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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 29</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld, 7. Juni 1926</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45031 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. 48–50.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 29: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <biblScope unit="page">48-50</biblScope>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum, 7. Juni 1926. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/14083">KBA 9272.28</ref>. </bibl>
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          <persName ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</persName>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                        Barth an v.K. in <placeName ref="kbga-places-757">Krefeld</placeName>
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                    <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                  </opener>
                
                <p> Die beiliegenden Bildlein geben
                    mir erwünschten Anlaß, dir für deinen lieben Brief zu danken, der mich am Morgen
                    nach unserer Rückkehr aus <placeName ref="kbga-places-514">Holland</placeName> hier begrüßte. Über
                    Holland wäre <hi rend="italic">viel</hi> zu berichten. Ich werde <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> veranlassen, dir eine Kopie des Rundbriefs<note xml:id="n01">Siehe <bibl corresp="kbga-bibls-932">Bw.Th. II, <ref type="pub-" target="4171">S. 413–421</ref></bibl>.</note>, den ich über diese Reise
                    schrieb, zu schicken, und lege überdies zwei holländische Zeitungen<note xml:id="n02">Bei einem der beiden Berichte handelt es sich um
                        den ungezeichneten Artikel <bibl corresp="kbga-bibls-2982">
                                <hi rend="italic">Karl Barth in ons land. Een voordracht van
                            den beroemden theoloog</hi>, in: De Telegraaf vom 1.6.1926,
                            Avondblad</bibl> (<ref type="kba-objects-id" target="80979">KBA 2078</ref>).</note> bei, deren Berichte du vielleicht entziffern
                    kannst. Bitte im «Telegraaf» besonders auch die eindrucksvolle
                        Personalbeschreibung<note xml:id="n03">In dem genannten Artikel
                        vom <date when="1926-06-01">1.6.1926</date> wird der Einzug der Professoren in das Groninger
                        Universitätsgebäude eindrucksvoll geschildert. Der Berichterstatter habe
                        <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> unter den Professoren zunächst nicht entdecken können. Doch dann fährt
                        er fort (hier aus dem Holländischen übersetzt): «Plötzlich steht da [scil.
                        hinter dem Katheder], schüchtern und bescheiden, eine blasse, schmale,
                        schlanke Gestalt, ein wenig nonchalant in Kleidung und Haltung, leicht nach
                        links gebeugt, in abwartender Haltung: Professor <hi rend="italic">Karl Barth</hi> aus
                        <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>. […] Er hat, ganz ohne das zu wollen, etwas Prophetisches über sich, nichts Extravagantes,
                        nichts Imponierendes, nichts Hastiges, wohl aber etwas Gewaltiges; gewaltig
                        ist er in seiner Einfachheit, in seiner Sachlichkeit, in seiner großen
                        Lebhaftigkeit des Stils und Ausdrucks, in der Einfachheit seiner
                        Dialektik.»</note> zu beachten. Ich bin dort andauernd <pb xml:id="p049" ed="pga"/>
                    photographiert worden und werde mich
                    wohl in noch mehr Blättern in dieser Weise erblicken müssen neben allerlei
                        Indiern<note xml:id="n04">So ist im «Telegraaf» auf der gleichen
                        Seite neben <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auch der «Hindu-Philosoph» <persName ref="kbga-actors-9416">B. C. Dherar</persName> abgebildet.</note> etc. Alles in
                    Allem: es war eine sehr <hi rend="italic">gute</hi>, lohnende Reise. Wir haben in <placeName ref="kbga-places-1147">Groningen</placeName> und <placeName ref="kbga-places-82">Amsterdam</placeName> liebe, offene Menschen gefunden, voll von
                    einer Art Bewegtheit, der ich mich, auch wenn sie anders ist als unsere
                    deutsche, nicht verschließen kann. Der Kongreß für Innere Mission<note xml:id="n05">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p040#fn_n04">S. 40,
                        Anm. 4</ref>.</note> war das Unbedeutendste, umso besser die Pfarrer und
                    Studenten, mit denen ich zu tun hatte, und <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> hat auch an den Frauen Freude
                    gehabt. Wahrscheinlich ist das nur der Anfang zu sehr regen Beziehungen nach
                    dort. Näheres dann also im Rundbrief. Du zürnst mir nicht, gelt, wegen dieser Abkürzung. Aber
                    ich bin nun wieder in der Arbeit und müßte viele Seiten füllen, um dir Alles zu
                    erzählen.</p>
                <p> Was du von dem Zusammenbruch
                    deiner Kollegin erzählst, macht mir doch ernstlich Sorge, ob du bei dem dortigen
                        Betrieb nicht
                    schließlich auch noch «in bejammernswertem Zustand» in deine Heimat
                    transportiert werden mußt. Wehre dich rechtzeitig, gelt, wenn es dir zu viel
                    wird?? Du <hi rend="italic">darfst</hi> dich nicht kaputtmachen.</p>
                <p>
                    <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> denkt auch
                    oft daran, dir zu schreiben, und unterläßt es aus denselben Gründen, natürlich
                    in etwas anderer Motivierung. Es wird das Beste sein, wenn ihr es zunächst beide
                    unterlaßt. Die Lage ist ja wirklich <hi rend="italic">sehr</hi> dunkel und kann zunächst
                    sicher nur von uns allen <hi rend="italic">gesehen</hi> werden, wie sie ist. Wir wollen
                    alle nichts Un<hi rend="italic">rechtes</hi> tun, aber dann gibt es auch etwas
                        Un<hi rend="italic">mögliches</hi>, und das besteht für mich darin, dich etwa nur ein
                    bißchen weniger gern zu haben, als ich dich eben
                        <hi rend="italic">habe</hi> – und <hi rend="italic">hätte</hi>, auch wenn du nach Breslau gingest oder sonst etwas Unerhörtes tätest. Nein, ich denke
                    vorläufig gar nicht daran, das <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>
                    zu vermeiden, im Gegenteil, ich <hi rend="italic">freue</hi> mich in wahrscheinlich schon
                    wieder unzulässiger Weise darauf. Sag du also <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName> nur auf alle <pb xml:id="p050" ed="pga"/> Fälle <hi rend="italic">zu</hi>. Wir wollen uns dann alle Mühe
                    geben, Vernunft und Aufrichtigkeit miteinander zu verbinden. Nachher wird es uns
                    sehr leid tun, daß man dann eben wieder auseinandergeht, aber das
                        <hi rend="italic">ist</hi> nun so. <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> und du und ich müssen uns
                    jedes in seiner Weise Mühe geben und die Zähne zusammenbeißen,
                        <hi rend="italic">tragen</hi>, was da ungewollt aus der rätselhaft-schuldvollen Tiefe
                    des Menschlichen über
                    uns gekommen ist. Ich weiß im Augenblick nichts Anderes. Alles kreist nun immer
                    wieder um die zwei Punkte: der eine die Heiligkeit des Gebots, der andere, daß du und ich (ich weiß
                    nicht auf welcher Ebene) zusammen sind. Streichen kann man weder dieses noch
                    jenes.</p>
                <p>Ich lege noch eine Nummer der Münchener Neuesten Nachrichten<note xml:id="n06">Siehe oben <ref type="pub" target="45029#fn_n07">S. 47, Anm. 7</ref>.</note> bei
                    für den Fall, daß du sie noch nicht hast oder jemandem schicken willst.</p>
                <p> Ob ich nicht im Juli doch noch einmal an einem Sonntag zu dir nach <placeName ref="kbga-places-757">Krefeld</placeName> komme? Es geht vielleicht wegen
                    der Arbeit nicht (deiner und meiner), aber schon der Gedanke vergnügt mich im
                    Stillen, weil es bis zum 15. August<note xml:id="n07">
                            Offensichtlich wurde <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> für den
                        <date when="1926-08-15">15.8.1926</date> von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> erwartet; vgl. unten <ref type="pub" target="45032">Nr. 30</ref>.</note> noch so sehr lange
                        geht. Liebe Lollo, nicht wahr, wie bin ich so unverbesserlich! Aber
                    über Allem denke ich, es <hi rend="italic">müsse</hi> Alles gut werden, und das denkst du
                    mit mir. Laß uns, im Dunkeln tappend, daran festhalten.</p>
                
            
                <closer>
                    <salute>Herzlichst</salute>
                    <salute>Dein</salute> <signed>
                        <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>
                    </signed>
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