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        <title type="volume" n="vol-48">Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921</title>
        <title type="content">Generalbericht über zwei Amtsperioden</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Generalbericht über zwei Amtsperioden, 1921</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/48065 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921, hrsg. v. Drewes, Hans-Anton / Marquardt, Friedrich-Wilhelm (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2012, S. 702–716.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/48065</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1914–1921</title>
          <title type="text">Generalbericht über zwei Amtsperioden</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Drewes, Hans-Anton</editor>
          <editor>Marquardt, Friedrich-Wilhelm</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2012</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Generalbericht über zwei Amtsperioden der Synode, erstattet von Pfr. Karl Barth, Safenwil, Mai 1921, Mai 1921. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/928">KBA 12269</ref>. </bibl>
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        <head>GENERALBERICHT ÜBER ZWEI AMTSPERIODEN</head>
        
          <head type="sub">
            <date when="1921">1921</date>
          </head>
        
        <div type="abstract">
          <p>
            Der Generalbericht bezieht sich auf die «Kirchen-Ordnung» von <date when="1896">1896</date><note xml:id="n01"><bibl corresp="kbga-bibls-4800"><hi rend="italic">Kirchenordnung für die evang.-reformierte Landeskirche des Kantons Aargau. Von der Synode beschlossen am 20. Februar 1896</hi>, Seengen 1896</bibl>.</note>, die in § 54 eine solche «schriftliche Berichterstattung» vorsah, die dem Kirchenrat «das Material zu liefern» hatte «zu Abfassung seines Generalberichts an die Synode über die Verhältnisse und Zustände der Landeskirche». Für diese Generalberichte, die in <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Safenwiler Zeit über zwei Amtsperioden der Synode, d.h. für acht Jahre zu erstatten waren, wurden die Kirchenpflegen (Kirchenvorstände) und die Pfarrer gesondert vom Kirchenrat befragt.<note xml:id="n02">Zum Generalbericht 1905-1913 vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-215">V.u.kl.A. 1909-1914, <ref type="pub-" target="../volume/22/p718#fn_n03">S. 718, Anm. 3</ref></bibl>.</note>
          </p>
          <p>Die Fragen zu dem Generalbericht, den <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> <date when="1921">1921</date> dem Kirchenrat zu erstatten hatte, sind bedauerlicherweise weder im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName> noch im <orgName ref="kbga-actors-9770">Archiv der aargauischen reformierten Landeskirche</orgName> erhalten. So muss offen bleiben, worauf sich die Fragen bezogen, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> <hi rend="text-recte">nicht</hi> beantwortete. Jedenfalls weckten die Fragen bei ihm Unmut. Das zeigen seine Antworten, das bringen seine Schlussbemerkungen deutlich zum Ausdruck, das zeigt aber auch ein Schreiben von Pfarrer <persName ref="kbga-actors-595">Traugott Haller</persName> in <placeName ref="kbga-places-243">Kölliken</placeName>, den <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> offenbar für diese Fragen als Mitglied des Kirchenrates verantwortlich gemacht hatte:</p>
          <p><hi rend="text-recte">Lieber Nachbar!</hi></p>
          <p><hi rend="text-recte">Damit Du nicht etwa beunruhigt bist, will ich Dir gern mitteilen, daß ich an der Fragestellung der Berichtsformulare durchaus nicht persönlich beteiligt bin. Diese Fragebogen sind durchaus nicht «mein Werk», es sind vielmehr andere Mitglieder des KR. mehr beteiligt als ich.</hi><note xml:id="n03">Brief ohne Datum (<ref type="kba-objects-id" target="11168">KBA 9321.142</ref>).</note></p>
          <p>
            In eigener Weise zeigte sich <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Freund Pfarrer <persName ref="kbga-actors-423">Gottlob Wieser</persName> in <placeName ref="kbga-places-136">Wattwil</placeName> (Kanton St. Gallen) für den Fragebogen dankbar:
          </p>
          <p> <hi>Durch <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> habe ich deinen Bericht an den aargauischen Kirchenrat zu lesen bekommen. Vieles darin war mir sehr erleuchtend u. belehrend, sodaß ich dem Kirchenrat für seine dummen Fragen dankbar sein muß. Vor allem hat mir diese Unterscheidung zwischen <pb xml:id="p703" ed="pga"/> den</hi> wie? <hi rend="text-recte">u. den</hi> was? <hi rend="text-recte">Fragen Klarheit gegeben über unsern Gegensatz zur kirchlichen Frömmigkeit. Dort wird immer</hi> wie? <hi rend="text-recte">gefragt, von den Kirchgängern an, die eine</hi> schöne <hi rend="text-recte">Predigt hören wollen, bis zum Kirchenrat, der fragt, wie man der Kirche auf die Beine helfen könnte. Das</hi> was? <hi rend="text-recte">das die Hauptsache wäre, das wird vorausgesetzt u. damit bei Seite geschoben. Ich kann da persönlich nur dankbar sein, daß mich das</hi> was? <hi rend="text-recte">immer mehr beunruhigt, und bin dir in diesem Stück für viel Förderung dankbar. – Auch was du über die Stellung zur Arbeiterbewegung sagst, habe ich bisher nicht so klar als den Übergang von</hi> Fragen <hi rend="text-recte">zu</hi> Antworten <hi rend="text-recte">erkannt, wenn ich schon unklar spürte, daß etwas anders geworden sei u. auch von uns eine andere Haltung verlange.<note xml:id="n04">Brief vom <date when="1921-05-31">31.5.1921</date> (<ref type="kba-objects-id" target="11147">KBA 9321.129</ref>).</note></hi></p>
          <p>
            Auch Pfarrer <persName ref="kbga-actors-541">Robert Epprecht</persName> in <placeName ref="kbga-places-105">St. Gallen</placeName> hatte den Bericht «mit grosser Zustimmung» gelesen:
          </p>
          <p><hi rend="text-recte">Du kannst das, was ich auch gern sagen möchte u. natürl. auch sagen sollte, immer so ausdrücken, dass es einem vorkommt, wie das Ei des <persName ref="kbga-actors-6522">Columbus</persName>. Was sagen wohl Eure Kirchenräte dazu? «O herjä, aber jetzt simmer jo dänn dä Ma los!»</hi><note xml:id="n05">= O herrje, aber jetzt sind wir ja dann diesen Mann los!</note> <note xml:id="n06">Postkarte vom <date when="1921-06-10">10.6.1921</date> (<ref type="kba-objects-id" target="11161">KBA 9321.136</ref>).</note></p>
          <p>
            Durch <persName ref="kbga-actors-423">Wieser</persName> hatte auch <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Freund <persName ref="kbga-actors-521">Lukas Christ</persName> in <placeName ref="kbga-places-412">Pratteln</placeName> von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Generalbericht gehört. Am <date when="1921-06-18">18. Juni 1921</date> schreibt er an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>:
          </p>
          <p><hi rend="text-recte">Lieber Freund,</hi></p>
          <p><hi rend="text-recte">du hast mich nach dem Preise der Ötingerbände gefragt. Ich habe sie dir eigentlich schenken wollen, hätte nun aber doch gern etwas dafür. <persName ref="kbga-actors-423">Wieser</persName> hat mir kürzlich ein paar Stellen aus deinem Bericht an den Kirchenrat vorgelesen. Diesen Bericht hätt ich gern. Würdest du ihn mir zur Abschrift überlassen?</hi></p>
          <p><hi rend="text-recte">Ich hoffe, du findest diese Rechnung nicht zu unverschämt. Ich weiss ja nicht, ob dir der alte <persName ref="kbga-actors-306">Ötinger</persName> so viel wert ist, dass du ein eigenes Werk dafür geben magst.</hi><note xml:id="n07">Brief vom <date when="1921-06-18">18.6.1921</date> (<ref type="kba-objects-id" target="11171">KBA 9321.144</ref>).</note></p>
          <p>
            Anscheinend war der Generalbericht in <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Freundeskreis besonders geschätzt. Das zeigen nicht nur die Schreibmaschinenabschriften, von denen eine, die dem vorliegenden Abdruck zugrunde <pb xml:id="p704" ed="pga"/> liegt, aus dem Besitz <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysens</persName> an das Archiv gekommen ist.<note xml:id="n08"><ref type="kba-objects-id" target="928">KBA 12269</ref>.</note> Das zeigen auch die Stenogramm-Abschrift, die sich <persName ref="kbga-actors-423">Gottlob ­Wieser</persName> angefertigt hat<note xml:id="n09"><ref type="kba-objects-id" target="934">KBA 12275</ref>.</note>, und die Abschrift, die <persName ref="kbga-actors-688">Line Merz</persName> in eine Art Poesie-Album zusammen mit einer Predigt <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> eingetragen und <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> «mit sehr herzlichen Wünschen zum Geburtstag» <date when="1925">1925</date> geschenkt hat<note xml:id="n10"><ref type="kba-objects-id" target="930">KBA 12272</ref>.</note>. Bemerkenswert ist aber auch, dass der Verfasser des Generalberichts des Kirchenrats Pfarrer <persName ref="kbga-actors-529">Max Dietschi</persName> <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Stellungnahmen so wichtig fand, dass er daraus in seinem Bericht an nicht weniger als 14 Stellen ohne Nennung des Namens – meistens mehrere Sätze – zitiert.<note xml:id="n11"><bibl corresp="kbga-bibls-4246"><hi rend="italic">Generalbericht über die Verhältnisse und Zustände der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Aargau in den Jahren 1913 bis 1921. Erstattet vom Kirchenrat an die reformierte Synode</hi>, Ober-Entfelden 1921, S. 8f.12.14.21.26.28f.31.33.36f.44.58</bibl>.</note>
          </p>
        </div>
        <div>
          <head>Generalbericht <lb/>über zwei Amtsperioden der Synode, <lb/>erstattet von Pfr. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>, <lb/><placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, <date when="1921-05">Mai 1921</date>.</head>
          <div>
            <head>I. Pfarrer und Gemeinde.</head>
            <p>1. <hi rend="italic">Haben Sie über Textwahl, Vorbereitung, Vortrag, Art und Wirkung der <term ref="kbga-keywords-67">Predigt</term></hi> <hi rend="italic">etwas zu bemerken?</hi></p>
            <p>Ich habe dazu folgendes zu bemerken: Wenn (worüber aber bereits <hi rend="italic">kein</hi> Einverständnis herrscht) das Ziel der Arbeit der reform. Kirche darin besteht, dem <hi rend="italic">Göttlichen</hi> im Menschen und nicht etwa dem Menschlichen (dem Persönlichen, Sentimentalen, Moralischen, Ästhetischen, «Religiösen») im Menschen zu dienen, so ist die Predigt, sofern sie sich unzweideutig dieses Ziel setzt, <hi rend="italic">die</hi> Aufgabe, die dem Pfarramt Sinn und Wichtigkeit gibt. Ich sehe darum in der Vorbereitung der Predigt, die mit meiner eigenen Weiterbildung im Verständnis jenes Ziels praktisch zusammenfällt, <hi rend="italic">die</hi> Arbeit, die zu tun ich als Pfarrer schuldig bin. Das Predigen selbst wird mir von Jahr zu Jahr <pb xml:id="p705" ed="pga"/> schwerer, je deutlicher ich zu sehen meine, um was es geht. Was weiss ich von der Wirkung meiner Predigten? Ich sehe einige aufmerksame, vermute viele befremdete und weiss noch mehr – abwesende Zuhörer, ohne mich darüber zu verwundern. Pfarrer und Gemeinde kranken m.E. an den Folgen einer bis auf die Anfänge der Kirche zurückgehenden verfehlten Entwicklung, letztlich aber daran, dass der Mensch gerade dann, wenn er Gott dienen will, an Gott zu Schanden werden muss. Das darf aber kein Hindernis sein, die Aufgabe – ohne nach der «Wirkung» zu fragen, wenigstens so auffassen und anfassen zu <hi rend="italic">wollen</hi>, wie es durch das Vorbild der Propheten, Apostel und Reformatoren geboten ist und wie es ihrem Gegenstande: Jesus Christus entspricht.</p>
            <p>6. <hi rend="italic">Welchen Charakter hat die <term ref="kbga-keywords-1568">Konfirmationsfeier</term></hi><hi rend="italic">? Konfirmieren Sie mit oder ohne «<term ref="kbga-keywords-146">Bekenntnis</term></hi> <hi rend="italic">und Gelübde»? Kommen Ungetaufte in den Konfirmandenunterricht und wie handeln Sie mit solchen?</hi></p>
            <p>Ich halte die übliche «<term key="Konfirmation, Erbe des Pietismus">Konfirmation</term>» für ein <hi rend="italic">ungutes</hi> Erbe des <term key="Pietismus">Pietismus</term>. Die Bestätigung des <term key="Taufe, Bestätigung">Taufbundes</term> liegt weder in 16jähriger Kinder noch in irgend jemandes Willen und Macht und der gewohnte Verlauf dieser Feier ist ein jedes wirklichen Ernstes spottendes Schaustück. Ich kann sie nur als Abschluss der Unterweisung gelten lassen, nehme darum weder Bekenntnis noch Gelübde ab und frage auch nicht nach dem getauft sein. Gerade <hi rend="italic">weil</hi> die <term ref="kbga-keywords-68">Taufe</term> die Bezeichnung der <hi rend="italic">göttlichen</hi> Möglichkeit der Menschen ist, darf sie <hi rend="italic">weder</hi> durch jenes «bestätigende» Bekenntnis auf das Niveau eines seelischen Erlebnisses <hi rend="italic">noch</hi> durch diese Nachfrage auf das Niveau eines kirchenrechtlichen Requisits heruntergedrückt werden.</p>
            <p>7. <hi rend="italic">Besteht noch die Unsitte gemeinsamen Wirtshausbesuches der neukonfirmierten Knaben und Mädchen? Was geschieht dagegen?</hi></p>
            <p> Ist mir ein einziges Mal von einem Teil meiner Konfirmanden bekannt geworden. Sollte der Ertrag der Unterweisung u. a.  der sein, dass die Kinder nach der Konfirmation das Bedürfnis haben, gemeinsam das Wirtshaus zu besuchen, so würde ich das als ein gewisses <term ref="kbga-keywords-387">Gericht</term> über meinen Unterricht betrachten (der in andern wichtigen Beziehungen ohnehin gerichtet ist) würde es aber als ganz verspätet und unnütz ansehen, etwas Besonderes dagegen geschehen zu lassen.</p>
            <p>8. <hi rend="italic">Können Sie etwas tun für die Neukonfirmierten, oder haben Sie in der Sache einen Vorschlag zu machen?</hi></p>
            <p><pb xml:id="p706" ed="pga" rend="noPipe"/> Ich kann als Pfarrer für die aus meinem Unterricht Entlassenen grundsätzlich nur <hi rend="italic">das</hi> «tun», was ich für die ganze Gemeinde zu «tun» habe: auf meinem Posten sein als derjenige, der über die verschiedenen menschlichen (weltlichen <hi rend="italic">und</hi> christlichen) Möglichkeiten hinweg der <hi rend="italic">göttlichen</hi> Möglichkeit (Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung, Auferstehung, ewiges Leben<note xml:id="n12">Vgl. den dritten Artikel des Apostolikums (<bibl corresp="kbga-bibls-14">BSLK 21</bibl>).</note>) gedenkt und darum statt auf eine (ohnehin illusorische!) Obsorge für die jungen Leute auf die Öffnung und Offenhaltung <hi rend="italic">dieser</hi> Türen bedacht ist. Ich halte dafür, es sei ein persönliches Verhältnis zu den ehemaligen Schülern oder gar eine besondere Gruppenbildung unter ihnen jedenfalls <hi rend="italic">nicht</hi> zu <hi rend="italic">suchen</hi>, weil die Gefahr des Missverständnisses solcher Menschlichkeiten bei den Beteiligten und vor Allem bei den Nicht-Beteiligten (gerade wenn der Versuch gelingt!) grösser ist als der Gewinn[,] der für die Beteiligten allenfalls zu erwarten ist.</p>
            <p>9. 
              <hi rend="italic">Wie ist der Besuch des hl. <term ref="kbga-keywords-69">Abendmahls</term></hi>
              <hi rend="italic">? Wird Haus- und Krankenkommunion verlangt?</hi>
            </p>
            <p> Der Besuch des Abendmahls ist mässig, eher im Ab- als Zunehmen, mir ein nachdenkliches Zeichen dafür, dass das Erbe <term key="Katholizismus">katholischer</term> Sakramentsfrömmigkeit, von dem wir bis jetzt noch zehrten, seinem Ende entgegengeht, ohne dass ein ebenbürtiger Ersatz dafür, wie er nach reformatorischer Intention in der Verkündigung des reinen Wortes hätte liegen müssen, vorhanden ist. Wie kann eine Kirche, in der das reine <term key="Wort, reines">Wort</term> eine so problematische Grösse ist wie bei uns, Verständnis für das Wort <hi rend="italic">im Zeichen</hi> erwarten? – Krankenkommunionen wurden in der Berichtsperiode nur 3 mal verlangt.</p>
            <p>11. <hi rend="italic">Halten Sie Gottesdienste im Freien, Gottesdienste und Abendmahlsfeiern am Abend, Bibel- und Missionsstunden, Vorträge, oder lassen Sie solche halten und von wem? Wie denken Sie über solche Veranstaltungen?</hi></p>
            <p>Ich erwartete als Anfänger viel von diesen Verbreiterungs-Versuchen und habe mit Erfolg und Misserfolg allerlei derartiges versucht, bin aber <hi rend="italic">ganz</hi> davon abgekommen, weil ich den modern-kirchlichen Eifer um das <hi rend="italic">Wie? Wo?</hi> und <hi rend="italic">Wieviel</hi> und die entsprechende Gleichgültigkeit gegenüber dem <hi rend="italic">Was?</hi> für grundsätzlich verkehrt halte. Ich bezweifle nicht, dass solche Veranstaltungen an sich sehr freundlich <pb xml:id="p707" ed="pga"/> sind und allerlei «Bedürfnissen» (welchen?!) entsprechen, ich bezweifle aber, ob damit tatsächlich etwas erreicht wird als eine enorme Selbsttäuschung von Pfarrer und Gemeinde über den Umstand, dass bei dem Allem die Mühle leer läuft resp. dass damit den Menschen mehr als Gott gedient ist. Für die betr. «Bedürfnisse» ist durch das Vorhandensein der Gemeinschaften ausgiebig gesorgt. Reisepredigern wie <persName ref="kbga-actors-3943">Vetter</persName><note xml:id="n13"><seg type="bio"><persName ref="kbga-actors-3943">Jakob Vetter</persName> (1872–1918) war nach seinem Studium auf St. Chrischona bei Basel in der Evangelisation tätig und gründete 1902 die Deutsche Zeltmission</seg>; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-4801">W. Putschky, <hi rend="italic">Seine Gnade reicht aus. Aus dem Leben Jakob Vetters</hi> (Telos-Bücher 7849), Lahr 2002</bibl>. Über die Evangelisation <persName ref="kbga-actors-3943">Vetters</persName> in <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName> vom <date to="1916-11-19" from="1916-11-13">13. bis zum 19. November 1916</date> vgl. <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Berichte an <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName>,<bibl corresp="kbga-bibls-931"> Bw.Th.I, <ref type="pub" target="../volume/03/p161#p161">S. 161f</ref>.<ref type="pub" target="3132#p163">163–165</ref></bibl>.</note> und Oberst <persName ref="kbga-actors-10124">Fermaud</persName><note xml:id="n14"><seg type="bio"><persName ref="kbga-actors-10124">Charles Fermaud</persName> (1855–1937), Artillerie-Oberstleutnant, von 1879 bis 1912 erster Generalsekretär des Weltbundes des <orgName ref="kbga-actors-5239">CVJM</orgName>, Mitarbeit im Blauen Kreuz. Mit Vetter befreundet</seg> (<bibl corresp="kbga-bibls-4801">Putschky, a.a.O., S. 169</bibl>). Laut einem Eintrag <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> in seinem <ref type="kba-objects-id" target="91490">Taschenkalender</ref> sprach Fermaud am Himmelfahrtstag, <date when="1920-05-13">13. Mai 1920</date>, in <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>.</note> wurde auf mein Zuraten immer bereitwilligst auch die Kirche freigegeben. Ich selbst gedenke auf diesem Felde nicht mehr zu konkurrieren.</p>
            <p>13. <hi rend="italic">Wird die <term key="Sonntag, Sonntagsruhe">Sonntagsruhe</term></hi> <hi rend="italic">beeinträchtigt und wie?</hi></p>
            <p>Nicht mehr und nicht anders als landesüblich.</p>
            <p>14. <hi rend="italic">Wie lange und in wöchentlich wieviel Stunden unterrichten Sie Präparanden und Konfirmanden? Haben Sie ein besonderes Lokal? Welche Lehrmittel benützen und was behandeln Sie? Wie urteilen Sie über Memorieren von Liedern und Sprüchen? Haben Sie Schwierigkeit betr. regelmässigem Besuch und Disziplin? Werden Kinder dem kirchlichen Unterricht entzogen und von wem? Haben Sie Schwierigkeiten mit welschen Konfirmanden? Halten Sie darauf, dass kein Kind ohne richtigen Ausweis Ihren Unterricht verlässt oder in denselben eintritt?</hi></p>
            <p>Ich gebe wöchentlich 1 Stunde Präparanden- und 2 (im Winter 3) Stunden Konfirmandenunterricht<note xml:id="n15">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-1641"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic"><ref type="pub-" target="../texts?facet-volume=18">Konfirmandenunterricht 1909–1921</ref></hi> (Gesamtausgabe, Abt. I), hrsg. v. J. Fangmeier, Zürich 1987</bibl>.</note> in einem dem Pfarrhaus angebauten Unterweisungslokal. Ich betrachte den Konfirmandenunterricht als einen Spezialfall der Predigtaufgabe und verweise auf das in I 1 Gesagte. Darum wende ich ihm meine volle Aufmerksamkeit zu, be<pb xml:id="p708" ed="pga" break="no"/>reite jede Stunde schriftlich vor und gebe den Kindern ein Diktat, das an die Stelle eines Lehrmittels tritt. Das Ziel, das ich mir dabei stecke, besteht darin, den Kindern eine Anschauung von dem Inhalt der biblischen Botschaft in ihrem vollen Eigen-Sinn zu geben, so gut ich selbst ihn zu verstehen meine. Der Gesichtspunkt der Erziehung hat dabei jedenfalls zurückzutreten hinter dem der <hi rend="italic">Belehrung.</hi> Dass die Kinder, indem sie vielleicht lernen, selbst in der Bibel zu lesen, zu einer gewissen Einsicht einer ihnen und uns zunächst (und immer wieder!) <hi rend="italic">fremden</hi> neuen Möglichkeit geführt werden, scheint mir der Aufgabe der Kirche entsprechender[,] als wenn sie vielleicht innerhalb ihrer eigenen <hi rend="italic">bekannten</hi> Möglichkeiten (z.B. moralisch) einige Schritte weitergeführt werden. Ich fürchte darum das die Hauptsache wenigstens nicht verunmöglichende <term key="Dogmatisieren">Dogmatisieren</term> der alten Schule weniger als das gottvergessene <term key="Psychologisieren">Psychologisieren</term> der neuen. Vom Memorieren halte ich wenig; ich habe auch das manches Jahr versucht, aber wenig oder keinen wirklichen Wert in dieser Übung finden können; ich beschränke es jetzt auf das Nötigste und auf den Präparandenunterricht. Schwierigkeiten betr. regelmässigen Besuch und Disziplin habe ich nicht – wenn ich die Kinder einmal habe. Da ich aber darauf halte, weder am Abend nach Fabrikschluss noch am freien Samstagnachmittag Unterricht zu erteilen, entzieht mir <hi rend="italic">a)</hi> die zunehmende Bequemlichkeit der Eltern und Kinder, <hi rend="italic">b)</hi> die Chikane mit der mich ein hiesiger Fabrikant (vgl. II 12) aus politischen Gründen in diesem Punkte alljährlich verfolgt<note xml:id="n16">Siehe unten <ref type="pub" target="../volume/48/p713#p713">S. 713f.</ref></note>, <hi rend="italic">c)</hi> der Umstand dass in umliegenden Gemeinden und bei den Methodisten dem § 75 des Fabrikgesetzes<note xml:id="n17">Der Art. 75 des «Bundesgesetzes betreffend die Arbeit in den Fabriken (Vom <date when="1914-06-18">18. Juni 1914</date>.)» lautet: «Für Personen unter sechzehn Jahren, die nicht Lehrlinge sind, sollen der Schul- und Religionsunterricht und die Arbeit in der Fabrik zusammen die Dauer der normalen Tagesarbeit nicht übersteigen. Dieser Unterricht darf durch die Fabrikarbeit nicht beeinträchtigt werden.» Das Fabrikgesetz konnte «während der Kriegszeit» «wegen ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen auf unser Land» nicht in Kraft treten. Es wurde vom <orgName ref="kbga-actors-7798">Bundesrat</orgName> «auf den <date when="1920-01-01">1. Januar 1920</date> in Kraft erklärt» (<bibl corresp="kbga-bibls-4175">Schweizerisches Bundesblatt, Jg. 71 [1919], Bd. 5, S. 261</bibl>).</note> <hi rend="italic">nicht</hi> nachgelebt wird, <hi rend="italic">d)</hi> die Tatsache, dass der h. Kirchenrat sich <pb xml:id="p709" ed="pga"/> trotz meiner Reklamation nicht entschliessen konnte, ein einheitliches Vorgehen aller Pfarrer in dieser Sache herbeizuführen<note xml:id="n18">Diese «Reklamation» <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> erfolgte in einem Brief, den er am <date when="1920-03-06">6. März 1920</date> an den Sekretär des Kirchenrats, Pfarrer <persName ref="kbga-actors-595">Tr. Haller</persName>, richtete: «§ 75 des neuen, in Kraft getretenen Fabrikgesetzes bestimmt in unzweideutiger Weise, dass der kirchliche Unterricht den Normalarbeitstag nicht verlängern darf d.h. dass er <hi rend="italic">nicht neben</hi>, sondern in die Fabrikzeit <hi rend="italic">hinein</hi> anzusetzen ist. Das wäre das Ende der ewigen Scherereien mit den Fabrikanten u. Eltern, die durchaus nicht einsehen wollen, dass der Konfirmandenunterricht eine anständige Zeit beansprucht so gut wie die Arbeit. Ich wehre mich seit Jahren in dieser Sache, habe aber unter der ‹illoyalen Konkurrenz› – ich kann es nicht anders nennen – der andern Pfarrer noch beständig zu leiden. Da wird des Abends, am freien Samstag Nachmittag u. ich weiss nicht zu welchen Unzeiten unterrichtet und die Folge ist, dass ich alle Jahre einen ungebührlichen Prozentsatz von nach <placeName ref="kbga-places-360">Zofingen</placeName> u. <placeName ref="kbga-places-441">Schönenwerd</placeName> Abwandernden habe und mich wegen der Hartköpfigkeit, mit der ich auf der Sache bestehe, bei den übrigen unbeliebig mache. Wäre es nun nicht möglich, dass der Kirchenrat auf Grund der neuen Ordnung eine allgemeine Weisung erliesse, des Inhalts, der 8 Stundentag resp. die 48 Std Woche sei auch von den Pfarrern zu respektieren?» Der Kirchenrat antwortete am <date when="1920-03-26">26. März 1920</date> u. a.  mit dem Hinweis, dass in manchen Gemeinden bei der Ansetzung der Unterweisung «auf die Bezirksschule &amp; ihre Unterrichtszeit Rücksicht genommen werden» müsse. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> dankte <persName ref="kbga-actors-595">Haller</persName> am <date when="1920-03-27">27. März 1920</date>: «Der Kirchenrat kann mir nicht helfen und ich werde den kleinen Kampf auf dem Boden der <hi rend="italic">Gemeinde</hi> weiterführen müssen.» (<bibl type="archival">Archiv der Reformierten Kirche des Kantons Aargau, Kirchenrat 1919/1920, Nr. 206 und Nr. 228</bibl> [<ref type="kba-objects-id" target="10500">KBA 9320.90</ref>]).</note> – in den letzten Jahren zahlreiche Kinder. Diese wandern meistens der Kapelle zu<note xml:id="n19">D.h. zu freikirchlichen Gemeinschaften.</note>, der sie im übrigen vorher und nachher wenig nachfragen. Dies Jahr ist die Herde übrigens (dank der Arbeitslosigkeit!!) vollzählig. – Für die Ausweisformalität<note xml:id="n20">Der Generalbericht des Kirchenrats an die Synode (s. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p704#fn_n11">S. 704, Anm. 11</ref>), S. 23, klagt: «Während viele Pfarrer Ausweise
abgeben und kein Kind aufnehmen, das einen Ausweis nicht beibringt, verlangen andere das gar nicht.» Die Ausweise sollten u. a.  dafür sorgen, «daß in einer anderen Gemeinde wohnende Kinder nicht ohne Erlaubnis der Kirchenpflege des Unterrichtsortes aufgenommen werden».</note> vermag ich kein Interesse aufzubringen.</p>
            <p>16. <hi rend="italic">Machen Sie Haus-, Kranken-, Spital- und Gefängnis-Besuche und wie sind Ihre Erfahrungen?</hi></p>
            <?pa ns?>
            <p><pb xml:id="p710" ed="pga" rend="noPipe"/> Ja, ich mache solche Besuche, aber weniger als die neuere <term key="Pastoraltheologie">Pastoraltheologie</term> vorschreibt, regelmässig nur bei Kranken und bei den Eltern der Konfirmanden. Ich werde fast überall freundlich aufgenommen, wie ich überhaupt mit der grossen Mehrzahl meiner Gemeindegenossen persönlich auf bestem Fuss stehe und für viel Liebe zu danken habe. Ich verlasse aber die Häuser fast immer mit dem Haupteindruck, dass sich zwischen Pfarrer und Gemeindegenossen etwas Anderes ereignen müsste, als ein menschlich freundliches sich Begegnen, dass aber die Voraussetzung für dieses <hi rend="italic">andere</hi> Ereignis fast immer fehlt und jedenfalls nicht durch vermehrte Häufigkeit dieser Begegnungen zu schaffen ist.</p>
            <p>17. <hi rend="italic">Welche Stellungen haben Sie in Kirchen-, Schul- und Armenpflege<note xml:id="n21">Die örtlichen gewählten Gremien zur Pflege des Kirchen-, Schul- und Armenfürsorgewesens.</note>?</hi></p>
            <p>Ich bin Mitglied (nicht Aktuar<note xml:id="n22">= Schriftführer.</note>) der Kirchenpflege und Präsident der Schulpflege. Eine bes. Armenpflege neben dem Gemeinderat haben wir nicht.</p>
            <p>18. <hi rend="italic">Wird Ihre Arbeit durch die Kirchenpflege gewürdigt und gefördert? Wie ist die Kirchenpflege zusammengesetzt, und wie ist Ihre Stellung zu derselben?</hi></p>
            <p>Nachdem ich gewisse modern-kirchliche Anschauungen vom Wesen und Erwartungen von der Tätigkeit einer Kirchenpflege endgültig begraben habe, erlebe ich auf diesem Gebiet keine Enttäuschungen mehr. Mit den jetzigen Kirchenpflegern verbindet mich ein ruhiges Vertrauens- und Freiheitsverhältnis und ich habe den Eindruck von ihnen, dass sie die Bedrängnis der Lage eines reformierten Pfarrers wenigstens einigermassen begreifen. Mehr als das zu verlangen scheint mir nicht möglich und nicht einmal wünschenswert. Die Sorge um meine eigentliche Arbeit kann und soll mir niemand abnehmen oder auch nur erleichtern.</p>
            <p>19. <hi rend="italic">Inwiefern sind Sie nebenamtlich tätig in Diaspora, Schule, relig. und andern Vereinen, Anstalten und Behörden?</hi></p>
            <?pa ns?>
            <p><pb xml:id="p711" ed="pga" rend="noPipe"/> Ich versehe das Pfarramt in der benachbarten, offiziell zu der K[irch-]G[emeinde] <placeName ref="kbga-places-50">Olten</placeName> gehörigen, etwa 120 Personen umfassenden Diaspora-Gebiet<note xml:id="n23">Versehentlich statt: «Diaspora-Gemeinde». </note> <placeName ref="kbga-places-1073">Rothacker – Walterswil</placeName>.</p>
            <p> Ich habe manches Jahr die Versammlungen des <term key="Blaues Kreuz"><orgName ref="kbga-actors-8613">Blaukreuzvereins</orgName></term> und die Diskussionsabende des sozialdemokrat[ischen] <term key="Arbeiterverein, Safenwil"><orgName ref="kbga-actors-9909">Arbeitervereins</orgName></term> geleitet.</p>
            <p>Zu meiner «nebenamtlichen» Tätigkeit muss ich wohl auch meine theologische Schriftstellerei rechnen, von der sogar zu sagen wäre, dass sie mich zeitlich mehr in Anspruch nimmt als meine «amtliche» Tätigkeit, wenn nicht Beides für mich eine solche Einheit wäre, dass ich kaum sagen könnte, wo die Arbeit für die Gemeinde aufhört und die für meine Bücher anfängt.</p>
            <p>21. <hi rend="italic">Erhalten Sie eine genügende Besoldung von der Gemeinde?</hi></p>
            <p>Ich bin zufrieden, könnte aber allein von der Besoldung nicht leben.<note xml:id="n24"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> erfuhr Unterstützung besonders von <persName ref="kbga-actors-316">Ruedi Pestalozzi</persName>, der <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> z.B. am <date when="1919-02-03">3. Februar 1919</date> eine «einmalige Extra-Zulage» aus dem im Blick auf «die Verhältnisse im <placeName ref="kbga-places-152">Kanton Aargau</placeName>» angelegten «Bolschewiki-Pfarrer-Fonds» schickte (<ref type="kba-objects-id" target="10002">KBA 9319.30</ref>). </note></p>
          </div>
          <div>
            <head>II. Religiöses und sittliches Leben.</head>
            <p>1. <hi rend="italic">Ist nach Ihrem Empfinden das religiöse und sittliche Leben in Ihrer <term ref="kbga-keywords-249">Gemeinde</term></hi> <hi rend="italic">im Zunehmen oder nicht?</hi></p>
            <p>Ich kann diese Frage nur bedauern. Sofern es sich bei den ganz fragwürdigen Begriffen «<term key="Religion">Religion</term>» und «<term ref="kbga-keywords-1294">Sittlichkeit</term>» um <hi rend="italic">Gottes-[,]</hi> nicht um <hi rend="italic">Menschen</hi>werk handelt (worüber ich aber mit dem Fragesteller nicht einig bin) kann doch nicht nach einem zu- oder abnehmenden Quantum gefragt werden, als ob das Göttliche in einer <term ref="kbga-keywords-249">Gemeinde</term> ein Heustock wäre!</p>
            <p>2. <hi rend="italic">Wie steht es bezüglich sexuelle Moral, Ehe, Familienleben, Kindererziehung, Arbeit und Vergnügungen?</hi></p>
            <p>Die Fabrik macht sich in allen diesen Dingen als auflösender Faktor immer mehr geltend. Gegenüber der Zersetzung, in der der alte Bau der Gesellschaft heute begriffen ist, ist die jetzige Kirche so machtlos <pb xml:id="p712" ed="pga"/> wie die jetzige Schule. Wenn wir Gott nicht erkennen, werden wir noch ganz andere Dinge erleben.</p>
            <p>3. <hi rend="italic">Wird die <term key="Bibel, Bibellesen">Bibel</term></hi> <hi rend="italic">gelesen?</hi></p>
            <p>Ich kenne Einige, welche die Bibel lesen[,] und Viele, die sie wahrscheinlich nicht lesen.</p>
            <p>5. <hi rend="italic">Was geschieht gegen den <term key="Alkoholismus">Alkoholismus</term></hi><hi rend="italic">? Spüren Sie Besserung in der Gemeinde? Bestehen Abstinenzvereine, von wem geleitet? Wie urteilen Sie über ihre Wirksamkeit?</hi></p>
            <p> Es geschah und geschieht die mehr oder weniger lebhafte Propaganda des <orgName ref="kbga-actors-8613">Blauen <term key="Blaues Kreuz">Kreuzes</term></orgName> und der <orgName ref="kbga-actors-8492">Guttempler</orgName>, beide seit dem Kriege an Mitgliederzahl und Bedeutung stark zurückgegangen. Sie haben als sichern Erfolg aufzuweisen, dass eine Anzahl Trinker nicht mehr trinken. Der <term key="Alkoholismus">Alkoholismus</term> als solcher ist nach wie vor ungebrochen. Ich bin auch hier von früher grossen Hoffnungen und von meiner aktiven Mitarbeit abgekommen, seit ich in der moralischen Höhe auf der sich die Abstinenten ausnahmslos zu bewegen pflegen, das grössere Hindernis für das <term key="Gott, Werk">Werk</term> Gottes sehe als in der moralischen Tiefe, in der sich die Alkoholiker aufhalten[,] und seit ich deutlicher sehe, dass gerade zur Überwindung der <hi rend="italic">grossen</hi> Sünden der Menschen Gesetzgebung, gutes Beispiel und «Rettung» Einzelner ganz unzureichende Übel<note xml:id="n25">Versehentlich statt: «Mittel»? Doch heißt es auch in der Abschrift von <persName ref="kbga-actors-688">L. Merz</persName> (s. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p704#p704">S. 704</ref>) «Übel».</note> sind. Das darf natürlich nicht hindern, die relative Notwendigkeit und Nützlichkeit der Abstinenzbewegung dankbar zu anerkennen, wohl aber hindert es mich, die Parole, die ich als Pfarrer auszugeben habe, fernerhin mit der Abstinenzparole auch nur von ferne zusammenzuspannen.</p>
            <p>8. <hi rend="italic">Wie macht sich die heutige Arbeiterbewegung geltend, und wie urteilen Sie über die Aufgaben der Kirche gegenüber den sozialen Fragen der Zeit?</hi></p>
            <p> Die Zahl der <term key="Sozialdemokratie, schweizerische">sozialdemokratischen</term> Stimmen hat sich in der Berichtsperiode nahezu verdreifacht. Daneben hat die <term key="Gewerkschaftsbewegung">Gewerkschaftsbewegung</term> eingesetzt, marschiert aber bes. da, wo es am Nötigsten wäre, unter den Frauen und Mädchen, noch auf sehr unsichern Füssen. Die Frage nach der Aufgabe der Kirche in dieser Sache kommt <hi rend="italic">zu spät.</hi> Damals als die soziale Frage noch eine <hi rend="italic">Frage</hi> war, als die soziale <pb xml:id="p713" ed="pga"/> Not und die sozialistische Hoffnung <hi rend="italic">brannten</hi>, damals als eine einzigartige Gelegenheit für die Kirche war, den göttlichen Sinn dieser Frage, dieser Not, dieser Hoffnung zu erkennen und zu verkündigen, damals schwieg die Kirche oder wenn sie redete, so redete sie von Zufriedenheit, Sparsamkeit, Einigkeit und <term key="Gottvertrauen">Gottvertrauen</term> und sass zu Gericht über die Gottlosigkeit der <term key="Sozialdemokraten, gottlose">Sozialdemokraten</term>. Damals wurde die Kirche das, was sie heute in den Augen jedes aufrechten Sozialisten ist – ohne dass die paar sozialdemokratischen Pfarrer es verhindern können – eine der stärksten Stützen des <term key="Bürgertum">Bürgertumes</term>, des «<term ref="kbga-keywords-1732">Vaterlandes</term>», des <term ref="kbga-keywords-163">Kapitalismus</term> und <term key="Militarismus">Militarismus</term>. Heute ist <hi rend="italic">diese</hi> Gelegenheit, dem Göttlichen im Menschen zu dienen, versäumt und vorbei. Denn heute ist m.E. der lebendige resp. tote Punkt in der Arbeiter<hi rend="italic">bewegung</hi> bereits überschritten. Not und Hoffnung <hi rend="italic">brennen</hi> jedenfalls nicht mehr und die soziale Frage ist <hi rend="italic">keine Frage</hi> mehr, sondern hat sich in eine Reihe von Antworten, von mehr oder weniger fertigen geschichtlichen Erscheinungen, von der vorsichtigen bürgerlichen <term key="Reformismus">Sozialreform</term> bis zum enthusiastischen <term ref="kbga-keywords-880">Kommunismus</term> aufgelöst. Was will die Kirche diesen Antworten gegenüber? Die Stellungen sind im Guten wie im Bösen überall bezogen <hi rend="italic">ohne uns</hi> und wir können nichts mehr dazu sagen, das nicht Andere <hi rend="italic">besser</hi> sagen können als wir Pfarrer. Sollte heute in der Kirche eine verspätete Ära sozialen Dilettantismus anbrechen, so wäre das nur ein neues Zeichen dafür, wie wenig die Kirche weiss[,] was sie will, wie wenig sie an der Ewigkeit, wie sehr sie an der Zeit orientiert ist. Einsehen sollte heute die <term key="Kirche, und Sozialismus">Kirche</term>, dass sie gegenüber dem Sozialismus <hi rend="italic">versagt</hi> hat, um sich dann auf sich selbst und ihre Aufgabe zu besinnen, um dann vielleicht einer <hi rend="italic">neu</hi> auftretenden Frage (möglicherweise im Gegensatz zu der heutigen sozialistischen Zeitströmung!!) anders, offener, für Gott bereiter entgegenzutreten.</p>
            <p>9. <hi rend="italic">Bestehen relig. Vereine, Konfirmanden-, Jünglings-, Missionsvereine u. dergl.? Wieviel Mitglieder und von wem geleitet?</hi></p>
            <p>Nein.</p>
            <p>10. <hi rend="italic">Sind Einrichtungen für Armen- und Krankenpflege und -Obsorge vorhanden? Ist Wohltätigkeitssinn in der Gemeinde?</hi></p>
            <p>Ja.</p>
            <p>12. <hi rend="italic">Sind Austritte aus der <term key="Kirche, Kirchenaustritt">Landeskirche</term> vorgekommen und aus welchen Gründen?</hi></p>
            <p><pb xml:id="p714" ed="pga" rend="noPipe"/> Gewiss! Ein Fabrikant mit Gattin, Sohn und grossem Steuerkapital «wegen der unerfreulichen Verhältnisse in der hiesigen Seelsorge»<note xml:id="n26"><persName ref="kbga-actors-5822">Fr. Hochuli</persName> teilte am <date when="1919-04-16">16. April 1919</date> der Kirchenpflege <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName> mit: «Die bedauerlichen Zustände in der hiesigen Seelsorge veranlassen mich hiermit in meinem Namen und in dem meiner näheren Familie den Austritt aus der reformierten Landeskirche zu erklären.»</note>, lies: weil der Pfarrer Sozialdemokrat ist.<note xml:id="n27">Auseinandersetzungen über die Teilnahme am Konfirmandenunterricht, die u. a.  Beschäftigten der <orgName ref="kbga-actors-4746">Firma Hochuli</orgName> erschwert oder verunmöglicht wurde, führten zu langwierigen Streitigkeiten mit <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, die schließlich zu dem Austritt der Familie Hochuli aus der Reformierten Landeskirche führten (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-134">Busch, S. 77.81.101.116.119</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-4741">Marquardt, <hi rend="italic">Der Aktuar</hi>, a.a.O. [s. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p446#fn_n08">S. 446, Anm. 8</ref>], bes. S. 136f.</bibl>).</note></p>
            <p>14. <hi rend="italic">Wie ist das Verhältnis zu den kath. <term key="Katholizismus">Mitchristen?</term></hi></p>
            <p>Das Verhältnis ist, soweit ich sehe, das einer stillen duldsamen ein bischen gleichgiltigen gegenseitigen Bemitleidung, wobei man sich jedenfalls auf unsrer Seite erheblich darüber täuscht, wie sehr uns der Gegner in jeder Beziehung (bis und mit der <hi rend="italic">vor</hi>letzten!) überlegen ist. Vgl. I.9.<note xml:id="n28">Vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p706#p706">S. 706</ref>.</note></p>
            <p> Zu <term ref="kbga-keywords-61">Reformationsfeiern</term> haben wir keinen (keinen!) Anlass und es wäre dringend zu wünschen, dass damit nun Schluss gemacht wird. Mag vor 400 Jahren geschehen sein, was da will – <hi rend="italic">wir</hi> stehen durchaus <hi rend="italic">nicht</hi> «auf dem Boden der Reformatoren». Die Fragen, die der Kirchenrat an die Pfarrer und Kirchenpfleger zu richten hat, würden sonst – nach <hi rend="italic">diesen</hi> 8 Jahren – anders lauten!</p>
            <p>15. <hi rend="italic">Wie ist der <term ref="kbga-keywords-1331">Religionsunterricht</term></hi> <hi rend="italic">in der Schule und die Stellung der Lehrer zu Kirche und Pfarrer? Wie urteilen Sie über den sogen. konfessionslosen Religionsunterricht?</hi></p>
            <p>Der Religionsunterricht in der Schule ist nicht viel besser und nicht viel schlechter als der meinige. Mit den Lehrern stehe ich ausgezeichnet und sie kommen sogar in die Kirche. Den Konfessionslosen<note xml:id="n29">Zum «von den Konfessionen unabhängigen» Religionsunterricht an den Schulen im <placeName ref="kbga-places-152">Aargau</placeName> vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-215">Vortr. u. kl. A. 1909-1914, <ref type="pub-" target="../volume/22/p719#fn_n08">S. 719, Anm. 8</ref></bibl>.</note> halte ich für selbstverständlich, solange ja auch die sogen. reformierte Kirche <hi rend="italic">keine</hi> Konfession, <hi rend="italic">keine</hi> wirklich höhern Anliegen, <hi rend="italic">keine</hi> gemeinsame Sache hat. Ist die Kirche nicht christlich (wofür mir u. a.  dieser Fragebogen ein Beweis ist) wie soll es dann unser <pb xml:id="p715" ed="pga"/> Volk sein? Ist es das Volk nicht, wie soll es dann die Volksschule sein? <hi rend="italic">Wessen</hi> Konfirmanden waren denn die Lehrer, über deren «schlechten» Religionsunterricht man sich so entsetzt? Das Schlimmste in dieser Sache sind jedenfalls die Versuche, den Lehrern, wie zu <placeName ref="kbga-places-1">Aarau</placeName> und <placeName ref="kbga-places-116">Lenzburg</placeName> geschehen, durch Einweihung in die Geheimnisse der modernen <term key="Theologie, moderne">Theologie</term> diesen Unterricht «lieb» zu machen. Er <hi rend="italic">soll</hi> – ihnen <hi rend="italic">und</hi> uns! – bei der jetzigen Lage gar nicht «lieb» sein und in ihrer weitverbreiteten Abneigung dagegen ist mehr wirkliche Gottesfurcht als in der unerhörten Sicherheit, mit der die Pfarrer die Lehrer in dieser – wahrhaftig mindestens <hi rend="italic">gemeinsamen</hi> – Verlegenheit meinen belehren zu können und («Wie urteilen Sie ...?») be- und verurteilen zu dürfen.</p>
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          <div>
            <head>Schluss.</head>
            <p>1. Meine Antworten sind wesentlich <hi rend="italic">negativ</hi>, weil sie wesentlich ein <hi rend="italic">Protest</hi> gegen die Fragen selbst sein wollen, in deren Auswahl und Formulierung ich ein neues bedenkliches Zeichen dafür finde, dass wir uns auf keinem guten Wege befinden.</p>
            <p>2. Was in meinen Antworten als <hi rend="italic">Angriff</hi> auf Andere empfunden werden muss, ist einerseits immer auch Angriff auf meine <hi rend="italic">eigene</hi> Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, andrerseits notgedrungene <hi rend="italic">Verteidigung</hi> gegen den Angriff auf das Christentum, als den ich diese Fragen und das, was dahinter steht, empfinde.</p>
            <p>3. Der grundsätzliche und unversöhnliche Gegensatz zwischen dem Fragesteller und mir besteht darin, dass er und mit ihm die Kirche, in deren Namen er fragt, mit lauter <hi rend="italic">Wie? Wo? Wieviel?-Fragen</hi> beschäftigt scheint und nicht das leiseste Interesse für eine allfällige <hi rend="italic">Was?-Frage</hi> verrät; während m.E. eine reform. <term ref="kbga-keywords-668">Kirche</term>, die wäre, was ihr Name sagt, mit der Was-Frage anfangen müsste und am Besten gar nicht darüber hinauskommen dürfte.</p>
            <p>4. Man sage nicht, dass die <hi rend="italic">Hauptfrage</hi> (nach dem Inhalt der kirchlichen Arbeit) hier, wo es sich um das Äussere handle, stillschweigend vorausgesetzt sei. Eben gegen dieses stillschweigende Voraussetzen der Hauptfrage, als ob die Antwort darauf etwa gegeben sei, richtet sich mein Widerspruch. Wer diese Hauptfrage kennt, der kann Tag <pb xml:id="p716" ed="pga"/> und Nächte <hi rend="italic">nimmer</hi> davon schweigen<note xml:id="n30">Vgl. den Anfang des Chorals <bibl type="song" corresp="kbga-songs-65">«Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, / der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, / die Tag und Nächte nimmer schweigen …» von <persName ref="kbga-actors-2805">Karl Heinrich von Bogatzky</persName> (GERS [1891] 162; RG [1998] 797; vgl. EG 241)</bibl>.</note>. Er ist <hi rend="italic">nicht</hi> imstande, Inhalt und Äusseres so gemächlich von einander zu kennen<note xml:id="n31">Versehentlich statt: «trennen»? Doch heißt es auch in der Abschrift von <persName ref="kbga-actors-688">L. Merz</persName> (s. oben <ref type="pub" target="../volume/48/p704#p704">S. 704</ref>) «kennen».</note>.</p>
            <p>5. Ich habe dem «Negativen»[,] das damit gesagt ist, <hi rend="italic">nichts</hi> im Sinne des Fragestellers <hi rend="italic">«Positives»</hi> gegenüberzustellen. Er versteht mich dann richtig, wenn er mich <hi rend="italic">nicht</hi> versteht. Das «Positive», das ich meine, bestünde in dem Suchen, Bitten und Anklopfen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.7 Mt.7.8">Mt. 7,7f.</ref> par.], das <hi rend="italic">jenseits</hi> dieser Fragen anfangen, aber wirklich anfangen würde, so anfangen, dass diese Fragen einmal für 10-50 Jahre in der Kirche verstummen müssten. Solange sie sich so hartnäckig breit machen dürfen, hat es noch nicht angefangen. Ich bemerke zur Vorsicht, dass ich mit diesem Positiven nicht etwa das meine, was <hi rend="italic">ich</hi> tue[,] und <hi rend="italic">nichts</hi>, was Gegenstand eines Antrags oder einer neuen Unternehmung werden könnte.</p>
            <p> 6. <ref type="can" subtype="bible" target="Jer.4.3"> Jeremia 4,3</ref>.</p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
