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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="content">Vorwort</title>
        <title type="citation_line_1">Drewes, Hans-Anton: Vorwort, in: Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, 26. August 2008</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45001 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. XIX–XXVIII.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Vorwort</title>
          <author ref="kbga-actors-3664">Drewes, Hans-Anton</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <biblScope unit="page">Pp. XIX-XXVIII</biblScope>
          <!--position within a volume-->
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        <date type="creation" when="2008-08-26">26. August 2008</date>
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            <head>VORWORT</head>
        
            <p> Die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von
                Kirschbaum</persName>, von dem hier der die Jahre 1925 bis 1935 umfassende erste Band vorgelegt
                wird, geht auf einen Entschluß der Kinder Karl und <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barths</persName> zurück. <persName ref="kbga-actors-5802">Franziska Zellweger-Barth </persName>(1914–1994), <persName ref="kbga-actors-24">Markus Barth</persName> (1915–1994) und <persName ref="kbga-actors-19">Christoph Barth</persName> (1917–1986), die auch als Erben
                <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaums</persName> eingesetzt waren, haben die Entscheidung im Jahr 1985
                getroffen (<persName ref="kbga-actors-25">Matthias Barth</persName> [1921-1941] und<persName ref="kbga-actors-22"> Hans Jakob Barth</persName>
                [1925-1984] waren bereits verstorben). <persName ref="kbga-actors-5802">Franziska Zellweger-Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-24">Markus Barth</persName>
                haben sie 1993 bekräftigt, indem sie einen Entwurf zu einem Vorwort für die Edition
                verfaßten, dessen Hauptabschnitte hier am Anfang stehen sollen:</p>
                <p rend="text-small margin-top">«Als einzige noch lebende Kinder <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> entschlossen wir uns nach
                    langem Überlegen und auf das Drängen Näher- und Fernstehender zur Publikation
                    dieser zum Teil sehr intimen Korrespondenz. Angesichts des seit Mitte der
                    zwanziger Jahre umlaufenden Geschwätzes halten wir die Zeit für gekommen, die
                    hellen und die trüben Seiten der ganz besonderen und einmaligen Liebe, welche
                    unsern Vater mit unserer ‹<persName ref="kbga-actors-223">Tante Lollo</persName>› verband, ans Licht zu bringen.</p>
                <p rend="text-small"> Unsere liebe Mutter, Nelly Barth, kommt leider in diesem Briefbande nicht zum Wort. Im
                    ‹Lebenslauf› <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> von <persName ref="kbga-actors-1513">Eberhard Busch</persName> wird gebührlich herausgehoben, wie schwer das Leben zu Dritt
                    im selben Hause war: ‹Unzumutbar›, sagen wir Kinder im nachhinein. Und doch hat
                    es unsere Mutter
                    durchgehalten und trug somit ihren großen Teil an der Arbeit unseres Vaters bei.
                    Wußte sie doch, wie unersetzlich Lollo von Kirschbaums theologische Assistenz
                    und unaufhörliche Mithilfe für das Durchführen des großen Werkes war. Daß es
                    auch menschlich zu keinem Bruch im Familienleben kam, war großmütig von unserer
                    Mutter und wir sind ihr dafür von ganzem Herzen dankbar.»</p>
            
            <p rend="margin-top"> Wenn <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> in
                diesem Band nicht selber zu Wort kommt, so bringt doch der Nachruf, den sie und ihre
                Kinder zur Bestattung <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> verfaßten <hi rend="italic">(Charlotte von Kirschbaum.
                    Einige Angaben aus ihrem Leben)</hi>, etwas von der Großmut zur Geltung, von
                der <persName ref="kbga-actors-5802">Franziska Zellweger-Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-24">Markus Barth</persName> schreiben - er wird darum dem Briefwechsel vorangestellt. Er
                bietet auch einen ersten Umriß der Vita von <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaums</persName>, den biographische Daten zu
                den Jahren 1899-1935 ergänzen.</p>
           
            <p>  <pb xml:id="pr020" ed="pga" rend="noPipe"/>In dankbarem Respekt vor der Weise, in der die Kinder <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> und <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barths</persName> ihre Verantwortung
                für das Erbe ihrer Eltern und <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaums</persName> wahrgenommen haben, haben
                sich die Mitglieder der Karl Barth-Nachlaßkommission in der nächsten Generation den
                Editionsentschluß zu eigen gemacht und verdeutlichend ­festgelegt, daß die
                Korrespondenz innerhalb der Karl Barth-Gesamtausgabe und nach deren
                wissenschaftlichen Grundsätzen, d. h. ungekürzt und mit den Erläuterungen,
                die zu einem genaueren geschichtlichen Verständnis notwendig sind, herausgegeben
                werden soll.</p>
            <p>Mit dieser Festlegung wurde hervorgehoben, daß dieser Briefwechsel zweifellos ein
                Dokument der Theologie-, der Kirchen- und der Zeitgeschichte von großem
                wissenschaftlichem Interesse darstellt – auch wenn er wohl zunächst einmal vor
                allem als ein bewegendes Dokument aus der Lebensgeschichte <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte
                von Kirschbaums</persName> wahrgenommen wird: als eine große unerfüllt-erfüllte
                Liebesgeschichte. Es versteht sich von selbst, es wird aber auch in den vorliegenden
                Briefen immer wieder eindringlich deutlich, daß die beiden ihren so besonderen Weg
                stets auch geistlich zu sehen und unter Gottes Wort und Weisung zu gehen versucht
                haben. Insofern darf auch diese sehr persönliche Seite des Briefwechsels die
                Aufmerksamkeit eines eigentlich unzugehörigen Leserkreises finden - nur insofern,
                insofern aber tatsächlich.</p>
            <p> Auf anrührende Weise hat <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> diesen Aspekt und zugleich die Bedeutung, die er
                auch für die haben kann, die an Barths Werk und darum auch an seiner Person Anteil
                nehmen, in einem Brief vom 18. 3. 1947 an Pfarrer <persName ref="kbga-actors-8311">William Lachat</persName> in Neuchâtel (<ref type="kba-objects-id" target="45358">KBA 9247.76</ref>) zum
                Ausdruck gebracht:</p>
            
                <p rend="text-small margin-top">«<foreign xml:lang="fre">Le fait même qui constitue le plus grand bienfait terrestre que j’ai reçu
                    dans ma vie constitue en même temps le plus sévère jugement contre mon existence
                    terrestre. Me voilà devant les yeux de Dieu, ne pouvant lui échapper d’une
                    manière ou de l’autre, essayant de le louer tel que je suis et d’après les
                    possibilités qui me sont données ou restées. Pas de raison à se glorifier!
                    Pourtant beaucoup de raison à être reconnaissant!</foreign></p>
                <p rend="text-small"><foreign xml:lang="fre">Il se peut bien, qu’il y a là dans ma théologie un élément d’expérience, je dirai
                    plutôt: de vie vécue: il m’était défendu d’une manière très concrète de devenir
                    le légaliste que j’aurais pu devenir en d’autres circonstances.</foreign>»<note xml:id="n01">
                            <p>«Gerade die Tatsache, welche die größte irdische Wohltat ist, die mir in meinem Leben geschenkt wurde, ist zugleich
                        das strengste Urteil wider mein irdisches Leben. So stehe ich vor Gottes
                        Augen, ohne daß ich ihm auf die eine oder andere Weise entkommen könnte; ich
                        versuche ihn zu loben, so wie ich bin und nach den Möglichkeiten, die mir
                        geschenkt sind oder die mir noch bleiben. Es gibt dabei keinen Grund sich zu
                        brüsten, wohl aber viele Gründe dankbar zu sein!</p>
                        <p>Es ist durchaus möglich, daß sich daher in meiner Theologie ein Element der
                        Erfahrung findet, oder besser gesagt: ein Element von gelebtem Leben. Es
                        wurde mir auf eine sehr konkrete Art verboten, der Legalist zu werden, der
                        ich unter anderen Umständen hätte werden können.» (Für die
                        Übersetzungen danke ich <persName ref="kbga-actors-1451">Marie-Claire Barth</persName> sehr herzlich.)</p></note>
                </p>
            
            <p rend="margin-top"><pb xml:id="pr021" ed="pga" rend="noPipe"/>Im gleichen Brief hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auch beschrieben, inwiefern seine Existenz und sein Werk
                in der Öffentlichkeit ohne <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> nicht denkbar gewesen wäre,
                inwiefern also nicht nur er selber Grund zur Dankbarkeit für die Lebens- und
                Arbeitsgemeinschaft mit <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> hatte:</p>

                <p rend="text-small margin-top">«<foreign xml:lang="fre">Je connais Mlle v. K. depuis 22 ans. Elle vît et travaille auprès
                    de moi, dans notre maison, depuis 18 ans. Elle est le meilleur ami que j’ai dans
                    ce monde. Mon travail ne pourrait, sans elle, avoir l’étendue qu’il a: non
                    seulement grâce à sa collaboration technique très multiple mais surtout grâce à
                    la manière, dont elle m’accompagne. Ceux qui durant toutes ses années ont vécu
                    dans une certaine intimité avec moi, ceux qui me connaissent de près <hi rend="italic">et</hi>
                    ma femme <hi rend="italic">et</hi></foreign> Mlle v. K., ceux qui ont vu les choses, les hommes,
                    les tâches, les relations qui constituent mon existence - ceux-là savent et
                    respectent. Il n’y en a aucuns qui ne sentent pas, plus ou moins clairement et
                    douloureusement, l’énigme de la situation. Il n’y en a aucuns qui ne soient pas
                    du tout embarrassés. Mais il y en a aussi - et parmi eux de chrétiens sérieux -
                    qui, comme moi-même, sont, malgré tout, reconnaissants du fait, que Mlle
                    v. K. existe auprès de moi. Il y a beaucoup d’autres, qui ne savent pas -
                    et qui n’ont pas besoin de savoir - quels services leur sont rendus
                    (indirectement et souvent à leur insu directement) par ce fait-là.»<note xml:id="n02">«Ich kenne Frl. <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> seit 22 Jahren. Seit 18 Jahren lebt und arbeitet sie bei mir in unserem Haus. Sie
                        ist der beste Freund, den ich in dieser Welt habe. Mein Werk könnte ohne sie
                        nicht das Ausmaß haben, das es nun erreicht hat; es geht aber nicht nur um
                        ihre vielfältige technische Mitarbeit, sondern vornehmlich um die Art und
                        Weise, in der sie mich begleitet. Alle Menschen, die im Lauf dieser Jahre in
                        meiner Nähe gelebt haben, alle, die mich <hi rend="italic">und</hi> meine <persName ref="kbga-actors-26">Frau</persName>
                            <hi rend="italic">und</hi> Frl. <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> aus der Nähe kennen, alle, die die
                        Fakten und Menschen, Aufgaben und Beziehungen, die meine Existenz bestimmen,
                        gesehen haben, wissen dies und respektieren es. Es gibt niemanden, der das
                        Rätselhafte der Situation nicht mehr oder wenig deutlich und schmerzhaft
                        empfindet. Es gibt niemanden, der nicht befangen reagierte. Jedoch gibt es
                        auch solche - und unter diesen ernsthafte Christen - , die so wie ich selbst
                        trotz allem dankbar sind, daß Frl. <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> neben mir steht. Es gibt
                        viele andere, die nicht wissen - und auch nicht zu wissen brauchen -, welche
                        Dienste ihnen durch diese Tatsache zugute kommen (indirekt und oft geradezu
                        ohne ihr Wissen).»</note>
                    </p>
            
            
            <p rend="margin-top"><pb xml:id="pr022" ed="pga" rend="noPipe"/> In gleichem Ernst hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in diesem Zusammenhang auch die Last angesprochen, die
                ein strenges Glück für ihn, seine <persName ref="kbga-actors-26">Frau</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> bedeutete,
                zugleich aber auch die Verantwortung, vor die er sich unausweichlich gestellt
                sah:</p>
           
                <p rend="text-small margin-top">«<foreign xml:lang="fre">Mlle v. K. et moi nous nous aimons dès le commencement, et, étant
                    devenus un peu plus âgés, nous nous aimons encore.</foreign></p>
                <p rend="text-small"><foreign xml:lang="fre">Et certainement ce fait signifie - ce qui est plus grave que le fait lui-même -
                    la révélation d’une crise très sérieuse et très profonde dans mon mariage. Tel
                    que je suis je ne pouvais pas et je ne peux pas nier ni la réalité de mon
                    mariage ni celle de mon amour. Il est vrai, que suis marié, père, grand-père. Il
                    est aussi vrai, que j’aime. Et il est vrai, que ces deux faits ne coïncident
                    pas. C’est à cause de cela, qu’on a résolu, après de certaines hésitations au
                    commencement, de ne pas résoudre le problème par une séparation d’un côté ou de
                    l’autre</foreign>.</p>
                <p rend="text-small"><foreign xml:lang="fre">Encore: certainement cette solution est très visiblement imparfaite. Je me trouve
                    dans une situation, où il ne peut avoir que de solutions imparfaites. Je ne
                    doute pas un moment, que le septième commandement dans son interprétation
                    chrétienne implique la monogamie et l’inséparabilité du lien conjugal. Pour
                    sauvegarder ma responsabilité vis-à-vis de ce commandement je n’avais et je n’ai
                    que le choix de la solution la moins imparfaite : au lieu d’une séparation d’un
                    côté ou de l’autre la crise permanente qui, je vous assure, est bien difficile à
                    supporter pour toutes les trois personnes concernées. Je dois supporter aussi
                    ceci, que c’est difficile même pour mes amis de voir et de comprendre qu’avec
                    cette décision j’essaie de vivre non pas dans le désordre mais dans
                        l’ordre.</foreign>»<note xml:id="n03">
                            <p>«Frl. <persName ref="kbga-actors-223">von
                            Kirschbaum</persName> und ich lieben uns von Anfang an, und da wir ein bißchen
                            älter geworden sind, lieben wir uns immer noch.</p>
                        <p>Diese Tatsache weist aber - und das ist gewichtiger als die Tatsache
                            selbst - auf eine sehr ernste und tiefe Krise in meiner Ehe hin. So wie
                            ich bin, konnte ich und kann ich immer noch weder die Realität meiner
                            Ehe noch die meiner Liebe leugnen. Es ist wahr, daß ich verheiratet bin,
                            daß ich Vater und Großvater bin. Es ist auch wahr, daß ich liebe. Und es
                            ist wahr, daß diese beiden Tatsachen nicht übereinstimmen. Deswegen
                            haben wir uns nach gewissem anfänglichem Zögern entschlossen, das
                            Problem nicht durch die Trennung nach der einen oder der anderen Seite
                            zu lösen.</p>
                        <p>Sicher ist diese Lösung offenkundig unvollkommen. Ich befinde mich in
                            einer Situation, in der es nur unvollkommene Lösungen gibt. Ich zweifle
                            keinen Augenblick daran, daß das siebte Gebot in seiner christlichen
                            Auslegung die Monogamie und die Unlöslichkeit des ehelichen Bandes
                            impliziert. Um meine Verantwortung diesem Gebot gegenüber zu wahren,
                            hatte und habe ich nur die Wahl, die am wenigsten unvollkommene Lösung
                            zu wählen: an Stelle einer Trennung nach der einen oder der anderen
                            Seite die ständige Krise, die - das versichere ich Ihnen - für alle drei
                            Betroffenen sehr schwer zu ertragen ist. Ich muß es auch ertragen,
                            daß es sogar für meine Freunde schwierig ist, wahrzunehmen und zu
                            verstehen, daß ich mit dieser Entscheidung mich bemühe, nicht in
                            Unordnung, sondern in der Ordnung zu leben.»</p>
                        </note>
                    </p>
            
            
            <p rend="margin-top"><pb xml:id="pr023" ed="pga" rend="noPipe"/> <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> hat später in Gesprächen mit seiner Schwester <persName ref="kbga-actors-668">Gertrud,</persName> verh.
                Lindt, öfter geäußert, daß er ohne die einschneidende Erfahrung von Schuld und
                Urteil, Vergebung und Weisung das, was <hi rend="italic">Gnade</hi> heißt, nicht so zu
                verstehen und zu entfalten vermocht hätte, wie es in der Kirchlichen Dogmatik
                geschehen ist. Barths Neffe Pfarrer i. R. <persName ref="kbga-actors-7187">Thomas Lindt</persName>, der sich daran lebhaft erinnert, hat die
                Veröffentlichung dieses Briefwechsels auch darum nachdrücklich befürwortet und durch
                mancherlei Hilfe unterstützt.</p>
            <p>So gewichtig also die Edition unter diesem Gesichtspunkt ist, sie wird ohne Zweifel
                auch unter anderen Aspekten Interesse finden. Unter ihnen ist zuerst hervorzuheben,
                daß in den Briefen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> und im Echo der Briefe <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> fast wie in einem
                Tagebuch die individuellen Anlässe, Motive und Beweggründe zu einer Reihe
                theologisch-kirchlicher und politischer Urteile Barths ans Licht treten. In keiner
                anderen Korrespondenz hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> so rückhaltlos und auch so rücksichtslos über seine
                Eindrücke von Personen und Ereignissen, von Texten und Entscheidungen gesprochen.
                Insbesondere aber tritt er selber in seinem Selbstverständnis als Theologe und in
                seiner Wahrnehmung der theologischen Verantwortung in konkreter Anschaulichkeit vor
                Augen. Daß und wie zur theologischen Existenz grundlegend Verwunderung,
                Betroffenheit und Verpflichtung, aber auch Einsamkeit, Zweifel und Anfechtung
                gehören, das ist hier in actu exercito zu beobachten.</p>
            <p> Daneben ist es nicht weniger bedeutungsvoll, die Verwandlung <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> aus
                einem an Theologie lebhaft interessierten Gemeindeglied in eine selbständig
                mitsorgende - durchaus studierte, wenn auch nicht examinierte - Theologin zu
                verfolgen. Die immer wieder gestellte Frage, wie der «unermeßbare
                Anteil» an «Entstehung und Fortgang» der Kirchlichen Dogmatik
                genauer aussah, von dem <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> im Vorwort zum letzten von ihm in Druck gegebenen,
                ausdrücklich «Meiner Frau <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> in großer Dankbarkeit»
                gewidmeten Band spricht (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD IV/4, S. VIII</bibl>), erfährt in den Briefen eine höchst
                anschauliche Antwort. Es wird eindrucksvoll klar, was in konkreter <pb xml:id="pr024" ed="pga"/> Alltäglichkeit - und in biblischer Tiefe - gemeint ist, wenn
                <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in einem anderen Vorwort <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> emphatisch seine «Hilfe»
                nennt (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/3, S. VII</bibl>).</p>
            <p>Die historisch-wissenschaftliche Bedeutung der vorliegenden Edition liegt mithin
                einerseits darin, daß wir über die Arbeiten <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName>, über die Facetten seines
                akademischen und kirchlichen Engagements unmittelbaren Aufschluß bekommen - und über
                die besondere Rolle, die <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> mit ihren vielfältigen praktischen
                Fähigkeiten, vor allem aber mit ihrer sehr besonderen, für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> so unersetzlichen
                wie unentbehrlichen Gabe, ihn auf seinem verwegenen Denkweg mit Einfühlung,
                Verständnis, Ermutigung und Kritik zu begleiten, für <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Werk in während dieser
                Jahre stetig zunehmendem Maße spielte. Diese Bedeutung der genau darin
                «Unentbehrlichen» (s. unten <ref type="pub" target="../volume/45/p461#p461">S. 461</ref>) kommt in besonders
                berührender Weise schon 1926 zum Ausdruck: «Nur <hi rend="italic">ich</hi> weiß,
                    <hi rend="italic">wie</hi> sehr Alles auf des Messers Schneide steht, wo zwischen Sinn und
                Unsinn die Grenze ist. Es ist so nahe beieinander. Da würde ich dir so oft gerne in
                die Augen sehen und mich verstanden wissen in meiner ganzen Hilflosigkeit und doch
                auch wieder Freudigkeit.» (<ref type="pub" target="../volume/45/p066#p066">S. 66</ref>, vgl. <ref type="pub" target="../volume/45/p118#p118">S. 118</ref>).</p>
            <p> Von ebenso weitreichendem Interesse ist andererseits gewiß das, was wir über <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>
                Stellung zu den Bewegungen und Veränderungen der Zeitgeschichte erfahren: etwa seine
                Reaktion auf das durch von <persName ref="kbga-actors-1047">Hindenburg</persName> gestützte
                autoritäre Regime von <persName ref="kbga-actors-3432">Papens</persName> und
                auf den immer größere Schatten werfenden Nationalsozialismus. Auf die nach der
                sogenannten «Machtergreifung» Zug um Zug durchgeführte
                «Gleichschaltung» und den sich dagegen bildenden Widerstand in den
                evangelischen Kirchen fallen bemerkenswerte Streiflichter. Vor allem aber werden wir
                in einer Reihe von Mitteilungen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> auf Schauplätze des deutschen Kirchenkampfes
                geführt, auf denen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> einen entscheidenden Beitrag zu leisten hatte und von denen
                er <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> wichtige Ereignisse und Entwicklungen in lebendiger
                Unmittelbarkeit berichtet.</p>
            <p>Die Edition umfaßt alle Korrespondenzstücke vom 4. 10. 1925 bis zum
                12. 7. 1935, von denen wir Kenntnis haben: 162 Briefe und andere
                Schriftstücke <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> und 70 Briefe und andere Schriftstücke <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName>. Das
                Ungleichgewicht ergibt sich vor allem daraus, daß bis zum März 1933 nur ein Brief
                <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> aus dem Februar <pb xml:id="pr025" ed="pga"/> 1926 und drei Briefe aus dem
                März 1932 vorliegen. Erst vom 6. 3. 1933 an liegt der briefliche
                Austausch von beiden Seiten fast vollständig vor – soweit aus den vorliegenden
                Briefen zu erschließen, fehlen von da an nur wenige, einzelne Dokumente (sie sind in
                den Anmerkungen notiert). Die Briefe von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Seite scheinen bis August 1926
                vollständig erhalten zu sein. Dann folgen aber bis März 1929 nur ein Gedicht vom
                28.12.1926, eine Postkarte vom 17.11.1927 und ein
                Telegramm vom 29. 5. 1928. In diesem Zeitraum ist also mit größeren
                Verlusten auch von Briefen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> zu rechnen. Mit den Ausblicken auf den gemeinsamen
                Aufenthalt auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> während <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Forschungssemester, d. h. vom
                29. 3. 1929 an, scheinen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Briefe wieder vollzählig oder fast
                vollzählig vorzuliegen.</p>
            <p>Zugleich ändert sich nun freilich die Struktur des Briefwechsels: «In Zukunft
                sind hoffentlich überhaupt nicht mehr viel Briefe zwischen uns nötig, sondern wir
                    <hi rend="italic">erzählen</hi> uns alles Nötige.» (<ref type="pub" target="../volume/45/p093#p093">S. 93</ref>) Das gilt erst
                recht vom 15.10.1929 an, denn nach dem Einzug <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> in
                <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Haus setzt der schriftliche Austausch, ergänzt durch gelegentliche
                Telephonate, jeweils dann ein, wenn <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> sich an
                unterschiedlichen Orten aufhalten - z. B. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> bei seiner <persName ref="kbga-actors-350">Mutter</persName> in Bern oder <persName ref="kbga-actors-223">von
                Kirschbaum</persName> bei ihrer Mutter in München.
                Naturgemäß liegen nun die Schwerpunkte des Briefwechsels in der vorlesungsfreien
                Zeit im Frühjahr und im Sommer und Frühherbst. Im Kirchenkampf kommen die Reisen
                <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> z. B. zu den Bekenntnissynoden in Barmen und Dahlem und zu Sitzungen
                der leitenden Gremien der Bekennenden Kirche hinzu, von denen er <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> -
                auch zur Weitergabe an die Freunde - unmittelbar Bericht gibt.</p>
            <p>Die Edition des Briefwechsels erfolgt nach den Grundsätzen der Karl
                Barth-Gesamtausgabe, von denen hier die wichtigsten Punkte zu nennen sind: Die
                Datumsangaben im Briefkopf werden vereinheitlicht. Die Orthographie und die
                Interpunktion werden behutsam unter Wahrung der persönlichen Eigenheiten
                angeglichen. Die Formen der älteren Grammatik wie auch die vor der Reform von 1996
                bzw. 2006 gültige Rechtschreibung bleiben unverändert. Abkürzungen werden, wo sie
                nicht zu Begriffen geworden sind oder ein Stilelement bilden, aufgelöst - in diesem
                Band sind jedoch solche Abkürzungen von der Regel ausgenommen, die zu den Fragmenten
                einer Sprache <pb xml:id="pr026" ed="pga"/> der Liebe gehören. <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Schrift, an der die
                Leute verständlicherweise immer wieder «stolpern» (<ref type="pub" target="../volume/45/p473#p473">S. 473</ref>),
                gelegentlich aber auch die Hand <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName>, ist nicht leicht zu entziffern -
                Unsicherheiten sind durch ein [?] hinter dem betreffenden Wort markiert. Buchstaben
                oder Worte, die zu ergänzen waren, sind in eckige Klammern [ ] gesetzt. Gelegentlich
                sind der Übersichtlichkeit halber zusätzliche Absätze eingeführt worden, die durch
                einen senkrechten Strich | gekennzeichnet sind.</p>
            <p> Die Anmerkungen geben zunächst einmal editorische Rechenschaft, indem sie
                z. B. über Korrekturen am Text oder über den Fundort der erwähnten Dokumente
                informieren. Da die meisten der in Frage kommenden Briefe von <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> und der übrigen
                Familie, aber auch viele der Briefe von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> an <persName ref="kbga-actors-316">Pestalozzis</persName> und von Pestalozzis an Karl und Nelly Barth und an <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName>
                nicht erhalten sind, stehen in diesen Fällen entsprechende Hinweise nur dort, wo sie
                aus besonderen Gründen notwendig erscheinen. Im übrigen sollen die Anmerkungen die
                Voraussetzungen und die Hintergründe der Briefe und ihres Sprachstils so
                verständlich machen, daß ihr Bedeutungsgehalt sich dem heutigen Leser möglichst
                weitgehend erschließt. Es versteht sich dabei wohl von selbst, daß bei den Angaben
                zur Vita der auftretenden Personen nicht an Vollständigkeit gedacht ist.
                Insbesondere in den Fällen, wo die allgemein verfügbaren Quellen keine Auskunft
                bieten, mögen die knappen Hinweise doch dazu nützlich sein, dem Kreis der Schüler,
                der Freunde und der Gegner <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> nach Herkunft, Stand und Verantwortungsbereich
                etwas Kontur zu geben. Bei den sprachlichen Erläuterungen ist natürlich weniger an
                die Leser in den deutschsprachigen Ländern als vielmehr an die Freunde der Karl
                Barth-Gesamtausgabe z. B. in Amerika, in Australien, Japan und Korea gedacht.
                Die Aufgabe der Kommentierung ist bei Briefen und erst recht bei den Briefen
                einander so nahe stehender Personen besonders schwierig. Manches läßt sich nur
                vermutungsweise erklären, bei manchen Anspielungen und Bezugnahmen muß es trotz
                vieler Bemühungen schließlich doch beim «non liquet» bleiben.</p>
            <p> Als die Nachkommen Karl und Nelly Barths die Edition dieser Briefe 1985 Pfarrer
                Rolf-Joachim Erler in
                Zürich-Seebach übertrugen, war kaum zu ahnen, welch umfangreiche Aufgaben schon die
                    <pb xml:id="pr027" ed="pga"/> Transkription, die chronologische Ordnung und die
                orthographische Vereinheitlichung der Briefe, dazu aber erst recht die notwendigen
                Personen- und Sachanmerkungen und die literarischen und sprachlichen Erläuterungen
                stellten. Pfarrer Erler, der in
                einer Reihe von Aufsätzen<note xml:id="n04">Vgl. besonders den <persName ref="kbga-actors-5802">Franziska
                        Zellweger</persName> zum 70. Geburtstag am 13. 4. 1984 gewidmeten
                        <bibl corresp="kbga-bibls-3391"><hi rend="italic">Versuch einer autobiographischen Standortbestimmung als eine
                        Auseinandersetzung mit Karl Barth: Theologische Existenz zwischen Ost und
                        West</hi> (EvTh, Jg. 44 [1984], S. 178-192)</bibl>.</note> seine besondere
                Beteiligung an den aktuellen Fragen der Barth-Rezeption dokumentiert und in dem
                zusammen mit Reiner Marquard
                herausgegebenen Barth-Lesebuch <hi rend="italic">Mit dem Anfang anfangen</hi> (Zürich 1985)
                eine schöne Hinführung zur Barth-Lektüre vorgelegt hatte, hat sich der ihm
                übertragenen Aufgabe mit unbedingtem Engagement und großem Einsatz gestellt. Dafür
                gebührt ihm aufrichtige Anerkennung und herzlicher Dank.</p>
            <p> Die umfassende Überarbeitung des Textes wie der Anmerkungen, die sich gleichwohl als
                notwendig erwies, hätte ich in der gesetzten Frist ohne vielfältige Hilfe nicht
                leisten können. Reto Frey, Lars Cleary und Martin Schmidlin haben nacheinander die Arbeit nicht nur
                durch die Übertragung vieler Korrekturen und Ergänzungen in die Computerdatei,
                sondern auch durch allerlei Hinweise unterstützt, die zu sprachlichen und sachlichen
                Verbesserungen beitrugen. Mathias Marquard M. A., Regensburg, hat die heiklen Codierungen für die
                unentbehrlichen bandinternen Verweise und dazu einen Teil des Personen- und des
                Schriftenregisters besorgt. Vor allem aber hat Pfarrer Marcel Wittwer, Aarau, das umfangreiche, sorgfältig
                differenzierte Begriffsregister und den größeren Teil des Personen- und des
                Schriftenregisters erarbeitet. Für diese wichtigen Beiträge bin ich sehr dankbar. Zu
                danken ist jedoch auch den zahlreichen freundlichen Auskunftgebern, unter denen
                besonders Pfarrer Dr. Gottfried Abrath, Iserlohn, Peter Aerne, Neuchâtel, Bärbel Alles vom Archiv der Evangelisch-reformierten Kirche in
                Nordwestdeutschland in Leer, Prof. Dr. Christoph Burger, Amsterdam, Pfarrer Dr. Konrad Fischer, Bretten, Pfarrerin
                i. R. Marlies Flesch-Thebesius, Frankfurt am Main, Blanca Frey, Veltheim, Christian George vom Universitätsarchiv Bonn, Thorsten
                    Harms, Emden, Ilse von
                Kirschbaum, Kiefersfelden, Pfarrer Uwe Löttgen-Tangermann, Bad Honnef, Irmtrud
                    Meyer vom <pb xml:id="pr028" ed="pga"/> Stadtarchiv Bonn, Prof. Dr. Dieter Schellong, Münster, Pfarrerin i. R. Lore Schlomka, Essen, Mirjam Stritt, Basel, Pfarrer Hans-Georg Ulrichs, Karlsruhe-Durlach, genannt seien.</p>
            <p> Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber auch einmal ausdrücklich den Mitarbeiterinnen
                und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek Basel einen aufrichtigen Dank sagen, die
                nun seit vielen Jahren für die Arbeit an den Bänden der Gesamtausgabe unentbehrliche
                Hilfe leisten und die in diesem Falle eine besonders stattliche Reihe von Quellen
                bereitzustellen hatten. Ebenso soll diesmal auch eigens den Mitarbeiterinnen und
                Mitarbeitern der pagina GmbH in Tübingen, besonders Volker Mehnert und Hannelore Ott, und des Theologischen Verlages Zürich, allen
                voran dessen kundig-tatkräftiger Leiterin Marianne Stauffacher, herzlich gedankt sein, ohne
                deren Einsatz und Mühewaltung die Bände der Karl Barth-Gesamtausgabe nicht
                erscheinen könnten.</p>
            <p> Der nach so vielen Jahren als Frucht der Arbeit so vieler vorliegende Band nimmt in
                hoffentlich erhellender Weise den Wunsch auf, den <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> am 16. 3. 1953
                in einem Brief an <persName ref="kbga-actors-275">Georg Merz</persName> (<choice><sic ed="pga">KBA 9353.45</sic><corr><ref type="kba-objects-id" target="56306">KBA 9253.45</ref></corr></choice>)<note xml:id="n05">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2949">Lichtenfeld, S. 170f.,
                    Anm. 65</bibl>.</note> äußerte, in dem er auf «die entscheidende Mitwirkung von
                Lollo» am Entstehen der Kirchlichen Dogmatik hinwies: «du ahnst nicht,
                was sie - Ministerium des Innern und des Äußern in einer Person - Alles wirkt,
                unübertrefflich, unersetzlich. Wenn die spätere Literatur sich nur nicht zu dumm
                anstellen, sondern das ruhig, sachlich und umsichtig ans Licht bringen
                wird!»</p>
        
        <closer>
            <dateline rend="left">Basel, den 26. August 2008</dateline>
            <signed rend="right"><persName ref="kbga-actors-3664">Hans-Anton Drewes</persName></signed>
        </closer>
    </div>  
     </body>
 </text>
</TEI>
