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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 204</title>
        <title type="content">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth auf dem Bergli</title>
        <title type="citation_line_1">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth auf dem Bergli, 26. Juni 1935</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45206 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 204: Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth auf dem Bergli</title>
          <author ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
          <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>
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                    204
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                        von Kirschbaum an  B. auf dem Bergli
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                        <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>, <date when="1935-06-26">26.6.1935</date>
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                    <salute>Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>!</salute>
                </opener>
            
                <p> Nun habe ich – leider – doch nicht mit den Studenten reiten können, sondern mußte statt dessen zum – Arzt. Aber
                    erschrick nicht: ein Stich, den ich noch im <placeName ref="kbga-places-1265">Törli</placeName> ins Genick bekam, benimmt sich
                    wohl infolge verschiedener Rußstäublein sehr schlecht, ist dick angeschwollen
                    und beeinträchtigt etwas meine Lebensfreude. Nach tagelangen Umschlägen ohne
                    Erfolg bin ich nun zu Dr. Kill
                    gewandert, der die Sache nicht schlimm befand, nur die Stelle sehr unangenehm
                    nahe des Kopfes, und der mich nun zu Bestrahlungen bei Frl. v. Bülow schickt, die zwei-dreimal
                    nötig sein werden.
                    Er war <hi rend="italic">sehr</hi> nett, ist
                    geladen mit dem Kirchenstreit, läßt dich grüßen und dir sagen: es sei die einzig
                    wahre Lösung, daß du nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> gehest. Damit
                    bleibe wenigstens <hi rend="italic">deine</hi> Linie sauber, und das helfe
                        <hi rend="italic">viel</hi>, mehr als ein zweideutiges Bleiben. Außerdem bittet er
                    dich um einen wöchentlichen Rundfunkvortrag für die Gemeinde in
                    <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>!!</p>
                <p> Außerdem war ich heute morgen beim Spediteur und besprach den Umzug. Das ist Alles
                    sehr klar und einfach. Die Bücher sind doch besser in Kisten verpackt – sie
                    haben dort sehr schöne, saubere mit Schließdeckeln – als in den Gestellen. Ich
                    habe mir beides besehen. Er schickt wohl schon nächste Woche ½ Tag zwei Männer,
                    die dann unter meiner Aufsicht die liebe Studierstube versorgen für den
                    Transport. In meine große Holztruhe lege ich zu meinen Winterkleidern deine
                    Briefe, bzw. Durchschläge. Bis dahin habe ich dann wohl auch alle
                    Abmeldungsgeschäfte versehen und denke, mit <persName ref="kbga-actors-22">Joggeli</persName> den
                    Anderen vorauszufahren aufs <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>. Ich muß den Tag freilich noch offen lassen.
                        <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> braucht
                    doch sehr nötig jemand, der ihr alle immer wieder aufsteigenden wirklich
                    unnötigen Sorgengebilde zerstreut. Ich bin nicht «aggressiv und ungeduldig», und so
                    meinte sie gestern abend, es sei doch gut, daß ich jetzt hier sei. Es ist ganz
                    rührend, mit welcher hilflosen Angst sie dem äußeren, technischen Lebensgang
                    gegenübersteht! –</p>
                <p><pb xml:id="p497" ed="pga" rend="noPipe"/> Eben war <persName ref="kbga-actors-3323">Werner Koch</persName><note xml:id="n01">
                            <persName ref="kbga-actors-3323">Werner Koch</persName> (1910–1994), Studium der Theologie in Marburg, Tübingen,
                        Paris und Bonn (bei <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>), anschließend Besuch des (illegalen)
                        Predigerseminars unter der Leitung von <persName ref="kbga-actors-50">Dietrich Bonhoeffer</persName> in Finkenwalde/Pommern,
                        1935-1936 Vikariat in Wuppertal-Barmen, gleichzeitig Berichterstatter für
                        die ausländische Presse über den Kirchenkampf, November 1936 Verhaftung,
                        1937-1938 im <placeName ref="kbga-places-908">KZ Sachsenhausen</placeName>, nach der Entlassung Hilfsredakteur beim
                        Evangelischen Preßverband Rheinland, 1939-1945 Dolmetscher und Frontsoldat
                        in der Wehrmacht, März 1945 Desertion nach England und Lagerpfarrer im
                        Kriegsgefangenen-Sonderlager Ascot, 1947-1969 Pfarrer in Berlin, Espelkamp
                        und Netphen, 1972 mit einer Arbeit über <persName ref="kbga-actors-3266">Gustav Heinemann</persName> in Paris zum Dr. theol.
                        promoviert. Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-3387">W. Koch,
                            <hi rend="italic">«Sollen wir K. weiter beobachten?» Ein Leben im Widerstand</hi>,
                            Argenbühl-Christazhofen, 1993<hi rend="sup">2</hi>.</bibl></note> da, um mir
                    einen Aufsatz für die 
                            <orgName ref="kbga-actors-4868">N. Z. Z.</orgName> vorzulesen, ehe
                    er ihn abgehen läßt.<note xml:id="n02">Der Aufsatz ist im Jahre
                        1935 nicht in der <orgName ref="kbga-actors-4868">Neuen Zürcher Zeitung</orgName> (NZZ) erschienen.</note> Ich bin
                    nicht <hi rend="italic">ganz</hi> einverstanden, Einiges ließ sich noch korrigieren und
                    differenzieren. – Jetzt ist <persName ref="kbga-actors-22">Joggeli</persName>
                    eingetroffen zum Lateinlernen. Dann geht es zu Frl. v. Bülow. Für <placeName ref="kbga-places-817">Honnef</placeName> am Abend langt es trotz <persName ref="kbga-actors-408">Traubs</persName>
                    lateinischer Einladung nicht mehr.<note xml:id="n03">
                            <persName ref="kbga-actors-408">Traub</persName> hatte
                        <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> auf einer Briefkarte o. D. (<ref type="kba-objects-id" target="26436">KBA 9335.543</ref>) gebeten zu einer
                        der Jona-Bibelstunden zu kommen («<foreign xml:lang="lat">ut Jonam Prophetam studeamus cum
                        studentibus theologiam, sacram scientiam</foreign>»).</note> Aber <persName ref="kbga-actors-7642">Hesse</persName> will morgen noch eine
                    Fortsetzung des gestrigen Gespräches hier haben. –</p>
                <p>
                        <hi rend="italic">Vielleicht</hi> langt es noch zu einem Ankauf von schönen Stühlen für das
                    Studierzimmer. Und ein helles Leinenjäckchen, ein schönes, habe ich dir heute besorgt. Nun hast du
                    drei gute. Die alten zu engen gehen an <persName ref="kbga-actors-24">Markus</persName> über. –</p>
                <p> Und noch dies, daß das Telefon gestern hier keinen Schatten warf. <persName ref="kbga-actors-26">N.</persName> ist erfreut über
                    die prompte Lösung<note xml:id="n04"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hatte bereits am 25.6.
                        ein Haus in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> mieten können.</note> und hat die Fahrt nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> unter
                    diesen Umständen anscheinend nicht schwer geopfert. – Behalte doch auch sehr im
                    Auge, daß sie nach gelungenem Umzug möglichst bald mit den Buben in
                    Ferien geht. –</p>
                <p>Gelt, das sind wirklich ganz hauswirtschaftliche Mitteilungen? Alles Andere ist
                    hier in den Hintergrund gedrängt, aber dafür nur umso wahrer. –</p>
                <p><pb xml:id="p498" ed="pga" rend="noPipe"/> Grüße das <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>. Ob <persName ref="kbga-actors-1082">R. Karwehl</persName> noch dort ist? Eben lese ich in den <orgName ref="kbga-actors-5804">B. N</orgName>. deine
                    offizielle Berufung. Nun also doch Homiletik?<note xml:id="n05">Die <bibl corresp="kbga-bibls-3356">Basler Nachrichten, Jg. 91, Nr. 171</bibl> vom <date when="1935-06-25">25.6.1935</date>, meldeten: «Auf den
                        Bericht des Erziehungsdepartements wird Herrn Prof. D. Karl
                            <hi rend="italic">Barth</hi> […] unter Verleihung von Titel und Rechten eines
                        ordentlichen Professors an der hiesigen Universität ein <hi rend="italic">Lehrauftrag
                            für systematische Theologie und Homiletik</hi> erteilt.»</note>
                    </p>
                <p> ­Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, ich habe sehr Sehnsucht, wieder bei dir zu sein.
                    </p>
            <closer>
                    <salute>Deine</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-223">L</persName>.</signed>
            </closer>
                <postscript>
                    <p>
                        <persName ref="kbga-actors-5488">Humburg</persName><note xml:id="n06">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p486#fn_n08">S. 486
                            , Anm. 8</ref>.</note>,
                        ach je, gelt? Nun ist es wirklich <hi rend="italic">genug</hi> des grausamen
                            Spiels.<note xml:id="n07">Wendung aus <bibl corresp="kbga-bibls-910 "><persName ref="kbga-actors-764">Fr. von Schillers</persName>
                            Gedicht «Der Taucher»</bibl>.</note>
                    </p>
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