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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 125</title>
        <title type="content">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern</title>
        <title type="citation_line_1">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern, 15. April 1933</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45127 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 125: Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern</title>
          <author ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <!--position within a volume-->
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth, 15. April 1933. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/21411">KBA 9372.14</ref>. </bibl>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                        von Kirschbaum an B. in
                Bern
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                        [<placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>, <date when="1933-04-15">15.4.1933</date>] </dateline>
                    <salute>Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>,</salute>
                    </opener>
                
                <p> fünf Stunden habe ich mit <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName> in der Sonne sitzend
                    die Lage erwogen. Die Resultate dieser langen Erwägungen, in denen wir uns
                    gemeinsam durch die ganze Wirrnis zu tasten suchten, möchte ich dir kurz
                    andeuten. – Der Brief von <persName ref="kbga-actors-5359">D. St[oevesandt]</persName><note xml:id="n01">
                            <persName ref="kbga-actors-5359">D. Stoevesandt</persName> warb
                        unter dem Eindruck ihres Gespräches mit <persName ref="kbga-actors-26">Nelly Barth</persName> (s. oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p283#fn_n02">S. 283, Anm. 2</ref>) in ihrem zwölfseitigen
                        Brief vom <date when="1933-04-12">12.4.1933</date> bei <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> um Verständnis für die ablehnende Haltung
                        seiner Frau zu einer Scheidung im Gegensatz zur Möglichkeit einer
                        vorübergehenden Trennung. Siehe Auszüge aus diesem Brief in <bibl corresp="kbga-bibls-6">Bw.Th. III,
                        <ref type="pub" target="../volume/34/p391#fn_n03">S. 391, Anm. 3</ref>, und <ref type="pub" target="../volume/34/p392#fn_n04">S. 392, Anm. 4</ref></bibl>, und vgl. dazu die weiteren Ausführungen
                        <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> in ihrem Brief an <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName> von 17.4.1933 in:
                        <bibl corresp="kbga-bibls-6">Bw.Th. III, <ref type="pub" target="../volume/34/p390#p390">S. 390–392</ref></bibl>.</note> war mir heute morgen und ist mir noch ein
                    sehr bewegendes Eingreifen in unsere Situation. Du wirst ihm ja auch abspüren,
                    daß er aus sehr ernsthaften (wenn auch vielleicht nicht sehr gründlichen)
                    Überlegungen heraus geschrieben ist und vor allem aus einem sehr warmen Impuls
                    für <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName>, <pb xml:id="p286" ed="pga"/> der als solcher ja auch zu seinem Recht kommen muß. Was
                    es mir schwer macht, ihn als ein <hi rend="italic">gültiges</hi> Wort anzunehmen, ist
                    einmal dies, daß er mit Voraussetzungen rechnet, die zwar bei <persName ref="kbga-actors-5359">D. St.</persName>
                    zutreffen mögen und sie vielleicht autorisieren, dir so in den Weg zu treten,
                    nicht aber bei N.
                    Und was mir ihn geradezu verhängnisvoll erscheinen läßt, ist dies, daß er N.’s Weigerung, auf
                    deinen Plan einzugehen, geradezu zur Mission macht. Dieser letzte Gedankengang
                    ist mir erst durch <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName> ganz deutlich geworden, die aus den Gesprächen mit N. entnahm, daß sie
                    im Grunde darauf <hi rend="italic">warte</hi>, daß ihr jemand sage, daß sie aus
                        <hi rend="italic">letzten</hi> Gründen nicht von dir dürfe. Das ist nun also geschehen, und
                    zwar eben von einem Menschen, der das sehr gut sagen kann. Nun ist mir auch sehr
                    klar, was <persName ref="kbga-actors-26">Nellys</persName>
                    Brief die gewisse Ruhe gab und was sie mit dem «ernsthaften Grund» sagen
                    wollte. – Lieber Karl, was <hi rend="italic">dazu</hi> zu sagen ist, das wirst du dir
                    selbst sagen. Der Brief war mir darum bewegend, weil er geradezu klassisch
                        <hi rend="italic">die</hi> Stimme aller «Gutgesinnten» darstellt, die sich ja sicher
                    im Chor erheben wird. Und er hat mir deutlicher als alles Bisherige die
                    ungeheure Schwierigkeit dieses Weges gezeigt, auf dem nicht nur die
                    beschwörenden Hände <persName ref="kbga-actors-5359">St.’s</persName>, sondern noch ganz
                    anderer Leute warten. Ausschlaggebend und bestimmend für mich kann und wird nur
                    sein, ob du innerlich zu dem nun eingeschlagenen Weg stehen kannst. Wenn du
                    entschlossen bist, ihn zu gehen, gehe ich mit. Wenn er dir aber durch diese oder
                    jene Stimme doch wieder fraglich werden sollte, so darfst du sicher sein (und
                    das wollte ich dir im Gedanken an eine mutlose Äußerung der letzten Woche noch
                    einmal ausdrücklich sagen), daß ich auch da mitgehe, und zwar nicht nur
                    äußerlich. Es erleichtert die Situation nicht, daß <persName ref="kbga-actors-26">N</persName>. nun <hi rend="italic">diese</hi> Position
                    bezogen hat als gleichsam von Gott in räumliche Nähe verordnet. Aber ich bin
                    überzeugt, wenn du das nicht auch so sehen mußt, daß du dann <persName ref="kbga-actors-5359">D. St.</persName> und
                    ihr gegenüber wohl das Wort finden wirst, dies von dir zu weisen. Zumal mir in
                    den beiden Briefen von <persName ref="kbga-actors-5359">St.</persName><note xml:id="n02"><persName ref="kbga-actors-223">Von Kirschbaum</persName> bezieht hier auch den
                        Brief von <persName ref="kbga-actors-1269">K. Stoevesandt</persName>, ebenfalls vom <date when="1933-04-12">12.4.1933</date>, ein; vgl.
                        <bibl corresp="kbga-bibls-6">Bw.Th. III, <ref type="pub" target="../volume/34/p392#fn_n04">S. 392, Anm. 4</ref>, und <ref type="pub" target="../volume/34/p399#fn_n03">S. 399, Anm. 3</ref></bibl>.</note> der Weg der
                    Scheidung <hi rend="italic">falsch</hi>, d. h. nicht deinem Verständnis dieses Weges
                    entsprechend verstanden scheint. Und ein wenig erschütternd ist mir, wie wenig auch von
                        D. St.
                    die innere Gemeinsamkeit verstanden wird, um die du in deinen Briefen geworben
                    <pb xml:id="p287" ed="pga"/> hattest<hi rend="sup">*</hi>. – Aber das muß jetzt alles so sein. Diese
                    Stimme <hi rend="italic">mußte</hi> ertönen. Und vielleicht ist es gut, daß sie gleich am
                    Anfang ertönt. Ist es nicht doch so, daß <persName ref="kbga-actors-1269">St.</persName> nun auch im besten und feinsten Sinn das
                    Christentum zur Lebensgestaltung brauchen und daß D. St., wenn sie von der
                        «Notgemeinschaft»<note xml:id="n03">Gegenüber den Kindern und engen Vertrauten wurde
                        offen von einer «Notgemeinschaft» zwischen <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> und
                            <persName ref="kbga-actors-26">N. Barth</persName>
                        gesprochen (vgl. dazu <bibl corresp="kbga-bibls-3211">R. Marquard, <hi rend="italic">«daß es Gnade ist, so dran zu sein.» Über die
                            «Notgemeinschaft» Karl Barth, Charlotte von Kirschbaum und Nelly Barth
                            anhand des Briefwechsels zwischen Karl Barth und Eduard Thurneysen
                            1930-1935</hi>, in: ThLZ, Jg. 126 [2001], Sp. 580-589</bibl>).</note>
                    spricht, <hi rend="italic">das</hi> meint, wie ja auch N. es immer meint? Und daß du da
                    notwendig versagen mußt und ich auch? Das, was wir unter Versagen meinen, fällt ja vielleicht damit irgendwie zusammen, und doch, und
                    doch – – – Ach, lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, der Wunsch von <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName>, daß wir jetzt «ausruhen», ist
                    illusorisch. Wir werden vielleicht jahrelang, vielleicht ein Leben lang
                        <hi rend="italic">nicht</hi> ausruhen. Aber das ist ja auch nicht das
                    Wichtigste. –</p>
                <p>Deine Stimme am Telefon klang auch so freudlos. Oder bist du nur befangen dort?
                    Ich rufe morgen abend jetzt <hi rend="italic">nicht</hi> an, weil das nun heute geschah. –
                    Die Nachricht aus <placeName ref="kbga-places-8">Berlin</placeName><note xml:id="n04">
                            <persName ref="kbga-actors-367">K. L. Schmidt</persName> hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> am
                        <date when="1933-04-13">13.4.1933</date> (<ref type="kba-objects-id" target="21393">KBA 9333.204</ref>) von einer vertraulichen Mitteilung des
                        preußischen Hochschulreferenten wissen lassen, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Brief an den
                        kommissarischen preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und
                        Volksbildung <persName ref="kbga-actors-347">B. Rust</persName> vom
                        <date when="1933-04-04">4.4.1933</date> (s. unten <ref type="pub" target="../volume/45/p290#fn_n05">S. 290, Anm. 5</ref>) «einen
                        durchaus guten Eindruck im Ministerium gemacht habe» und er «eine
                        entsprechende Antwort erhalten» solle (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-143">Briefe 1933, S. 112-114</bibl>).</note>
                    ist erfreulich, aber auch das wird den Auftakt bedeuten zu viel
                        <hi rend="italic">Schwerem</hi>. – Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, ich bin müde und sehr traurig, aber
                    ich habe dich lieb.</p>
                <closer>
                    <salute>Deine</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName></signed>
                </closer>
                <postscript>
                    <p><hi rend="sup">*</hi> sondern wie sie dich pädagogisch behandeln zu müssen
                        glauben! <lb/>
                         (Zeig meine Briefe <hi rend="italic">bitte nicht</hi> deiner <persName ref="kbga-actors-18">Mutter</persName>. Sie mißversteht mich ja doch auch nur, wie mir das ja
                        auch in den Briefen von <persName ref="kbga-actors-5359">D. St.</persName> entgegentritt. Du
                        Armer, «blende» ich dir wirklich die Augen?<note xml:id="n05">Anspielung auf eine Wendung aus dem Brief von <persName ref="kbga-actors-5359">D. Stoevesandt</persName>.</note> Und treibt es (lies Lollo) dich jetzt
                        wirklich hemmungslos in diese Richtung?<note xml:id="n06">Anspielung auf eine Wendung aus dem Brief von <persName ref="kbga-actors-1269">K. Stoevesandt</persName>.</note>) <pb xml:id="p288" ed="pga"/>
                        <lb/>Eben waren zwei Studenten, <persName ref="kbga-actors-7443">Stählin</persName><note xml:id="n07"><persName ref="kbga-actors-7443">Leonhard Stählin</persName> (1911–1942),
                            studierte im Sommersemester 1932 bei <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> und wechselte dann
                            für zwei Semester nach Basel; 1934-1938 Verweser, Religionslehrer und
                            Stadtvikar u. a. in München, 1938-1940 Assistent in Halle, ab 1940
                            Kriegsdienst.</note> und sein Freund, zwei Stunden bei mir. Nun schnell
                        auf die Post!!</p>
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