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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 116</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn, 20. März 1933</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45118 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 116: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum, 20. März 1933. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/21284">KBA 9272.107</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1933-03-20">20. März 1933</date>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                        Barth an v.K. in Bonn
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                    <salute>L. <persName ref="kbga-actors-223">L.</persName></salute>
                  </opener>
                
                <p> Ich hatte gestern noch einen sehr guten Abend mit <persName ref="kbga-actors-403">E[duard]</persName>, an dem wir auch eingehend auf
                    unsere Sache zu reden kamen. Wie es scheint, hatte ihm <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName> ganz erschüttert von
                        <hi rend="italic">ihrem</hi> Gespräch mit <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName>
                        
                     erzählt – unter Tränen sogar. Ach wie ist doch Gerty so impressionabel:
                    ihrer selbst ganz sicher, aber in Bez[ug] auf andere Menschen merkwürdig dem
                    Augenblick hingegeben. Doch das ist nun wahrlich schon ein richtiges
                    Karussell-Gespräch, das ich schleunigst abbrechen will. Heute morgen bekam ich
                    von <persName ref="kbga-actors-23">Heiner</persName> den
                    beiliegenden Brief<note xml:id="n01">
                            In seinem Brief vom <date when="1933-03-19">19.3.1933</date> machte <persName ref="kbga-actors-23">Heiner Barth</persName> seinen Bruder <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName> darauf
                        aufmerksam, "daß eine große Gefahr im Verzuge ist, indem Eure Lage in der
                        Familie zu einem Unglück führen könnte". Abschließend bat er seinen Bruder
                        von diesem "Schreiben, an dessen Notwendigkeit" er "leider keinen Zweifel
                        habe, gegenüber <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> nicht die geringste Erwähnung zu tun" (Brief im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl
                        Barth-Archiv</orgName>).</note>. Was soll man wieder dazu sagen? Ich werde heute
                    nachmittag hingehen. Es wird ja schon so sein, daß ich gestern einen Fehler
                    machte, als ich nicht mit N. dorthin gehen wollte. Der
                    Vorgang war mir eben so <pb xml:id="p265" ed="pga"/> gründlich zuwider. Aber ich
                    hätte mich überwinden sollen; vielleicht wäre dann wenigstens für den Augenblick
                    Ruhe. <persName ref="kbga-actors-403">E.</persName> sprach gestern
                    nun auch zu mir sehr ernsthaft von der Möglichkeit einer Sch[eidung]. Nachher gingen meine
                    Gedanken dann zunächst wieder in andere Richtung; aber ich hatte die Sache am
                    Morgen <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName> gegenüber selber auch schon ausgesprochen. Die Eindrücke dieser
                    Tage waren zu mühsam. Mußte <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName> nun wirklich <hi rend="italic">dazu</hi>
                    mit? Aber ich sehe schon ein, daß ich mich nicht beklagen sollte. Das ist nun
                    einmal mein Leben, wie ich es mir selber zubereitet habe.</p>
                <p> Magst du das gelbe Couvert mit den Briefen unseres Urgroßvaters <persName ref="kbga-actors-9549">Burckhardt</persName><note xml:id="n02"><persName ref="kbga-actors-9549">Johannes Burckhardt-Peyer</persName> (1798–1869),
                        1827-1833 letzter baselstädtischer Pfarrer in Bretzwil (jetzt Kt.
                        Basel-Landschaft) bis zum Basler Krieg (1833), der die Trennung von
                        Basel-Landschaft und Basel-Stadt zur Folge hatte; auf Befehl der neuen
                        Regierung in Liestal mußte er 1833 Bretzwil verlassen und übersiedelte
                        daraufhin nach Schaffhausen, wo er Pfarrer an der Steig-Gemeinde und Lehrer
                        mit Professorentitel am Institutum Humanitatis war. Er war verheiratet mit
                        <persName ref="kbga-actors-9550">Amalie Burckhardt</persName>, geb. Peyer, von Schaffhausen
                        (1805–1868), "die von dem Zürcher Reformator <persName ref="kbga-actors-1506">Heinrich Bullinger</persName> abstammte" (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-134">Busch, S. 16</bibl>).</note>
                    hervorsuchen und mitbringen, damit ich es meinem unruhigen Vetter <persName ref="kbga-actors-866">Anstein</persName><note xml:id="n03"><persName ref="kbga-actors-866">Hans Anstein</persName>
                        (1863–1940), seit 1903 theologischer Sekretär der Basler Mission (s.
                        <bibl corresp="kbga-bibls-932">Bw.Th. II, <ref type="pub-" target="4201#fn_n04">S. 475, Anm. 4</ref></bibl>).</note> wieder übergeben kann? Er hält sie gewiß
                    für kostbarer, als sie sind. Aber das muß man ihm nun eben lassen.</p>
                <p> Dank für deinen l. Brief. Der gute <persName ref="kbga-actors-192">Hölscher</persName>! Ich hatte eben ein Telephon mit meiner <persName ref="kbga-actors-18">Mutter</persName>,
                    die mir dringend empfehlen wollte, aus der <orgName ref="kbga-actors-6133">SPD</orgName><note xml:id="n04"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> war am <date when="1931-05-01">1.5.1931</date> aus Protest "gegen das immer gefährlicher um sich
                        greifende Heraufdämmern der Hitlerei" der <orgName ref="kbga-actors-6133">SPD</orgName> in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> beigetreten (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-1378">Briefe 1961-1968, <ref type="pub-" target="../volume/06/p487#p487">S. 487</ref></bibl>). – Zu <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> (fortbestehender)
                        SPD-Mitgliedschaft schrieb Pfarrer <persName ref="kbga-actors-202">G. Jacobi</persName> am 7.1.1934 an Barth, Barth
                        hätte «heute 1000 Mal mehr Gehör», wäre er damals nicht der SPD beigetreten
                        (<ref type="kba-objects-id" target="23013">KBA 9334.36</ref>). Und am 23.1.1934 schrieb der Schriftleiter des
                        evangelischen Wochenblattes "Licht und Leben", Pfarrer <persName ref="kbga-actors-6620">Gauger</persName> (Wuppertal-Elberfeld), an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>: "Mir
                        hat es seinerzeit ungemein leid getan, daß ein Mann wie Sie soll der SPD
                        beigetreten sein. Das paßte eigentlich nicht zu Ihrem Stil, und ich habe es
                        mir nur ungefähr so erklärt, daß Sie in diesem Stück ‹allzu gerecht› sein
                        wollten." (<ref type="kba-objects-id" target="23177">KBA 9334.133</ref>)</note> auszutreten. Ist das nicht merkwürdig, wie
                    solche besorgte Mütter sich u. U. über alle Selbstverständlichkeiten auch der
                    Ehren<pb xml:id="p266" ed="pga" break="no"/>haftigkeit einfach hinwegsetzen können, wenn
                    der Vorteil des lieben Kindes es zu gebieten scheint? Ich freue mich so, daß es
                    zwischen dir und den Buben so gut
                    geht. Grüße sie alle von mir!</p>
                <p> Heute abend wird <persName ref="kbga-actors-157">Hartenstein</persName> kommen. Morgen abend bin ich bei <persName ref="kbga-actors-1203">Karl Sartorius</persName>. Ich mag ganz gerne
                    diese und jene Menschen sehen. Aber heute nachmittag wird es wirklich mühsam
                    werden. In 8 Tagen …</p>
                <closer>
                    <salute>Dein</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-2151">K</persName>.</signed> 
                </closer>
                <postscript>
                    <p> Ich habe heute auch mit <persName ref="kbga-actors-787">Ernst Staehelin</persName>, dem Schwager von <persName ref="kbga-actors-246">Fritz Lieb</persName>, telephoniert und
                        ihm den nötigen Trost bezüglich der teuren Familie an der Buschstraße<note xml:id="n05">Die Adresse von <persName ref="kbga-actors-246">Fritz Lieb</persName>: Buschstraße 28
                            in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>. Fr. Lieb war aufgrund seiner <orgName ref="kbga-actors-6133">SPD</orgName>-Mitgliedschaft in seiner
                            Position gefährdet.</note> gespendet. <lb/>[Bleistiftnachtrag:] Gelt, du
                        verfällst nicht in Traurigkeit und Unruhe wegen der Vorgänge mit und um
                            <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName>
                            
                        
                        <hi rend="italic">Eins</hi> ist ja ganz sicher. <lb/>[Auf der Rückseite Bleistiftnotiz
                        von <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> für <persName ref="kbga-actors-315">Gerty Pestalozzi</persName>:] Siehst du,
                            Gerty, in diesen paar Dokumenten hast du <hi rend="italic">Alles</hi>. Und
                        vielleicht siehst du es jetzt nochmal ein bißchen anders –</p>
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