rend="small">Überall</hi> tritt uns G. in den Weg. Gott Lob, daß er es tut! Wir haben
            <hi rend="small">k. Weg,</hi> ja aber weil er lebt. Immer wieder <hi rend="small">umkehren.</hi> Ja zu ihm! Alles <hi rend="small">verlassen?</hi> Ja Alles, um Alles zu
          finden!</p>
        <!-- leerzeile -->
        <p rend="margin-top">Ist das nicht ein Sturm? Nichts Bes[onderes] geschieht, nur ein
          Gespräch wird geführt. Willst du hören [?]. Das ist X [=Christus]. Das ist unser Friede!
          [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Eph.2.14">Eph. 2,14</ref>]</p>


      </div>
    </div>
    </body>
  </text>
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