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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 180</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Oeynhausen</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Oeynhausen, 15. Januar 1935</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45182 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 180: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Oeynhausen</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum, 15. Januar 1935. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/25537">KBA 9272.143</ref>. </bibl>
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          <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                    180
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                        Barth an  v.K. in Bad
                Oeynhausen
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                 <opener>
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                        <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName>, den <date when="1935-01-15">15.1.1935</date>
                    </dateline>
                    <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                  </opener>
            
                <p> Seit ich heute morgen am Radio das Abstimmungsergebnis<note xml:id="n01">Siehe zur
                        Abstimmung über die Rückgliederung des <placeName ref="kbga-places-1644">Saarlandes</placeName> in das Deutsche Reich oben
                    <ref type="pub" target="../volume/45/p423#fn_n06">S. 423, Anm. 6.</ref>
                        </note> hörte, sitze und
                    laufe ich wie geschlagen herum. Wieder hat sich <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> – und diesmal
                    offenkundig in Freiheit<note xml:id="n02">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-3373"><persName ref="kbga-actors-9318">D. Muskalla</persName>, <hi rend="italic">NS-Politik an der Saar
                            unter Josef Bürckel.
                            Gleichschaltung – Neuordnung – Verwaltung</hi> (Veröffentlichungen der
                        Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 25),
                        Saarbrücken 1995, S. 50</bibl> resümiert freilich: «Sicherlich hatte die
                        Abstimmungskommission» des Völkerbundes «für einen ungestörten Wahlablauf
                        sorgen können sowie für die technische Seite einer freien Entscheidung
                        selbst; doch hatte sie die zahlreichen Beeinflussungen der Wähler, vor allem
                        durch die Organe der nationalsozialistischen Seite, nicht zu unterbinden
                        vermocht.»</note> – dieser Sache verschrieben und befindet sich, wie am
                    Radio dauernd vernehmbar, in größtem Jubel darüber. Es macht so müde und elend,
                    daran zu denken. Und alle die Reden, die ich am Samstag in aller Aufrichtigkeit
                    und, wie du aus <persName ref="kbga-actors-521">Christs</persName> Brief<note xml:id="n03">Zum Brief von <persName ref="kbga-actors-521">Lukas Christ</persName> s. oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p420#fn_n06">S. 420, Anm. 6.</ref>
                        </note> siehst, nicht ohne
                    Erfolg gehalten über die Notwendigkeit, dort auszuharren, werden mir
                    nachträglich so fad im Mund angesichts der
                    Tatsache, daß dieses Volk nun einmal doch unbelehrt und unbelehrbar [in]<note xml:id="n04">Durch Lochung unleserlich.</note> sein Verderben
                    rennen will. Wie mag
                        <pb xml:id="p426" ed="pga"/> sich dieser Tag auf euer Zusammensein und Beraten in
                    <placeName ref="kbga-places-920">O[eynhausen</placeName>] auswirken? ­Ich denke immer wieder
                    dorthin, sehe dich mit der Bibel und den Bekenntnisschriften vor dir im
                    Bruderkreis sitzen und frage mich, ob der Geist der Rede schon über dich
                    gekommen ist. – Wir hatten gestern einen
                    freundlichen Abend hier: <persName ref="kbga-actors-27">Peter</persName>,
                        <persName ref="kbga-actors-669">Kari</persName>, <persName ref="kbga-actors-24">Markus</persName>, <persName ref="kbga-actors-18">Mama</persName>
                     und ich, bei dem sogar Studentenlieder gesungen wurden! Markus befindet sich in gewisser Spannung zu
                    seinen Onkeln: Teils weil er wohl tatsächlich oft etwas vorschnell, altklug in
                    Vertretung seines Vaters Urteile fällt, teils weil er mit Recht gegen eine
                    gewisse allzu schweizerische Abwertung deutscher Probleme tapfer Front macht. Er
                    wirkt in seiner weißen Mütze<note xml:id="n05">Die Mütze der Berner
                        Studentenverbindung «<orgName ref="kbga-actors-2687">Zofingia</orgName>» (s. <bibl corresp="kbga-bibls-218">V.u.kl.A. 1905-1909, <ref type="pub-" target="../volume/21/p085#p085">S. 85f.</ref></bibl>).</note>
                    sehr adrett und niedlich. Weißt du, wer sehr wenig dafür ist, daß ich nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>
                        gehe? Mein
                    Bruder <persName ref="kbga-actors-23">Heinrich</persName>,
                    den ich am Sonntag besuchte, um von ihm zu vernehmen, daß er vor der «Dynamik»
                    meiner Tätigkeit – eine «Stadtgemeinde» wie <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> dürfe nicht so erschüttert
                    werden – richtig Angst hat: Schwächere Geister würden von mir an die Wand
                    gedrückt werden, obwohl sie doch auch manche Anliegen hätten usw.! <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> raste, als er von
                    diesem Gespräch hörte. Denk, die Post, die du mir hieher senden wolltest, ist
                    noch nicht gekommen. ­Das Material für die
                        Broschüre<note xml:id="n06">Siehe oben
                            <ref type="pub" target="../volume/45/p413#fn_n02">S. 413, Anm. 2.</ref>
                        </note> mag dort liegen
                    bleiben, wo es liegt. Sollte es nicht besser sein, wenn ich mich aus diesem
                    ganzen Streit wieder herausziehe? Aber den <persName ref="kbga-actors-2482">Reisner</persName><note xml:id="n07">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p413#fn_n03">S. 413, Anm. 3.</ref>
                        </note>
                    bekomme ich gerne. <persName ref="kbga-actors-27">Peter</persName> scheint
                    es gestern gelungen zu sein, das Gespräch über «uns» an einer entscheidenden
                    Stelle zu stoppen. Hoffentlich auf die Dauer. Sonst muß es eben weitergehen.
                    Diese Sache gehört hier wirklich zu meinen kleineren Sorgen.</p>
                <p> Ich muß noch viel Anderes schreiben. Von <placeName ref="kbga-places-216">Grindelwald</placeName> aus komme ich dann wieder,
                    sobald es geht. Möchte ich doch bald <hi rend="italic">viel</hi> von dir zu hören
                    bekommen. In der ganzen <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> liegt tiefer Schnee. Ob du dich nicht vielleicht am Sonntagabend von <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName>
                    mitnehmen lässest in dieses Land?</p>
            <closer>
                    <salute>Dein (<hi rend="italic">sehr</hi> Dein)</salute> <signed>
                        <persName ref="kbga-actors-2151">K.</persName>
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