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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 216</title>
        <title type="content">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth auf dem Bergli</title>
        <title type="citation_line_1">Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth auf dem Bergli, 4. Juli 1935</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45218 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 216: Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth auf dem Bergli</title>
          <author ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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          <persName ref="kbga-actors-223">Kirschbaum, Charlotte von</persName>
          <placeName ref="kbga-places-817">Bad Honnef</placeName>
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                        von Kirschbaum an  B. auf dem Bergli
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                        [<placeName ref="kbga-places-817">Bad  Honnef</placeName>] Donnerstag <date when="1935-07-04">4.7.1935</date>
                    </dateline>
                    <salute>
                        <hi rend="italic">Lieber</hi> <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>!</salute>
                    </opener>
            
                <p> Heute morgen brachte man mir deinen Brief und die Karte aus <placeName ref="kbga-places-818">Einsiedeln</placeName>. – Nun
                    bist du doch nachträglich noch tüchtig erschrocken, ich konnte es mir ja denken.
                    Aber gelt, es wäre dir nicht recht gewesen, wenn ich Alles verharmlost hätte.
                    Wir haben das einander doch zugesagt, dies nie zu tun. Und jetzt ist ja <hi rend="italic">Alles</hi>
                    auf so <hi rend="italic">gutem</hi> Wege, daß du dich nicht mehr grämen mußt. Die Ärzte
                        hier machen es
                    schon recht, das dürft ihr glauben. Gar nichts Übriges und ganz sachlich –
                    gewissenhaft. Man dachte natürlich zuerst auch an Zucker (weißt du, bei deinem <persName ref="kbga-actors-21">Vater</persName> war
                    dies doch so).<note xml:id="n01">Ein Furunkel kann eine
                        Diabetes-Erkrankung anzeigen, die eine Schwächung des Immunsystems
                        verursacht hat und in der Folge die Therapie erschwert. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> Vater,
                        <persName ref="kbga-actors-21">Fritz Barth</persName> (1856–1912), hatte einen Furunkel im Nacken, der zu einer
                        Blutvergiftung führte, an deren Folgen er am <date when="1912-02-25">25. 2. 1912</date> starb (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-134">Busch, S. 80</bibl>).</note> Aber
                    ich habe keinen, und so wird es schnell heilen. Heute kommt der erste Verband
                    weg. Eitert es dann nicht mehr, so lassen sie mich <hi rend="italic">bald</hi> weg. Ich
                    darf jetzt auch stundenweise aufstehen und gewinne <hi rend="italic">bald</hi> einmal ein
                    Telefon, um dich zu erreichen. Nein, von deinem Anruf am Montag hat man <pb xml:id="p524" ed="pga"/> mir nichts gesagt. Ja, sie sind alle lieb, aber dumm
                    hier. – Mit der Krankenkasse, um
                    darauf gleich zu antworten, habe ich es verkorkst. Ich <hi rend="italic">ahnte</hi> ja
                    nicht, daß dies eine so große Sache gäbe, sondern dachte, ein Schnittlein
                    (vielleicht 10.- M), das könne ich schon zahlen. Frl. Dr. Buch ist eben nicht Kassenärztin, ich hätte da
                    zu jemand anderem gehen müssen. Aber wem? Und im Krankenhaus liege ich auf
                    Privatstation, was mir die Kasse
                    natürlich immer nur zu einem Bruchteil gezahlt hätte. Und da es
                        <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-817">Honnef</placeName></hi> und nicht Ortsbezirk <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName></hi> ist, wohl
                    überhaupt nicht. – Es tut mir leid, <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>. Vielleicht gehe ich mit der
                    Krankenhaus- und Operationsrechnung nächste Woche noch einmal in die Kasse und sehe, ob sie mir noch
                    einen Anteil zahlen. Ich fürchte aber <hi rend="italic">Nein</hi>. – Weißt du, ich gehe
                    dann auf keinen Fall nach <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName><note xml:id="n02">Zu <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>
                        Vorlesungen in <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName> s. unten <ref type="pub" target="../volume/45/p535#fn_n19">S. 535,
                        Anm. 19</ref>.</note>, das hätte doch auch Einiges gekostet, und auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>
                    brauche ich ja die nächsten Monate kein Geld. –</p>
                <p> Zwei Stunden später. Inzwischen waren die Ärzte da und haben mich verbunden.
                    Leider eitert es noch. – So muß ich zunächst einfach Geduld aufbringen und
                        <hi rend="italic">still</hi> halten. Ich hoffe immer noch Mitte nächster Woche fahren
                    zu dürfen. Aber ich will jetzt keine Termine nennen. So <hi rend="italic">bald</hi> ich
                    nur im Geringsten darf, brause ich ab. Dessen kannst du ganz sicher sein. – Mit
                    dem Einrichten der
                        Vatikanstadt vertraue
                    ich dir vollkommen. Das machst du gewiß schön. Ich brauche nur meine neue
                        <hi rend="italic">Couch</hi>, das Tischlein davor, die zwei Rohrstühle, den
                    Schreibtisch und einen Kleiderschrank im Zimmer. Den blauen Tisch wollte ich an
                    die Buben abtreten, die Akten kann ich anderwärts unterbringen. So können noch
                        <hi rend="italic">viele</hi> Bücher den Wänden entlang stehen. Die Chaiselongue soll
                        <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> in ihr
                    Schlafzimmer haben, ob oben oder unten. 1-2 neue Büchergestelle müssen wohl
                    gleich gemacht werden, sorge doch, daß das eine Fächer für die Zeitschriften
                    bekommt. Dann sind die schöner untergebracht. Aber das weißt du ja alles selbst,
                    und Manches kann sicher noch <hi rend="italic">nachträglich</hi> geschehen. Dies muß auch
                        
                            <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName></hi> sich zu Herzen nehmen. <hi rend="italic">Letzte</hi> Hand
                    kann sie nach den Ferien an die Wohnung legen, wenn sie jetzt nur bald mit den
                    Büblein in die Berge geht.
                    </p>
                <p> Die Ferien der Kinder gehen in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>  ja schon im August (17.?) zu Ende, und
                        <persName ref="kbga-actors-22">Joggeli</persName> hat sie <hi rend="italic">nötig</hi>. Und du würdest nach getanem Werk
                        <pb xml:id="p525" ed="pga"/> ins <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> zurückfahren, auch wenn ich noch nicht da sein sollte? Ich
                    komme dann direkt dorthin, oder vielleicht holst du mich in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> ab, und wir
                    schauen uns die Wohnung zusammen an? (Laß dir einen Hausschlüssel geben für
                    diesen Fall.) Aber Mitte der Woche wäret ihr ja noch fest am Einräumen. Nur ich
                        <hi rend="italic">fürchte</hi>, es könnte bei mir <hi rend="italic">Ende</hi> werden. Aber
                    lassen wir das alles jetzt. <hi rend="italic">Bald</hi> sind wir auf jeden Fall zusammen
                    im <placeName ref="kbga-places-1265">Törli</placeName>, und das wird dann sehr schön sein. – Mit meinem Reiten mußt du auf keinen Fall <hi rend="italic">ganz</hi>
                    resignieren. Im August geht es sicher wieder. –</p>
                <p>Ja, in der Siebengebirgstraße rollt das jetzt ab wie ein Gewitter. Einiges
                    Wetterleuchten dringt zu mir. Es ist mir <hi rend="italic">leid</hi>, daß ich <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> jetzt allein
                    lassen muß, es wäre für <hi rend="italic">Alle</hi> Alles schonender geworden. Aber nun
                    ist es so. Wenn sie nur nicht <hi rend="italic">zu</hi> viel Kraft an die finanzielle
                    Frage wendet, die sie so vordringlich beschäftigt. Den Schein hinsichtlich der <hi rend="italic">Nachzahlung</hi>
                    seitens der Universität an die Abzüge der letzten Jahre habe ich dir geschickt.
                    Willst du Antrag stellen, daß du diese Summe bekommst? Hier meint <persName ref="kbga-actors-45">Bleibtreu</persName>, du sollest es
                    versuchen, da es dir zusteht. Den Schein mußt du beilegen, wie ja darauf
                    vermerkt ist. An <hi rend="italic">wen</hi> der Antrag zu richten ist, wirst du wissen.
                    Quästur oder Kurator?<note xml:id="n03">Unterlagen dazu sind nicht
                        erhalten.</note> – Denk, Bleibtreu will durchaus kein Honorar haben, und ich glaube, man
                    würde da geradezu etwas zerstören, wenn man es ihm aufdränge. Ich sehe ihn
                    sicher noch einmal und kann ihn ja vielleicht dann fragen, ob du ihm nicht
                    wenigstens etwas <hi rend="italic">schenken</hi> dürfest an Büchern etc. Geld will er
                    nicht annehmen. – Du darfst mich jetzt alles Geschäftliche wieder fragen. Ich
                    bin durchaus dabei, mich dem Leben wieder zuzuwenden. Heute morgen schrieb ich
                    an Pastor <persName ref="kbga-actors-6658">Langenohl</persName> wegen
                    des hoffnungsvollen Jünglings in <placeName ref="kbga-places-548">Lugano</placeName>!!<note xml:id="n04">Über
                        den Vorgang (s. unten <ref type="pub-" target="../volume/45/p543#p543">S. 543</ref>) und die Rolle von
                        Pastor <persName ref="kbga-actors-6658">W. Langenohl</persName> in
                        Rheydt ist weiteres nicht bekannt.</note> – An <persName ref="kbga-actors-662">Lempp</persName> gestern, er solle die 900.- [Mark] noch
                    diese Woche an die Deutsche Bank <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> überweisen. Mit ihm muß man dann ja gewiß noch einmal über den
                    weiteren Verkehr <hi rend="italic">reden</hi>, aber vielleicht erst, wenn du genau im
                    Bilde bist über den von Frl. <persName ref="kbga-actors-1215">Scheuner</persName> geratenen Weg. – Über die «Versöhnung» mit <persName ref="kbga-actors-63">Emil</persName><note xml:id="n05">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p503#p503">S.
                                503</ref> und
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p514#p514">S. 514</ref>.</note> bin ich doch
                        <hi rend="italic">froh</hi>. Es ist ja schon ein hoffnungsvollerer Aspekt für die Lage
                    in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>. – Ein <pb xml:id="p526" ed="pga"/>
                    <hi rend="italic">langer</hi> Brief von Frl. <persName ref="kbga-actors-6478">Seifert</persName> heute<note xml:id="n06"> Brief vom <ref type="kba-objects-id" target="26733">3.7.1935</ref> (KBA).</note>, die seelisch immer noch sehr leidet.
                    Ich schicke ihn dir morgen. – Die Zeilen von <persName ref="kbga-actors-431">Wölflein</persName><note xml:id="n07"> Nicht erhalten.</note> sind lieb, gelt? – Wegen des kommenden
                    Existenzheftes Nr. 25<note xml:id="n08"> <bibl corresp="kbga-bibls-3350"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic"><ref type="pub" target="52041">Das
                            Evangelium in der Gegenwart</ref></hi> (ThExh 25), München 1935</bibl>.</note>
                     (warum immer noch <hi rend="italic">kommend</hi>?) bat ich <persName ref="kbga-actors-662">Lempp</persName>, die Versendung auf Grund der Credo-Liste<note xml:id="n09"> Liste von Freunden und
                        Kollegen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> für die Zusendung des Mitte Juni ausgelieferten Buches
                         <bibl corresp="kbga-bibls-187"><hi rend="italic">Credo. Die Hauptprobleme der Dogmatik dargestellt im Anschluß an
                            das Apostolische Glaubensbekenntnis.</hi> 16 Vorlesungen, gehalten an
                        der Universität Utrecht im Februar und März 1935, München 1935.</bibl></note> direkt vorzunehmen und dir darüber
                    hinaus 20 Freiexemplare aufs <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> zu senden. Es ist doch am besten, man gibt
                    beim Wegzug hier für
                    Alle das <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName></hi> als Postadresse an. <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName></hi> wird ja nach
                    ein paar Tagen wieder geschlossen bis zum Herbst. Meinst du nicht auch? Sonst
                    braucht es gleich wieder eine Ummeldung. –</p>
                <p>
                    <persName ref="kbga-actors-408">H. Traub</persName> ist
                    rührend, er schaut morgens schnell herein, und abends kommt er dann ein
                    Stündchen, wenn er nicht Bibelstunde hat wie heute. Aber es ist natürlich doch ein bißchen
                    traurig, daß er mich so lieb hat, und ich kann ihm nichts geben. Manchmal bin
                    ich ganz bedrückt davon. Es wurde so sichtbar in diesen Tagen, als er Sorge
                    hatte. – Ich lese bereits Predigten von jungen Vikaren, teils deine Schüler, die sie sich
                    gegenseitig zur Kritik vorlegen. Das ist doch ein guter Anfang? Sie geben sich
                    überhaupt <hi rend="italic">sehr</hi> Mühe, eine heute morgen von <persName ref="kbga-actors-9599">Alba</persName><note xml:id="n10"><persName ref="kbga-actors-9599">Karl Alba</persName> (1911–1941 [gefallen]),
                        1935 und 1937 BK-Examina, 1937 ordiniert (s.<bibl corresp="kbga-bibls-3351"> J. Beckmann
                            /H. Prolingheuer, <hi rend="italic">Zur Geschichte
                            der Bekennenden Kirche im Rheinland. Mitgliederlisten</hi> [SVRKG 63],
                        Köln 1981, S. 27</bibl>).</note>, der im Seminar war, geradezu rührend und reif für
                        <placeName ref="kbga-places-830">Dachau</placeName><note xml:id="n11">Siehe oben
                            <ref type="pub" target="45137#fn_n18">S. 323, Anm. 18</ref>.</note>
                        . – – Während mich <hi rend="italic">erschütterte</hi> ein Bericht von <persName ref="kbga-actors-932">Peter Brunner</persName><note xml:id="n12"><persName ref="kbga-actors-932">Peter Brunner</persName>
                        (1900–1981), 1927-1930 Privatdozent in Gießen, 1930-1932 Studentenseelsorger
                        in Gießen, 1932-1936 Pfarrer im hessischen Ranstadt, März bis Juni 1935
                        KZ-Haft in Dachau, 1936 Entzug der venia legendi in Gießen und Verleihung
                        der Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät in Basel, 1936-1945 Dozent
                        an der von der Gestapo geschlossenen, illegal arbeitenden Theologischen
                        Schule der <orgName ref="kbga-actors-7774">BK</orgName> in Wuppertal und zugleich Pfarrer der evangelisch-lutherischen
                        Bekenntnisgemeinde in Wuppertal-Elberfeld, 1945-1947 Dozent an der
                        Kirchlichen Hochschule Wuppertal und weiterhin Pfarrer in
                        Elberfeld, 1947-1968 o. Professor für Systematische Theologie in
                        Heidelberg.</note>
                    <pb xml:id="p527" ed="pga"/> über die Geschichte seiner Gefangennahme<note xml:id="n13">
                            
                            <bibl corresp="kbga-bibls-3352"><hi rend="italic">Bericht des Pfr Lic. Peter
                                Brunner über seine
                            Verhaftung am 20. März (nach seiner Darstellung vom 17. Juni!)</hi>,
                        abgedruckt in: Dokumentation zum Kirchenkampf in Hessen und Nassau, Bd. 3,3</bibl>
                        (enthalten in: <bibl corresp="kbga-bibls-3353">Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung,
                        Bd. 32 [1981], S. 365-548</bibl>), S. 457-464.</note>. Nach diesem Bericht war
                    dieser Mann <hi rend="italic">umsonst</hi> dort und wäre besser nie in den Geruch eines
                    Märtyrers gekommen. Vollkommen uneinsichtig hinsichtlich des Staates. Es
                    erschüttert mich darum so, weil ich gerade in diesem Fall Anderes erwartete, es
                    ist doch <persName ref="kbga-actors-1865">Schlinks</persName><note xml:id="n14"><persName ref="kbga-actors-1865">Edmund Schlink</persName> (1903–1984), 1931 Promotion bei <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, 1935-1939 Dozent
                        für Systematische Theologie an der Theologischen Schule in Bethel, danach
                        bis zum Ende des 2. Weltkrieges Pfarrer und geheim im Reisedienst für die
                        <orgName ref="kbga-actors-7774">BK</orgName>, 1946-1971 o. Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie in
                        Heidelberg.</note> Freund? – Aber sage noch nichts darüber. <persName ref="kbga-actors-431">Wolf</persName> gab mir den Bericht
                    ohne ein Wort dazu. Ob er es selbst nicht merkte, oder ob ich mich irre? Nein,
                    das kann fast nicht sein angesichts dessen, was dasteht. –</p>
                <p>
                    «<persName ref="kbga-actors-12">Asmussen</persName>»
                     wächst während des Lesens sehr, und auch der Mensch Asmussen wird merkwürdig
                    plastisch. Ein toller Kerl mit tollen Möglichkeiten. Lies einmal S. 84 und
                        85!!<note xml:id="n15">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2812"><persName ref="kbga-actors-12">H. Asmussen</persName>, <hi rend="italic">Theologisch-kirchliche
                            Erwägungen zum Galaterbrief</hi>, München 1935</bibl>. Auf den Seiten 84f.
                        schildert <persName ref="kbga-actors-12">Asmussen</persName> in der Auslegung von <ref type="can" subtype="bible" target="Gal.2.19">Gal. 2,19</ref> aus persönlicher Erfahrung
                        die Schrecken des 1. Weltkrieges in <placeName ref="kbga-places-1060">Flandern</placeName> und <placeName ref="kbga-places-21">Frankreich</placeName>.</note> Über
                    seinen 
                            <hi rend="italic">Gesetzes</hi>begriff bin ich mir freilich noch nicht
                    klar. –</p>
                <p> ­Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>, morgen schreibe ich wieder. Grüße <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName>, ich glaube auch, daß
                    es <hi rend="italic">das</hi> bei ihr ist. Von <persName ref="kbga-actors-7294">Heiners</persName> Vortrag<note xml:id="n16">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p517#fn_n12">S. 
                                517,
                        Anm. 12</ref>.</note> wußte ich. – Wann kommt <persName ref="kbga-actors-316">Ruedi</persName> heim? Sonntag? –
                    Sobald ich aufstehen darf, läute ich dir an<note xml:id="n17">=
                        rufe ich dich an.</note>. –</p>
                <p>
                        <hi rend="italic">Vielen</hi> Dank für deinen Brief!!</p>
                <p>
                        <hi rend="italic">Lieber, lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>.</hi>
                    </p>
            <closer>
                    <salute>Deine</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-223">L.</persName></signed> 
            </closer>
                <postscript>
                    <p>Warum kommen die Bücher so spät zu dir? Liegen sie nicht irgendwo?</p>
                </postscript>
                
        </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
