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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 82</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn, 2. April 1931</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45084 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 82: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <!--position within a volume-->
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum, 2. April 1931. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/18848">KBA 9272.81</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
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        <date type="creation" when="1931-04-02">2. April 1931</date>
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          <persName ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</persName>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                    82
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                        <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an <persName ref="kbga-actors-223">v.K.</persName> in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>
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                        <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName>, <date when="1931-04-02">2.4.1931</date>
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                <salute>Liebste <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                </opener>
                
                <p> Gelt, nun habe ich dich unerhört lange allein gelassen, und es kann da in keiner
                    Weise tröstlich sein, daß noch viele andere Leute mit dringlichen Anrufen aller
                    Art umsonst auf eine Nachricht von mir warten. Dafür kann ich nun gleichzeitig
                    mit diesem Brieflein den § 1 an dich abgehen
                        lassen.<note xml:id="n01">Einige Manuskript-Seiten dieses ersten
                        Anlaufes zur Kirchlichen Dogmatik sind erhalten (<orgName ref="kbga-actors-8253">KBA</orgName>).</note> Ich war
                    ununterbrochen damit beschäftigt und hoffe nun so sehr, daß es «der Mühe wert»
                    war und auch für die Hörer und Leser sein wird. Es wird mir freilich katzangst
                    beim Gedanken, daß ich nun wohl oder übel verpflichtet bin, in dieser exakten
                    Weise und auf so breiter Grundlage fortzufahren. Unsere Dogmatik würde
                        <hi rend="italic">so</hi> sicher ein schönes Buch, meinst du nicht auch! Aber welche
                    Summe von Arbeit wird das für mich – und dich geben! Zum Abschreiben einiges
                    Technische: <hi rend="italic">1.</hi> Willst du nicht doch für das Hauptexemplar ein etwas
                    besseres Papier anschaffen? <hi rend="italic">2.</hi> Wäre für die Anmerkungen nicht die
                    Anschaffung eines halb schwarz halb roten Farbbandes, wie es welche gibt und für
                    welches unser Maschinlein eingerichtet ist (Hebel rechts!), erfreulich?
                        <hi rend="italic">3.</hi> Willst du und kannst du die sämtlichen W. A.-Zitate als
                    solche ausfindig machen? Beim <hi rend="italic">Galaterbrief</hi> mußt du in der
                        E. A.<note xml:id="n02">W. A. = «<bibl corresp="kbga-bibls-18">Weimarer Ausgabe</bibl>», E. A. =
                        «<bibl corresp="kbga-bibls-496">Erlanger Ausgabe</bibl>» der Werke <persName ref="kbga-actors-261">Martin Luthers</persName>.</note> festzustellen suchen, zu
                    welcher <hi rend="italic">Bibelstelle</hi> die betreffenden Lutherworte gehören. Bediene dich dazu des
                        <hi rend="italic">lateinischen</hi> Textes, den du in dem dicken NT auf meinem
                    Schreibtisch oder in deinem eigenen Vulgata-Exemplar findest. In der W. A.
                    stehen ja dann die Stellen oben an den Seiten. Schwieriger werden die Stellen
                    aus <foreign xml:lang="lat">De servo arbitrio</foreign><note xml:id="n03">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-1326">
                                <persName ref="kbga-actors-261">M. Luther</persName>, <hi rend="italic">De servo arbitrio</hi>,
                        WA 18, (551) 600-787.</bibl>
                        </note> zu finden sein. Aber du bist so klug, daß es
                    dir sicher gelingt. Bitte verifiziere auch den von mir angegebenen Text und
                    setze überall außer den <hi rend="italic">Seitenzahlen</hi> auch die erste
                        <hi rend="italic">Zeilenzahl</hi> der W. A. hinzu. – Unterdessen gehe ich richtig an
                    den § 2. Mit <pb xml:id="p175" ed="pga"/> der Enzyklopädie geht es wirklich
                        nicht. Ich werde <persName ref="kbga-actors-135">Goeters</persName> den gewünschten Brief schreiben. Mit <hi rend="italic">dieser</hi>
                    Dogmatik werde ich alle Hände voll zu tun haben.</p>
                <p>Eben traf dein Brief ein!! Nein, es ist <hi rend="italic">gar</hi> nicht schlimm, wenn du
                    mir <hi rend="italic">viel</hi> schreibst, und meine <persName ref="kbga-actors-18">Mutter</persName> grollt da kein
                        bißchen.
                    Ich berichte dir dann mündlich darüber. Der Eindruck, <hi rend="italic">wie</hi> gut du
                    Alles dort machst, ist auch für sie unwiderstehlich!! Und
                        <hi rend="italic">wie</hi> dankbar bin <hi rend="italic">ich</hi> dir für Alles. Ich habe den
                    Eindruck, daß du in der Engelschule<note xml:id="n04">Siehe oben
                        <ref type="pub" target="45069#fn_n09">S. 135, Anm. 9.</ref>
                        </note> rapid vorwärts
                    kommst! Es wird noch so werden, daß <hi rend="italic">du</hi> den viel beklagten
                    «Familienblock» im Innersten zusammenhältst<note xml:id="n05">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-1624">
                                <persName ref="kbga-actors-136">J. W.
                        von Goethe</persName>, <hi rend="italic">Faust I</hi>, V. 383 (Nacht)</bibl>.</note>.
                        <hi rend="italic">Natürlich</hi> bitte ich dich, den bewußten Regenschirm zu besorgen
                    und <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> zu
                    überreichen! Ich bin ja so froh über jede derartige Möglichkeit. Die
                    beabsichtigte Art der Einklebung der Ex Libris<note xml:id="n06">
                            <persName ref="kbga-actors-1620">H. Gollwitzer</persName> notiert in seinen
                        Tagebuchnotizen am 26.5.1931: «Nach dem Essen bei B. Exlibris kleben.» Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-6094">
                                <persName ref="kbga-actors-1620">H. Gollwitzer</persName>,
                            <hi rend="italic">Skizzen eines Lebens</hi>. Aus verstreuten Selbstzeugnissen
                        gefunden und verbunden von F.-W. Marquardt, W. Brinkel und M. Weber,
                        Gütersloh 1998, S. 74</bibl>; freilich hatte nicht, wie dort angegeben, Helmut
                            Gollwitzers Bruder
                            <persName ref="kbga-actors-7008">Gerhard</persName>, sondern
                        <persName ref="kbga-actors-7188">Hertha List</persName> für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> das Exlibris entworfen.</note> hat auch meinen <hi rend="italic">vollen</hi>
                    Beifall. Überhaupt: es ist Alles gut, wie du es machst. Aus einem Frühjahrstörli<note xml:id="n07">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p080#fn_n12">S. 80,
                        Anm. 12.</ref>
                        </note> scheint es immer deutlicher nichts zu geben<note xml:id="n08">Schweizerdeutsch: «es git nüt drus» = es kommt
                        nicht zustande.</note>?! Ich halte hier immer noch die Türe offen, um
                    eventuell nächsten Mittwoch zu reisen. <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> hätte mich gerne in der Woche
                        <hi rend="italic">nach</hi> dem <date when="1931-04-12">12.</date> dort. Aber daraus wird <hi rend="italic">nichts</hi>,
                    sondern wenn du nicht kommst, gehe ich auch nicht aufs <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> und komme am <date when="1931-04-11">11.</date>
                    nach Hause. Zu wem? Ja zu wem!? Fein, fein, wie du nun sogar mit <persName ref="kbga-actors-360">Schleiermacher</persName> vertraut wirst! Bitte sieh dir einmal <persName ref="kbga-actors-9200">Wiesner</persName>, «Das
                    Offenbarungsproblem in der dialektischen Theologie»<note xml:id="n09">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2591">
                                <persName ref="kbga-actors-9200">W. Wiesner</persName>,
                            <hi rend="italic">Das Offenbarungsproblem in der dialektischen Theologie</hi>
                        (FGLP 3,2), München 1930</bibl> (vgl. auch: <bibl corresp="kbga-bibls-2592">
                                <persName ref="kbga-actors-9200">W. Wiesner</persName>, <hi rend="italic">Offenbarung und
                            Geschichte</hi>, in: ZSTh, Jg. 5 [1927], S. 313-346</bibl>).</note> an (es
                    steht auf der Drehscheibe<note xml:id="n10">Ein drehbares
                        Bücherregal, das frei in einem der beiden Studierzimmer stand. Sein Grundriß
                        war quadratisch, und es hatte Platz für Bücher auf allen vier Seiten.</note>
                    und wartet längst auf Beachtung), und exzerpiere das Entscheidende, <pb xml:id="p176" ed="pga"/> wenn solches vorliegt. Ebenso aus <persName ref="kbga-actors-9204">Sannwald</persName><note xml:id="n11">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2593">
                                <persName ref="kbga-actors-9204">A. Sannwald</persName>,
                            <hi rend="italic">Der Begriff der «Dialektik» und die Anthropologie. Eine
                            Untersuchung über das Ich-Verständnis in der Philosophie des deutschen
                            Idealismus und seiner Antipoden</hi> (FGLP 3,4), München 1931.</bibl>
                        </note>
                    und, wenn es möglich und lohnend ist, aus <persName ref="kbga-actors-7876">
                            <hi rend="italic">Grünhut</hi></persName><note xml:id="n12">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2594">
                                <persName ref="kbga-actors-7876">L. Grünhut</persName>,
                            <hi rend="italic">Eros und Agape. Eine metaphysisch-religionsphilosophische
                            Untersuchung</hi> (Bücher der Kommenden Gemeinde, Nr. 1), Leipzig
                        1931.</bibl>
                        </note>. Es kommt hauptsächlich auf das an, was die Leute an
                        <hi rend="italic">Wichtigem gegen</hi> mich oder <hi rend="italic">an mir vorbei</hi>
                    vorbringen. Wir müssen jetzt in aller Eile nachzukommen suchen. Guck vielleicht
                    auch in das kleine blaue Heft von <persName ref="kbga-actors-429">
                            <hi rend="italic">Wobbermin</hi></persName> über den Glauben<note xml:id="n13">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2595">
                                <persName ref="kbga-actors-429">G. Wobbermin</persName>,
                            <hi rend="italic">Wort Gottes und evangelischer Glaube</hi> (Studien zur
                        systematischen Theologie, H. 6), Göttingen 1931.</bibl>
                        </note> hinein. O, du
                    könntest von früh bis spät «in meinem Sinn» lesen und Notizen machen. Aber die
                    Bereitstellung von allerlei gutem <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName>-Material ist doch auf die Länge noch wichtiger als das
                    Übrige. Du siehst an § 1, wie die «Alten»
                    die breite Basis bilden werden (wie froh bin ich jetzt über das <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> <date when="1929">1929</date>!<note xml:id="n14">Siehe oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p077#fn_n01">S. 77, Anm. 1.</ref>
                        </note>), <persName ref="kbga-actors-374">Schölzlein</persName><note xml:id="n15">Siehe
                        zu <persName ref="kbga-actors-374">Heinrich Scholz</persName> das
                        Namensregister von <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD I/1</bibl>.</note>, <persName ref="kbga-actors-285">Hans
                        Michael</persName><note xml:id="n16">Siehe zu <persName ref="kbga-actors-285">H. M. Müller</persName> das Namensregister von <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD
                            I/1</bibl>. – <persName ref="kbga-actors-285">Hans Michael Müller</persName> (1901–1989), 1928 Privatdozent
                        und ab 1933 o. Professor für Systematische Theologie in Jena, von 1934-1945
                        in Königsberg; im Sommer/Herbst 1933 «Adjutant» <persName ref="kbga-actors-289">Ludwig Müllers</persName>.</note> u. a. Zeitgenossen aber auch
                    Erwähnung finden sollen. O, Löllchen, wie werden wir
                        <hi rend="italic">rüstig</hi> am Werk sein müssen. Das reduzierte Semester muß nun
                    umso besser werden, auch für die Studenten. Aber du wirst immer fähiger werden,
                    auch in ATlichen Dispositionsfragen kompetente Auskünfte zu erteilen, kommst in
                    die Unterprima der Engelschule, hast mich lieb, und Alles, Alles wird gut werden.</p>
                <p> Ich eile noch, einen Brief an <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> zu schreiben (ach, er wird
                    mir schwerer fallen als dieser), um dann Alles
                    zur Post zu bringen. Sei fröhlich und getrost, der 11. ist nimmer fern.</p>

                    <closer>
                        <salute>Dein</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-2151">K.</persName></signed> 
                    </closer>
                <postscript>
                    <p> Gruß von meiner <persName ref="kbga-actors-18">Mutter</persName>!</p>
                </postscript>
                
        </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
