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        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 222</title>
        <title type="content">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Honnef</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Honnef, 7. Juli 1935</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45224 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Brief Nr. 222: Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Honnef</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
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                        Barth an  v.K. in Bad Honnef
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                    <salute>Liebe <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>!</salute>
                  </opener>
            
                <p> Ich habe dich gestern in einem zweiten Brieflein an <persName ref="kbga-actors-408">Traub</persName><note xml:id="n01">Brief vom 6.7.1935 (<ref type="kba-objects-id" target="26762">KBA 9235.192</ref>).</note>, das nötig wurde,
                    grüßen lassen. Aber die beiden Sendungen werden nun gleichzeitig abgehen und
                    dort eintreffen. Wenn du dies liesest, bin ich schon in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>, wer weiß, in was
                    für Situationen. Heute nachmittag fahre ich dorthin.Der Möbeltransport ist
                    deutlich auf Montag vormittag angekündigt, und ohnehin habe ich noch mit <persName ref="kbga-actors-7049">Hauser</persName> zu tun. Die Veränderung
                    lastet nun doch auch sehr auf mir, und es ist recht kummervoll, daß du nicht
                    wenigstens dabei bist. Aber ich denke, daß dir viel erspart bleibt, und so hat
                    vielleicht auch dies nun eben so sein sollen. Besonders wenn die finanziellen
                        Sorgen wieder einmal – und
                    so ganz unnütz und gewiß unpraktisch – im Vordergrund stehen sollten, werde ich
                    mich mit viel Geduld waffnen müssen. Fräulein <persName ref="kbga-actors-6478">Seifert</persName>, so gern ich sie mag, würde wohl
                    doch mehr eine Komplikation bedeuten. Ich werde nun eben mit <persName ref="kbga-actors-24">Markus</persName> herumlaufen und in
                    Hemdsärmeln arbeiten wie nicht gescheit, und dann wird diese Woche ja auch
                    umgehen und nach und nach Alles ins Geleise kommen. Wenn du eine Weile nichts von
                    mir hörst, so nimm an, es gehe Alles in Ordnung. Ob man zum Schreiben kommt,
                    hängt ja von so vielen Nebenumständen ab, über die man nicht Herr ist. Ich denke
                    doch fast, daß ich deine Ankunft in Basel abwarten werde. Haben sie denn schon
                    irgendwelche Pläne für die Berge? Einige Tage in der Stille nach dem Sturm
                    könnten ja auch dort ganz schön sein, besonders in Erwartung deiner.</p>
                <p> Aber wie geht es denn dir? Deine Briefe lassen erraten, daß deine Genesung zwar im
                    Gange ist, aber doch noch unter allerhand Vorbehalten steht, die auch
                    Aufenthalte bedeuten könnten. Ja nicht, ja nicht «abbrausen», bevor du es
                    wirklich darfst, gelt!</p>
                <p>Mich drückt nun freilich auch schon ein wenig der Gedanke an meine Genfer
                        Vorlesungen<note xml:id="n02">Siehe oben
                            <ref type="pub" target="../volume/45/p535#fn_n19">S. 535, Anm. 19.</ref>
                        </note>
                        . <hi rend="italic">Die Bücherkiste ist eingetroffen</hi>. Aber ich <pb xml:id="p545" ed="pga"/> weiß noch so gar nicht, was ich nun diesen ökumenischen
                    Leuten über «Die Kirche und die Kirchen» eigentlich sagen soll. Gelt, es fällt
                    mir dann plötzlich ein, und dann schreibe ich’s auf und dann tippemers<note xml:id="n03">= tippen wir’s.</note> und dann kommst du, wenn
                    nicht dein Gesundheitszustand Anderes gebietet, eben doch mit nach <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName>. Schon
                    weil ich durch <persName ref="kbga-actors-315">Gerty</persName> beiläufig vernommen habe, daß sie sich hier von jener Woche
                    eine besuchslose Zeit zur Feier von <persName ref="kbga-actors-316">Rudis</persName> Geburtstag und vor
                    dem Einbruch der vielen Frauen versprochen haben! <persName ref="kbga-actors-1716">Erica</persName> hat mich nun wirklich schon von Weitem
                    ganz müde gemacht mit ihrem Beschreien und Befragen aller Dinge und mit ihrer
                    unvermeidlichen <persName ref="kbga-actors-9519">Goti</persName><note xml:id="n04">Siehe oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p532#fn_n06">S. 532, Anm. 6.</ref>
                        </note> im Hintergrunde!
                    Wenn ich recht verstanden habe, trifft sie morgen hier ein. Das fehlte noch, daß
                    ich dann womöglich mit ihr nach <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName> fahren müßte!</p>
                <p>
                    <persName ref="kbga-actors-316">Rudi</persName> kam
                    gestern abend wieder zurück. Er scheint das ihm ­vorschwebende «Pola»<note xml:id="n05"><placeName ref="kbga-places-1183">Pula</placeName> (ital. Pola), 1920-1947 italienische, heute
                        kroatische Hafenstadt.</note> nicht erreicht zu haben und ist etwas
                    abgeschreckt durch die in <placeName ref="kbga-places-35">Italien</placeName>
                    herrschende Hitze, so daß die Apulienreise zu <persName ref="kbga-actors-315">Gertys</persName> Freude
                    problematisiert worden ist. Eben ist er drunten – unter dem Geläute der
                    Kirchenglocken – damit beschäftigt, sein Auto zu putzen.</p>
                <p>Das <placeName ref="kbga-places-1265">Törli</placeName> ohne <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName> ist doch eine sehr einsame und bekümmernde Angelegenheit
                    gewesen, und ich bin froh, wenn das nun wieder anders wird.</p>
                <p> Auch ich bin an <persName ref="kbga-actors-12">Asmussen</persName><note xml:id="n06">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/45/p491#fn_n04">S. 491f.,
                        Anm. 4.</ref>
                        </note>
                        und finde ihn
                    ziemlich toll, ohne bis jetzt hindurch [zu] sehen, ob das Überraschende nun
                    eigentlich in wirklich neuen und weiterführenden oder eben bloß in nicht zu Ende
                    gedachten Gedanken besteht. Ich möchte das Buch doch wahrscheinlich lieber
                    nicht – oder jedenfalls nicht so geschrieben haben. Wir werden dann nach
                    Austausch unserer Eindrücke – du weißt ja jetzt also, was von der «persönlichen
                        Assistentin» erwartet ist<note xml:id="n07">Siehe oben
                            <ref type="pub" target="../volume/45/p504#fn_n05">S. 504, Anm. 5.</ref>
                        </note> – vereinbaren
                    müssen, was ich ihm dazu zu schreiben habe.</p>
                <p><pb xml:id="p546" ed="pga" rend="noPipe"/><persName ref="kbga-actors-9316">W. Rühle</persName> brachte gestern noch
                    so einen jungen Musiker mit, einen Jüngling mit allen Eigenschaften eines jungen
                    Bernhardiners, der das Blaue vom Himmel herab redete und schon morgens um 6 Uhr
                    wieder anfing, Klavier zu spielen.</p>
                <p>Ob du mit den 200 Mark auskommst? Im Notfall meldest du es mir noch, gelt? Es ist
                    ganz klar, daß du dann <hi rend="italic">zweite</hi> Klasse fahren mußt und auch punkto
                    Gepäckaufgabe und dergl. nicht sparen darfst. Hätte ich nicht eben doch noch
                    kommen sollen, um Alles in die Wege zu leiten?</p>
                <p> Von <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> habe ich noch
                    keine Antwort auf meinen langen Brief<note xml:id="n08">Siehe oben
                        <ref type="pub" target="../volume/45/p505#fn_n08">S. 505, Anm. 8.</ref>
                        </note>. Es ist jedenfalls
                    gut, wenn dieser Brief gerade unter den Jüngeren noch ein bißchen herumkommt.
                    Drucken kann man ja das alles nicht, aber wenn es ein paarmal vervielfältigt
                    ist, wird es einen Lauf auch so nehmen. Aus Allem, was ich von draußen höre,
                    habe ich doch den ganz bestimmten Eindruck, daß ich dort zum Weiterarbeiten
                    keinen Boden mehr unter den Füßen hatte und daß es
                    eine Torheit gewesen wäre, jetzt nicht abzubrechen. Sie wollten nun einmal nicht
                    so, wie man etwas Derartiges wollen müßte, und da konnte ich es auch nicht
                    wollen.</p>
                <p> Ich denke an Alles, was in dir vorgehen mag, nun auch du mir zuliebe <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>
                    verlassen sollst und willst. Es ist besser, daß du dagegen, als es immer
                    deutlicher zu drohen begann, in deiner Weise «gerast» hast, als wenn du es nicht getan hättest. Wer
                    weiß, ob ich sonst nicht schon vor zwei Jahren ganz einfach dem Widerwillen
                    gegen das Gegenwärtige nachgegeben und so den Staub von den Füßen geschüttelt
                    hätte [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.14">Mt. 10,14</ref>], bevor
                    die Situation dazu da war. Jetzt ist etwas von Notwendigkeit und «Führung» dabei, das wir
                    gemeinsam anerkennen können. Aber du wirst wohl in besonderer Weise immer nur im
                    Glauben dazu Ja sagen können, und wenn du mir das auch inskünftig gelegentlich
                    zu spüren gibst, so wird das nur recht sein.</p>
                <p>Grüß Gott, du andere «Lichtgestalt»! Irgend etwas wirst du sicher auch noch aus
                    Basel von mir zu hören bekommen.</p>
            <closer>
                    <salute>Dein</salute> <signed><persName ref="kbga-actors-2151">K</persName>.</signed> 
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