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        <title type="volume" n="vol-52">Vorträge und kleinere Arbeiten 1934–1935</title>
        <title type="content">Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen Kirche der Gegenwart</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen Kirche der Gegenwart, 1934</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/52004 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1934–1935, hrsg. v. Beintker, Michael / Hüttenhoff, Michael / Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2017, S. 65–83.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1934–1935</title>
          <title type="text">Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen Kirche der Gegenwart</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Beintker, Michael</editor>
          <editor>Hüttenhoff, Michael</editor>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2017</date>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth: Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen Kirche der Gegenwart, in: ders., Gottes Wille und unsere Wünsche (Theologische Existenz heute 7), München 1934, S. 9–15 </bibl>
        <bibl xml:id="B" type="source">B (Weitere Vorlage): , Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der deutschen evangelischen Kirche der Gegenwart., 4. Januar 1934. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/77">KBA 10064</ref>. </bibl>
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        <bibl xml:id="D" type="source">D (Weitere Vorlage): , Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der deutschen evangelischen Kirche der Gegenwart., 4. Januar 1934. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/78">KBA 10065</ref>. </bibl>
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			<head>Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen Kirche der Gegenwart</head>
				<head type="sub"><date>1934</date></head>
			<div type="abstract">
			<p rend="left">
				<hi rend="italic">Barth hat diese Erklärung im Auftrag des <orgName ref="kbga-actors-3147">Coetus reformierter <term type="sachen" key="Coetus reformierter Prediger">Prediger</term></orgName> um die Jahreswende 1933/34 innerhalb weniger Tage ausgearbeitet und am
<date when="1934-01-04">4. Januar 1934</date> auf der <orgName ref="kbga-actors-5873">Freien reformierten <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Synode</term></orgName> in <term type="sachen" key="Barmen (Wuppertal)"><placeName ref="kbga-places-162">Barmen-Gemarke</placeName></term> vorgetragen und erläutert.</hi><note xml:id="n01">Zu den Einzelheiten s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p003#p003">S. 3–7.</ref> </note>
				<hi rend="italic"> Zum ersten Mal seit Beginn der Auseinandersetzungen mit den <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen <term type="sachen" key="Deutsche Christen">Christen</term></orgName> kam dort eine <orgName ref="kbga-actors-5873">Freie <term type="sachen" key="Synoden, Freie">Synode</term></orgName> zusammen und beschloss einen Text, der als <term type="sachen" key="Bekenntnis">Bekenntnis</term> charakterisiert werden kann.</hi><note xml:id="n02">Die Beschlüsse der <orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName> und – dieser folgend – der Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bundes</term></orgName> sind Teil des von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> veröffentlichten, untenstehenden Textes. </note>
				<hi rend="italic"> Die Erklärung ist als eine Vorläuferin der Barmer Theologischen <term type="sachen" key="Barmer Theologische Erklärung">Erklärung</term> vom
<date when="1934-05-30">30. Mai 1934</date></hi><note xml:id="n03">Siehe unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p264#p264">S. 264-301.</ref> </note>
				<hi rend="italic"> zu betrachten.</hi>
			</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Die Entstehung der Erklärung lässt sich in ihren einzelnen Phasen gut rekonstruieren: <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hat zunächst auf einem Blatt die Kernpunkte schon existierender Thesenreihen und erste Stichworte für die neue Thesenreihe notiert.</hi><note xml:id="n04"><ref type="kba-objects-id" target="87">KBA 10068</ref>. – Dieser Notizzettel, in <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Handschrift mit Bleistift geschrieben auf einer halbierten Rückseite des Typoskripts zum <bibl corresp="kbga-bibls-487"><hi rend="italic">Vorwort [zu: Die Kirche Jesu Christi]</hi> (V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p600#p600">S. 600–618</ref>)</bibl>, wurde bisher der Vorgeschichte der «Barmer Theologische Erklärung» zugerechnet (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-3283">C. <term type="namen" key="Nicolaisen, Carsten">Nicolaisen</term>, <hi rend="italic">Der Weg nach Barmen. Die Entstehungsgeschichte der Theologischen Erklärung von 1934</hi>, Neukirchen-Vluyn 1985, S. 30; dort, S. 76f.</bibl>, findet sich auch ein Abdruck der Notizen). Die Korrektur ergibt sich aus der ‹äußeren Bezeugung› (die Notizen sind auf einer Rückseite desselben Textes geschrieben wie vier der fünf ersten Entwürfe zu den Thesen), aus der Verifizierung bzw. richtigen Zuordnung der Stichworte zu den beiden letzten notierten Thesenreihen, aus der damit verbundenen mühelosen Auflösung der bisher offen gebliebenen Frage, warum in diesen Notizen, wenn sie denn zur «Barmer Theologischen <term type="sachen" key="Barmer Theologische Erklärung">Erklärung» </term> gehören sollten, die Erklärung der reformierten <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmer <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Bekenntnissynode</term></orgName> fehlt, und nicht zuletzt aufgrund der größeren Nähe von Barths Stichpunkten zur neu zu schreibenden Erklärung dieser ersten Barmer Synode und dem dazugehörigen Einbringungsvortrag (s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p003#p003">S. 3-64</ref>). Vgl. dazu unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p068#p068">S. 68-70</ref>, die erläuternden Fußnoten. </note>
				<hi rend="italic"> Sodann hat er auf fünf Blättern – für jeden The<pb xml:id="p066" ed="pga" break="no"/>senkomplex ein Blatt – einen Entwurf mit Bleistift niedergeschrieben und bearbeitet. Sein Manuskript</hi><note xml:id="n05"><ref type="kba-objects-id" target="69">KBA 10056</ref>, geschrieben auf den Rückseiten von vier Seiten des Typoskripts zum <bibl corresp="kbga-bibls-487"><hi rend="italic">Vorwort [zu: Die Kirche Jesu Christi]</hi> (V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p600#p600">S. 600–618</ref>)</bibl> und einer Seite des Typoskripts von <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD I/1.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> weicht von allen folgenden Fassungen darin ab, dass er die zu einem Thesenkomplex gehörigen Ablehnungsaussagen zusammenfasste und durchnummeriert unter den jeweiligen Thesenkomplex setzte. Bereits die erste maschinenschriftliche Fassung weist das uns geläufige Textbild auf.</hi><note xml:id="n06"><ref type="kba-objects-id" target="78">KBA 10065</ref>. </note>
				<hi rend="italic"> Dieses Typoskript I wird <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von <term type="namen" key="Kirschbaum, Charlotte von">Kirschbaum</term></persName> nach Barths Diktat geschrieben haben. Es besteht aus sechs engzeilig beschriebenen Seiten, an denen Korrekturen in Barths und Ch. von Kirschbaums Handschrift angebracht sind; These III.1 und die Ablehnung von These V.1 sind auf einem aufgeklebten Stück Papier noch einmal geschrieben.</hi>
			</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Alle diese Korrekturen sind eingearbeitet im nächsten vorliegenden Typoskript II, das fünf engzeilig beschriebene Seiten umfasst.</hi><note xml:id="n07"><ref type="kba-objects-id" target="77">KBA 10064</ref>. Auf der letzten Seite sind die letzten beiden Zeilen, die aufgrund ihrer Nähe zum Rand der Seite nicht mehr mit Maschine geschrieben werden konnten, in <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaums</persName> Handschrift ergänzt. </note>
				<hi rend="italic"> Hier sind die Ablehnungsaussagen mit rotem Farbband geschrieben. Am Rand stehen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Notizen, die er sich für den Einbringungsvortrag auf der <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte"><orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName></term> gemacht hat.</hi><note xml:id="n08">Die Notizen sind oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p008#fn_nb">S. 8-64 (Anm. b­-w)</ref>, dokumentiert. </note>
				<hi rend="italic"> Daraus geht hervor, dass wir es bei diesem Typoskript eindeutig mit der durch Barth autorisierten Niederschrift zu tun haben, deren Durchschrift oder vielleicht auch Abschrift in den Druck ging.</hi><note xml:id="n09">Im Karl Barth-Archiv existiert die Durchschrift eines weiteren achtseitigen Typoskripts, das im Wortlaut, von offensichtlichen Abschreibfehlern abgesehen, mit <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Vortragsvorlage identisch ist (<ref type="kba-objects-id" target="70">KBA 10058</ref>). </note>
			</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Die Erklärung wurde erstmals in der «Reformierten Kirchenzeitung» im ersten Heft des Jahres 1934 veröffentlicht.</hi><note xml:id="n10"><bibl corresp="kbga-bibls-5668">RKZ 84 (1934), S. 2–4.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Dieses Heft wurde, obwohl als Erscheinungsdatum der
					<date when="1934-01-07">7. Januar 1934</date> angegeben ist, bereits vor der am <date when="1934-01-03">3. Januar</date> beginnenden <orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName> ausgeliefert, so dass die Erklärung den Synodalen schon im Druck vorlag.</hi><note xml:id="n11">Am 8. Januar schrieb <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName>: «Ich schicke dir als Drucksache den authentischen Text, wie er noch vor der <orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName> in der Ref.K.Zeit. erschien» (<ref type="kba-objects-id" target="23021">KBA 9270.613</ref>; <bibl corresp="kbga-bibls-6">Bw.Th. III, <ref type="pub" target="../volume/34/p571#p571">S. 571</ref></bibl>). Die diesem Erstdruck natürlich noch nicht angefügten Beschlüsse der <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte"><orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName></term> und der Hauptversammlung des Reformierten <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bundes</term> wurden in den Berichten in der Folgenummer vom
<date when="1934-01-14">14. Januar 1934</date> abgedruckt (vgl. RKZ 84 [1934], S. 13f.). </note>
				
			</p>
			<p><pb xml:id="p067" ed="pga" rend="noPipe"/>
				<hi rend="italic">Als letztes Stück Textgeschichte ist die Diskussion der Thesen aufgrund von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Einbringungsvortrag auf der <orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName> zu betrachten,</hi><note xml:id="n12">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p008#p008">S. 8-64.</ref> </note>
				<hi rend="italic"> auch wenn sie keine Änderung am gedruckt vorliegenden Text mehr erbrachte.</hi>
			</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Unmittelbar nach der <orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName> wurde ein zweiseitiger Separatdruck als Verteilblatt gedruckt. Der darauf angebotene Mengenrabatt lässt eine sehr hohe Auflage vermuten.</hi><note xml:id="n13">Der vermutlich von der Druckerei der «Reformierten Kirchenzeitung» besorgte Separatdruck enthält unterhalb der Seite 2 folgende Angaben: «Weitere Stücke sind zum Preise von 2 Pf. (bei Mengen nach Vereinbarung) zu haben bei der Geschäftsstelle von ‹Unter dem Wort›, Karl <term type="namen" key="Heuser, Karl">Heuser</term>, <term type="sachen" key="Elberfeld (Wuppertal)"><placeName ref="kbga-places-197">Wuppertal-Elberfeld</placeName></term>, Stuttbergstraße 26 […]». </note>
				<hi rend="italic"> Schriftbild und Zeilenumbruch gleichen völlig dem Erstdruck, nur der Satzspiegel wurde neu gestaltet. Außerdem sind diesem Zweitdruck nun die Entschließungen der <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Synode</term> und der Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bundes</term></orgName> angefügt.</hi>
			</p>
			<p>Barth übernahm den Text des Separatdrucks für die Veröffentlichung in <bibl corresp="kbga-bibls-1226"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, Gottes Wille und unsere Wünsche<hi rend="italic"> (ThExh 7), München 1934, S. 9–15.</hi></bibl> Die zwischen senkrechten Strichen im untenstehenden Text eingefügte Originalpaginierung ist diejenige dieses Abdrucks. Weitere Abdrucke erfolgten zeitnah u. a. in der Zeitschrift «Junge Kirche»<note xml:id="n14"><bibl corresp="kbga-bibls-5669">JK 2 (1934), S. (118) 119–122.</bibl> </note><hi rend="italic"> und bei <persName ref="kbga-actors-1226">K. D. Schmidt</persName></hi><note xml:id="n15"><bibl corresp="kbga-bibls-493"><term type="namen" key="Schmidt, Kurt Dietrich">Schmidt</term> II, S. 22–25.</bibl></note>.</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Im textkritischen Apparat sind die Abweichungen ausgewiesen, die das Manuskript und die Typoskripte gegenüber dem Separatdruck bzw. dem hier zugrundeliegenden Abdruck aufweisen. Ebenso werden die – geringfügigen – Abweichungen in den dann folgenden Druckfassungen erkennbar gemacht. Um diesen Apparat nicht mit Kleinigkeiten zu überfrachten, werden wie üblich offensichtliche orthographische Versehen, lediglich auf Unterschiede im verwendeten Schriftsatz zurückgehende Abweichungen («ss» statt «ß», «Ae» statt «Ä», u. ä.) und Unterschiede in der Groß- und Kleinschreibung ge<pb xml:id="p068" ed="pga" break="no"/>prägter Namen – Barth schrieb z. B. durchgängig «deutsche evangelische Kirche» und «heilige Schrift» – nicht ausgewiesen.</hi>
			</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Dem Abdruck der Erklärung vorangestellt ist die Wiedergabe von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Notizzettel, auf dem er seine ersten Überlegungen zur Erklärung festgehalten hat.</hi>
			</p>
		</div>
		<div>
			<head>1. Notizen Barths<note xml:id="n16"><ref type="kba-objects-id" target="87">KBA 10068</ref>. – Unten auf dem Blatt findet sich ein Vermerk in <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von <term type="namen" key="Kirschbaum, Charlotte von">Kirschbaums</term></persName> Handschrift: «Barmen 1934 (Erste Notizen von K[arl])», der wohl die Grundlage der bisher falschen Zuordnung war, obwohl aus dem bloßen Stichwort «Barmen» nicht hervorgeht, welches «Barmen» 1934 gemeint war (und auch nicht auszuschließen ist, dass Ch. von Kirschbaum sich hier später selbst irrte). Die Anordnung der Notizen wird in der hier möglichen Genauigkeit wiedergegeben.</note></head>
			<p rend="smaller left"><hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-129">Düsseldorf</placeName></hi><note xml:id="n17">Gemeint ist: <bibl corresp="kbga-bibls-507"><hi rend="italic">Eine theologische Erklärung zur Gestalt der Kirche</hi>, die sog. «Düsseldorfer Thesen» (in: V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p249#p249">S. 249–259</ref>).</bibl></note>
				Kirche – Schrift – Christus – Dienst – Herr</p>
			<p rend="smaller left"><hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-197">Elberfeld</placeName></hi><note xml:id="n18">Gemeint ist: <bibl corresp="kbga-bibls-5045"><hi rend="italic">Forderungen zur Gestalt der Kirche</hi>, die sog. «Elberfelder Thesen» (in: a.a.O., <ref type="pub" target="../volume/49/p265#p265">265–270</ref>)</bibl>. </note>Kirche – Gemeinde   Gemeinde – Kirche</p>
			<p rend="smaller left"><hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-414">Vogel</persName></hi><note xml:id="n19">Gemeint ist: <bibl corresp="kbga-bibls-4921">H. <term type="namen" key="Vogel, Heinrich">Vogel</term>, <hi rend="italic">Acht Artikel evangelischer Lehre. Um der gegenwärtigen Irrlehre willen, den Verirrten zur Weisung, den Angefochtenen zum Trost, bekannt auf dem Grunde der Heiligen Schrift</hi>, Berlin 1933</bibl> (auch in: <bibl corresp="kbga-bibls-74"><term type="namen" key="Schmidt, Kurt Dietrich">Schmidt</term> I, S. 80–89</bibl>). </note>Schrift – Predigt – Sakramente – Trinität – Gesetz – Sünde – Gnade – Kirche</p>
			<p rend="smaller">– Ordnungen</p>
			<p rend="smaller left"><hi rend="italic">Studenten</hi><note xml:id="n20">Bei der hier gemeinten, in der bisherigen Literatur nicht ermittelten Thesenreihe, handelt es sich um neun Thesen, denen sich eine zehnte anschloss, die in sieben positiven Sätzen und dazugehörigen Verwerfungen erklärte, aufgrund welcher theologischer Überzeugungen die <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen <term type="sachen" key="Deutsche Christen">Christen</term></orgName> und alle, die der in diesen Punkten skizzierten Auffassung zuneigten, als solche anzusehen seien, die «die Gemeinschaft des Glaubens in der Kirche des Herrn verlassen» hätten. Die Thesen, aufgrund derer angesichts der Übernahme der meisten Kirchenregierungen durch die Deutschen Christen im Sommer 1933 zu einer Sammlung insbesondere bekenntnistreuer Studenten aufgerufen werden sollte, wurden von <persName ref="kbga-actors-1652">Walter <term type="namen" key="Herrenbrück, Walter">Herrenbrück</term></persName> (1910–1978) und <persName ref="kbga-actors-10558">Friedrich-Wilhelm <term type="namen" key="Rethmeier, Friedrich-Wilhelm">Rethmeier</term></persName> (1910–1943), zwei (ehemaligen) Studenten Barths verfasst. Herrenbrück wandte sich damit an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und bat ihn um seine Stellungnahme (vgl. Brief Herrenbrücks vom
				<date when="1933-08-12">12.8.1933</date> [<ref type="kba-objects-id" target="22027">KBA 9333.596</ref>]). Barth hatte am Inhalt nur wenig auszusetzen, überarbeitete aber die Anordnung der ersten neun Thesen und warf die Frage auf, ob der zusätzlich formulierte Aufruf nicht überhaupt entbehrlich sei oder wenigstens kürzer formuliert werden könne (Antwort Barths vom
				<date when="1933-08-30">30.8.1933</date> [<ref type="kba-objects-id" target="22114">KBA 9233.219</ref>; <bibl corresp="kbga-bibls-143">Br. 1933, S. 356–358</bibl>]; Barths handschriftliche Niederschrift der Thesen und ihrer Korrektur liegt vor [<ref type="kba-objects-id" target="500">KBA 11050</ref>]). Die Thesen, die im KBA als Typoskript nur in einer Version vorliegen, in die Barths Vorschläge bereits eingearbeitet sind (<ref type="kba-objects-id" target="501">KBA 11051</ref>), wurden entgegen der ursprünglichen Absicht nicht veröffentlicht, wohl weil, wie <term type="namen" key="Herrenbrück, Walter">Herrenbrück</term> in einem weiteren Brief vom
				<date when="1933-12-01">1.12.1933</date> (<ref type="kba-objects-id" target="22735">KBA 9333.987</ref>) andeutete, spätestens mit dem <term type="sachen" key="Sportpalastskandal">«Sportpalastskandal»</term> und seinen Folgen die Ereignisse inzwischen darüber hinweggegangen waren. – Barths Stichpunkte beziehen sich in der ersten Reihe stark zusammenfassend auf die ersten neun Thesen, während die zweite Reihe Punkt für Punkt die ersten sechs der sieben positiven Sätze charakterisiert.</note> Wort – Völker – Staat</p>
			<p rend="smaller"> nur: Schrift – Gott in X [= Christus] – Rechtfertigung – Hilfe u[nd] Trost – Erneuerung – Ehre Gottes</p>
			<p rend="smaller left"><hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName></hi><note xml:id="n21">Diese Thesenreihe wurde bisher irrtümlich den <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-5687">[Thesen für das Flugblatt:] Bekenntnisgemeinschaft Bonn</bibl></hi> (s. unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p252#p252">S. 252-258</ref>) zugeordnet (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-3283"><term type="namen" key="Nicolaisen, Carsten">Nicolaisen</term> [<ref type="pub" target="#fn_n04">Anm. 4</ref>], S. 76, Anm. 9</bibl>). Sie beziehen sich jedoch auf eine Ende November / Anfang Dezember 1933 verfasste «Erklärung» der Pfarrer des Kirchenkreises Bonn (ein Exemplar im Nachlass <persName ref="kbga-actors-8028">Wilhelm Ewald <term type="namen" key="Schmidt, Wilhelm Ewald">Schmidt</term></persName> [<ref type="archival">Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, 7NL 001, Nr. 24, Bl. 18</ref>]), für die Superintendent <persName ref="kbga-actors-10047">Ernst <term type="namen" key="Rentrop, Ernst">Rentrop</term></persName> (1868–1937) verantwortlich zeichnete. In ihr wurde angesichts des <term type="sachen" key="Sportpalastskandal">«Sportpalastskandals»</term> – in Anlehnung an eine ähnliche Erklärung <persName ref="kbga-actors-137">Friedrich <term type="namen" key="Gogarten, Friedrich">Gogartens</term></persName> (vgl. JK 1 [1933], S. 357f.), diese aber variierend und über sie hinausgehend – in zunächst sieben Punkten formuliert, zu welchen grundlegenden Einsichten sich die Pfarrer angesichts «der Not unserer Kirche und aus der Verpflichtung gegenüber dem Evangelium» bekannten und welche Überzeugungen sie ablehnten. In Punkt 8 wurden die Gemeinden aufgefordert, sich «um das Bekenntnis der Kirche unseres Herrn Jesus Christus» zu scharen; die Erklärung schloss mit einem in Punkt 9 formulierten Bezug auf <term type="namen" key="Paulus"><persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName></term> (<ref type="can" subtype="bible" target="Eph.3.20 Eph.3.21">Eph. 3,20f.</ref>). – <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Stichpunkte beziehen sich vornehmlich und im Wesentlichen in der auch in der Erklärung gebotenen Reihenfolge auf die Punkte 1–7; mit dem Stichwort «Gericht», von Barth mit einem Fragezeichen versehen, wird schon im Eingangssatz, aber auch in Punkt 8, die Situation, in der die Pfarrer die Kirche sahen, charakterisiert.</note> X [= Christus] – A[ltes] N[eues] T[estament] – Gottes Sohn – Rechtfertigung – Kirche – Gericht? – Gemeinde</p>
			<p rend="center"><pb xml:id="p070" ed="pga" rend="noPipe"/> 
				<hi rend="italic">______________</hi>
			</p>
			<p rend="smaller">
				<term type="sachen" key="Unierte / Union">Union</term><note xml:id="n22">Am Stichwort <term type="sachen" key="Unierte / Union">«Union»</term> wird erkennbar, warum diese Notizen auch unter inhaltlichen Gesichtspunkten der reformierten <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Bekenntnissynode</term> zuzuordnen sind: Im <date when="1934-05">Mai 1934</date> war die Befürchtung, das Entstehen einer solchen werde mit einem gemeinsamen Bekenntnis forciert, eine der Ursachen für den anhaltenden lutherischen Widerstand gegen eine gemeinsame Erklärung, so dass sich schon die Erwähnung dieses Reizbegriffes für Barth von vornherein verbieten musste. Im Januar <date when="1934">1934</date> jedoch konnte er im Einbringungsreferat zur Erläuterung der These I.3 ganz unbefangen erklären: «Unsere vielberufenen reformierten Belange sind den Erfordernissen des gemeinsamen evangelischen Bekenntnisses unter-, nicht überzuordnen», nachdem er in der These selbst von der «wesentlichen Einheit» des Glaubens, der Liebe, der Hoffnung, der Verkündigung, des Bekenntnisses und der Aufgabe lutherischer, reformierter und unierter Gemeinden gesprochen hatte (s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p020#p020">S. 20-23</ref>). </note>
			</p>
			<p rend="smaller">
				<term type="sachen" key="Offenbarung">Offenbarung</term>
			</p>
			<p rend="smaller">
				<term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift">Schrift</term>
			</p>
			<p rend="smaller">
				<term type="sachen" key="Gnade">Gnade</term>
			</p>
			<p rend="smaller">
				<term type="sachen" key="Versöhnung">Versöhnung</term>
			</p>
			<p rend="smaller left">Nicht Initiative, Auftrag<note xml:id="n23">Vgl. die Eingangsworte <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> in seinem Einbringungsvortrag (s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p008#p008">S. 8</ref>): «Ich rede hier, weil ich den Auftrag dazu habe.» Zu den übrigen in dieser Kolumne stehenden Stichworten vgl. das in den Eingangsworten weiter Ausgeführte.</note> Kirche<note n="a1" type="textcritical" xml:id="na1">Anstelle von «Kirche» ursprünglich, dann gestrichen: «Hoffnung». </note></p>
			<p rend="smaller">Eintreten?<term type="sachen" key="Gesetz / Gesetze">Gesetz</term></p>
			<p rend="smaller">Wie Beschluss?<term type="sachen" key="Staat">Staat</term></p>
			<p rend="smaller">Wie verwerten?<term type="sachen" key="Hoffnung">Hoffnung</term> </p>
			<p rend="smaller">
				
				<term type="sachen" key="Solidarität">Solidarität</term><note xml:id="n24">Auch dieses Stichwort wird nicht in der «Barmer Theologischen <term type="sachen" key="Barmer Theologische Erklärung">Erklärung» </term> thematisiert, findet sich aber inhaltlich in These III.1 der Erklärung der reformierten <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Synode</term> – in Barths Stichworten dazu sogar wörtlich – und im Einbringungsvortrag zu These III.3 (vgl. unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p075#p075">S. 75</ref>; oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p038#fn_nj">S. 38, Anm. j</ref>, und <ref type="pub" target="../volume/52/p042#p042">S. 42</ref>).</note>
			</p>
			<p rend="smaller">Notwendigkeit</p>
			<p rend="smaller">Gegenüber</p>
		</div>
		<div>
			<pb xml:id="p071" ed="pga" rend="noPipe"/>
			<p>2. Erklärung<note n="a" type="textcritical" xml:id="na">Mskr., oberhalb der Überschrift: <?center?>«<hi rend="italic">Antrag</hi> Die am
<date when="1934-01-04">4. Januar 1934</date> in <term type="sachen" key="Barmen (Wuppertal)"><placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName></term> versammelte freie <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Kirchensynode</term> bekennt sich einmütig zu folgender im Blick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres notwendig gewordener» (es folgt die oben stehende Überschrift).</note> über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen Kirche der Gegenwart.</p>
			<div>
					<head>I. Die Kirche in der Gegenwart.</head>
				<p rend="left">1. Angesichts der kirchlichen Ereignisse des Jahres <date when="1933">1933</date> gebietet uns das Wort <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term>, <term type="sachen" key="Buße">Buße</term> zu tun und umzukehren. Denn in diesen Ereignissen ist ein die evangelische <term type="sachen" key="Kirche, evangelische">Kirche</term> seit Jahrhunderten verwüstender <term type="sachen" key="Irrtum">Irrtum</term><note xml:id="n25">Vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p014#fn_n31">S. 14, Anm. 31</ref>.</note> reif und sichtbar geworden.<note n="b" type="textcritical" xml:id="nb">Die Eingangssätze sind von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> mehrfach formuliert worden. Im Mskr. hieß es zunächst: «Die kirchlichen Ereignisse des Jahres <date when="1933">1933</date> bedeuten das Auftreten des die evangelische <term type="sachen" key="Kirche, evangelische">Kirche</term> seit Jahrhunderten offen und heimlich störenden <term type="sachen" key="Irrtum">Irrtums</term>, […].» Dann strich Barth diese Eingangsworte und setzte neu an: «In den kirchlichen Ereignissen des Jahres 1933 ist ein die evangelische Kirche offen oder heimlich seit Jahrhunderten störender Irrtum reif und eindeutig sichtbar geworden […].» In diese Formulierung korrigierte Barth dann den obenstehenden Text hinein.</note> Er besteht in der Meinung, dass neben Gottes <term type="sachen" key="Offenbarung">Offenbarung</term>, Gottes <term type="sachen" key="Gnade, Gottes">Gnade</term> und Gottes <term type="sachen" key="Ehre, Gottes">Ehre</term> auch eine berechtigte Eigenmächtigkeit des <term type="sachen" key="Mensch, Eigenmächtigkeit">Menschen</term> über die <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und die <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> der Kirche, <anchor type="note" xml:id="fn-c"/>d. h. über den zeitlichen Weg zum ewigen Heil<note n="c" target="fn-c" type="textcritical" xml:id="nc">Mskr.: «d. h. über den Weg des ewigen Heils».</note>, zu bestimmen habe.</p>
				<p rend="margin-top smaller"><anchor type="note" xml:id="fn-d"/>Damit ist abgelehnt die Ansicht:<note n="d" target="fn-d" type="textcritical" xml:id="nd">Im Mskr. sind – wie oben ausgeführt – die Ablehnungen zusammengefasst; eingeleitet wurden sie dort ursprünglich mit der Formulierung: «Wir lehnen ab die Ansicht: 1. […]» usw. Dies wurde von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an dieser Stelle korrigiert in: «Wir bestreiten: 1. die Ansicht […]» usw. – Diese Formulierung behielt Barth dann für die übrigen Ablehnungen bei, zog bei den Thesenkomplexen III und V jedoch «die Ansicht» vor den Doppelpunkt.</note> Die kirchliche Entwicklung seit der Re<pb xml:id="p072" ed="pga" break="no"/><term type="sachen" key="Reformation">formation</term> sei eine normale gewesen und es handle sich in der heutigen Not unserer <term type="sachen" key="Kirche, Not">Kirche</term> nur um eine vorübergehende<note n="e" type="textcritical" xml:id="ne">Mskr.: «augenblickliche».</note> Störung, nach deren Beseitigung <anchor type="note" xml:id="fn-f"/>jene Entwicklung geradlinig weitergehen dürfe<note n="f" target="fn-f" type="textcritical" xml:id="nf">Mskr.: «alles weiter gehen können wie bisher».</note>.</p>
				<p> 2. Dieser <term type="sachen" key="Irrtum">Irrtum</term> ist <anchor type="note" xml:id="fn-g"/>derselbe wie der<note n="g" target="fn-g" type="textcritical" xml:id="ng">Mskr. und Tskr. I: «identisch mit dem»; in Tskr. II in den obigen Text korrigiert.</note> Irrtum der <term type="sachen" key="Papst / Papsttum">Papstkirche</term> und der <term type="sachen" key="Schwärmer / Schwärmertum">Schwärmerei</term>, gegen den sich das reformatorische <term type="sachen" key="Bekenntnisse, reformatorische">Bekenntnis</term> richtet. Wenn die evangelische <term type="sachen" key="Kirche, evangelische">Kirche</term> ihm erliegt, so hat sie aufgehört, evangelische Kirche zu sein. Er muss heute, auch in seinen feinsten und reinsten Gestalten, als Irrtum festgestellt und bekämpft – dem alten Irrtum muss das alte <term type="sachen" key="Bekenntnis">Bekenntnis</term> mit neuer Freudigkeit und Bestimmtheit entgegengestellt werden.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Der <term type="sachen" key="Irrtum">Irrtum</term> von der Eigenmächtigkeit des <term type="sachen" key="Mensch, Eigenmächtigkeit">Menschen</term> <anchor type="note" xml:id="fn-h"/>in Sachen der <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> der Kirche<note n="h" target="fn-h" type="textcritical" xml:id="nh">Fehlt im Mskr.</note> sei eine Meinung neben anderen, die wenigstens in ihren edleren Formen in der evangelischen <term type="sachen" key="Kirche, evangelische">Kirche</term> nach wie vor Heimatrecht haben könne.
					</p>
				<p><pb n="10" ed="A" rend="noPipe"/> 3. Angesichts der Einheit, in der dieser <term type="sachen" key="Irrtum">Irrtum</term> heute in die Erscheinung getreten ist, <anchor type="note" xml:id="fn-i"/>sind die in der einen Deutschen Evangelischen <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche">Kirche</term> zusammengeschlossenen Gemeinden aufgerufen, unbeschadet ­ihrer lutherischen, reformierten oder unierten Herkunft und Verantwortung,<note n="i" target="fn-i" type="textcritical" xml:id="ni">Mskr.: «erkennen die in der einen deutschen evangelischen Kirche zusammengeschlossenen Gemeinden unbeschadet ihrer lutherischen, reformierten oder unierten Herkunft und Eigenart». Im Tskr. I korrigiert in die obige Fassung, wobei «aufgerufen» dort wie auch noch in Tskr. II ganz am Ende der Formulierung steht: «sind […] unbeschadet ihrer […] Herkunft und Verantwortung aufgerufen». Erst in RKZ und im Separatdruck rückt «aufgerufen» an seine dann beibehaltene Stelle.</note> aufs Neue <anchor type="note" xml:id="fn-j"/>die Hoheit des<note n="j" target="fn-j" type="textcritical" xml:id="nj">Mskr.: «den».</note> einen Herrn der einen Kirche und darum die wesentliche Einheit ihres Glaubens, ihrer Liebe und ihrer Hoffnung [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.13.13">1.Kor. 13,13</ref>], ihrer <term type="sachen" key="Verkündigung">Verkündigung</term> durch <term type="sachen" key="Predigt">Predigt</term> und <term type="sachen" key="Sakrament">Sakrament</term>, ihres <term type="sachen" key="Bekenntnis">Bekenntnisses</term> und ihrer Aufgabe <anchor type="note" xml:id="fn-k"/>zu erkennen<note n="k" target="fn-k" type="textcritical" xml:id="nk">Fehlt im Mskr. aufgrund der dort anderen Thesenformulierung (s. <ref type="pub" target="#fn_ni">Anm. i–i</ref>); in Tskr. I korrigiert.</note>.</p>
				<p rend="margin-top smaller left"><pb xml:id="p073" ed="pga" rend="noPipe"/> Damit ist abgelehnt die Ansicht: Es dürfe oder müsse die berechtigte Vertretung lutherischer, reformierter oder unierter «Belange»<note xml:id="n26">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p022#p022">S. 22</ref>.</note> noch immer den Erfordernissen des gemeinsamen evangelischen Bekennens und Handelns <anchor type="note" xml:id="fn-l"/><hi rend="italic">gegen</hi> den<note n="l" target="fn-l" type="textcritical" xml:id="nl">Mskr., Tskr. I und II: «gegenüber dem» (ohne Hervorhebung).</note>
					<term type="sachen" key="Irrtum">Irrtum</term> und <hi rend="italic">für</hi><note n="m" type="textcritical" xml:id="nm">In Mskr., Tskr. I und II nicht hervorgehoben.</note> die <term type="sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term> übergeordnet werden.</p>
			</div>
			<div>
					<head>II. Die Kirche unter
				<anchor type="note" xml:id="fn-n"/>
					der Heiligen Schrift<note n="n" target="fn-n" type="textcritical" xml:id="nn">Im Mskr. zunächst wie oben, dann von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> korrigiert in: «dem Worte <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term>» und schließlich erneut geändert in den obenstehenden Text.</note>.</head>
				<p rend="left">1. Die Kirche hat ihren Ursprung und ihr Dasein ausschließlich aus der Offenbarung, aus der Vollmacht, aus dem Trost und aus der Leitung des Wortes <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term>, das der ewige <term type="sachen" key="Gott, ewiger Vater">Vater</term> durch Jesus Christus, seinen ewigen <term type="sachen" key="Jesus Christus, ewiger Sohn">Sohn</term>, in der Kraft des ewigen <term type="sachen" key="Heiliger Geist">Geistes</term>, als die Zeit erfüllt war [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Gal.4.4">Gal. 4,4</ref>], ein für allemal gesprochen hat.<note n="o" type="textcritical" xml:id="no">Im Mskr. hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zunächst folgende, dann aber durchgestrichene Fassung notiert: «Die heilige <term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift">Schrift</term> ist das Zeugnis des <term type="namen" key="Moses"><persName ref="kbga-actors-2228">Mose</persName></term> und der <term type="sachen" key="Propheten / Prophetie">Propheten</term> von dem kommenden und das Zeugnis der <term type="sachen" key="Evangelisten">Evangelisten</term> und <term type="sachen" key="Apostel">Apostel</term> von dem gekommenen Christus. Durch dieses doppelte [geändert aus: «zweifache»] aber einheitliche und in seinen beiden Bestandteilen gleich unentbehrliche Zeugnis hat Jesus Christus, das fleischgewordene ewige Wort <term type="sachen" key="Jesus Christus, Wort Gottes">Gottes</term>, die Kirche begründet. Das Zeugnis der hl. <term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift">Schrift</term> [geändert aus: des <term type="sachen" key="Altes Testament">AT</term> und des <term type="sachen" key="Neues Testament">NT</term>] ist ein einheitliches und in seinen beiden Bestandteilen gleich…» Der hier abbrechende Text fand dann teilweise Eingang in These II.2.</note></p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche könne und<note n="p" type="textcritical" xml:id="np">Mskr.: «sich oder».</note> müsse sich außer auf die <term type="sachen" key="Offenbarung">Offenbarung</term> des dreieinigen <term type="sachen" key="Trinität">Gottes</term> auch noch auf eine dem Menschen trotz des Sündenfalls zugängliche<note n="q" type="textcritical" xml:id="nq">Mskr.: «angeblich zugängliche». </note> Gottesoffenbarung in <term type="sachen" key="Offenbarung, natürliche">Natur</term> und <term type="sachen" key="Offenbarung, geschichtliche">Geschichte</term> begründen und beziehen.</p>
				<p> 2. Die Kirche hört das ein für allemal gesprochene Wort <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> durch die freie <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term> des heiligen <term type="sachen" key="Heiliger Geist">Geistes</term> in dem doppelten, aber einheitlichen und in seinen beiden Bestandteilen sich gegenseitig bedingen <pb xml:id="p074" ed="pga"/> den Zeugnis des <term type="sachen" key="Altes Testament">Alten</term> und des Neuen <term type="sachen" key="Neues Testament">Testamentes</term>, das heißt in dem Zeugnis des <term type="namen" key="Moses"><persName ref="kbga-actors-2228">Mose</persName></term> und der <term type="sachen" key="Propheten / Prophetie">Propheten</term> von dem kommenden und in dem Zeugnis der <term type="sachen" key="Evangelisten">Evangelisten</term> <anchor type="note" xml:id="fn-r"/>und Apostel<note n="r" target="fn-r" type="textcritical" xml:id="nr">Fehlt im Mskr.</note> von dem gekommenen Jesus Christus.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die biblischen Schriften seien <anchor type="note" xml:id="fn-s"/>zu verstehen <note n="s" target="fn-s" type="textcritical" xml:id="ns">Mskr.: «nicht als Zeugnisse von Christus, sondern».</note> als <anchor type="note" xml:id="fn-t"/>Zeugnisse aus der Geschichte<note n="t" target="fn-t" type="textcritical" xml:id="nt">In der Vortragsfassung (s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p030#p030">S. 30</ref>) fälschlich: «Zeugnis der Geschichte».</note> menschlicher Frömmigkeit<note n="u" type="textcritical" xml:id="nu">Mskr.: «Frömmigkeit zu verstehen».</note>; maßgebend für die christliche Frömmigkeit sei aber <anchor type="note" xml:id="fn-v"/>vorwiegend oder ausschließlich<note n="v" target="fn-v" type="textcritical" xml:id="nv">Mskr.: «nur».</note> das Neue <term type="sachen" key="Neues Testament">Testament</term>; es könne oder müsse darum das Alte <term type="sachen" key="Altes Testament">Testament</term> zugunsten des Neuen abgewertet, zurückgedrängt oder gar ausgeschieden werden.
					</p>
				<p><pb n="11" ed="A" rend="noPipe"/> 3. Die Kirche lebt durch die freie <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term> des heiligen <term type="sachen" key="Heiliger Geist">Geistes</term> davon und darin, dass sie, indem sie das Zeugnis der Heiligen <term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift">Schrift</term> im <term type="sachen" key="Glaube / Glauben">Glauben</term> aufnimmt und im Gehorsam weitergibt, die <term type="sachen" key="Gott, Strenge">Strenge</term> und die <term type="sachen" key="Gott, Barmherzigkeit">Barmherzigkeit</term>, die <term type="sachen" key="Ehre, Gottes">Ehre</term> und die <term type="sachen" key="Gott, Menschenfreundlichkeit">Menschenfreundlichkeit</term> des dreieinigen <term type="sachen" key="Trinität">Gottes</term> erkennt und <term type="sachen" key="Verkündigung">verkündigt</term>.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche könne oder müsse neben dem durch die Heilige <term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift">Schrift</term> bezeugten Handeln Gottes in Jesus Christus auch noch sein Wirken in den<note n="w" type="textcritical" xml:id="nw">Fehlt im Mskr., weil dort «Ereignissen» nachträglich hinzugefügt wurde, ohne dass das damit notwendige «den» auch ergänzt worden wäre.</note> Ereignissen der jeweiligen Gegenwart feststellen und bekannt machen.<note n="x" type="textcritical" xml:id="nx">Im Mskr. war zunächst eine vierte Unterthese vorgesehen, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> dann durchstrich: «4. Die Kirche dient den Menschen, der <term type="sachen" key="Gesellschaft">Gesellschaft</term>, den <term type="sachen" key="Völker">Völkern</term> und <term type="sachen" key="Staat">Staaten</term> damit, dass sie, ihrem eigenen Gesetz gehorchend, dem in der hl. <term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift">Schrift</term> bezeugten Worte <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> dient.» – Ablehnung: «Wir bestreiten […] 4. die Ansicht, die Kirche habe den Menschen, der Gesellschaft, den Völkern und Staaten damit zu dienen, dass sie ihre <term type="sachen" key="Verkündigung">Verkündigung</term> den jeweiligen menschlichen Wünschen und Zwecken anpasse und zur Verfügung stelle». – Der Inhalt dieser These findet sich jetzt in These III.3.</note></p>
			</div>
			<div>
				<pb xml:id="p075" ed="pga" rend="noPipe"/>
					<head>III. Die Kirche<note n="y" type="textcritical" xml:id="ny">Im Mskr. zunächst, dann gestrichen: «Gestalt der Kirche».</note>
					in der <term type="sachen" key="Kirche, und Welt">Welt</term>.</head>
				<p rend="left">1. Die Kirche ist in der Welt. Sie bekennt sich in der Nachfolge des fleischgewordenen Wortes <term type="sachen" key="Jesus Christus, Wort Gottes">Gottes</term> rückhaltlos zu der ganzen Not des von Gott gut geschaffenen, aber in <term type="sachen" key="Sünde">Sünde</term> gefallenen und unter dem göttlichen Fluch stehenden Menschen. Sie vertraut und sie gehorcht allein der eben diesem Menschen in Jesus Christus widerfahrenen <term type="sachen" key="Barmherzigkeit">Barmherzigkeit</term>. Sie wartet nach Gottes Verheißung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Petr.3.13">2.Petr. 3,13</ref>].</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche könne oder müsse <hi rend="italic">außer</hi> der Barmherzigkeit <term type="sachen" key="Gott, Barmherzigkeit">Gottes</term> in Christus <hi rend="italic">auch noch</hi> einer dem Menschen erkennbaren <hi rend="italic">Güte</hi> dieser <term type="sachen" key="Welt, Güte">Welt</term> <hi rend="italic">vorbehaltloses Vertrauen</hi> schenken<note n="z" type="textcritical" xml:id="nz">Fehlt im Mskr., in Tskr. I ergänzt.</note> und einer dem Menschen erkennbaren <hi rend="italic">Eigengesetzlichkeit</hi> dieser <term type="sachen" key="Welt, Eigengesetzlichkeit">Welt</term> <hi rend="italic">vorbehaltlosen Gehorsam</hi> entgegenbringen.<note n="aa" type="textcritical" xml:id="naa">Die Hervorhebungen fehlen im Mskr. ganz, sind in Tskr. I teilweise ergänzt («<hi rend="italic">Güte</hi>», «<hi rend="italic">Vertrauen</hi>», «<hi rend="italic">Eigengesetzlichkeit</hi>» und «<hi rend="italic">Gehorsam</hi>») und so in Tskr. II übernommen.</note></p>
				<p> 2. Die Kirche anerkennt nach Weisung des Wortes <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> dankbar, dass der Wandel der Menschheits- und <term type="sachen" key="Geschichte">Völkergeschichte</term>, die politischen, philosophischen und kulturellen Versuche des Menschen unter der Anordnung des göttlichen Befehls und der göttlichen <term type="sachen" key="Gott, Geduld">Geduld</term> stehen. Sie begleitet sie darum mit der ernsten Anerkennung ihres zeitlichen, bestimmten und begrenzten Rechtes,<note n="ab" type="textcritical" xml:id="nab">Im Tskr. II und im Separatdruck ist das Komma von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> nachträglich eingefügt und dann in den Abdruck in <bibl corresp="kbga-bibls-4671">ThExh 7</bibl> übernommen worden. In Tskr. I dagegen ist ein dort stehendes Komma gestrichen worden, so dass es keinen Eingang in die übrigen Abdrucke fand.</note> mit ihrer <term type="sachen" key="Fürbitte">Fürbitte</term>, aber auch mit der Erinnerung an Gottes <term type="sachen" key="Reich Gottes">Reich</term>, <term type="sachen" key="Gesetz / Gesetze, Gottes">Gesetz</term> und <term type="sachen" key="Gericht, Gottes">Gericht</term>, mit der Hoffnung auf ihn, der alles lenkt, um alles neu zu machen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Apk.21.5">Apk. 21,5</ref>].<note n="ac" type="textcritical" xml:id="nac">Im Mskr. unterscheidet sich der Wortlaut dieser These so erheblich von den späteren Fassungen, dass er hier komplett wiedergegeben sein soll: «Die Kirche weiß um die Notwendigkeit, aber auch um die letzte Undurchführbarkeit und Vorläufigkeit der im Wandel der Menschheits- und <term type="sachen" key="Geschichte">Völkergeschichte</term>, der <term type="sachen" key="Staat, Staatsform">Staatsformen</term>, <term type="sachen" key="Philosophen / Philosophie">Philosophien</term> und <term type="sachen" key="Kultur">Kulturen</term> sichtbaren Versuche des Menschen, sich selber zu helfen. Sie begleitet sie, dankbar für die nach Weisung des Wortes <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> darin sichtbare Anordnung der göttlichen <term type="sachen" key="Gott, Geduld">Geduld</term>, mit der ernsten Anerkennung ihres zeitlichen und relativen Rechtes, mit ihrer <term type="sachen" key="Fürbitte">Fürbitte</term>, aber auch mit der Erinnerung an Gottes <term type="sachen" key="Reich Gottes">Reich</term> und <term type="sachen" key="Gewalt">Gewalt</term>, mit der Hoffnung auf ihn, der Alles lenkt um Alles neu zu machen.» Diese Fassung findet sich in Tskr. I unter einem aufgeklebten Stück Papier, auf dem die obige Fassung getippt wurde. – Einen ersten Anlauf zur Formulierung der These III.2 hatte Barth bereits im Mskr. wieder verworfen: «Die Kirche hat den einen und einzigen <term type="sachen" key="Kirche, Auftrag">Auftrag</term>, den Menschen zu sagen, dass Gott ‹uns mit sich selber versöhnt hat durch J[esus] X [= Christus]› [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.5.18">2.Kor. 5,18</ref>]».</note></p>
				<p rend="margin-top smaller"><pb xml:id="p076" ed="pga" rend="noPipe"/> Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche könne oder müsse in der Wirklichkeit dieses oder jenes Versuchs des Menschen<note n="ad" type="textcritical" xml:id="nad">Im Mskr. sowie in Tskr. I und II folgt jeweils: «[…], sich selber zu helfen, […]». Dieser Nebensatz fehlt in allen Abdrucken. Dadurch blieb dann jeweils – außer in <bibl corresp="kbga-bibls-4671">ThExh 7</bibl> – ein überflüssiges Komma nach «Menschen» stehen.</note> nicht sowohl einen Erweis der göttlichen <term type="sachen" key="Gott, Geduld">Geduld</term>, als vielmehr eine Annäherung an die Wiederherstellung der göttlichen <term type="sachen" key="Ordnungen, Schöpfungsordnungen">Schöpfungsordnung</term> erblicken.</p>
				<p><pb n="12" ed="A" rend="noPipe"/> 3. Die Kirche ist in der <term type="sachen" key="Kirche, und Welt">Welt</term> unter <anchor type="note" xml:id="fn-ae"/>der Heiligen Schrift<note n="ae" target="fn-ae" type="textcritical" xml:id="nae">Im Mskr. ursprünglich, dann gestrichen: «dem Worte <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term>».</note>. Sie dient <anchor type="note" xml:id="fn-af"/>dem Menschen und dem <term type="sachen" key="Volk">Volk</term>, dem <term type="sachen" key="Staat">Staat</term> und der Kultur<note n="af" target="fn-af" type="textcritical" xml:id="naf">Im Mskr. ursprünglich: «den Menschen und den <term type="sachen" key="Völker">Völkern</term>, den Staaten und den Kulturen»; dort dann in den Singular korrigiert.</note>, indem sie hinsichtlich ihrer <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und ihrer <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> dem ihr vorgeschriebenen Worte <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> und seinem heiligen Geist<note n="ag" type="textcritical" xml:id="nag">Tskr. II: «Geiste».</note> gehorsam <anchor type="note" xml:id="fn-ah"/>zu sein bemüht ist<note n="ah" target="fn-ah" type="textcritical" xml:id="nah">Mskr.: «sein möchte».</note>.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche habe dem Menschen damit zu dienen, dass sie, ihm<note n="ai" type="textcritical" xml:id="nai">Mskr.: «dem Menschen».</note> mehr gehorchend als Gott [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Act.5.29">Act. 5,29</ref>], ihre <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und ihre <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> seinen jeweiligen Überzeugungen, Wünschen und Zwecken anpasse und zur Verfügung stelle.</p>
			</div>
			<div>
				<pb xml:id="p077" ed="pga" rend="noPipe"/>
					<head>IV. Die Botschaft der <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Kirche</term>.</head>
				<p rend="left">1. Der Auftrag der <term type="sachen" key="Kirche, Auftrag">Kirche</term> besteht darin, in Auslegung und nach Maßgabe des prophetisch-apostolischen <term type="sachen" key="Zeugnis, prophetisch-apostolisches">Zeugnisses</term> an Christi Statt und also seinem eigenen Wort und Werk dienend, durch <anchor type="note" xml:id="fn-aj"/><term type="sachen" key="Predigt">Predigt</term> und Sakrament<note n="aj" target="fn-aj" type="textcritical" xml:id="naj">Mskr.: <term type="sachen" key="Predigt">«Predigt</term>, <term type="sachen" key="Taufe">Taufe</term> und <term type="sachen" key="Abendmahl">Abendmahl</term>».</note> die Botschaft von Gottes nahe herbeigekommenem <term type="sachen" key="Reich Gottes">Reich</term> auszurichten: Gott der <term type="sachen" key="Gott, Schöpfer">Schöpfer</term> hat sich seiner Geschöpfe, Gott der <term type="sachen" key="Gott, Versöhner">Versöhner</term> hat sich der Sünder, Gott der <term type="sachen" key="Gott, Erlöser">Erlöser</term> hat sich seiner geliebten Kinder in freier <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term> angenommen.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche könne oder müsse das Wort <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> des <term type="sachen" key="Gott, Schöpfer">Schöpfers</term>, Versöhners<note n="ak" type="textcritical" xml:id="nak">Mskr.: «des Versöhners».</note> und <term type="sachen" key="Gott, Erlöser">Erlösers</term>, statt ihm zu dienen, als ihr eigenes Wort aussprechen und also, statt die freie <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term> zu verkündigen, «dynamisch»<note xml:id="n27">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p044#p044">S. 44</ref>. <ref type="pub" target="../volume/52/p046#fn_n56">46, Anm. 56</ref>.</note> wirken. </p>

				<p> 2. Die freie <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term>, in der Gott sich unser annimmt, ist die in der Kraft des heiligen <term type="sachen" key="Heiliger Geist">Geistes</term> sich erfüllende Verheißung der Gegenwart Jesu <term type="sachen" key="Jesus Christus, Gegenwart">Christi</term> als des Herrn, der für uns Knecht geworden, um unser altes Leben in den Tod zu geben und<note n="al" type="textcritical" xml:id="nal">Im Mskr. steht statt des «und» ein Komma.</note> unser neues Leben an das Licht zu bringen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Tim.1.10">2.Tim. 1,10</ref>].</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Gnade <term type="sachen" key="Gnade, Gottes">Gottes</term> bestehe<note n="am" type="textcritical" xml:id="nam">Im Mskr. folgten nach «bestehe» zunächst die schon dort durchgestrichenen und durch den obigen Text ersetzten Worte: «außer der in der Kraft des heiligen <term type="sachen" key="Heiliger Geist">Geistes</term> sich erfüllenden Verheißung der Gegenwart <term type="sachen" key="Jesus Christus, Gegenwart">Christi</term> auch noch». </note> in moralischen oder religiösen Vollkommenheiten, deren sich der Mensch nicht nur im Blick auf den, der den Gottlosen gerecht macht [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.4.5">Röm. 4,5</ref>], sondern doch auch im Blick auf einen eigenen Besitz rühmen könnte.</p>

				<p><pb xml:id="p078" ed="pga" rend="noPipe"/> 3. Die Gabe der <term type="sachen" key="Gnade, Zugehörigkeit zu Jesus Christus">Gnade</term> ist unsere Zugehörigkeit zu Jesus Christus: In ihm sind wir <hi rend="italic">gerechtfertigt</hi><note n="an" type="textcritical" xml:id="nan">Die Hervorhebungen finden sich nur in <bibl corresp="kbga-bibls-4671">ThExh 7</bibl>.</note> durch das Wunder des <term type="sachen" key="Glaube / Glauben, Wunder">Glaubens</term>, der immer wieder die in ihm<note n="ao" type="textcritical" xml:id="nao">Mskr.: «ihm» jeweils gestrichen und durch «Christus» ersetzt.</note> geschehene <term type="sachen" key="Vergebung">Vergebung</term> unserer <term type="sachen" key="Sünde">Sünde</term> annimmt. Und in ihm sind wir <hi rend="italic">geheiligt</hi><anchor type="note" xml:id="fn-an"/> durch das Wunder des Gehorsams, der sich immer wieder unter das <pb n="13" ed="A"/> <term type="sachen" key="Gericht, Gottes">Gericht</term> und unter die Weisung des von ihm<anchor type="note" xml:id="fn-ao"/> kommenden <term type="sachen" key="Gebot / Gebote">Gebotes</term> stellt.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: </p>
				<p rend="smaller">a) Als sei das «Evangelium» und das <term type="sachen" key="Evangelium, und Gesetz">«Gesetz»</term>, unsere Rechtfertigung und unsere <term type="sachen" key="Heiligung">Heiligung</term>, nicht die <term type="sachen" key="Offenbarung">Offenbarung</term> und das Werk der <hi rend="italic">einen Gnade Jesu Christi</hi>. </p>
				<p rend="smaller">b) Als vollziehe sich unsere <term type="sachen" key="Rechtfertigung">Rechtfertigung</term> als <term type="sachen" key="Mensch, Sünder">Sünder</term> dadurch, dass wir plötzlich oder allmählich bessere Menschen werden. </p>
				<p rend="smaller">c) Als sei die Gabe der freien <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term> nicht auch unsere Inanspruchnahme zum Gehorsam gegen Gottes <term type="sachen" key="Gebot / Gebote, Gottes">Gebot</term> oder als sei diese unsere <term type="sachen" key="Heiligung">Heiligung</term> etwas anderes als eine Gabe der freien <term type="sachen" key="Gnade, freie">Gnade</term>.<note n="ap" type="textcritical" xml:id="nap">Im Mskr. stand zunächst im fortlaufenden Text nur Teil c) der Ablehnung; die Teile b) und a) wurden – offenbar in dieser Reihenfolge – am Rand ergänzt.</note>
					</p>
				<p> 4. Unser durch den Heiligen <term type="sachen" key="Heiliger Geist">Geist</term> in Jesus Christus begründetes und von ihm jeden Tag neu zu erbittendes Leben im <term type="sachen" key="Glaube / Glauben, und Gehorsam">Glauben</term> und im Gehorsam wartet auf seine <term type="sachen" key="Erlösung">Erlösung</term> durch den kommenden Herrn:<note n="aq" type="textcritical" xml:id="naq">Mskr., Tskr. I und II ohne Doppelpunkt.</note> in der Auferstehung der <term type="sachen" key="Auferstehung, der Toten">Toten</term>, durch das <term type="sachen" key="Gericht, Gottes">Gericht</term> und <anchor type="note" xml:id="fn-ar"/>zum ewigen Leben<note n="ar" target="fn-ar" type="textcritical" xml:id="nar">Mskr., Tskr. I und II: «zu dem ewigen Leben, das er selber ist».</note>.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Ein Leben im <term type="sachen" key="Glaube / Glauben, und Gehorsam">Glauben</term> und im Gehorsam könne in irgendeiner Hinsicht ein in sich abgeschlossenes, sich selbst genügendes, dem Warten auf den kommenden Herrn und also der Hoffnung auf ihn und der Furcht vor ihm entzogenes Leben sein.</p>
			</div>
			<div>
				<pb xml:id="p079" ed="pga" rend="noPipe"/>
					<head>V. Die Gestalt der <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Kirche</term>.</head>
				<p rend="left">1.<note n="as" type="textcritical" xml:id="nas">Ursprünglicher Wortlaut der These im Mskr.: «Die Kirche Jesu Christi ist die durch den Dienst der Verkündigung vom Herrn selbst berufene, versammelte und getragene, getröstete und regierte und die ebenso sichtbare Wirklichkeit der Einheit solcher Gemeinden.» Barth hat dann hinter «Die Kirche Jesu Christi ist die» ergänzend eingefügt: «sichtbar zeitlich gestaltete Wirklichkeit der». Die dadurch erforderlich werdende Genitivbildung («berufenen» etc.) wurde im Mskr. nicht beachtet und in Tskr. I erst nachträglich eingetragen; Tskr. II bietet den korrekten Text.</note> Die Kirche Jesu <term type="sachen" key="Kirche, Jesu Christi">Christi</term> ist die <anchor type="note" xml:id="fn-at1"/>sichtbar und zeitlich<note n="at" target="fn-at" type="textcritical" xml:id="nat">Tskr. I und II jeweils: «sichtbar-zeitlich»; zum Mskr. s. <ref type="pub" target="#fn_nas">Anm. as</ref>.</note> gestaltete Wirklichkeit der durch den Dienst der <term type="sachen" key="Verkündigung">Verkündigung</term> vom Herrn selbst berufenen, versammelten und getragenen, getrösteten und regierten <hi rend="italic">Gemeinde</hi><note n="au" type="textcritical" xml:id="nau">Im Mskr, und in Tskr. I und II jeweils nicht hervorgehoben.</note> und die ebenso <anchor type="note" xml:id="fn-at2"/>sichtbar und zeitlich<anchor type="note" xml:id="fn-at"/> gestaltete Wirklichkeit der <hi rend="italic">Einheit</hi><anchor type="note" xml:id="fn-au1"/> solcher <hi rend="italic">Gemeinden</hi><anchor type="note" xml:id="fn-au"/>.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Als empfange die Kirche ihre <anchor type="note" xml:id="fn-av"/>zeitliche und sichtbare<note n="av" target="fn-av" type="textcritical" xml:id="nav">Mskr.: «zeitlich-sichtbare».</note> <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> kraft ihrer<note n="aw" type="textcritical" xml:id="naw">Mskr.: «der».</note> eigenen Willkür oder <anchor type="note" xml:id="fn-ax"/>äußerer Notwendigkeiten wie ein religiöser Verein, dessen Prinzip<note n="ax" target="fn-ax" type="textcritical" xml:id="nax">Mskr.: «durch Abhängigkeit eines religiösen Vereins, dessen Prinzip als rein geistiges Prinzip». In Tskr. I ist der obenstehende Text auf einem aufgeklebten Stück Papier geschrieben; vermutlich, weil die vom Mskr. übernommene, fehlerhafte Formulierung ersetzt werden sollte.</note> ebenso gut in dieser wie in jener Form verwirklicht werden könne.</p>
				
				<p> 2. Die Gestalt der Kirche ist dadurch bestimmt, dass ihre äußere <term type="sachen" key="Ordnung, kirchliche">Ordnung</term> ebenso wie ihr inneres Leben unter der Verheißung und unter dem Befehl Jesu <term type="sachen" key="Jesus Christus, Herr der Kirche">Christi</term> als des alleinigen Herrn der Kirche steht.<note n="ay" type="textcritical" xml:id="nay">Im Mskr. folgte an dieser Stelle ein Satz, den <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> wieder gestrichen und durch den im obigen Text folgenden Satz ersetzt hat: «Ihre <term type="sachen" key="Kirche, Leitung">Leitung</term> vollzieht sich darum sowohl in der einzelnen Gemeinde wie in der Einheit der verschiedenen Gemeinden durch Dienst und durch die berufenen Organe des Dienstes der Verkündigung.»</note> Die <term type="sachen" key="Gemeinde">Gemeinden</term> tragen einzeln und in ihrer Gesamtheit vor ihm die <pb xml:id="p080" ed="pga"/> Verantwortung dafür, dass der Dienst der <term type="sachen" key="Verkündigung">Verkündigung</term>, der Dienst der Aufsicht und die die Verkündigung <pb n="14" ed="A"/> begleitenden Dienste der <term type="sachen" key="Lehre / Lehramt, kirchlich">Lehre</term> und der Liebe<note xml:id="n28">In der Aufzählung spiegelt sich die von Barth auch schon in <bibl corresp="kbga-bibls-507"><hi rend="italic">Eine theologische Erklärung zur Gestalt der Kirche</hi> (V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p249#p249">S. 249–259</ref>, dort <ref type="pub" target="../volume/49/p256#p256">S. 256f.</ref>)</bibl> aufgenommene <term type="sachen" key="Amt, reformierte Ämterlehre">Ämterlehre</term> <term type="namen" key="Calvin, Johannes">Calvins</term> (vgl. Inst. IV,3).</note> in ihrer Mitte ihre berufenen Träger finde<note n="az" type="textcritical" xml:id="naz">Eine jeweils zur grammatikalisch korrekten Pluralform führende Ergänzung eines «n» nahm Barth an Tskr. II vor; Mskr., Tskr. I und alle Drucke – mit Ausnahme von <bibl corresp="kbga-bibls-74">Schmidt II, S. 25</bibl> – bieten die obenstehende Form.</note> und von diesen recht ausgeübt werde<anchor type="note" xml:id="fn-az"/>.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Als könne und dürfe den Gemeinden die Verantwortung für die Bestellung und Verwaltung des kirchlichen Dienstes von einem besonderen kirchlichen <term type="sachen" key="Führer / Führertum, in der Kirche">Führeramt</term> abgenommen werden.</p>

				<p> 3. Die Kirche Jesu <term type="sachen" key="Kirche, Jesu Christi">Christi</term> ist, was ihre <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und ihre <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> betrifft, eine und dieselbe in den verschiedenen <term type="sachen" key="Zeitalter">Zeiten</term>, <term type="sachen" key="Rasse">Rassen</term>, <term type="sachen" key="Völker">Völkern</term>, <term type="sachen" key="Staat">Staaten</term> und <term type="sachen" key="Kultur">Kulturen</term>. Das Recht kirchlicher Verschiedenheiten da und dort steht und fällt damit, dass sie mit der Einheit ihrer Botschaft und Gestalt vereinbar sind.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: </p>
				<p rend="smaller">a) Als sei das Recht zeitlicher, nationaler und lokaler Verschiedenheiten der kirchlichen Formen aus besonderen <term type="sachen" key="Offenbarung, geschichtliche">Offenbarungen</term> Gottes in der Geschichte abzuleiten. </p>
				<p rend="smaller">b) Als sei es mit der Einheit der <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> der Kirche vereinbar, die <anchor type="note" xml:id="fn-ba"/>Gliedschaft und die Befähigung zum Dienst in ihr<note n="ba" target="fn-ba" type="textcritical" xml:id="nba">Zunächst schrieb <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> im Mskr.: «Gliedschaft in ihr und die Pflichten und Rechte»; «Pflichten und Rechte» ersetzte er dann durch «Möglichkeit», strich aber auch dieses Wort wieder und fuhr fort mit «und die Befähigung zum Dienst in ihr». Aufgrund dieser mehrfachen Korrektur findet sich im Mskr. nun ein doppeltes «und die». </note> auf die Angehörigen einer bestimmten <term type="sachen" key="Rasse">Rasse</term> zu beschränken.</p>

				<p><pb xml:id="p081" ed="pga" rend="noPipe"/> 4. Die Kirche erkennt im <term type="sachen" key="Kirche, und Staat">Staate</term> auf Grund der Weisung des Wortes <term type="sachen" key="Wort Gottes">Gottes</term> die Anordnung <anchor type="note" xml:id="fn-bb"/>des göttlichen <term type="sachen" key="Gott, Befehl">Befehls</term> und<note n="bb" target="fn-bb" type="textcritical" xml:id="nbb">Fehlt im Mskr.; in Tskr. I nachträglich ergänzt.</note> der göttlichen <term type="sachen" key="Gott, Geduld">Geduld</term>, kraft welcher der Mensch es<note n="bc" type="textcritical" xml:id="nbc">Im Mskr. folgt: «auch abgesehen von dem Dienst der Verkündigung des Wortes Gottes selbst»; dieser Satzteil stand auch noch in Tskr. I, wurde dort aber durchgestrichen.</note> versuchen darf und soll, <anchor type="note" xml:id="fn-bd"/>im Rahmen seines Verständnisses von <term type="sachen" key="Vernunft">Vernunft</term> und <term type="sachen" key="Geschichte">Geschichte</term>, verantwortlich dem Herrn aller Herren<note n="bd" target="fn-bd" type="textcritical" xml:id="nbd">Fehlt im Mskr.; in Tskr. I und II fehlt nur: «verantwortlich dem Herrn aller Herren».</note> [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Tim.6.15">1.Tim. 6,15</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Apk.17.14">Apk. 17,14</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Apk.19.16">19,16</ref>], Recht<note n="be" type="textcritical" xml:id="nbe">Mskr.: «öffentliches Recht».</note> zu finden und <anchor type="note" xml:id="fn-bf"/>mit Gewalt<note n="bf" target="fn-bf" type="textcritical" xml:id="nbf">Fehlt im Mskr.</note> aufzurichten und aufrechtzuerhalten. <anchor type="note" xml:id="fn-bg"/>Die Kirche kann<note n="bg" target="fn-bg" type="textcritical" xml:id="nbg">Mskr.: «Sie kann darum».</note> dem Staat dieses<note n="bh" type="textcritical" xml:id="nbh">Fehlt im Mskr.</note> sein besonderes Amt nicht abnehmen. Sie kann sich aber auch ihr eigenes Amt nicht vom Staate<note n="bi" type="textcritical" xml:id="nbi">Mskr., Tskr. I und II, sowie JK und <bibl corresp="kbga-bibls-493">Schmidt II, S. 25</bibl>: «Staat».</note> abnehmen, sie kann ihre <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und ihre <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> nicht vom Staat her bestimmen lassen. Sie ist, gebunden an ihren <term type="sachen" key="Kirche, Auftrag">Auftrag</term>, grundsätzlich freie Kirche in dem in der Bindung an seinen Auftrag grundsätzlich<note n="bj" type="textcritical" xml:id="nbj">Fehlt im Mskr.</note> ebenso freien <term type="sachen" key="Kirche, und Staat">Staat</term>.</p>
				<p rend="margin-top smaller">Damit ist abgelehnt die Ansicht: Als sei der Staat die höchste oder gar einzige («totale»<note xml:id="n29">Zum – von den <term type="sachen" key="Nationalsozialisten / Nationalsozialismus">Nationalsozialisten</term> selbst nur zeitweise verwendeten – Begriff des «totalen Staates» vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-397">V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p362#fn_n215">S. 362, Anm. 215</ref>.</bibl> </note>)<note n="bk" type="textcritical" xml:id="nbk">In Tskr. I und II nicht eingeklammert.</note> <term type="sachen" key="Staat, totaler">Form</term> sichtbar-zeitlich gestalteter geschichtlicher<note n="bl" type="textcritical" xml:id="nbl">Fehlt im Mskr.; in Tskr. I korrigiert aus «gesellschaftlicher».</note> Wirklichkeit, der sich darum auch die Kirche mit ihrer <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Botschaft</term> und <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> «gleichzuschalten»<note xml:id="n30">Mit dem Begriff der <term type="sachen" key="Gleichschaltung, politisch-gesellschaftliche">«Gleichschaltung»</term> wurde <date when="1933">1933</date> die – teils unter Gewaltandrohung diktierte, teils freiwillig vollzogene – politische und gesellschaftliche Umformung <term type="sachen" key="Deutschlands">Deutschlands</term> im nationalsozialistischen Sinn bezeichnet; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-397">a.a.O., <ref type="pub" target="../volume/49/p296#fn_n73">S. 296, Anm. 73</ref>.</bibl></note><note n="bm" type="textcritical" xml:id="nbm">Fehlt im Mskr. </note>, unter- oder gar einzuordnen habe.</p>

				<p><pb n="15" ed="A" rend="noPipe"/> <pb xml:id="p082" ed="pga" rend="noPipe"/> Obige<note n="bn" type="textcritical" xml:id="nbn">Die nachfolgenden Beschlusstexte werden erst während der Verhandlungen der <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte"><orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName></term> und der nachfolgenden Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-8669">Reformierten <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bundes</term></orgName> entstanden sein. In welchem Umfang Barth an ihrer Formulierung mitgewirkt hat, ist unklar. Die vorliegende Textfassung aus ThExh 7 ist identisch mit dem Wuppertaler Separatdruck der Erklärung als Verteilblatt. Die übrigen Abdrucke bieten nur die Erklärung und zitieren den Beschluss der Synode in der Einleitung (so JK 2 [1934], S. 118 [S. 118f. auch auszugsweise die Entschließung der Hauptversammlung]; <bibl corresp="kbga-bibls-493">Schmidt II, S. 22</bibl>). </note> Erklärung nahm die <hi rend="italic"><orgName ref="kbga-actors-5873">freie reformierte Synode</orgName></hi> <hi rend="italic">in Barmen</hi> am
<date when="1934-01-04">4. Januar 1934</date> mit folgender Entschließung an:</p>

				<p> «Die zu einer freien reformierten Synode versammelten 320 reformierten Ältesten und Prediger aus 167 evangelischen Gemeinden <term type="sachen" key="Deutschland">Deutschlands</term> bekunden, dass die von ihnen gehörte, durch Herrn Professor D. Barth verfasste Erklärung über das rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Evangelischen <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche">Kirche</term> der Gegenwart die Wahrheit der Heiligen <term type="sachen" key="Bibel / Heilige Schrift, Wahrheit">Schrift</term> bezeugt und nehmen sie dankbar auf ihre Verantwortung.»<note xml:id="n31">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-5661"><hi rend="italic">Freie reformierte Synode zu Barmen-Gemarke am 3. und
4. Januar 1934. Vorträge, Verhandlungen, Entschließung</hi>, im Auftrag des Coetus reformierter Prediger Deutschlands hrsg. von K. Immer, Wuppertal-Barmen-Wichlinghausen 1934, S. 48</bibl> (dort im Fettdruck). Die Entschließung wird mit dem Hinweis eingeleitet, dass die «Erklärung von <hi rend="italic">Karl Barth</hi>» am Nachmittag des <date when="1934-01-04">4. Januar</date> «nach dem Vortrag von Pfr. <hi rend="italic">Niesel</hi>» (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-5702"><persName ref="kbga-actors-708">W. Niesel</persName>, <hi rend="italic">Der Weg der Kirche im Gehorsam des Glaubens</hi>, in: a.a.O., S. 34–48</bibl>) angenommen worden sei (a.a.O., S. 48). – Ein gesonderter Abdruck der «Erklärung» zusätzlich zu ihrer Aufnahme in Barths Einbringungsvortrag (vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p008#p008">S. 8-64</ref>) erfolgte im Dokumentationsband der <orgName ref="kbga-actors-5873">Synode</orgName> nicht. </note></p>

				<p>Die <hi rend="italic">Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-8669">Reformierten Bundes für Deutschland</orgName></hi><note xml:id="n32">Die außerordentliche Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-8669">Reformierten <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bundes</term></orgName> folgte unmittelbar auf die <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte"><orgName ref="kbga-actors-5393">Synode</orgName></term>. Sie diente der Kursbestimmung des Reformierten Bundes. U. a. wurde eine Erklärung über die Unvereinbarkeit der Bundeszugehörigkeit mit der Zugehörigkeit zu den <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen <term type="sachen" key="Deutsche Christen">Christen</term></orgName> erlassen und es erfolgte nach dem Rücktritt des bisherigen die Wahl eines neu zusammengesetzten <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamens</term>, dem nun auch Barth angehörte; vgl. ­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch</bibl>. </note> am
<date when="1934-01-05">5. Januar 1934</date> nahm folgende Entschließung an:</p>

				<p><pb xml:id="p083" ed="pga" rend="noPipe"/> «Der <orgName ref="kbga-actors-8669">Reformierte <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bund</term></orgName> hat mit Dank an der Versammlung der <orgName ref="kbga-actors-5873">freien reformierten <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Barmen, Freie reformierte">Synode</term></orgName> am 3. und
<date when="1934-01-04">4. Januar 1934</date> teilgenommen. Er weiß sich mit ihr im Kampf um die Kirche, ihren <term type="sachen" key="Kirche, Dienst">Dienst</term> und ihre <term type="sachen" key="Kirche, Gestalt">Gestalt</term> einig und wird gemäß der gestern angenommenen ‹Erklärung› allen Versuchen, die Botschaft der <term type="sachen" key="Kirche, Botschaft">Kirche</term> zu hindern, abzuschwächen oder zu verkehren, unbewegt widerstehen, mögen diese Versuche kommen, woher sie wollen.»<note xml:id="n33">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-5689"><persName ref="kbga-actors-1095">W. Kolfhaus</persName>, <hi rend="italic">Außerordentliche Hauptversammlung des Reformierten Bundes</hi>, in: RKZ 84 (1934), S. 14.</bibl> – Die Erklärung wurde auf der Hauptversammlung von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> noch einmal verlesen, danach wurde die am Vortag «sich anschließende Kundgebung der <orgName ref="kbga-actors-5873">freien reformierten Synode</orgName> mitgeteilt» und die von Wilhelm Kolfhaus eingebrachte Beschlussvorlage des <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamens</term>, gleichlautend mit dem von Barth zitierten Text, zur Abstimmung gestellt. Die «Entschließung» wurde «bei einer Stimmenthaltung einstimmig» von den 300 stimmberechtigten Mitgliedern angenommen (nach dem Protokoll «Geschäftliche Mitgliederversammlung am
	<date when="1934-01-05">5. Januar 1934</date>, vormittags 9 Uhr im Gemeindehause in <term type="sachen" key="Barmen (Wuppertal)">Wuppertal-Barmen» </term>, S. 1 [Kopie: <ref type="kba-objects-id" target="88089">KBA 16262</ref>]). </note></p>
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	</text>
</TEI>
