<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="kbga-texts-45237">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-45">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
        <title type="content">Biographische Daten zu Charlotte von Kirschbaum von 1899 bis 1935</title>
        <title type="citation_line_1">Erler, Rolf-Joachim: Biographische Daten zu Charlotte von Kirschbaum von 1899 bis 1935, in: Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, kein Datum</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45237 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935, hrsg. v. Erler, Rolf-Joachim (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 2008, S. XXXV–XLI.</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/45237</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
        <bibl type="pga" xml:id="pga">
          <title type="volume">Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum. Briefwechsel Bd. I 1925–1935</title>
          <title type="text">Biographische Daten zu Charlotte von Kirschbaum von 1899 bis 1935</title>
          <author ref="kbga-actors-7842">Erler, Rolf-Joachim</author>
          <editor>Erler, Rolf-Joachim</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2008</date>
          <biblScope unit="page">XXXV-XLI</biblScope>
          <!--position within a volume-->
          <biblScope unit="part">45237</biblScope>
        </bibl>
        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <creation>
        <date type="creation">kein Datum</date>
      </creation>
      <langUsage>
        <language ident="ger">German</language>
      </langUsage>
      <textClass>
        <keywords>
          <term>preface</term>
        </keywords>
      </textClass>
    </profileDesc>
    <revisionDesc>
      <change when="2026-10-02T07:56:15+02:00">teiHeader was automatically produced from the database 2026-10-02T07:56:15+02:00</change>
    </revisionDesc>
  </teiHeader>
  <text>
      <body>
         <div type="paper">
            <pb xml:id="pr035" ed="pga"/>
            <head>BIOGRAPHISCHE DATEN ZU<lb/> CHARLOTTE VON KIRSCHBAUM <lb/>VON 1899 BIS 1935</head>
            <div>
               <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">Familie</hi>
                    </head>
               <p> <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName>, nach ihrer Geburtsurkunde mit vollem Namen Charlotte
                  Emilie Henriette Eugenie, wird am 25. Juni 1899 in <placeName ref="kbga-places-1250">Ingolstadt</placeName> geboren als
                  Tochter des bayerischen Militärs <persName ref="kbga-actors-7120">Maximilian Sigmund Wilhelm von Kirschbaum</persName> (geboren 1862 in <placeName ref="kbga-places-48">Nürnberg</placeName>, gefallen 1916) und dessen Frau
                  <persName ref="kbga-actors-7118">Henriette Therese Josefina Maria, geborener Freiin von Brück</persName> (geboren
                  1874 in Eichstätt, gestorben 1946 in Seeshaupt).</p>
               <p> Charlottes älterer Bruder <persName ref="kbga-actors-7119">Maximilian Eduard
                  Karl von Kirschbaum</persName> (1897–1974) kommt ebenfalls in <placeName ref="kbga-places-1250">Ingolstadt</placeName> zur Welt. Er ist
                  Zollbeamter und zuletzt Oberstleutnant der Wehrmacht. Ihr jüngerer Bruder <persName ref="kbga-actors-11003">Hans
                  Friedrich Karl</persName> wird 1902 in München geboren, er wird im Krieg im September 1944
                  in Lothringen als vermißt gemeldet.</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">Schulbesuche</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Über die ersten Schuljahre <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> liegen keine Dokumente
                  vor. Von 1910 bis 1912 besucht sie die «Höhere Mädchenschule» in <placeName ref="kbga-places-1400">Ulm</placeName> in
                  Württemberg.</p>
               <p>Im Sommer 1912 zieht die Familie in die bayerische Stadt <placeName ref="kbga-places-1651">Amberg</placeName> in der Oberpfalz,
                  wo <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> bis 1915 die «Höhere Mädchenschule mit Erziehungs-Institut der
                  Armen Schulschwestern v. U. L. Fr. in Amberg» besucht. In ihrem Abgangszeugnis
                  vom 15. Juli 1915 wird ihr bescheinigt, daß sie die Schule «bei sehr großem
                  Fleiße und sehr lobenswürdigem Betragen» besucht habe. Dabei erreicht sie in den
                  einzelnen Schulfächern fast durchgehend die Note «sehr gut».</p>
               <p>Im Jahre 1915 tritt <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> in die «<orgName ref="kbga-actors-9479">Frauenschule München</orgName>» am St. Annaplatz
                  ein. Im zweiten Frauenschuljahr 1916/17 besucht sie die «Abteilung für
                  Kindererziehung». Am Schluß des Schuljahres 1916/17 besteht sie die «Prüfung für
                  Erzieherinnen».</p>
            </div>
           
            <div>
               <pb xml:id="pr036" ed="pga"/>
               <head>
                        <hi rend="italic">Tod des Vaters</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Ein tiefer Einschnitt im Leben der gerade 17jährigen Charlotte
                  ist der plötzliche Tod ihres <persName ref="kbga-actors-7120">Vaters</persName>. Dieser fällt
                  am 25. Oktober 1916 als Generalmajor und Kommandeur der 6. bayerischen
                  Infanteriedivision bei La Basse in <placeName ref="kbga-places-21">Frankreich</placeName>.</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">Berufliche Tätigkeiten 1917 bis 1921</hi></head>
               <p rend="noindent">Von 1917 bis 1919 ist <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> in München an der
                  Überwachungsstelle der «1. Königlich Bayerischen Armee Korpstruppen» tätig und
                  dort den «Sanitätskompanien des Korpsbereiches» zugeordnet.</p>
               <p> Vom 7. Januar 1920 bis zum 15. Mai 1920 ist sie als Stenotypistin in der Kanzlei
                  des Münchner Rechtsanwaltes Dr. Max Pereles angestellt.</p>
               <p>Vom 1. Juli 1920 bis zum 31. Dezember 1921 steht sie in München im Dienste der
                  Bayerischen Vereinsbank in der Filialen-Abteilung.</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">«Rotkreuzschwester Annelotte»</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Am 31. Januar 1922 tritt <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> als «Lernschwester
                  Annelotte» in den <orgName ref="kbga-actors-9569">Schwesternverband des Bayerischen Landesvereins vom Roten
                  Kreuz</orgName> ein. Sie erhält eine praktische und theoretische Ausbildung in der
                  allgemeinen Krankenpflege, die sie mit einer staatlichen Prüfung am 7. Mai 1927
                  erfolgreich abschließt.</p>
               <p>Am 14. April 1923 unterschreibt sie mit dem Tauf- und Familiennamen «Charlotte
                  von Kirschbaum» und dem Schwesternnamen «S. Annelotte» das Gelöbnis als
                  Rotkreuzschwester. Am 30. April 1923 erhält sie nach einer Zwischenprüfung mit
                  der «Gesamtnote I» den «Ausweis für staatlich anerkannte Krankenpflegepersonen».
                  Am 1. Mai 1925 tritt sie in die Reihen der freiwilligen Hilfsschwestern
                  über.</p>
               <p>Vom 20. September 1925 bis zum 17. August 1926 ist <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> im Rahmen ihrer
                  weiteren Ausbildung als Rotkreuzschwester im Städtischen Krankenhaus <placeName ref="kbga-places-757">Krefeld</placeName>
                  tätig.</p>
               <p>Gemäß dem Zeugnis der «Vorstandschaft des Kranken- und Schwesternhauses» vom
                  «Bayerischen Landesverein vom Roten <pb xml:id="pr037" ed="pga"/> Kreuz» vom 7. Mai 1927
                  findet «Schwester Annelotte» von 1923-1927 u. a. folgende «Verwendung: 5
                  Monate in dem unserer eigenen Krankenanstalt angegliederten Wöchnerinnenheim, 5
                  Monate in der Privatpflege, 1 Jahr und 8 Monate auf unserer Außenstation
                  Mütterheim, <placeName ref="kbga-places-43">München</placeName>, Taxisstraße und nahezu 1 Jahr im Städt. Krankenhaus
                  Crefeld». Zur Beurteilung ihrer Arbeit steht in dem Zeugnis: «Auf allen
                  Arbeitsfeldern hat sich die freiwillige Schwester Annelotte durch ihre
                  gewissenhafte, opferbereite Pflichterfüllung und ihre stets freundliche, ruhige
                  Art volle Zufriedenheit und aufrichtige Sympathien erworben.»</p>
               <p>Am 1. Februar 1929 legt <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> ihre Tätigkeit beim <orgName ref="kbga-actors-8718">Roten Kreuz</orgName> endgültig
                  nieder. In dem Austrittszeugnis heißt es: «Freiwillige Schwester <hi rend="italic">Annelotte
                     von Kirschbaum</hi> hat sich durch ihre liebenswürdige, allzeit
                  hilfsbereite und stets entgegenkommende Art, sowie durch ihre gewissenhafte
                  Pflichterfüllung die Sympathien sowohl ihrer Pfleglinge, als auch ihrer
                  Vorgesetzten zu erwerben gewußt. Ihre zarte Körperkonstitution war jedoch den
                  Anforderungen des Krankenpflegeberufes auf die Dauer nicht gewachsen, und sie
                  erbat sich daher ihren Austritt, um sich der Fürsorgetätigkeit
                  zuzuwenden.»</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">«Soziale Frauenschule der Stadt München»</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Am 28. April 1927 tritt <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> in die Unterstufe der
                  <orgName ref="kbga-actors-9479">Münchner Sozialen Frauenschule</orgName> ein. Sie beginnt eine zweijährige ­Ausbildung an
                  dieser Schule, deren im Juni 1919 zu ihrer Eröffnung ­erschienenes Programm
                  fordert: «Sie muß in erster Linie Erziehungsschule sein, eine Anstalt zur
                  Heranbildung sozialer Berufsarbeiterinnen, wie unsere Zeit sie braucht, erfüllt
                  von sozialen Idealen und brennend von sozialem Reform- und Hilfswillen. Allein
                  sie muß auch ein bedeutendes Maß von Wissen, geistiger Bildung und
                  Unabhängigkeit vermitteln.»<note xml:id="n01"> <bibl corresp="kbga-bibls-7538 ">H. Major, <hi rend="italic">«… ein Genie der
                     Nächstenliebe». Dr. jur. Frieda Duensing</hi>
                            <hi rend="italic">, Bahnbrecherin
                        und Begründerin der Jugendfürsorge in Deutschland</hi>
                     (Veröffentlichung des Stadtarchivs Diepholz, Bd. 2), Diepholz 1985</bibl>,
                     S. 23; zum Lehrprogramm der Schule und zum Alltag der Schülerinnen
                     vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-3147 ">M. Hege, <hi rend="italic">Die
                        Soziale <orgName ref="kbga-actors-9479">Frauenschule der Stadt München</orgName> 1919-1945. Zur Geschichte der
                        Professionalisierung geistiger und praktischer Mütterlichkeit</hi>,
                     Alling 1999</bibl>.</note>
                    </p>
              
               <p> <pb xml:id="pr038" ed="pga" rend="noPipe"/>Zum Abschluß ihrer Ausbildung an der Münchner Frauenschule unterzieht sich von
                  Kirschbaum «der staatlichen Prüfung für Wohlfahrtspflegerinnen mit Erfolg». Ihr
                  Prüfungszeugnis vom 21. März 1929 weist die «Gesamtnote I = hervorragend» aus.
                  In dem Zeugnis heißt es: «Auf Grund ihrer Bewährung in der praktischen Arbeit
                  wird sie als ‹hervorragend geeignet› zum Berufe einer Wohlfahrtspflegerin
                  erachtet.» Die schriftliche Arbeit vom Januar 1929 hat «Die
                  Arbeitsverhältnisse der Schwesternschaft vom bayerischen Roten Kreuz» zum Thema
                  (Maschinenschrift, 41 S.).</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">Begegnungen mit Karl Barth - gemeinsame Reisen</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Ab 1921 knüpft sich ein enger Kontakt zu dem Münchner Pfarrer und
                  Studienrat<persName ref="kbga-actors-275"> Georg Merz</persName>, der seit 1919
                  ganz durch die Endeckung des <bibl corresp="kbga-bibls-1497 ">«Römerbriefes» von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName></bibl> und den
                  bald einsetzenden persönlichen Austausch mit Barth bewegt und bestimmt ist.<note xml:id="n02"> <bibl corresp="kbga-bibls-2949 ">Lichtenfeld, S. 160-166.</bibl></note> In den
                  «fast täglichen Begegnungen» <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> mit Merz<note xml:id="n03"> <bibl corresp="kbga-bibls-2949 ">A.a.O., S. 170.</bibl></note> sind
                  die Veröffentlichungen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> und die für den Kreis um Merz «bislang
                  völlig ungewohnte Art seiner Bibelauslegung»<note xml:id="n04"> <bibl corresp="kbga-bibls-2949 ">A.a.O., S. 166f.</bibl></note> gewiß eines der wichtigsten
                  Themen. Vermutlich sieht <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> Barth zum ersten Mal in den Jahren 1922
                  und 1923 in der Gemeinde von Merz in München-Laim.</p>
               <p> Vom 19. bis zum 30. Juli 1924 ist <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> zusammen mit <persName ref="kbga-actors-275">Georg Merz</persName> das erste Mal zu Gast auf dem
                  <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> in Oberrieden, ohne dort <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> zu begegnen.<note xml:id="n05"> Siehe <bibl corresp="kbga-bibls-2708 ">Ein Leben, S. 257.</bibl></note>
                    </p>
               <p> Am 22. Juli 1925 reist sie gemeinsam mit Georg Merz erneut zum Bergli, wo Barth drei Wochen
                  später, am 12. August, eintrifft. So kommt es in den folgenden Tagen zu ersten
                  längeren Begegnungen mit <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> (alle reisen am 28. August wieder ab).</p>
               <p>Über Sylvester und Neujahr 1925/26 besucht <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> Barth in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName>. Ein
                  alles entscheidender Besuch erfolgt am <date when="1926-02-24">24. Februar
                     1926</date> in <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>. Am 11. Juli 1926 besuchen beide die «Gesolei»                   (Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und <pb xml:id="pr039" ed="pga"/> Leibesübungen) in <placeName ref="kbga-places-129">Düsseldorf</placeName>. Vom 17. August bis Ende September 1926 halten
                  sich Charlotte <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> und <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> auf.</p>
               <p>1927 verbringen beide die Tage um Ostern (17. April) ebenfalls auf dem Bergli und
                  unternehmen von dort aus Ausflüge auf den <placeName ref="kbga-places-1190">Albis</placeName> und nach <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName>. Im Anschluß
                  fahren sie nach <placeName ref="kbga-places-634">Bamberg</placeName> und besuchen die fränkische Schweiz. Im August 1927 hält
                  sich <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> mit <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und seiner Familie zu gemeinsamen Ferien in
                  <placeName ref="kbga-places-1266">Nöschenrode</placeName>/Harz auf, wo sie beide «mit der Dogmatik alle Hände voll zu tun»
                  haben<note xml:id="n06"> <bibl corresp="kbga-bibls-932 ">Bw. Th. II,
                     <ref type="pub-" target="../volume/04/p515#p515">S. 515</ref></bibl>.</note>: Barth diktiert ihr das für die Drucklegung
                  überarbeitete Manuskript seiner Vorlesung vom Wintersemester 1926/27
                  «Prolegomena zur Dogmatik» in die Schreibmaschine. Am 11./12. September 1927
                  unternehmen sie eine Reise zum Niederrhein und am 8. Oktober 1927 eine Wanderung
                  «durch den oberfränkischen ‹Gottesgarten›»<note xml:id="n07"> Vgl.
                     <bibl corresp="kbga-bibls-134 ">Busch,
                     S. 192</bibl>.</note>. Über Weihnachten und Neujahr 1927/28 besucht <persName ref="kbga-actors-223">von
                  Kirschbaum</persName> <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>, wo sie sich gemeinsam in <persName ref="kbga-actors-23">Heinrich <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName></persName> «Philosophie der praktischen Vernunft» vertiefen.<note xml:id="n08">
                     <bibl corresp="kbga-bibls-932 ">Bw. Th. II, <ref type="pub-" target="../volume/04/p555#p555">S. 555</ref></bibl>.</note>
                    </p>
               <p> Am 10. April 1928 treffen sich <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> und <persName ref="kbga-actors-315">Gerty Pestalozzi</persName> in <placeName ref="kbga-places-129">Düsseldorf</placeName> bei
                  einem Vortrag <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>. Zu dritt reisen sie von da aus nach <placeName ref="kbga-places-20">Frankfurt/M.</placeName> und
                  weiter aufs <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName>. Vom 29. September bis zum 15. Oktober 1928 halten sie sich
                  erneut auf dem Bergli auf. Am 23. Dezember 1928 fährt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> nach <placeName ref="kbga-places-94">Köln</placeName>, um <persName ref="kbga-actors-223">von
                  Kirschbaum</persName> von da aus nach <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName> zu begleiten. Während dieses Besuches fassen
                  sie gemeinsam am 1. Januar 1929 den Entschluß, daß <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> «ganz» zu
                  <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> kommen solle.<note xml:id="n09"> Siehe <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> Brief
                     vom 20. 1. 1935 (unten <ref type="pub" target="../volume/45/p453#p453">S. 453</ref>); vgl. <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Brief vom
                     7. 8. 1929 (unten<ref type="pub" target="../volume/45/p098#p098"> S. 98f.</ref>).</note>
                    </p>
               <p> Das Freisemester im Sommer 1929 verbringt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 13. April bis zum 23.
                  September gemeinsam mit <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> auf dem Bergli, die ihm dort unermüdlich
                  beim Ergänzen seines «Zeddelkastens», seiner Kartei zu theologischen
                  Schlagwörtern, zur Hand geht. Sie reisen zusammen vom 2. bis zum 4. Juni nach
                  <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName> und vom 8. bis zum 26. Juni gemeinsam mit <persName ref="kbga-actors-316">Pestalozzis</persName> nach <placeName ref="kbga-places-35">Italien</placeName>.</p>
              
               <p> <pb xml:id="pr040" ed="pga" rend="noPipe"/>Auf den 15. Oktober 1929 erwartet <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> zum Einzug in die
                  Himmelreichallee 43 in <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>.<note xml:id="n10"> Vgl. <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Brief
                     vom 12.10.1929 (unten <ref type="pub" target="../volume/45/p125#p125">S. 125</ref>).</note> Charlotte von
                  Kirschbaum tritt in <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Haushalt ein und wird nun tatsächlich <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>
                  «Ministerium des Innern und des Äußern in einer Person»<note xml:id="n11"> So später <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> über <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> in seinem Brief an <persName ref="kbga-actors-275">Georg Merz</persName> vom <ref type="kba-objects-id" target="56306">16. März 1953</ref> (s. <bibl corresp="kbga-bibls-2949 ">Lichtenfeld,
                     S. 170f., Anm. 65</bibl>).</note>.</p>
               <p>Nach 1929 wird das Leben miteinander in Münster bzw. in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> durch gemeinsame
                  Ferien auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> im Frühjahr und Herbst und durch Reisen unterbrochen, die
                  <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zu seiner Mutter nach <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName> und <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaum</persName> zu ihrer Mutter nach <placeName ref="kbga-places-43">München</placeName>
                  unternimmt.</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">Zulassung zum Studium ohne Reifezeugnis</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Nach zwei fünfstündigen Klausuren am 7. und 8. März 1933 und nach
                  einem Kolloquium am 10. März 1933 schlägt die «Prüfungsstelle für die
                  Zulassung zum Studium ohne Reifezeugnis» in <placeName ref="kbga-places-8">Berlin</placeName> am 11. März 1933 vor,
                  dem Antrag <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> «auf Zulassung zum Studium der Evangelischen
                  Theologie ohne Reifezeugnis zu entsprechen».</p>
            </div>
            <div>
               <head>
                        <hi rend="italic">Quellen</hi>
                    </head>
               <p rend="noindent">Die Angaben zum Leben von <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> stützen sich
                  auf verschiedene Quellen: Dokumente, Unterlagen und Photos aus dem <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl
                  Barth-Archiv</orgName>; Akten des Stadtarchivs München; Auskünfte und Dokumente der
                  «<orgName ref="kbga-actors-9569">Schwesternschaft München vom BRK e. V.</orgName>»; Auskünfte aus der
                  Paul-Gerhardt-Gemeinde in München-Laim; privat zur Verfügung gestellte Photos
                  mit kurzen Notizen. Daneben sind Hinweise aus dem Briefwechsel zwischen <persName ref="kbga-actors-2151">Karl
                  Barth</persName> und Charlotte von Kirschbaum sowie aus dem Briefwechsel zwischen <persName ref="kbga-actors-2151">Karl
                  Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysen</persName>
                  und aus <bibl corresp="kbga-bibls-134"><persName ref="kbga-actors-1513">Eberhard Buschs</persName> «Karl Barths Lebenslauf»</bibl> verarbeitet.</p>
               <p>Der Abriß greift somit auf Quellen und Angaben zurück, die als gesichert gelten
                  dürfen. Auf nicht eindeutig nachweisliche Angaben wird verzichtet, so daß dieser
                  Abriß zeitliche Lücken in der Biographie <persName ref="kbga-actors-223">von Kirschbaums</persName> aufweist. Aufgrund der
                  Quellenlage bilden <pb xml:id="pr041" ed="pga"/> Zeugnisse aus der Zeit der Schule und
                  der weiteren Ausbildung den Schwerpunkt. Eine wichtige Quelle sind dabei alle
                  Angaben zur «Sozialen <orgName ref="kbga-actors-9479">Frauenschule der Stadt München</orgName>», die Charlotte von
                  Kirschbaum von 1927-1929 besucht. Der Besuch dieser Münchner Frauenschule
                  verdient ein besonderes Augenmerk als eine Art Abschluß der Ausbildung Charlotte
                  von Kirschbaums und der fachlichen Qualifikation zu ihrer späteren Mitarbeit bei
                  <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>.</p>
               <p>Mit vielen Autorinnen und Autoren, die sich mit dem Leben von Charlotte von
                  Kirschbaum beschäftigt haben, teile ich die Meinung, daß bis heute «Ch. v.
                  Kirschbaums theologisches Lebenswerk im Hintergrund Karl Barths noch nicht
                  annähernd angemessen gewürdigt worden» ist.<note xml:id="n12"> So
                     z. B. <bibl corresp="kbga-bibls-2949 ">Lichtenfeld, S. 170.</bibl> Neben der kleinen Biographie von
                     Renate Köbler, die sich in
                     ihren biographischen Angaben weitgehend auf Gespräche mit Zeitzeugen stützt:
                     <bibl corresp="kbga-bibls-7540 "><hi rend="italic">Schattenarbeit. Charlotte von Kirschbaum – die Theologin an
                        der Seite Karl <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>. Mit einem Geleitwort von Rose Marie Barth</hi>
                     <hi rend="italic">und einer Nachlese von Hans Prolingheuer</hi> (Kleine
                     Bibliothek, Bd. 409), Köln 1987</bibl>, ist heute jedoch nachdrücklich die
                     Studie von <bibl corresp="kbga-bibls-7541 ">Suzanne Selinger zu nennen: <hi rend="italic">Charlotte von Kirschbaum und <persName ref="kbga-actors-2151">Karl
                        Barth</persName>. Eine biografisch-theologiegeschichtliche Studie. Aus dem
                        Amerikanischen übersetzt von Reinhard Brenneke</hi>, Zürich
                     2004</bibl>.</note> Ein wichtiger Schritt dazu wäre die Erstellung einer
                  Biographie, in der wir mehr über ihre Kindheit und Jugendzeit und ihren
                  Werdegang erfahren, ehe es zur für ihr Leben prägenden Begegnung mit <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>
                  gekommen ist.</p>
               <p rend="right"><persName ref="kbga-actors-7842">Rolf-Joachim Erler</persName></p>
            </div>
         </div>
         </div>
      </body>
   </text>
</TEI>
