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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 121</title>
        <title type="content">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel</title>
        <title type="citation_line_1">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel, 24. März 1933</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45123 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 121: Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel</title>
          <author ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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                        von Kirschbaum an B. in
                Basel
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                    <salute>Liebster <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>,</salute>
                    </opener>
                
                <p>ich weiß zwar nicht, was ich dir zu dem 2. Brief sagen soll. Aber er bewegt mich
                    doch unablässig, seit er da ist, und ich möchte wenigstens <hi rend="italic">so</hi> bei
                    dir sein. – Wenn nur <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> sich nicht doch zu stark von außen hat bestimmen lassen, noch
                    dazu in dieser etwas «nervösen» Woche, die es unglücklicherweise auch noch
                    ist!! – Aber ich will es nicht verharmlosen und kann mir gut denken, daß ihr
                    Änderung um jeden Preis jetzt erwünscht ist. Wie nur? Schau, irgend eine
                    Änderung bei «uns» würde ja bei euch gar nichts helfen, nur noch erschweren und
                    im besten Fall eine Illusion nähren, die dann vielleicht ein Jahr später
                    zusammenbricht. Aber was dann? Weißt du, das mit mehr «Güte» und «Würde» meint
                    ja im Grunde doch das Andere, was eben nicht möglich ist. Ich glaube es wenigstens. –
                    Ja, und nun sind also Alle alarmiert und reden dir zu – du guter, lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>.
                    Und wir hatten uns doch so Ruhe gewünscht. – Ja, die Kinderlein. Das ist es ja, was mich <pb xml:id="p280" ed="pga"/> auch so hemmt. Obwohl ich sicher glaube, daß sie früher
                    oder später doch <hi rend="italic">alle</hi> den Weg zu dir nehmen würden. Aber was wird
                    dann aus <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName>? Ich
                    dachte schon, ob sie nicht zunächst einfach wieder einmal ½ Jahr mit <persName ref="kbga-actors-22">Joggeli</persName> in die Schweiz gehen könnte, etwa auf <placeName ref="kbga-places-449">Beatenberg</placeName>. Das würde beide sehr erholen (Joggeli kann es brauchen), und sie könnte dann in
                        <hi rend="italic">ruhiger</hi> Überlegung Alles durchdenken. Oder wird sie das als
                    liebloses Abschieben empfinden? Es wäre ja wirklich auch so wünschenswert, wenn
                    sie bei den hier sicher zu erwartenden Störungen von außen nicht immer dann noch
                    Rückenschüsse abfeuerte. Wir werden <hi rend="italic">alle</hi> Nervenkraft zusammenhalten
                    müssen, ob wir bleiben oder gehen. Und gelt, jetzt trennen <hi rend="italic">wir</hi> uns
                    auf keinen Fall. Das könnte ich jetzt nicht. Aber ich will dir keine
                    Vorschriften machen und dich sicher nicht zu Schritten drängen. Ich glaube, ich
                    bin dran wie du: einerseits aufatmend nur im Gedanken, daß unsere Lage sich
                    ändern könnte, daß wir gegen all die Unruhe von außen wenigstens <hi rend="italic">ganz</hi> zusammengehören
                    dürften, und andererseits dann all die ängstlichen Erwägungen, die nebenher
                    gehen. Das, was vorübergeht und Augenblicksunruhe ist, glaube ich, muß man nicht
                    scheuen. Aber das, was bleibt: die Sorge um die Kinder und um <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName> –</p>
                <p> Jetzt redest du wohl mit deiner <persName ref="kbga-actors-18">Mutter</persName>. Wenn etwas
                    Besonderes zu sagen wäre, ruf mich doch an. Abends bin ich immer da. – Ach,
                    hoffentlich darf ich <hi rend="italic">bald</hi> reisen. Weißt du, es ist nicht schön so
                    mit all der Spannung durch die Tage kommen. Aber die Buben machen das äußere Leben wenigstens leicht,
                    und es gibt viel Nettes zwischendurch. Eben las mir <persName ref="kbga-actors-24">Markus</persName> seine Arbeit für <persName ref="kbga-actors-18">Großmama</persName> Barth vor
                    über den vormarxistischen Sozialismus: sehr knapp und sachlich, aber ganz lehrreich. – Und
                    dabei strahlt die Sonne. <hi rend="italic">Lieber</hi> <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, ich bin ganz bei dir
                    u. h. d. l.</p>
                <closer>
                    <salute>D.</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName></signed>
                </closer>
                <postscript>
                    <p> Die Kündigung der Wohnung ist vielleicht auf alle Fälle ratsam. Ich glaube auch,
                        daß man sie wieder zurückziehen kann. Vielleicht schreibst du <persName ref="kbga-actors-7135">Koennecke</persName> selbst?<note xml:id="n01">Zur Kündigung s. oben
                          <ref type="pub" target="../volume/45/p273#fn_n14">S. 273, Anm. 14</ref>.</note> Heute
                        telefonierte ich zweimal mit Prof. <persName ref="kbga-actors-3414">Neuß</persName>. Er schreibt dir.<note xml:id="n02">In seinem
                            Schreiben vom <date when="1933-03-24">24.3.1933</date> erbat <persName ref="kbga-actors-3414">Wilhelm Neuß</persName> (1880–1965), Professor für
                            Kirchengeschichte an der katholisch-theologischen Fakultät in Bonn, von
                            <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> als dem derzeitigen Dekan der evangelisch-theologischen Fakultät
                            die Zustimmung zu den Überlegungen zur Aufstellung eines Denkmals im
                            Bonner Kuratoriumsgarten (<ref type="kba-objects-id" target="21301">KBA 9333.157</ref>).</note>
                    </p>
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