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        <title type="volume" n="vol-48">Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921</title>
        <title type="content">Christus und die Sozialdemokraten</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Christus und die Sozialdemokraten, 1915</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/48025 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921, hrsg. v. Drewes, Hans-Anton / Marquardt, Friedrich-Wilhelm (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2012, S. 131–139.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/48025</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921</title>
          <title type="text">Christus und die Sozialdemokraten</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Drewes, Hans-Anton</editor>
          <editor>Marquardt, Friedrich-Wilhelm</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2012</date>
          <biblScope unit="page">131-139</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Christus und die Sozialdemokraten. Vortrag am Bezirkstag der soz. dem. Partei des Bez. Lenzburg in der Turnhalle in Seon; Sonntag 25. April 1915, 25. April 1915. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/742">KBA 12108</ref>. </bibl>
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        <head>CHRISTUS UND DIE SOZIALDEMOKRATEN</head>
        
          <head type="sub">
            <date when="1915">1915</date>
          </head>
        
        <div type="abstract">
          <p>
            <placeName ref="kbga-places-426">Seon</placeName> liegt ungefähr 12 km östlich von <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>. <date when="1915">1915</date> hatte der Ort über 2000 Einwohner. Die lokale Organisation der <orgName ref="kbga-actors-6132">Sozialdemokratischen <term key="Sozialdemokratie, Schweizerische">Partei</term></orgName>, der <term key="Grütliverein"><orgName ref="kbga-actors-9772">Grütliverein</orgName></term> des Bezirks Lenzburg, zählte nach dem Jahrbuch der Sozialdemokratischen <term key="Sozialdemokratie, Schweizerische">Partei</term><note xml:id="n01"><bibl corresp="kbga-bibls-4387"><hi rend="italic">Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei der <term key="Sozialdemokratie, schweizerische">Schweiz</term></hi><hi rend="italic">1914</hi></bibl> (s. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p009#fn_n01">S. 9, Anm. 1</ref>), S. 61.</note> 19 Mitglieder. Die Veranstaltung mit der Rede <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> wurde auch in der Presse wahrgenommen. Mit dem Manuskript hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> drei Zeitungsberichte über seinen Vortrag aufbewahrt, die als Anhang abgedruckt werden (s. unten, <ref type="pub" target="../volume/48/p137#p137">S. 137–139</ref>). Vor allem verdient der Artikel des ­freisinnig-demokratischen «<orgName ref="kbga-actors-9033">Zofinger Tagblatts</orgName>» Aufmerksamkeit: Es brachte einen als Korrespondenz aus <placeName ref="kbga-places-426">Seon</placeName> eingesandten Bericht, der als durchaus beeindrucktes Echo aus bürgerlichen Kreisen von besonderem Interesse ist. Bemerkenswert ist auch, dass <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, wie diesem Artikel zu entnehmen ist, seine in Schriftdeutsch vorbereiteten Ausführungen im Dialekt vorgetragen hat. Demgegenüber erscheint der Artikel im sozialdemokratischen «<orgName ref="kbga-actors-6494">Neuen Freien <term key="Aargauer, Neuer Freier">Aargauer</term></orgName>» konventionell. Doch konnte die Zeitung in einem Nachtrag zu ihrem Bericht melden, dass die freisinnige-demokratische «<orgName ref="kbga-actors-9940">Lenzburger <term key="Zeitung, Lenzburger">Zeitung</term></orgName>» ebenfalls einen positiven Bericht gebracht habe: <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Vortrag habe also «auch bei unseren Gegnern volle Anerkennung» gefunden.
          </p>
        </div>
        <div>
          <pb xml:id="p132" ed="pga"/>
          <head><term key="Christus">Christus</term> und die <term key="Sozialdemokraten">Sozialdemokraten</term>.</head>
          <head type="sub">Vortrag am Bezirkstag der <orgName ref="kbga-actors-6132">soz[ial]dem[okratischen] Partei</orgName> des Bez[irks] <placeName ref="kbga-places-116">Lenzburg</placeName> in der Turnhalle in <placeName ref="kbga-places-426">Seon</placeName></head>
          
            <head type="sub">Sonntag
<date when="1915-04-25">25. April 1915</date>
</head>
          
          <p> Jesus v. Naz[areth] am <term key="Kreuz">Kreuz</term> <term key="Jesus Christus, der Gekreuzigte">gestorben</term>. Handwerker. Wanderer, redet von <term ref="kbga-keywords-15">Gott</term>, <term key="Jesus Christus, Krankenheilungen">Krankenheilungen</term>. Umgeben von d. Masse, darin einsam. <hi rend="italic">Wer war <term key="Jesus Christus, wer war er?">Jesus</term></hi><hi rend="italic">?</hi> Was bedeutet er <hi rend="italic">für uns <term key="Sozialdemokraten">Soz[ial]dem[okraten]</term></hi><hi rend="italic">?</hi> <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign> [Christus] ist <term key="Jesus Christus, Antwort auf die Welträtsel">Antwort</term> auf die Welträtsel, so auch Quelle u. <term key="Kraft, Jesus ist unsere K.">Kraft</term> unsrer Bewegung.</p>
          <div>
            <head>I</head>
            <p><foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign>, was er war u. wollte.</p>
            <p>Mißverständnisse, die zu vermeiden:</p>
            <p>Jesus war <hi rend="italic">nicht <term key="Jesus Christus, wer war er?">Politiker</term></hi><hi rend="italic">.</hi> Versuchung [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.4.8 Mt.4.11">Mt. 4,8–11</ref>]. «Keine Schuld» [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.18.38">Joh. 18,38</ref>]. Tut es uns leid? Aber höher als der Politiker steht der Mensch, die lebend[ige] <term ref="kbga-keywords-356">Seele</term>. Hier ist d. Gebiet, wo Jesus uns begegnet als der Schöpfer neuer <term ref="kbga-keywords-1576">Mensch[en]</term>.</p>
            <p>Jesus war <hi rend="italic">nicht sozialer <term key="Jesus Christus, wer war er?">Reformator</term></hi><hi rend="italic">.</hi> Soz[iale] Not damals, sah sie, «tat nichts» dagegen. Wünschen wirs anders? Oder verstehen wir ihn[,] gerade als <term key="Sozialdemokraten">Soz.dem.</term>? Er war nicht Reformer, sondern <term key="Jesus Christus, Revolutionär">Revolutionär</term>. Hier müssen wir ihn suchen.</p>
            <p>Jesus war <hi rend="italic">nicht <term key="Jesus Christus, wer war er?">Moralprediger</term></hi><hi rend="italic">.</hi> Die wenigsten seiner <term key="sittlich">sittl[ichen]</term> Forderungen sind originell. Gleichsam spielend erhebt er alle Gebote ins Unermeßliche[,] <term key="Unmöglichkeit">Unmögliche</term>. Nicht leichten <term key="Jesus Christus, seine Lehre und Worte">Unterrichtsstoff</term> bietet er, sondern Gedanken, die in uns die <term key="Sehnsucht">Sehnsucht</term> erwecken nach einem Leben ohne <term ref="kbga-keywords-477">Moral</term>[,] weil es Leben in d. Wahrheit ist. Wer d[iese] Sehnsucht kennt, versteht Jesus.</p>
            <p>Und Jesus ist <hi rend="italic">kein <term key="Jesus Christus, wer war er?">Religionsstifter</term></hi><hi rend="italic">.</hi> Er fordert nicht Zustimmung zu einer Lehre od. Teilnahme an einem Kultus (ein <term ref="kbga-keywords-807">Chr[isten]t[um,]</term> dem das wesentlich wäre, ist ihm fremd!!)[,] sondern mit Allem[,] was er sagt und tut, will er die Menschen durch den Schein hindurch zur <term key="Wirklichkeit, des Lebens">Wirklichkeit</term> d. Lebens führen. So kommen ihm Alle die nahe, die bewegt sind von der Frage: was soll d. <term key="Leben, Sinn des L.">Leben</term>? was soll d. <term ref="kbga-keywords-378">Welt</term>? Das <pb xml:id="p133" ed="pga"/> <term ref="kbga-keywords-807">Chrt.</term> die «Religion» der ernsthaften <term key="Ernsthaftigkeit">Menschen</term>. Wer aus der Wahrheit ist.... [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.18.37">Joh. 18,37</ref>]</p>
            <p> Jesus ist der Mensch, der dem Leben in einzigartiger Weise auf den Grund gegangen ist. Der Schein, die <term key="Vorläufigkeit">Vorläufigkeiten</term> u. Unvollkommenheiten des Daseins verschwinden, werden bedeutungslos, <hi rend="italic">die eigentliche Welt, die <term key="Wirklichkeit">Wirklichkeit</term></hi> tritt hervor.</p>
            <p> Die eigentliche <term key="Welt, eigentliche">Welt</term>, der Grund aller Dinge, ist eine Welt <hi rend="underline italic">unendlicher siegreicher Güte</hi></p>
            <p> Darum ist <term key="Not">Not</term> u. Elend u. <term ref="kbga-keywords-177">Tod</term> etwas <term key="Vorläufigkeit">Vorübergehendes</term>, <term ref="kbga-keywords-846">Angst</term> u. Schrecken davor eine Einbildung, die rechte Haltung ein <hi rend="italic">stilles festes <term ref="kbga-keywords-1768">Vertrauen</term></hi>.</p>
            <p> Darum ist <term key="Selbstsucht">Selbstsucht</term> u. <term ref="kbga-keywords-1119">Unrecht</term> etwas in sich Unmögliches, Sündigen ein Atmenwollen in luftleerem <term key="Atmen ohne Luft">Raum</term>, die <term key="Überwindung, des Bösen"><hi rend="italic">Überwindung</hi></term> <hi rend="italic">des Bösen</hi> der selbstverständliche Weg</p>
            <p> Darum ist die <term key="Schwachheit">Schwachheit</term> u. <term key="Torheit">Thorheit</term> d. Menschen eine Blindheit, unter der sie selbst am Meisten <term key="Leid(, Leiden)">leiden</term>, die <term ref="kbga-keywords-199"><hi rend="italic">Sünde</hi></term> <hi rend="italic">ist ihnen vergeben</hi>, neues <term ref="kbga-keywords-982">Leben</term> wartet ihrer, sobald ihnen die Augen aufgehen</p>
            <p> Darum ist eine <term ref="kbga-keywords-283">Gerechtigkeit</term>, die sich mit <term key="Gebet">Beten</term>, <term ref="kbga-keywords-1771">Almosen</term> u. <term ref="kbga-keywords-477">Moral</term> zufrieden geben könnte, eine Heuchelei, an ihre Stelle tritt die <term key="Sehnsucht"><hi rend="italic">Sehnsucht</hi></term> <hi rend="italic">nach dem Sieg</hi> völliger <term key="Bruderschaft">Bruderschaft</term> u. <term ref="kbga-keywords-124">Barmherzigkeit</term> unter den Menschen.</p>
            <p> Darum treibt d. Mensch aus freier Einsicht das Werk, das er tun muß[,] u. alles: du sollst! u. du sollst nicht! ist aufgehoben u. beschlossen in dem <hi rend="italic">einen Gebot d. <term key="Gehorsam, Gebot des G.">Gehorsams</term></hi></p>
            <p> Darum giebt es unter den Menschen keine <term ref="kbga-keywords-1471">Gleichgültigkeit</term>, keine Feindschaft, keine Anerkennung von Hindernissen mehr, über Alles triumphiert die <term ref="kbga-keywords-593"><hi rend="italic">Liebe</hi></term><hi rend="italic"/>, die so stark ist, weil sie auf der <term ref="kbga-keywords-340">Wahrheit</term> beruht.</p>
            <p> Diese ewige <term ref="kbga-keywords-475">Güte</term> der andern <term key="Welt, andere">Welt</term> nennt Jesus den <hi rend="bold">Vater im Himmel.</hi><term ref="kbga-keywords-112"> </term>Sein Dasein verbindet uns untereinander u. ordnet unser Leben.</p>
            <p> Und wo er erkannt wird, wo die Menschen aus seinen <term key="Gott, Kräfte">Kräften</term> leben u. ihr Leben u. die Welt gestalten[,] da ist das <hi rend="bold">Himmelreich</hi><hi rend="bold">.</hi></p>
            <p>Und das Himmelreich kommt, wo wir <hi rend="bold">glauben</hi><term key="Glaube">[.] </term>Gl[auben] heißt auftun. Die <term key="Erkenntnis, Gottes">Erkenntnis</term> Gottes (Buße u. Gebet) schafft eine neue innere Stellung zum Leben, die mit Notwendigkeit <term key="Samenkorn">(Samenkorn</term> [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.4.26 Mk.4.29">Mk. 4,26–29</ref>]) Alles (Berge versetzen ... [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.13.2">1.Kor. 13,2</ref>; vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.17.20">Mt. 17,20</ref>]) verwandelt.</p>
            <p><pb xml:id="p134" ed="pga" rend="noPipe"/> <hi rend="italic">Diese andre <term key="Welt, andere">Welt</term></hi><hi rend="italic">ist der Inhalt des Lebens <term ref="kbga-keywords-81">Jesu</term></hi><hi rend="italic">[.]</hi> Weil er sie erkannt hat u. in ihr steht, nennt er sich den <term ref="kbga-keywords-235">Sohn</term> des Vaters u. will mit uns nichts Anderes, als uns in sein Verhältnis zum <term ref="kbga-keywords-56">Leben</term> hineinziehen. Sein Leben u. Sterben<note xml:id="n02">Das Wort ist nicht sicher zu entziffern. Es könnte allenfalls auch «Streben» heißen.</note> ist <term key="Jesus Christus, Revolutionär">Revolution</term> im tiefsten Sinn. Eben darum kann er nicht Politiker etc. sein. Daß es Rev[olution] ist, daß unsre <term key="Überwindung, der Welt">Welt</term> in ihren tiefsten <term key="Kräfte">Kräften</term> sich gegen die hereinbrechende Gotteswelt wehrt u. darum überwunden werden muß, das zeigt sich im <term key="Kreuz">Kreuze</term> <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign>’i. Eben da aber auch die überlegene <term ref="kbga-keywords-340">Wahrheit</term> der erstern</p>
          </div>
          <div>
            <head>II</head>
            <p>Was hat <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign> mit der <term key="Sozialdemokratie"><hi rend="italic">Sozialdemokratie</hi></term> zu thun?</p>
            <p><hi rend="italic">Warum sind wir <term key="Sozialdemokraten">Soz.dem.</term></hi><hi rend="italic">?</hi> Weil wir in Sorge u. Not gemerkt haben, wie der <term key="Klassen, Arbeiterklasse">Arbeiterklasse</term> geholfen werden kann? Weil wir schlimme Erfahrungen gemacht mit den herrschenden <term key="Gesellschaft, Wunsch nach anderer G.">Gesellschaftszuständen</term>? Weil wir <term ref="kbga-keywords-140">aufgeklärt</term> worden sind über ihre Ursachen u. Wirkungen? Ja, das Alles auch, aber nicht nur das! Denn bei Vielen bestehen diese Gründe u. sie sind nicht Soz.dem. oder sie bleiben es nicht.</p>
            <p><hi rend="italic">Warum bleiben wir <term key="Sozialdemokraten">Soz.dem.</term></hi><hi rend="italic">?</hi> Trotz aller leichtern Wege, die sich öffnen? Trotz aller raschen Vorteile[,] die anderswo zu gewinnen ­wären? Trotz dem <term key="Krieg, erster Weltkrieg">Krieg</term>, der uns wenigstens dem Anschein nach in ­unsern <term ref="kbga-keywords-276">Hoffnungen</term> weit zurück gebracht hat. – Weil uns in der soz[ialen] <term key="Sozialismus, Inhalt des S.">Bewegung</term> <hi rend="italic">ein Glaube entgegentritt, der das Tiefste in uns in Anspruch nimmt u. uns in seinen Dienst zwingt.</hi> Und sofort fühlen wir uns bei diesem Glauben an <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign> erinnert u. empfangen von ihm neue <term key="Kraft, Jesus ist unsere K.">Kraft</term> zum Glauben.</p>
            <p> Denn was will der <term key="Sozialismus, Ziele des S.">Sozialismus</term>? Die <term key="Freiheit, vom Geld"><hi rend="italic">Freiheit</hi></term> <hi rend="italic">des Menschen vom <term key="Mammon">Gelde</term></hi><hi rend="italic">.</hi> Nicht die Sachen sollen den Menschen beherrschen, sondern der Mensch soll leben. Seine <term key="Würde">Würde</term>, die er in der Jagd nach Besitz verloren, soll ihm in gemeinsamer <term ref="kbga-keywords-795">Arbeit</term> zurückgegeben werden. Zweitens eine <term key="Ordnung, Gesellschaftsordnung,, neue">Neuordnung</term> der Gesellschaft auf Grund der <term ref="kbga-keywords-283"><hi rend="italic">Gerechtigkeit</hi></term><hi rend="italic">.</hi> Durch Ersetzung der <term ref="kbga-keywords-1366">Macht</term> durch das <term ref="kbga-keywords-337">Recht</term> und der <term key="Klassen, Gegensatz der K.">Klassen</term>- u. Völkergegensätze durch den <term key="Friede">Frieden</term>[.] Weg dazu: der Glaube</p>
            
            <p><pb xml:id="p135" ed="pga" rend="noPipe"/> Diesen Glauben an <term ref="kbga-keywords-658">Freiheit</term> u. <term ref="kbga-keywords-1457">Gerechtigkeit</term> unter den Menschen vertritt die Soz.dem. gegenüber einer Welt, die auf das <term ref="kbga-keywords-1462">Geld</term> u. die <term ref="kbga-keywords-1366">Macht</term> aufgebaut ist, vertritt ihn als revolutionäre <term key="Sozialdemokratie, revolutionäre Partei">Partei</term>[,] die nicht flicken, sondern neuschaffen will. Ist denn das etwas Anderes, als was Jesus wollte? Ja, Jesus wollte u. brachte noch unendlich viel mehr. Das soz[ialistische] <term key="Sozialismus, ist auf der Linie Jesu">Programm</term> ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Jesu Programm: dein Reich komme! [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.10">Mt. 6,10</ref> par.] Aber im <term key="Sozialismus, Kräfte des S.">Sozialismus</term> bricht, obgleich seine Bekenner es z.T. nicht wissen u. leugnen u. trotz all ihrer <term key="Sozialismus, Fehler des S.">Fehler</term> etwas auf vom <term ref="kbga-keywords-434">Himmelreich</term>, etwas von den Kräften <term key="Gott, Kräfte">Gottes</term>. Hier ist <term key="Glaube">Glaube</term> an die andre <term key="Welt, andere">Welt</term> u. <term ref="kbga-keywords-795">Arbeit</term> dafür. Und darum ist uns der Soz[ialismus] lange nicht nur eine polit[ische] od. <term key="Politik, und Wirtschaft">wirtschaftl[iche] </term>Frage, sondern zuerst u. im tiefsten eine <term key="Gewissen, Gewissenssache">Gewissens</term>- u. Glaubenssache.</p>
            <p> Weil wir an die andre <term key="Welt, andere">Welt</term> glauben, die <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign> uns eröffnet[,] müssen wir trotz Allem uns am Soz. freuen u. dafür arbeiten.</p>
            <p> Und weil wir ernsthafte <term key="Sozialdemokraten, ernsthafte">Soz.dem.</term> sein möchten, können wir nicht anders, als in der <term key="Jesus Christus, seine Lehre und Worte">Botschaft</term> u. im Leben <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign>’i den eigentl[ichen] Kern u. <term key="Sozialismus, ist auf der Linie Jesu">Richtpunkt</term> unsrer <term ref="kbga-keywords-276">Hoffnung</term> u. <term ref="kbga-keywords-795">Arbeit</term> sehen.</p>
          </div>
          <div>
            <head>III</head>
            <p> Was bedeutet dieser Zusammenhang für uns <term key="Sozialdemokraten">Soz.dem.</term>?</p>
            <p><term key="Klarheit"><hi rend="italic">Klarheit</hi></term><hi rend="italic">u. inneren Halt.</hi> Wer das weiß: ich stehe als <term key="Sozialismus, ist auf der Linie Jesu">Sozialist</term> auf der Linie Jesu, der muß mit innerster Seele <term key="Sozialismus, innerer">Soz[ialist]</term> sein, er <hi rend="italic">muß</hi>, er lebt im Soz. mit tiefstem <hi rend="sans-serif">Pflichtgefühl</hi><hi rend="sans-serif">.</hi> Und mit ruhigem <term ref="kbga-keywords-596">Gewissen</term> u. <hi rend="sans-serif">Vertrauen</hi> gegenüber Anfechtungen u. Schwierigkeiten. Und mit einer <hi rend="sans-serif">Klarheit</hi><hi rend="sans-serif">,</hi> die ihm nicht erlaubt, wegen Launen u. Vorteilen seinen Soz. aufzugeben. Er gehört zu ihm als eine göttl[iche] <term key="Sozialismus, als göttliche Aufgabe">Aufgabe</term>. Hat nicht der <term key="Krieg, erster Weltkrieg">Krieg</term> gezeigt, daß es zuviel oberflächliche, ängstliche, scheinbare Soz. gab? Die Erk[enntnis] <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign><term key="Erkenntnis, Christi">’i</term> wird uns Soz.dem. die <term key="Klarheit">Klarheit</term> u. Sicherheit geben, die uns jetzt noch <term key="Sozialismus, Manko des S.">fehlen</term>.</p>
            <p><term key="Kritik"><hi rend="italic">Kritik</hi></term><hi rend="italic">u. Wegweisung</hi>, die die <term key="Sozialdemokratie">Soz.dem.</term> als eine menschl[iche] Sache trotz aller <term key="Sozialismus, Parteiprogramm">Programme</term> etc. nötig hat. Der <term key="Krieg, erster Weltkrieg">Krieg</term> hat gezeigt, wie mitten auf dem «Wege z[ur] Macht» alles schief gehen kann, wenn nicht beständige Selbstbesinnung neben dem <term ref="kbga-keywords-382">polit[ischen]</term> <term key="Macht, Machtkampf">Kampf</term>.</p>
            <p rend="long-indent"><pb xml:id="p136" ed="pga" rend="noPipe"/> <hi rend="italic">Unser <term key="Sozialismus, Ideale des S.">Ideal</term></hi> muß rein bleiben: nicht <term key="Wohlfahrt">Wohlsein</term>, sondern <term ref="kbga-keywords-283">Gerechtigkeit</term> auf Erden. Dann sind wir unsrer Sache sicher, dann begeistern wir nach <term key="Begeisterung">außen.</term></p>
            <p rend="long-indent"><hi rend="italic">Unser <term key="Sozialismus, Kampfmittel des S.">Kampfmittel</term></hi> ist die <term key="Sozialismus, Wahrheit des S.">Wahrheit</term> unsrer Sache. Auch polit., <term ref="kbga-keywords-886">gewerkschaftl.</term> Arb[eit] gewiß, aber Achtung, daß dabei der Soz. nicht verloren geht! Er bleibt uns, wenn wir einfach darauf abstellen, damit zu siegen, daß wir recht haben.</p>
            <p rend="long-indent"><hi rend="italic">Unsere nächsten <term key="Sozialismus, Ziele des S.">Ziele</term></hi> sind nicht <term key="Wahlen, Wahlsieg">Wahlerfolge</term>[,] sondern sozialist. <term key="Persönlichkeit, sozialistische">Persönlichkeiten</term>. Zuerst wir selbst[,] dann die andern. Zuerst erlöste Menschen, durch diese dann erlöste Verhältnisse. Lieber Wenige[,] aber Echte!</p>
            <p><hi rend="italic">Bürgschaft u. <term ref="kbga-keywords-276">Hoffnung</term></hi><hi rend="italic">.</hi> Wird unsre Partei ihr <term key="Sozialismus, Ziele des S.">Ziel</term> erreichen? Unbedingt, denn unser Ziel zeigt[,] wie uns der Blick auf <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">Χρ</foreign> beweist, einfach [den] Ausdruck der tiefsten <term key="Wirklichkeit, des Lebens">Lebenswirklichkeit</term>. Nur wer überhaupt unentschieden am Leben <term key="Zweifel, am Sozialismus">zweifelt</term>, hin u. her zwischen <term key="Recht, und Unrecht">Recht</term> u. Unrecht etc., kann am Soz. zweifeln. So sicher die Welt Gottes triumphiert, so sicher setzt sich die Wahrheit d. <term key="Sozialismus, Wahrheit des S.">Soz.</term> durch über alle Hindernisse hinweg.</p>
            <p> Aber vielleicht in sehr andrer Weise als wir denken. Wir können nur der Stimme unsres <term ref="kbga-keywords-596">Gewissens</term> gehorchen u. mit Leib u. Seele Soz. sein. Wohin führt der Weg? Wo ist das <term key="Sozialismus, Ziele des S.">Ziel</term> erreicht? Sicher ist, daß es ohne <term key="Kreuz"><hi rend="italic">Kreuz</hi></term> nicht gehen wird. Wundert euch nicht, wenn das kommt. Wenn wirs tragen u. festbleiben[,] ringt sich in unserm <term key="Leid(, Leiden)">Leid</term> die wirkl[iche] Welt an den Tag, die auch die <term key="Welt, des Sozialismus">Welt</term> des Sozialismus sein wird.</p>
            <p>Laßt mich schließen mit <persName ref="kbga-actors-136"><hi rend="italic">Goethes</hi></persName> Bekenntnis<note xml:id="n03"><bibl corresp="kbga-bibls-3365"><persName ref="kbga-actors-136">J. W. von Goethe</persName>, «Symbolum»</bibl>. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> lässt die erste und die vierte Strophe aus und folgt in der ersten Zeile der dritten dem Text des ersten Druckes («schwer und ferne» statt «schwer und schwerer»).</note>:</p>
            <!-- leerzeile -->
             <q rend="block">
            <lg>
              <l>Die Zukunft decket</l>
              <l>Schmerzen u. Glücke[.]</l>
              <l>Schrittweis dem Blicke[,]</l>
              <l>Doch ungeschrecket</l>
              <l>Dringen wir vorwärts.</l>
              <l><lb/></l>
              <!-- leerzeile -->
              <l><pb xml:id="p137" ed="pga" rend="noPipe"/>Und schwer u. ferne</l>
              <l>Hängt eine Hülle</l>
              <l>Mit Ehrfurcht. Stille</l>
              <l>Ruhn oben die Sterne</l>
              <l>Und unten die Gräber[.]</l>
              <l><lb/></l>
              <!-- leerzeile -->
              <l>Doch rufen von drüben</l>
              <l>Die Stimmen der Geister[,]</l>
              <l>Die Stimmen der Meister[:]</l>
              <l>Versäumt nicht[,] zu üben</l>
              <l>Die Kräfte des Guten!</l>
              <l><lb/></l>
              <!-- leerzeile -->
              <l>Hier flechten sich Kronen</l>
              <l>In ewiger Stille,</l>
              <l>Die sollen mit Fülle</l>
              <l>Die Tätigen lohnen!</l>
              <l>Wir heißen euch hoffen!</l>
            </lg>
          </q>
          </div>
          <div>
            <head>Anhang: Presseberichte zum Vortrag</head>
              <head type="sub"><bibl corresp="kbga-bibls-4345">Der Seethaler, Jg. 50, Nr. 34 vom 28.4.1915, S. [2]</bibl></head>
            <p rend="text-small">
                <placeName ref="kbga-places-426">Seon</placeName>. (Korresp.) In einer vom hiesigen Arbeiterverein veranstalteten öffentlichen Versammlung in der Turnhalle sprach letzten Sonntag Herr Pfarrer <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> aus <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName> vor zirka 100 Anwesenden über <hi rend="italic">«Christus und die Sozialdemokratie».</hi> Der Vortragende, als Anhänger der von Herrn Professor <persName ref="kbga-actors-330">Ragaz</persName> in <placeName ref="kbga-places-66">Zürich</placeName> verfochtenen Richtung «Neue Wege» bekannt, wies an Hand von Beispielen aus dem Leben und Wirken des Jesus von Nazareth schlagend nach, daß dieser weder ein <hi rend="italic">Politiker</hi>, noch ein <hi rend="italic">Sozialreformer</hi>, noch ein <hi rend="italic">Moralprediger</hi>, ja selbst im Grunde nicht einmal ein <hi rend="italic">Religionsstifter</hi> gewesen ist. Das Wesen seiner Persönlichkeit lasse deutlich erkennen, daß Christus ein Gottesreich auf Erden stiften wollte, d.h. eine Welt der Gerechtigkeit, der Liebe und Güte, die alle Menschen als Brüder umfassen will. Wie stellt sich nun die Christenheit von heute dazu? Ist nicht der Weltkrieg ein eklatanter Beweis dafür, daß Selbstsucht, Macht und Gewalt triumphieren? Welchen Zweck verfolgt nun die sozialdemokratische Bewegung? Keinen andern als die Men<pb xml:id="p138" ed="pga" break="no"/>schen, welche alle ob arm oder reich unter diesem Drucke leiden, von der Herrschaft des toten Geldes zu befreien, allerdings nicht in dem Sinne, wie es innerhalb der Partei von vielen gedacht und geplant wird. In sarkastischer Weise streifte der Vortragende mitunter die falschen Wege und Mittel und die irrtümlichen Auffassungen vieler Sozialdemokraten. Darauf komme es zum Beispiel gar nicht an, durch wie viele Mitglieder die Partei in den Behörden – vom Gemeinderat bis zum <orgName ref="kbga-actors-9857">Nationalrat</orgName> – vertreten seien etc. Jeder einzelne Mensch, der wirklich im Innersten vom Geist der Gerechtigkeit, Liebe und Güte nach dem Vorbild unseres Meisters erfaßt und durchdrungen sei, könne mehr für den Sozialismus wirken, als eine große Zahl derer, die nur dem Namen nach der Partei angehören und in der Verwirklichung der sozialistischen Ideen die Herbeiführung eines quasi sorgenfreien Lebens erhoffen. Nur durch Kampf und Leiden wird die Krone errungen. Hat doch Jesus auch leiden müssen und erst durch den Tod am Kreuz dem Christentum zum Siege verholfen! Daß die sozialdemokratische Bewegung früher oder später ihre Triumphe feiern wird, davon ist der Sprechende für sich völlig überzeugt. Mit sichtlichem Interesse folgten die Anwesenden dem in Dialekt gehaltenen fein logisch aufgebauten Vortrage. Manches Vorurteil, das der eint<note xml:id="n04">= eine.</note> und andere bis anhin gegen die sozialdemokratische Bewegung gehabt hat, wurde, wenn auch nicht ganz gehoben, so doch bedeutend geschwächt. Man musste sich sagen, einen Sozialismus in diesem Sinne lasse ich mir gefallen. Das klingt denn doch nicht à la «<persName ref="kbga-actors-4864">Naine</persName>» und «<persName ref="kbga-actors-9851">Graber</persName>»<note xml:id="n05">Vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p094#fn_n18">S. 94, Anm. 18</ref>.</note>!!
              </p>
            </div>
            <div>
              <head type="sub"><bibl corresp="kbga-bibls-4076">Neuer Freier Aargauer, Jg. 10, Nr. 96 vom 27.4.1915, S. [3]</bibl></head>
              <p rend="text-small">
                <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-426">Seon</placeName>.</hi> Der öffentliche Vortrag vom letzten Sonntag war ganz ordentlich besucht. In prächtig-packenden Ausführungen behandelte Herr Pfarrer <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> aus <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName> das Thema «Christentum und Sozialdemokratie». Er zeigte wie ein guter Christ Sozialdemokrat sein können, ja sein müsse. Er sparte auch nicht mit der Kritik an unserer heutigen Bewegung. Sie gehe zu viel in Oberflächlichkeiten und zu wenig in die Tiefe. Sein Vortrag klang in einem zukunftsfreudigen Hoffen und festem Glauben an den endlichen Sieg des Sozialismus aus und fand lebhaften Beifall.
              </p>
              <p rend="text-small">
                Anschließend an den Vortrag wickelte die Bezirkspartei […] die ordentlichen Geschäfte ab. […]
              </p>
            </div>
            <div>
              <pb xml:id="p139" ed="pga"/>
              <head type="sub"><bibl corresp="kbga-bibls-4076">Neuer Freier Aargauer, Jg. 10, Nr. 98 vom 29.4.1915, S. [3]</bibl></head>
              <p rend="text-small">
                <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-426">Seon</placeName>.</hi> Der Vortrag des Herrn Pfarrer <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom letzten Sonntag fand auch bei unseren Gegnern volle Anerkennung. So schreibt der hiesige Korrespondent der «<orgName ref="kbga-actors-9940">Lenzburger Zeitung</orgName>»<note xml:id="n06"><bibl corresp="kbga-bibls-4346">Lenzburger Zeitung, Jg. 67, Nr. 34 vom 28. April 1915, S. [2f.]</bibl>. Dem im <orgName ref="kbga-actors-6494">Neuen Freien Aargauer</orgName> zitierten Schlussabschnitt steht ein längerer Bericht über <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Referat voran, in dem es u. a.  heißt (S. [2]): «Die rechten Sozialdemokraten suchen ihre Kraft eben im Glauben an eine bessere Welt, und sie finden in ihrer Bewegung etwas Verwandtes mit Jesus. [...] Wenn die Sozialisten sagen: ‹Mer wend’s au guet ha!› [= ‹Wir wollen es auch gut haben!›], so werden sie darin nicht die wahre Kraft und das gute Gewissen für den Kampf finden. Allen muß es besser gehen, und alle müssen gehoben werden. Das sozialistische Programm ist ein Ausschnitt aus dem Programm Christi. Das Hauptgewicht in der Bewegung ist nicht in die Gewinnung beitragzahlender Mitglieder zu legen, die sich dann ums innere Leben und die Entwicklung der Parteisache nicht weiter kümmern; es sollen Leute gewonnen werden, die mit der Kraft der Bruderliebe erfüllt sind.»</note> am Schluß seines Berichtes, was folgt: «Die mit Wärme und Ueberzeugung vorgebrachten Ideen fanden auch bei den relativ zahlreich anwesenden ‹Nichtgenossen› sympathische Aufnahme. Der Referent hat uns auf Wege geführt, die vertrauensvoll zu begehen sind. Ihm gebührt Dank und Anerkennung.»
              </p>
            </div>
          </div>
        </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
