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        <title type="volume" n="vol-48">Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921</title>
        <title type="content">Demokratie oder Diktatur?</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Demokratie oder Diktatur?, 1919</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/48056 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921, hrsg. v. Drewes, Hans-Anton / Marquardt, Friedrich-Wilhelm (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2012, S. 501–502.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921</title>
          <title type="text">Demokratie oder Diktatur?</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Drewes, Hans-Anton</editor>
          <editor>Marquardt, Friedrich-Wilhelm</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2012</date>
          <biblScope unit="page">501-502</biblScope>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Demokratie oder Diktatur?, 16. April 1919. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/769">KBA 12135</ref>. </bibl>
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        <head>DEMOKRATIE ODER DIKTATUR?</head>
        
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            <date when="1919">1919</date>
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        <div type="abstract">
          <p>
            Einleitung s. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p481#p481">S. 481f.</ref>
          </p>
        </div>
        <div>
          <head><term key="Demokratie, oder Diktatur">Demokratie</term> oder Diktatur?<note xml:id="n01">Siehe oben <ref type="pub" target="48054#fn_n03">S. 482, Anm. 3</ref>.</note></head>
            <head type="sub"><date when="1919-04-16">16. IV 19</date></head>
          <p><hi rend="italic">Nicht Urteil</hi> über die russ. <term ref="kbga-keywords-878">Partei.</term> Grundsätzliche Wichtigkeit ihres Versuches, ganz abgesehen von s[einer] histor. Begreiflichkeit. Ein anderes ist die Nachahmung. <hi rend="italic">Wie stellen wir uns zur Verschiebung unsers Programms im russ. Sinn?</hi></p>
          <p>Die <hi rend="italic">Sowjetverfassung</hi> ist eine Sache für sich, die ernstlich zu erwägen ist. Unsre Dem[okratie] muss dem Leben besser angepasst werden. Es handelt sich um die <hi rend="italic">Diktatur</hi>, um die Merkmale der Minoritätsherrschaft, der Exklusivität, der gewaltsamen Umwälzung. Wollen wir das oder nicht?</p>
          <p><hi rend="italic">Kommt es ohne uns</hi>, dann ists eine nicht ungerechte Vergeltung, ich rede als Mit-Leidtragender: <term key="Bürgertum">Bürgertum</term> hat s. Stellung missbraucht, <term key="Demokratie, hat sich nicht bewährt">Demokratie</term> u. <term key="Kirche, hat sich nicht bewährt">Kirche </term>haben sich nicht bewährt. <term key="Gewalt, ruft Gewalt">Gewalt</term> ruft Gewalt. Aber die Frage ist, ob wir wollen[,] dass das komme?</p>
          <p><hi rend="italic">Der Grundsatz d. Vergeltung muss ausschalten.</hi> Knabenhaft. Unfruchtbar. Die Welt umkehren, nicht nur <hi rend="italic">in</hi> der Welt dies u. das, sonst bleibts beim Alten. Sonst sind unsre bisherigen Proteste u. Bemühungen unaufrichtig. Die Kraft des <term key="Sozialismus, Kraft">Soz[ialismus] </term>beruhte darauf, dass es den Soz[ialisten] Ernst war mit ihren Forderungen. Die Methoden d. Gegner berauben uns dieser Kraft</p>
          <p>a) <hi rend="bold">Die gewaltsame Umwälzung.</hi> Dann wird die neue Gesellschaft auf d. <hi rend="italic">alten Grundlagen</hi> errichtet. Denn der Erfolg heiligt die Mittel nicht. Selbst die Luft von Treibhauskultur. Die Geschichte ruft solchen Gewaltsprüngen. – Das Ziel <hi rend="italic">wird nicht erreicht.</hi> Der Sozialismus braucht freie Produktion, nicht neue Hörigkeiten. Freie Gesinnung, nicht Preßknebelung etc. Freie M[enschen], nicht soz[ialistische] Etikettenleute. – Die <hi rend="italic">Konzession</hi> an d. menschl. Schwachheit darf nicht z. Prinzip gemacht werden u. die Feststellung eines Ausnahmefalls ist eine verantwortl. Sache. – <hi rend="italic">Möglichkeit</hi> bei uns?!</p>
          <p><pb xml:id="p502" ed="pga" rend="noPipe"/> b) Die <hi rend="bold">Minoritätsherrschaft.</hi> Die anerkannten Fehler der <term key="Demokratie, Fehler der D."><hi rend="italic">Demokratie</hi></term> werden nicht besser durch ihre Aufhebung. Wer schützt uns vor den Fehlern der Arbeiterführer u. vor d. Stumpfsinn d. unaufgeklärten Arbeiter? Verteidigen wir sie, bauen wir sie aus! Die <hi rend="italic">Minderheit</hi> soll durch ihre Intelligenz herrschen d.h. zur Mehrheit werden</p>
          <p>c) Die <hi rend="bold">Exklusivität</hi> d. Arbeiterklasse. Der Widerstand der Bauern würde s[ich] äußern durch Produkt[ions]verminderung, der der bürgerl. Klasse durch Verlegung [?] d. Industrie. Und das Ziel d. Aufhebung der Klassen? Und die geistigen Werte?</p>
          <p>Also: Nein, sondern Ausnützung der jetzigen Lage durch polit. Arbeit[.] Mehr Genossenschaftswesen, mehr soz. Bildung!</p>
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