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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 136</title>
        <title type="content">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern</title>
        <title type="citation_line_1">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern, 20. September 1933</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45138 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 136: Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern</title>
          <author ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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        <date type="creation" when="1933-09-20">20. September 1933</date>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
          <placeName ref="kbga-places-43">München</placeName>
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          <persName ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</persName>
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                        von Kirschbaum an B. in
                Bern
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                        [<placeName ref="kbga-places-43">München</placeName>, <date when="1933-09-20">20.9.1933</date>]
                        Mittwoch abend </dateline>
                    <salute>Du lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>,</salute>
                    </opener>
            
                <p> da komme ich schon wieder. Aber ich war heute fast den ganzen Tag mit <persName ref="kbga-actors-22">Joggeli</persName> zusammen, und er ist doch irgendwie so sehr
                        <hi rend="italic">dein</hi> Büblein. – – – <persName ref="kbga-actors-408">Traub</persName> brachte ihn nach einem
                    Museumsbesuch zu Mittag zu uns. Er entzückte meine <persName ref="kbga-actors-7118">Mutter</persName> durch
                    seine Natürlichkeit und Fröhlichkeit, nannte sie sofort «Du» und war wie <pb xml:id="p324" ed="pga"/> zuhause. – Am Nachmittag ging ich dann mit ihm zum Arzt.
                    Der Befund ist der, daß er zwar sehr zart, aber gesund ist und daß es in
                    Anbetracht des schlechten Bonner Klimas
                    zwar nicht <hi rend="italic">unbedingt</hi> notwendig, aber doch eine sehr wünschenswerte
                    Sache wäre, wenn er diesen Winter in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> verbringen dürfte, zumal es
                    wohl vor dem Gymnasium die letzte so günstige Möglichkeit wäre. Er ist ja in
                        <placeName ref="kbga-places-1161">Dürrenroth</placeName><note xml:id="n01">D. h. bei dem Ehepaar <persName ref="kbga-actors-763">Paul</persName> und <persName ref="kbga-actors-7377">Hedwig Schild</persName> (s. oben
                            <ref type="pub" target="../volume/45/p230#fn_n03">S. 230, Anm. 3</ref>).</note> so herzlich
                    eingeladen und möchte seinerseits so brennend gern hin, hat auch zu der Lehrerin
                    dort großes Vertrauen gefaßt. Was meinst du dazu? Ich will es <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> genau
                    mitteilen, was der Arzt sagte. Wenn sie einverstanden ist, könnten ja <persName ref="kbga-actors-316">Ruedis</persName> ihn
                    dann eventuell wieder mit in die Schweiz nehmen? – Uns würde er ja sehr und
                    sicher <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName>
                    besonders fehlen. – Er ist so ein süßer kleiner Kerl. Mein Erscheinen löste
                    etwas Heimweh in ihm aus, und er wollte mich abends nicht ziehen lassen. Die
                    Atmosphäre im Hause <persName ref="kbga-actors-662">Lempp</persName> ist
                    ihm sicher sehr <hi rend="italic">gesund</hi>, körperlich und seelisch, aber vielleicht
                    doch für seine Gemütsbedürfnislein etwas zu einfach. Es gab einige Tränlein, als
                    ich ging, und die Bitte: «Komm morgen wieder» klingt mir sehr in den Ohren. Ich
                    bin ja so schwierig dran mit meiner Zeit. – Aber <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> schreibe ich davon nichts. Er
                    ist im Ganzen scheinbar <hi rend="italic">sehr</hi> fröhlich, sieht <hi rend="italic">gut</hi> aus
                    und vergißt vielleicht sogar leichter, was ihm fehlt, wenn ich nicht zu oft
                    erscheine. – Ich traf auch <persName ref="kbga-actors-275">Georg</persName>
                
                    
                     und – –  <persName ref="kbga-actors-688">Line</persName> noch bei <persName ref="kbga-actors-662">Lempps</persName>. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, es wird <hi rend="italic">sehr
                        schwierig</hi> werden hier. Laß uns fröhlich und geduldig bleiben und – – nicht viel
                    Verständnis erwarten. Ich sprach mit <persName ref="kbga-actors-275">Georg</persName> nur kurz über die Odeonfeier und den <persName ref="kbga-actors-4">Althaus</persName>-Vortrag<note xml:id="n02">Siehe oben 
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p312#fn_n08">S. 312,
                        Anm. 8</ref>.</note>, und sofort war das ganze Elend da. Er begreift uns nicht.
                    Aber er leidet sichtlich. – Daß <persName ref="kbga-actors-688">Line</persName> da ist (seit
                    gestern) erschwert die Lage. Sie hat mir eine kurze, gar nicht gute Antwort auf
                    meinen Brief gegeben. Man darf mit ihr nicht rechten, aber meine Schwingen sind
                    nun etwas gelähmt, und ich habe eigentlich nur mehr den Wunsch,
                    <hi rend="italic">nicht</hi> mehr mit ihr zu reden. – Von <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> erhoffen sie scheinbar
                        <hi rend="italic">beide</hi> eine Hilfe. Und das ist mir auch eher unheimlich. – Ach
                    gelt, wir wollen nicht zu viel Kraft an diese Auseinandersetzung wenden. Ich habe etwas Angst
                    um dich und muß ja doch auch wieder keine haben, gelt? Du bist ja im Grunde so
                    viel eindeutiger und geborgener dran als <pb xml:id="p325" ed="pga"/> der
                        <hi rend="italic">arme</hi>
                    <persName ref="kbga-actors-275">Georg</persName>. – – Was dann noch an
                    Problemen aufleben mag im Dreieck <persName ref="kbga-actors-316">Ruedi</persName>
                        - <persName ref="kbga-actors-688">Line</persName>
                        - <persName ref="kbga-actors-7188">Hertha</persName> oder im Gegenüber <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName>
                        - <persName ref="kbga-actors-688">Line</persName>, das wollen wir den
                    Sternen überlassen. Sehr schmerzlich wäre mir, wenn aus irgend einem Grunde aus
                    dem Treffen in <placeName ref="kbga-places-1163">Lindau</placeName><note xml:id="n03">
                            In <placeName ref="kbga-places-1163">Lindau</placeName> wollten
                        sich <persName ref="kbga-actors-316">Pestalozzis</persName>, <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> am <date when="1933-09-29">29.9.1933</date> mit <persName ref="kbga-actors-223">von
                        Kirschbaum</persName> treffen, um die Lage zu besprechen und dann gemeinsam nach
                        <placeName ref="kbga-places-43">München</placeName> zu reisen. Mit <persName ref="kbga-actors-1620">H. Gollwitzer</persName>, der zu dieser Zeit in Lindau im Haus seiner Eltern
                            
                         an seiner Dissertation arbeitete (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-6">Bw.Th. III, <ref type="pub" target="../volume/34/p426#fn_n05">S. 426,
                        Anm. 5</ref></bibl>), war ein Mittagessen geplant (s. oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p313#p313">S. 313</ref>.</note> nichts würde. Es wird
                        <hi rend="italic">sehr</hi> nötig sein, sich vorher zu verständigen, ehe man den
                    Kriegsschauplatz hier
                    betritt. – –</p>
                <p>
                    <persName ref="kbga-actors-408">Träublein</persName> hat
                    mir das Heft «<bibl corresp="kbga-bibls-328">Junge Kirche</bibl>» geliehen, das <persName ref="kbga-actors-249">Liljes</persName> Antwort<note xml:id="n04">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-3236"><persName ref="kbga-actors-249">H. Lilje</persName>, <hi rend="italic">Theologische Existenz und
                            kirchliches Handeln. (Gedanken zu Karl Barths Schrift «Theologische
                            Existenz heute!»)</hi>, in: JK, Jg. 1 (1933), S. 137-147</bibl>.</note>
                    enthält. Ich fand sie ganz sympathisch, nur eigentlich keine
                        <hi rend="italic">Entgegnung</hi>, und darum auch nicht ganz notwendig. Aber ich
                    konnte sie nur überfliegen. – Ich lege dir eine Korrespondenz bei zwischen <persName ref="kbga-actors-9564">Ranke</persName>-Breslau und <persName ref="kbga-actors-408">Traub</persName>.<note xml:id="n05">Nicht erhalten. Wahrscheinlich handelte es sich um
                        eine Auseinandersetzung über die Erklärung der <orgName ref="kbga-actors-6005">Jungreformatorischen Bewegung</orgName>
                        Schlesiens vom 4.8.1933, in der deren Führung ankündigte, «in die
                        <orgName ref="kbga-actors-8309">Glaubensbewegung ‹Deutsche Christen›</orgName> einzutreten», und «einen kleinen Kreis
                        uns, wie wir meinen, nahestehender jüngerer Geistlicher» fragte, ob sie sich
                        «an diesem Schritt beteiligen» wollten. Die Erklärung ist u. a.
                        unterzeichnet von <persName ref="kbga-actors-9564">Hansjürg Ranke</persName> (1904–1987), damals Konsistorialassessor in
                        Breslau. Ranke, an den
                        die Anmeldungen gehen sollten, wird bei den Unterschriften als
                        «Ranke-Breslau» aufgeführt (s. <bibl corresp="kbga-bibls-1227">E. Hornig, <hi rend="italic">Die Bekennende Kirche in Schlesien 1933-1945.
                            Geschichte und Dokumente</hi> [AGK. E 10], Göttingen 1977, S. 78f.</bibl>;
                        vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-143">Briefe 1933, S. 448 und S. 355, Anm. 10</bibl>).</note> Er hat sich doch ganz
                    tapfer geschlagen? Ach weißt du, man ist so froh um jeden
                        <hi rend="italic">metallenen</hi> Ton inmitten dieser bayerischen Sauce. – Aber wehe,
                    das darf ich bei <persName ref="kbga-actors-275">Georg</persName> nicht
                    sagen! –</p>
                <p> Bist du an der Arbeit für <placeName ref="kbga-places-133">Meiringen</placeName>?<note xml:id="n06">Siehe oben
                    <ref type="pub" target="../volume/45/p322#fn_n15">S. 322, Anm. 15</ref>.</note>
                    <hi rend="italic">Lieber</hi>, ich habe Heimweh nach dir. – Zuhause geht es merkwürdig friedlich, und wir
                    leben alle wohl daran. Aber ich
                    weiß so <hi rend="italic">gut</hi>, wo ich hingehöre. Und als <persName ref="kbga-actors-22">Joggeli</persName> heute
                    an unserem Tisch saß, da war’s wie ein Stücklein Heimat.</p>
                <closer>
                    <salute>Deine</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-223">L.</persName></signed>
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