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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 35</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld, 13. Juli 1926</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45037 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. 58–60.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 35: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <biblScope unit="page">58-60</biblScope>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum, 13. Juli 1926. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/14157">KBA 9272.34</ref>. </bibl>
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          <persName ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</persName>
          <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                        Barth an v.K. in Krefeld
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                        <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>, <date when="1926-07-13">13.7.1926</date>
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                    <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                  </opener>
                
                <p>Hier bekommst du den versprochenen neuen Lesestoff.<note xml:id="n01">Vermutlich die Paragraphen über <persName ref="kbga-actors-398">Strauß</persName>, <persName ref="kbga-actors-1244">Schweizer</persName>, <persName ref="kbga-actors-1551">Dorner</persName> und <persName ref="kbga-actors-2936">Müller</persName> aus der Vorlesung zur «Geschichte der
                        protestantischen Theologie seit Schleiermacher» (spätere Fassung: s. oben
                                <ref type="pub" target="../volume/45/p055#fn_n03">S. 55, Anm. 3</ref>, <bibl corresp="kbga-bibls-34">Pr.Th.,
                        S. 516-543</bibl>).</note> Ferner – – ein Gedicht, das gestern mitten in der Arbeit über mich gekommen ist. Es
                    muß sehr schlimm mit mir stehen, daß ich jetzt auch noch anfange, Verse zu
                    machen wie ein Unmündiger. Bitte behalte sie gänzlich für dich und erwähne sie
                    in der Antwort nicht. Ich bin froh, wenn du sie nicht geradezu kitschig findest.
                    Der Sonntag schloß für mich mit einer großen Irrfahrt auf dem komplizierten
                    westfälischen Eisenbahnnetz, von der ich erst 2¼ Uhr glücklich heimkam. Im
                    übrigen will ich über diesen Tag keine Worte mehr machen. Es ist Alles so, wie
                    es ist. Aber ich bin besorgt um dich, wie du diese fünf Wochen aushalten wirst –
                    – und überhaupt: Nein, du <hi rend="italic">mußt</hi> das Opfer bringen und den ganzen
                    Winter ruhig bei deiner <persName ref="kbga-actors-7118">Mutter</persName>
                        bleiben.<note xml:id="n02">
                            Nach
                        Beendigung ihrer Tätigkeit als Rotkreuzschwester in <placeName ref="kbga-places-757">Krefeld</placeName> am <date when="1926-08-17">17. August
                        1926</date> und dem gemeinsamen <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>-Aufenthalt hielt sich <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> bis zum Frühjahr 1927
                        zumeist bei ihrer <persName ref="kbga-actors-7118">Mutter</persName> in
                            <placeName ref="kbga-places-43">München</placeName> auf.</note> Es
                    geht nicht anders. Sehr bedrückt mich auch das Dilemma, daß du entweder dem
                        Verband<note xml:id="n03">«<orgName ref="kbga-actors-9569">Schwesternverband des Bayerischen Landesvereins vom Roten Kreuz</orgName>»; s. oben
                                <ref type="pub" target="../volume/45/p004#fn_n09">S. 4, Anm. 9</ref>.</note> richtig beitreten
                    und dann noch mehr ausgenützt werden oder für später ohne Versorgung dastehen
                    sollst. Was soll da werden? – Ich habe eben an <persName ref="kbga-actors-275">Georg</persName> geschrieben<note xml:id="n04">Brief an <persName ref="kbga-actors-275">G. Merz</persName> nicht
                        erhalten.</note>: neben Geschäftlichem auch einige Worte der Erklärung oder
                    vielmehr <hi rend="italic">Nicht</hi>-Erklärung über mich und das Rätsel, vor dem ich
                    stehe. Von dir habe ich geschwiegen. Ach <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>, was ist auch das – daß das an
                    sich so Sonnenklare und tief Notwendige, was zwischen uns ist, nun immer und
                    überall <hi rend="italic">nach außen</hi> eine Sache der Verlegenheit und des Ärgernisses
                    sein muß? Noch wollte ich dir sagen, daß ich so froh bin, dieses Bild von dir zu haben. Ich finde
                    es immer mehr über die Maßen gut und lebendig.</p>
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                <p> Genug für heute. Morgen müssen wir an eine Einladung gehen. Nachher werde ich
                    wieder einmal – – reiten, zur Übung
                    auf das <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>. Ich bin an <persName ref="kbga-actors-752">Richard
                        Rothe</persName>.<note xml:id="n05">Spätere Fassung: <bibl corresp="kbga-bibls-34">Pr.Th., S. 544-552</bibl>.</note> Auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> werde ich dir dann von Vielen der
                    Besprochenen auch die Bildnisse zeigen. Sie erläutern Vieles.</p>
                
            
                <closer>
                    <salute>Es grüßt Dich</salute>
                    <salute>Dein</salute> <signed>
                        <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>
                    </signed>
                  </closer>
                <postscript>
                    
                    <p rend="center">    <date when="1926-07-12">12.7.1926</date></p>
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                          <lg>
                        <l>Ein strahlend Meer von unabsehbar vielen Stunden. </l>
                        <l>So hat uns in der Morgenfrühe unser Tag gefunden. </l>
                        <l>Die Stunden kamen, gingen, jede trug in streng verschloßner Hülle </l>
                        <l>Das, des wir warteten, das, was wir meinten, rasch vorbei in höchster Fülle.</l> 
                        <l>Die Stunden kamen, gingen, hohe, friedlich wie des Meeres Fluten – –</l>
                        <l>Auf einmal waren’s Stunden nicht mehr, nur noch eine Stunde, nur Minuten, </l>
                        <l>Sekunden nur noch, bis auch diese unerbittlich schwanden </l>
                        <l>Und wir aufs neue reich, aufs neue arm am Abend unsres Tages standen. </l>
                        <l>So ist es doch wohl nicht das Meer, doch nur ein flüchtger Fluß gewesen? </l>
                        <l>So scheint’s. Doch möcht ich dennoch bessern, ernstern Sinn hier lesen: </l>
                        <l>Es irrt uns nicht der Fluß in seinem unbarmherzigen Gleiten,</l>
                        <l>Es ist die Zeit kein Trug, kein Traum nur von Vergänglichkeiten: </l>
                        <l>Er will zum <hi rend="italic">Meer</hi>, es zeigt das <hi rend="italic">Meer</hi> sein Fließen froh und unverdrossen,</l> 
                        <l>Es ist die <hi rend="italic">Ewigkeit</hi>, die in der Zeit so herb und streng verschlossen.</l>
                        <l>So soll der Abend unsres Tags mit seinem Schmerz uns binden,</l>
                        <l>Verbinden dankbar in der Sehnsucht: seine Ewigkeit zu finden, </l>
                        <l>Den Sonnenaufgang ohne Trennung, ohne Sonnenuntergehen,</l>
                        <l><pb xml:id="p060" ed="pga" rend="noPipe"/>Den Reichtum ohne Armut, Gnade über Bitten und Verstehen.<note xml:id="n06">Vgl. dazu <ref type="can" subtype="bible" target="Eph.3.20">Eph. 3,20</ref> sowie die Zeilen des Liedes
                            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-65">«Wach auf, du Geist der ersten Zeugen» (RG [1998] 797,7; EG 241,8)</bibl>: 
                            <q rend="block">
                                <lg>
                                <l>Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn;</l>
                                <l>du tust doch über Bitten und Verstehn.</l></lg></q></note></l>
                        <l>Es soll uns unser Tag, der ging, vom Tag, der nur noch <hi rend="italic">kommt</hi>, die Kunde sagen </l>
                        <l>Und unterdessen Hilfe sein, uns zu bescheiden und zu tragen.</l>
                          </lg>
                        </q>
                          
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