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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 209</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn, 30. Juni 1935</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45211 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 209: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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          <persName ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</persName>
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                        Barth an  v.K. in Bonn
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                    <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                  </opener>
            
                <p>Es kann sich nur um ein paar Begleitworte zu den Briefen handeln, die ich dir
                    hier zu lesen geben möchte.</p>
                <p> O Lollo, ich bin gestern doch richtig erschrocken, als ich plötzlich hören
                    mußte, daß fremde Menschen nun so einfach an dir herumgeschnitten haben bzw. daß du
                    doch so übel dran warst, daß dies nötig wurde. Hoffentlich befindest du dich nun
                    in einer wirklichen und kräftigen Genesung! Wie traurig, daß ich sie nur von
                    Weitem miterleben kann! Überhaupt, wie traurig diese so unerwartet lange
                    Trennung, die sich ja nach dem, was mir <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> eben am Telephon sagte, nun
                    noch einmal verlängern wird. Aber gelt, da du nun einmal krank bist und wieder gesund
                    werden mußt, willst und wirst du auch in jeder Hinsicht vernünftig sein, gar
                    nicht Schwester <persName ref="kbga-actors-9590">Elise</persName>, sondern
                    fügsam und willig gegenüber den Ratschlägen, die der Arzt dir gibt. Selbst
                    wenn du nun eben die Bücher nicht selber solltest packen können. Selbst wenn deine Rückkehr aufs
                    <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> – wo jemand dich <hi rend="italic">sehr</hi> sehnlich erwartet – dadurch
                    verzögert werden sollte. Entscheidend ist nun nur, daß du wieder ganz gesund
                    wirst. Und vergiß ja nicht, mich so oder so genau über deinen Zustand auf dem
                    Laufenden zu halten.</p>
                <p> Die Bücher sind noch nicht eingetroffen. Infolgedessen verbringe ich einen guten
                    Teil meiner jetzigen Lebenszeit auf dem Rücken von Pferden! O du, ein ganzer kleiner Pferdehimmel hat sich
                    hier aufgetan, schöner als ich es mir je gedacht, und nur eben dies fehlt, daß
                        <pb xml:id="p503" ed="pga"/> Lollo auch mittut. Ich habe mich bereits genau mit
                    den Leuten verständigt, daß du dann den Schimmel besteigen wirst, den ich jetzt
                    reite, während für mich verschiedene andere Möglichkeiten bestehen. Du mußt
                    damit rechnen, daß das Tier, wenn es erst einmal munter geworden ist, viel mehr
                    Initiative entfaltet und also eine viel energischere Faust verlangt als unsere
                    Bonner Tierlein. Du hast aber irgendwelche Bosheiten oder Aufgeregtheiten von
                    diesem Schimmel schlechterdings nicht zu erwarten, sondern er wird tun, was du
                    willst, aber du mußt es ihm mit deinen Händlein und Beinlein deutlich zu
                    verstehen geben. Wir werden dann womöglich das erste Mal ganz allein reiten, damit du in keiner Weise
                    erschreckt wirst. Denn mit dem lieben <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName> ist es hinsichtlich
                    des plötzlichen Davonstürmens nun einmal immer noch so eine Sache! Denk an, am
                    Freitag nach dem großen theologischen Gespräch<note xml:id="n01">Gespräch mit <persName ref="kbga-actors-63">E. Brunner</persName>,
                        der sich am Freitag, <date when="1935-06-28">28.6.1935</date>, zu einem Tagesbesuch auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>
                        aufhielt (s. <bibl corresp="kbga-bibls-76">Bw.Br., <ref type="pub-" target="../volume/33/p283#p283">S. 283-288</ref></bibl>).</note> hat dann noch ein Ritt zu viert:
                        Rudi, <persName ref="kbga-actors-1082">Richard Karwehl</persName>, ich und … <persName ref="kbga-actors-63">Emil</persName> stattgefunden, und diese Sache ist, wie es sich gehört, in
                    zahlreichen Aufnahmen verewigt
                        worden.<note xml:id="n02">Siehe <bibl corresp="kbga-bibls-76">Bw.Br., S. XXVII</bibl>.</note>
                    Nachher brachten wir Emil im
                    Auto nach seinem Klusdörfli, und noch später sah man uns dann zu dritt in einem
                    dunklen Garten am See zwei Flaschen von dem vortrefflichen Dôle trinken zur Feier des Abschieds von Richard.</p>
                <p>
                        Die Diskussion mit <persName ref="kbga-actors-63">Brunner</persName> war jedenfalls nicht ungut. Er hatte den
                    Pfr. <persName ref="kbga-actors-1257">Spörri</persName><note xml:id="n03">
                            <persName ref="kbga-actors-1257">Gottlob Spörri</persName> (1899–1990), Lic. theol., nach
                        Pfarramt in Seengen (Kt. Aargau) 1929-1937 Kantonshelfer und Religionslehrer
                        an den kantonalen Mittelschulen, 1941 Gründer und bis zu seinem Tod Leiter
                        der Diakonischen Schwesternschaft Braunwald (Kt. Glarus).</note>
                    mitgebracht, und ich setzte darauf den wackeren <persName ref="kbga-actors-1082">Richard</persName> neben mich als meinen Sekundanten. Das
                    Ganze spielte sich am Waldrand ab. Am Morgen wurde über den hl. Geist, am Nachmittag über Natur
                    und Gnade<note xml:id="n04">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p362#fn_n03">S. 362,
                        Anm. 3.</ref>
                        </note> geredet, doch gingen die Dinge natürlich immer ineinander
                    über. Ob mir etwas gelungen ist? Jedenfalls eine gewisse Aufweichung seiner
                    persönlichen Haltung. Aber irgendwo spinnt er und wird er schwerlich ganz zu heilen
                        sein.
                    </p>
                <p><pb xml:id="p504" ed="pga" rend="noPipe"/> Aus dem beiliegenden Briefwechsel mit der Basler Fremdenpolizei
                    kannst du sehen, wie ich dich der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> vorgestellt habe<note xml:id="n05">
                            Der Fremdenpolizei des Kantons
                        Basel-Stadt teilte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in seinem Schreiben vom <date when="1935-06-27">27.6.1935</date> mit, daß er «am
                        25. 6. vom Regierungsrat des Kantons <placeName ref="kbga-places-5">Baselstadt</placeName> zum ordentlichen Professor
                        der Theologie an der <orgName ref="kbga-actors-5398">Universität Basel</orgName> ernannt worden» sei und «im Laufe der
                        nächsten Wochen» seinen Umzug nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> zu vollziehen gedenke. «In der
                        Hausgemeinschaft meiner Familie lebt nun seit 6 Jahren <hi rend="italic">Fräulein
                            <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName></hi>», die, so erklärte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> mit einigen
                        biographischen Angaben zu ihrer Person, «im Frühjahr 1929 <hi rend="italic">als
                            persönliche Assistentin</hi> bei mir» eintrat. Sie habe sich «ein
                        nachgerade längst über dem Durchschnitt auch der examinierten Theologen
                        liegendes Wissen und Verstehen in den von mir vertretenen Disziplinen
                        angeeignet». Zusammenfassend schilderte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> die Tätigkeit von Kirschbaums:
                        «Sie unterstützt mich in der notwendigen Lektüre von Büchern und
                        Zeitschriften. Sie beaufsichtigt Bibliothek, Zeddelkasten und Korrespondenz,
                        im Einzelnen weithin selbständig und mit Aufgaben ausgesprochen
                        vertraulichen Charakters. Sie nimmt meine Diktate für Vorlesungen und
                        Veröffentlichungen entgegen. Sie führt die für meinen Privatgebrauch und für
                        meine Freunde bestimmten Protokolle über Seminarsitzungen, öffentliche und
                        private Diskussionen u. dgl. mehr. Sie vermittelt in weitem Umfang meinen
                        persönlichen Verkehr mit den aktiven und ehemaligen Studenten.» Zu ihrer
                        Vergütung konnte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> angeben, daß sie «bisher außer der freien Wohnung und
                        Kost in einem Barbetrag von 100 M. monatlich» bestanden habe, der ihm «in
                        Bonn zu 80% durch die Universität zurückerstattet» worden sei. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> betonte
                        die Dringlichkeit des Aufenthaltsgesuchs für <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName>, «da Fräulein
                        von Kirschbaum sich in einer Art in meine Arbeit und Arbeitsweise und in die
                        vielen Beziehungen, in denen ich stehe, eingelebt hat, die den Gedanken an
                        einen auch nur von ferne gleichwertigen Ersatz völlig ausschließt». Und er
                        wies darauf hin, daß von Kirschbaum «zugunsten der Arbeit bei mir eine ganz
                        andersartige Lebenstätigkeit aufgegeben hat, so daß ich ihr in hohem Grade
                        verpflichtet bin. Sie wäre heute mit 36 Jahren wohl nur unter den größten
                        Schwierigkeiten und mit sehr wenig Aussichten in der Lage, sich im
                        gegenwärtigen <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> einen ihrem Wissen und Können auch nur
                        einigermaßen entsprechenden neuen Weg zu suchen. Sie gehört nun einmal zu
                        mir und meiner Tätigkeit» (<ref type="kba-objects-id" target="26640">KBA 9235.161</ref>).</note> und daß du daselbst
                    jedenfalls «provisorisch» (die Fremdworte sind bei uns noch nicht ausgetilgt!)
                    willkommen bist<note xml:id="n06">Am <date when="1930-06-28"><choice><sic>28.6.1930</sic><corr type="misprint" resp="sm">1935-06-28</corr></choice></date> teilte die Kantonale Fremdenpolizei
                        Basel-Stadt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> mit, «dass wir bereit sind, Ihrer Assistentin, Fräulein
                            <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName></hi>, bis zum Entscheid über das
                        Aufenthaltsgesuch eine provisorische Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung
                        zu erteilen» (<orgName ref="kbga-actors-8253">KBA</orgName>).</note>. Ich schrieb übrigens gleichzeitig an <persName ref="kbga-actors-7049">Hauser</persName><note xml:id="n07"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> bat am <date when="1935-06-27">27.6.1935</date> Regierungsrat Dr. <persName ref="kbga-actors-7049">Hauser</persName> mit dem beigelegten Durchschlag seines
                        Briefes an die Basler Fremdenpolizei, «ein gutes Wort» für sein Gesuch, die
                        deutsche Assistentin nach <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> mitnehmen zu dürfen, einzulegen. Zugleich
                        konnte er mitteilen, «gestern sehr rasch eine geeignete Wohnung» am St.
                        Albanring 186 gefunden zu haben, so daß sich sein «Umzug binnen 14 Tagen
                        vollziehen» könne (<ref type="kba-objects-id" target="26639">KBA 9235.159</ref>).</note>, und nun wird die Sache sicher ins
                    Blei kommen.</p>
                <p><pb xml:id="p505" ed="pga" rend="noPipe"/> Ja, und nun habe ich gestern den anderen, den großen Brief an <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName><note xml:id="n08">
                            Abgedruckt in: <bibl corresp="kbga-bibls-179">Offene Briefe
                        1909-1935, <ref type="pub" target="35037">S. 336-353</ref></bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-106">
                                Prolingheuer, S. 345-350</bibl>. – <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> verabschiedet sich in diesem
                        auf den <date when="1935-06-30">30.6.1935</date> datierten Brief von den Reformierten und der
                        Bekenntniskirche mit einem herzlichen Dankeswort und versucht zugleich,
                        «noch einmal Rechenschaft darüber abzulegen, wie es gekommen ist, daß ich
                        mich schließlich so [scil. für den Basler Ruf] und nicht anders entschieden
                        habe» (<ref type="pub" target="../volume/35/p337#p337">S. 337</ref> bzw. <ref type="pub" target="../volume/35/p345#p345">S. 345</ref>).</note> geschrieben. <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName> und <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName> finden
                    ihn natürlich ausgezeichnet. Was aber wird m. L. dazu sagen? Wenn du ihn für
                    richtig und wichtig hältst, so zeigst du ihn vielleicht u. A. <persName ref="kbga-actors-431">Wölflein</persName> und erstellst
                    auf seiner oder auf <persName ref="kbga-actors-408">Träubleins</persName> Maschine einige Abzüge, um sie nach Gutfinden an deutsche
                    Freunde zu verschicken. Ich lasse von hier aus nur ein Exemplar an <persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName> und eines an meinen
                        <persName ref="kbga-actors-23">Bruder</persName> zum
                    Weitergeben an die Berner Familie ausgehen. Aus den Briefen etc., die du mir
                    nachgeschickt hast, sehe ich, daß doch auch in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> die Meisten nach dem
                    Eingriff des <persName ref="kbga-actors-347">Ministers</persName><note xml:id="n09">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p381#fn_n01">S. 481,
                        Anm. 1.</ref>
                        </note> instinktiv angenommen haben, daß eine andere Möglichkeit als
                    <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> faktisch nicht übrig bleibe.</p>
                <p>
                    <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName> ist
                    heute zu einer achttägigen Reise nach <placeName ref="kbga-places-1184">Istrien</placeName> gestartet. Er wollte mich durchaus
                    mitnehmen, und du kannst dir denken, wie sehr es mich gelockt hätte, 
                            <placeName ref="kbga-places-842">Venedig</placeName> wieder<note xml:id="n10">Während der Italienfahrt 1929 waren <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> mit
                        dem Ehepaar <persName ref="kbga-actors-315">Pestalozzi</persName> vom 10.-12.6. in <placeName ref="kbga-places-842">Venedig</placeName> gewesen.</note> und ein
                    Stücklein 
                            <placeName ref="kbga-places-788">Balkan</placeName> ganz neu zu sehen.
                    Aber der Gedanke, daß ich in dieser Woche doch im Zusammenhang mit dem Umzug irgendwie
                    angefordert werden könnte, und – und vor Allem! – der Gedanke, daß in dieser
                    Woche m. L. wiederzukehren gedenkt und unmöglich ein leeres <placeName ref="kbga-places-1265">Törli</placeName> antreffen
                    darf, hielten mich ab. Du wirst mich also ganz treu hier vorfinden, in einem angesichts deines
                    Schadens gar nicht zu verantwortenden guten Gesundheitszustand, gebräunt, ohne
                    unstatthafte Leibesfülle und doch auch nicht abgemagert, sorgenvoll und
                    gedankenschwer und doch nicht ohne den dir bekannten so vorbildlichen Seelenfrieden. Ob es dich nicht
                    lockt und ruft, recht bald wieder zu kommen? <pb xml:id="p506" ed="pga"/> Aber nein,
                    du sollst unter <hi rend="italic">allen</hi> Umständen tun, was der liebe Arzt von dir
                    haben will.</p>
                <p> Heute morgen bin ich mit dem Architekten <persName ref="kbga-actors-7233">Peter Meyer</persName><note xml:id="n11">
                            <persName ref="kbga-actors-7233">Peter Meyer</persName> (1894–1984), 1930-1943
                        Redaktor der Architekturzeitschrift «Das Werk», 1935-1951 Privatdozent und
                        1951-1962 a. o. Professor für Systematik und Ästhetik der neueren Baukunst
                        an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich,
                        Doppelprofessur mit der Universität Zürich.</note>
                    geritten, und ich genoß es, die
                    Menschheit mit ihm nun einmal unter dem mir ja auch nicht fremden Gesichtspunkt
                    ihrer verschiedenen Bauweisen zu
                    betrachten. Er bestätigte mir übrigens von sich aus die Vermutung, daß in 
                            <placeName ref="kbga-places-166">Bayern</placeName> tatsächlich schon der 
                            <placeName ref="kbga-places-788">Balkan</placeName> bzw. 
                            <placeName ref="kbga-places-297">Rußland</placeName> anfange, indem die bewußten Zwiebeltürme
                    unverkennbar nach <placeName ref="kbga-places-42">Moskau</placeName> wiesen! Ja, was sagst du nun?!</p>
                <p> Nun sind es doch ein bißchen mehr als ein paar Begleitworte geworden. Wie sollte
                    es anders sein? Schreibe du mir auch oft und viel! «Sie gehört nun einmal
                    zu mir und meiner Tätigkeit» – wie es ja nun auch allen eidgenössischen Instanzen
                    feierlich kundgegeben ist.<note xml:id="n12">Siehe oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p504#fn_n05">S. 504, Anm. 5.</ref>
                        </note>
                    </p>
                <p> Grüße <persName ref="kbga-actors-408">Träublein</persName>! Er wird sich freuen, nun noch so gründlich von dir Abschied nehmen
                    zu können.</p>
                <p>­L. <persName ref="kbga-actors-223">L.</persName>,</p>
                <p>es grüßt dich</p>
            <closer>
                    <salute>Dein</salute> <signed>
                        <persName ref="kbga-actors-2151">K.</persName>
                    </signed> 
                  </closer>
            
        </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
