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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 195</title>
        <title type="content">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel</title>
        <title type="citation_line_1">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel, 27. Januar 1935</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45197 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 195: Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel</title>
          <author ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
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                <dateline rend="sender">
                        von Kirschbaum an  B. in
                Basel
                    </dateline>
            
                 <opener>
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                    <salute>Mein <hi rend="italic">lieber</hi> <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>!</salute>
                  </opener>
            
                <p> Auch die Sonntagspost hat mir einen Brief von dir gebracht. Dafür bin ich dir
                    sehr dankbar. Man spürt ihm an, daß du in <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName> wieder viel mehr im Hin und Her der
                    Fragen steckst und die ganze Unruhewelle wieder an dich brandet, die in <placeName ref="kbga-places-216">Grindelwald</placeName> einen
                    Augenblick lang dich nicht so laut erreichte. Laß dir das bißchen Erholung nicht
                    ganz schnell wieder zerstören. Daß du gern nun <hi rend="italic">klaren</hi> Weg vor dir
                    sehen möchtest, das verstehe ich. Aber gerade da scheint noch ein wenig
                        <hi rend="italic">Geduld</hi> gefordert. Du siehst aus <persName ref="kbga-actors-5488">Hu[mburg]s</persName> Brief<note xml:id="n01">
                            <persName ref="kbga-actors-5488">Humburg</persName> schrieb am
                            <date when="1935-01-26">26.1.1935</date> an <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> (<ref type="kba-objects-id" target="25642">KBA 9335.108</ref>): «Ich bin in der Angelegenheit
                        [scil. der Berufung gegen das Kölner Urteil] bemüht, soviel ich kann, und
                        glaube, sagen zu können, daß auch Dr. <persName ref="kbga-actors-6416">Fiedler</persName> und Reichsgerichtsrat <persName ref="kbga-actors-119">Flor</persName> die Sache mit ganzem
                        Ernst in die Hand genommen haben.»</note> an mich, daß sie dort die Waffen
                    noch nicht strecken und so lange kannst und darfst du es ja wohl auch nicht. –
                    Eine andere Frage ist die, ob du die Entscheidung <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName>/<placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> nicht
                        <hi rend="italic">vorher</hi>, wenigstens <hi rend="italic">bedingt</hi> treffen kannst. Vielleicht ist es gut, wenn du dann gerade am Sonntag schon
                    die Reformierten in <placeName ref="kbga-places-5">Ba.</placeName> siehst
                    und sprichst. <persName ref="kbga-actors-5489">Immer</persName> wird
                        <hi rend="italic">sehr</hi> froh sein, daß du die Predigt übernimmst. –
                        <persName ref="kbga-actors-1044">Hesses</persName> Brief kam
                    heute morgen «Zur Krisis im Reichsbruderrat»<note xml:id="n02">
                            <hi rend="italic">Zur Krise im
                                Reichsbruderrat. Gedanken am 25. Januar 1935</hi> (<ref type="kba-objects-id" target="88416">KBA 16778</ref>). <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> forderte er am Schluß:
                            <hi rend="italic">«Praktisch</hi> wird es jetzt notwendig sein, daß wir in unserem
                            <hi rend="italic">Fünferkreis»</hi> uns «am Abend des 3. Febr. und wenn nötig auch
                        noch am Montag, den 4. Febr. in <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> oder <placeName ref="kbga-places-197">Elberfeld</placeName> zusammensetzen und
                        unter uns Fünfen» über die Frage beraten, ob «die Abgesonderten» «ein
                            <hi rend="italic">geistliches Recht zur Absonderung</hi> hatten und ob sie
                        überhaupt von sich aus aus dem Bruderrat austreten konnten». In der
                        Konsequenz werde man dann «auf alle Fälle» «mit stärkstem Nachdruck die
                        Einberufung einer Bekenntnissynode im Februar gemeinsam zu fordern haben».
                        «Sie hat dann über die Haltung des Bruderrates und der von seiner Mehrheit
                        beschlossenen Kirchenleitung zu entscheiden und muß sich darüber klar
                        werden, ob die Bekenntnisgemeinschaft die Linie von <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> und <placeName ref="kbga-places-804">Dahlem</placeName> weiter
                        verfolgen will ­- oder nicht!»</note>. Ich schicke ihn dir noch, weil er dir
                    vielleicht für deine Entscheidung zum Fünferrat nicht unwichtig ist. –</p>
                <p><pb xml:id="p473" ed="pga" rend="noPipe"/>­Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, wegen mir mußt du dir <hi rend="italic">keine</hi> Sorgen machen. Ich habe
                    gestern sogar schon die Briefe geordnet, die immer noch da lagen und komme durch
                    die völlige Ruhe schneller in die Höhe, als ich dachte. Wenn morgen <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName> wieder
                    heimkommt, wird es wieder viel anstrengender sein. Ich wollte so, sie blieben
                    bei dem schönen Schneewetter noch länger dort! – Daß du an <persName ref="kbga-actors-911">Bockemühl</persName><note xml:id="n03">Siehe oben <ref type="pub" target="45193">S. 
                                464</ref>
                            und
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p469#p469">S. 469
                            </ref>.</note>
                     berichtigend schriebst, beruhigt mich sehr. Ich hatte auch den
                    Eindruck: Jetzt gleitet die Sache ganz ab!, war aber zu müde, schriftlich lang
                    zu erklären, und ließ nur eine kleine Warnung an <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> ab. –</p>
                <p> Prof. <persName ref="kbga-actors-431">Wolf</persName> kommt am
                    Mittwoch wohl rasch zu dir nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>. Ich mußte ihm gestern deine Karte
                    vorlesen, die Leute stolpern immer wieder an der Schrift. – Er meinte, das
                    Schönste wäre, wir könnten zusammen im Rheingold nach Süden eilen!! Nein, aber
                    bis <placeName ref="kbga-places-529">Koblenz</placeName> komme ich dir am Freitag entgegen und freue mich darauf. Du nimmst
                    sicher den 11 h Zug ab <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>, der ist um 6 h dort. Ist dir das recht? –</p>
                <p> Gestern mittag war <persName ref="kbga-actors-110">Eras</persName> da und
                    saß dann noch ziemlich lange bei mir. Sie gehen jetzt unter sich deine Predigtübungen<note xml:id="n04">Siehe oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p237#fn_n10">S. 237, Anm. 10</ref>.</note> durch, und wir
                    diskutierten die Frage der Katechismus-Predigt<note xml:id="n05">In
                        seinen «Übungen in der Predigtvorbereitung» hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> eingeprägt: «Die
                        Predigt hat <hi rend="italic">biblische</hi> Predigt zu sein.» Die Betonung «der Norm
                        der in der Kirche geltenden Bekenntnisse» bedeute nicht, «daß es darum geht,
                        die Bekenntnisse (Symbole, Augustana usw.) durchzupredigen» (s. <bibl corresp="kbga-bibls-288"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>,
                            <hi rend="italic">Homiletik. Wesen und Vorbereitung der Predigt,</hi> Zürich 1985<hi rend="sup">2</hi>,
                        S. 47.49</bibl>).</note>, die Lic. Gräber<note xml:id="n06">Lic. <persName ref="kbga-actors-8340">Martin Graeber</persName> (1886–1959), damals
                        Pfarrer in Wuppertal-Barmen. Vielleicht ist aber Pfarrer <persName ref="kbga-actors-5975">Friedrich Graeber</persName> aus Essen
                            gemeint (s. oben <ref type="pub" target="../volume/45/p341#fn_n24">S. 341, Anm. 24</ref>), der im Rahmen
                        der theologischen Kurse der Evangelischen Bekenntnissynode im Rheinland in
                        Wuppertal-Barmen Homiletische Übungen leitete.</note> ihnen als erlaubt und
                    unter Umständen geboten darstellte. Dann erzählte er mir noch interessant vom
                    Dänen <persName ref="kbga-actors-325">
                            <hi rend="italic">Prenter</hi></persName>.<note xml:id="n07"><persName ref="kbga-actors-325">Regin Prenter</persName> (1907–1990),
                        studierte vom Wintersemester 1933/34 bis zum Wintersemester 1934/35 in Bonn;
                        ab 1935 Pfarrer in Hvilsager, ab 1940 in Aarhus, ab 1945 o. Professor für
                        Dogmatik und Symbolik in Aarhus – <persName ref="kbga-actors-325">R. Prenter</persName> übersetzte die Nachschriften von Barths «Übungen in
                        der Predigtvorbereitung» vom Sommersemester 1933 in Bonn: <bibl corresp="kbga-bibls-3358"><hi rend="italic">Professor
                            D. Karl Barths Øvelser Praedikens Forberedelse.</hi> En homiletisk
                        Øvelse afholdt ved Universetetet i Bonn Sommeren 1933. Bearb. og udg. af
                        Werner Deggeller. Oversat til Dansk af Regin Prenter. (Trykt som
                        Manuskript), København. Theologisk Oratorium, 1938.</bibl></note> Mein sachliches
                        <pb xml:id="p474" ed="pga"/> Mißtrauen scheint doch irgendwie bestätigt. Er ist
                    ein kluger, aber labiler Geist. – <persName ref="kbga-actors-110">Eras</persName> selbst ist <hi rend="italic">sehr nett</hi>. Er kommt am nächsten Samstag
                    mittag wieder und freut sich <hi rend="italic">sehr</hi> auf dich.</p>
                <p> Der Tag begann heute für mich mit einem pädagogischen Problem: <persName ref="kbga-actors-25">Matthis’</persName> Kirchgang. Er war ganz von sich aus gerüstet dazu,
                    frühstückte aber so seufzend mit mir, daß ich ihn fragen mußte, was los sei.
                    «Ach, es ist doch schrecklich, daß ich nur in die Predigt gehe, weil ich dem
                    Kindergottesdienst davonlaufen möchte, und im Grunde ginge ich am liebsten weder
                    hierhin noch dorthin.» – Ich habe ihn dann da gelassen. Ob es recht war, weiß
                    ich nicht. Aber es widerstrebt mir zu sehr, den Kirchgang so zu verhängen. –</p>
                <p>Grüße <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> und <persName ref="kbga-actors-1285">Marguerite</persName>, natürlich auch <persName ref="kbga-actors-5802">Fränzeli</persName> und <persName ref="kbga-actors-438">Max</persName>. Und hab gute Tage
                    in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>. Ob du <persName ref="kbga-actors-316">Ruedis</persName> noch einmal siehst? – Behüt dich Gott, <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>.
                        <hi rend="italic">Bald</hi> sehen wir sicher Alles wieder klar vor uns. – Es grüßt
                    dich</p>
                <closer>
                    <salute>deine</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-223">L.</persName></signed> 
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