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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 70</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Wabern</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Wabern, 21. August 1930</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45072 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. 142–143.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 70: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Wabern</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <biblScope unit="page">142-143</biblScope>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum, 21. August 1930. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/18059">KBA 9272.69</ref>. </bibl>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                        Barth an v.K. in Wabern
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                    <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                  </opener>
                
                <p> Der Briefträger, der meinen Brief an dich mitnahm, brachte den deinigen an mich,
                    und nun möchte ich dir rasch (<persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> ist eben eingetroffen) noch ein paar Dinge sagen.</p>
                <p>Ich bin <hi rend="italic">so froh</hi>, daß die Dinge in <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName> so gelaufen sind, wie du mir schreibst. Das wird nun auf
                        <hi rend="italic">alle</hi> Fälle ein Stücklein Boden sein, auf dem wir stehen können.
                    Daß <persName ref="kbga-actors-18">Mama</persName> dich auf den <placeName ref="kbga-places-1144">Belpberg</placeName><note xml:id="n01">Siehe oben
                                <ref type="pub" target="../volume/45/p128#fn_n01">S. 128, Anm. 1</ref>.</note> geführt hat, zeigt
                        <hi rend="italic">mehr</hi> als alles Andere, wie sie zu dir steht, und das ist nun einfach
                    gut.</p>
                <p> Sei nicht traurig, daß ich dir so traurig und vor Allem im Blick auf dich selbst
                    so mutlos geschrieben habe. Ich weiß nicht, wie es kam, aber unter den
                    mühseligen Eindrücken meiner Gespräche mit <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> drängten sich mir bei Tag und
                    Nacht unerwünschterweise gerade <hi rend="italic">die</hi> Erinnerungen an dich in den
                    Vordergrund, die zu besagen schienen, daß auch von deiner Seite Hemmung über
                    Hemmung zu erwarten sei. Ich
                    weiß doch wohl, und der Brief hat mich da wirklich zur Ordnung gerufen, daß ich
                    keinen Anlaß habe, so grämlich zu zweifeln. Aber du glaubst nicht, wie bedrängt
                    ich hier dran bin.</p>
                <p>
                    <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> hat mich
                    nach Eintreffen deines Briefes nochmals gefragt, ob der Plan mit dem Auswärtswohnen nicht durchführbar sei. Ich habe ihr gesagt,
                        <hi rend="italic">du</hi> seist «grundsätzlich bereit», aber <hi rend="italic">ich</hi> sei nach
                    wie vor praktisch dagegen: ich sehe doch, wie <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> es meint dabei, weiß, was es
                    für dich bedeuten würde und was für Enttäuschungen und Verwirrungen da erst
                    recht drohen würden. Sie ist nun nach dem <placeName ref="kbga-places-1271">Wildstrubel</placeName> abgezogen mit der Erklärung,
                    sie könne «nicht Ja» sagen zu einer Fortsetzung der bisherigen Ordnung, wolle aber das Nein
                    als ultimative Bedingung nicht aufrechterhalten. Ich sagte ihr, sie möchte sich
                    nun Alles noch einmal überlegen, aber es wird letztlich wohl so kommen, daß sie
                    die Entscheidung <hi rend="italic">mir</hi> zuschiebt. Ob ihr der Brief meiner <persName ref="kbga-actors-18">Mutter</persName>
                    noch eine Bestärkung in <hi rend="italic">ihrem</hi> Wunsch bringt? Ich <pb xml:id="p143" ed="pga"/> habe doch im Sinn, wenn es irgend geht, dabei zu
                    bleiben, daß es <hi rend="italic">nicht</hi> zu dieser deiner «Entfernung» kommt.
                    Es ist eine <hi rend="italic">zu</hi> sinnlose Aktion. Aber freilich: dann werden wir uns
                        <hi rend="italic">sehr</hi> Mühe geben müssen, denn dann wird es an uns sein, alle
                        Verantwortung
                    für das Kommende zu übernehmen.</p>
                <p> Noch einmal aufs <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> zu kommen war <hi rend="italic">längst</hi> mein <hi rend="italic">eigener</hi>
                    Gedanke. Noch weiß ich nicht, ob und wie es sich machen läßt. Ich werde ja jetzt
                        <hi rend="italic">sehr</hi> Sorge tragen müssen. Aber vielleicht läßt es sich doch für
                    1-02-3 Tage richten. Zweifle nicht daran, daß ich <hi rend="italic">Alles</hi> tun werde,
                    es zu ermöglichen. Nur sprich vielleicht erst halblaut davon zu den Anderen, und
                    sei im voraus <hi rend="italic">nicht</hi> enttäuscht, wenn es nichts wird. Am
                    <date when="1930-09-01">1. September</date>. Gelt, jetzt hat man doch wieder ein «vielleicht», auf das man
                    sich freuen kann.</p>
                <p> Doch nun muß ich mich <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> zuwenden. Und bleibe doch innerlich gänzlich zugewendet –
                    wem? Meinem Lollochen, das ich so lieb habe.</p>

                <closer>
                    <salute>Dein</salute> <signed>
                        <persName ref="kbga-actors-2151">K.</persName>
                    </signed>
                  </closer>
                <postscript>
                  <p> Was sagst du zu diesem Brief von <persName ref="kbga-actors-367">K. L. S.</persName>?<note xml:id="n02">Brief von <persName ref="kbga-actors-367">K. L. Schmidt</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom <date when="1930-08-19">19.8.1930</date> (<ref type="kba-objects-id" target="18052">KBA 9330.472</ref>), in
                            dem er Barth u. a. als «kollegialen witzigen Sanguiniker»
                            kritisiert.</note> Ich habe ihm mild, aber bestimmt geantwortet.<note xml:id="n03">Nicht erhalten.</note>
                    </p>
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