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        <title type="volume" n="vol-52">Vorträge und kleinere Arbeiten 1934–1935</title>
        <title type="content">Beschluss der Mitgliederversammlung des Reformierten Bundes in Detmold</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Beschluss der Mitgliederversammlung des Reformierten Bundes in Detmold, 1934</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/52026 (Stand: 2. Oktober 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1934–1935, hrsg. v. Beintker, Michael / Hüttenhoff, Michael / Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2017, S. 560–578.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1934–1935</title>
          <title type="text">Beschluss der Mitgliederversammlung des Reformierten Bundes in Detmold</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Beintker, Michael</editor>
          <editor>Hüttenhoff, Michael</editor>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2017</date>
          <biblScope unit="page">560-578</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Wilhelm Kolfhaus: Von der Mitgliederversammlung des Reformierten Bundes in Detmold am 29. und 30. November 1934, in: Reformierte Kirchenzeitung Jg. 84, Nr. 49 (09.12.1934), S. 414f. </bibl>
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			<head>Beschluss der Mitgliederversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> in <placeName ref="kbga-places-748">Detmold</placeName></head>
			<head type="sub">
				<date>1934</date>
			</head>
			<div type="abstract">
			<p rend="left">
				<hi rend="italic">Der innerhalb des <term type="sachen" key="Reformierte / Reformiertentum">reformierten</term> Protestantismus in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> seit dem 19. Jahrhundert und bis über die <orgName ref="kbga-actors-8747">Weimarer Republik</orgName> hinweg feststellbare große innere Zusammenhalt</hi><note xml:id="n01">Vgl. ­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch</bibl>: «Die Gruppenharmonie hielt trotz vorhandener interner theologischer Unterschiede allen kirchlichen und politischen Umwälzungen stand, denn hinsichtlich der Einschätzung des jeweils herrschenden politischen Systems […] bestand im Kreise der Reformierten kein Dissens.» </note>
				<hi rend="italic"> hatte sich noch im Frühjahr <date when="1933">1933</date> behaupten können, als es gelang, über alle <term type="sachen" key="Kirchenpolitik">kirchenpolitischen</term> Differenzen hinweg zu gemeinsamen Erklärungen zu kommen.</hi><note xml:id="n02">Zur Kundgebung der «Freunde des reformierten Bekenntnisses» waren «statt der erwarteten einigen Hundert mehr als 1200» Teilnehmer am
<date when="1933-04-17">17. April 1933</date> nach <placeName ref="kbga-places-1601">Rheydt</placeName> gekommen und hatten dort die «Rheydter Sätze» (<bibl corresp="kbga-bibls-74">Schmidt</bibl>) verabschiedet, in denen die besonderen reformierten Interessen bezüglich der zu bildenden Reichskirche formuliert wurden; vgl. ­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch, S. 27–31, Zitat dort S. 30</bibl>. Aber auch an den von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> wesentlich mitverfassten Erklärungen von <placeName ref="kbga-places-129">Düsseldorf</placeName> (<hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-507">Eine theologische Erklärung zur Gestalt der Kirche</bibl></hi>) und <placeName ref="kbga-places-197">Elberfeld</placeName> (<hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-5045">Forderungen zur Gestalt der Kirche</bibl></hi>), die sich mehr auf die theologischen Fragen und weniger auf die kirchenpolitische Durchsetzung konfessioneller <term type="sachen" key="Belange, konfessionelle">Belange</term> konzentrierten, waren im Frühjahr 1933 Reformierte aus den verschiedenen kirchenpolitischen Lagern beteiligt; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-507">V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p249#p249">S. 249–259</ref></bibl> und <bibl corresp="kbga-bibls-5045"><ref type="pub" target="../volume/49/p265#p265">S. 265–270</ref></bibl>. </note>
				<hi rend="italic"> Durch den dann einsetzenden <term type="sachen" key="Kirchenkampf">Kirchenkampf</term> wurde er schwersten Belastungen ausgesetzt. Verantwortlich dafür war einmal die überall zu beobachtende Aufsplitterung in die kirchenpolitischen Lager, aber auch die heterogene institutionelle Verankerung des Reformiertentums. Sie führte im Verlauf des Jahres <date when="1934">1934</date> zu grundlegend unterschiedlichen Interessenlagen: Neben den über das ganze Deutsche <term type="sachen" key="Deutschland / Deutsches Reich">Reich</term> verstreuten einzelnen reformierten Gemeinden, die organisatorisch überwiegend zu unierten Landes- oder Provinzialkirchen gehörten, gab es die beiden reformierten Landeskirchen von <placeName ref="kbga-places-1610">Lippe</placeName> und <placeName ref="kbga-places-30">Hannover</placeName>. Eine allen Reformierten gemeinsame Vertretung sollte der <date when="1884">1884</date> gegründete <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierte Bund</orgName> sein, dem sowohl Kirchen als auch Gemeinden und Einzelpersonen beitreten konnten.</hi>
			</p>
			<p><pb xml:id="p561" ed="pga" rend="noPipe"/> <hi rend="italic">Spätestens mit der im Frühjahr <date when="1934">1934</date> einsetzenden <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche, Eingliederungen">Eingliederungspolitik</term> des <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche, Kirchenregierung">Reichskirchenregiments</term> unter <persName ref="kbga-actors-289">Ludwig Müller</persName></hi><note xml:id="n03">Vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p335#fn_n40">S. 335, Anm. 40</ref>. </note><hi rend="italic"> traten die Differenzen deutlich zutage: Vor allem die Reformierten aus den preußischen unierten <term type="sachen" key="Preußen, unierte Kirchen">Kirchen</term> waren dem vollen Druck dieser Politik ausgesetzt. Dagegen versuchte etwa der Landeskirchenvorstand der reformierten Landeskirche <placeName ref="kbga-places-30">Hannovers</placeName> gegen den Widerstand vieler ihrer Pfarrer, in Verhandlungen ihre besondere Rolle als </hi>reformierte<hi rend="italic"> Landeskirche in die Waagschale zu werfen:</hi><note xml:id="n04">Zum Folgenden vgl. ­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch</bibl>; V. von Bülow<bibl corresp="kbga-bibls-4682"><persName ref="kbga-actors-7593">, <hi rend="italic">Otto Webe</hi></persName> (AKZG.B 34), Göttingen 1999, S. 157–160. </bibl> (AKZG.B 34), Göttingen 1999, S. 157–160. </note><hi rend="italic"> Ein lutherischer Reichsbischof als geistliches Oberhaupt, aber auch eine Oberhoheit der <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche">Reichskirche</term> nur in Verwaltungsangelegenheiten seien ihr deshalb nicht zumutbar. Diese Argumentation setzte freilich eine prinzipielle Anerkennung des Reichskirchenregiments und damit auch seiner Eingliederungspolitik voraus. Dem sich gegen dieses Regiment formierenden Widerstand gegenüber, an dem sich auch Vertreter des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> maßgeblich beteiligten, war die Haltung der reformierten Landeskirche zwangsläufig mit einem gewissen Lavieren verbunden. Niemand aus dem Landeskirchenvorstand nahm an der <orgName ref="kbga-actors-5393">Reichsbekenntnissynode</orgName> in <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> teil,</hi><note xml:id="n05">In <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> anwesend waren <persName ref="kbga-actors-8907">Heinrich Oltmann</persName> (1892–1937), seit 1921 Pfarrer in Loga, und Medizinalrat <persName ref="kbga-actors-10923">Otto Buurmann</persName> (1890–1967), Dr. med., Kirchmeister, ebenfalls aus Loga. </note><hi rend="italic"> in <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> fehlten Vertreter der reformierten Landeskirche <placeName ref="kbga-places-30">Hannover</placeName> gleich völlig. Auf der von der Reichskirchenregierung für den
<date when="1934-08-09">9. August 1934</date> einberufenen <term type="sachen" key="Synoden, Nationalsynode">Nationalsynode</term> hingegen waren sowohl Landessuperintendent <persName ref="kbga-actors-5282">Walter Hollweg</persName> als auch Landeskirchenratspräsident <persName ref="kbga-actors-7138">Otto Koopmann</persName> anwesend.</hi><note xml:id="n06">Dort äußerten sie allerdings Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Synode und der von ihr beschlossenen Gesetze und stimmten überwiegend gegen die Mehrheit der Synode – was sie jedoch nicht davon abhielt, dem «reformierten Sondergesetz» zuzustimmen (s. dazu unten); vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-244">­Lekebusch, S. 197–200</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-4682"><persName ref="kbga-actors-7593">von Bülow</persName> (<ref type="pub" target="#fn_n04">Anm. 4</ref>), S. 160f.</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-239">Meier I, S. 496</bibl>. </note></p>
			<p>
				<hi rend="italic">Die Situation spitzte sich zu, als diese <term type="namen" key="Synoden, Nationalsynode">Nationalsynode</term> das «Kirchengesetz zur Sicherung des reformierten Bekenntnisstandes» verabschiedete, in dem der reformierten Landeskirche <placeName ref="kbga-places-30">Hannover</placeName> ver<pb xml:id="p562" ed="pga" break="no"/>gleichsweise weitgehende Zugeständnisse gemacht wurden: Kirchengesetze für diese Kirche durften nach § 1, Abs. 1 «nur auf Antrag oder im sonstigen Einverständnis des Landeskirchentags dieser Landeskirche erlassen werden»,</hi><note xml:id="n07"><bibl corresp="kbga-bibls-120">GDEK 2 (1934), Nr. 44,
10.8.1934, S. 122.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> während es für alle anderen Landeskirchen im «Kirchengesetz über die Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche und der Landeskirchen» vom selben Tage in § 1, Abs. 1 hieß: «Die kirchliche Gesetzgebung wird von der Deutschen Evangelischen <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche">Kirche</term> allein ausgeübt.»</hi><note xml:id="n08"><bibl corresp="kbga-bibls-120">A.a.O., S. 121.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Die unter den <term type="sachen" key="Reformierte / Reformiertentum">Reformierten</term> geführte Diskussion um das Für und Wider dieses sogenannten «Reformierten Sondergesetzes» beherrschte die Monate August bis Oktober.</hi><note xml:id="n09">­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-4682"><persName ref="kbga-actors-7593">von Bülow</persName> (<ref type="pub" target="#fn_n04">Anm. 4</ref>), S. 161–163.</bibl></note>
				<hi rend="italic"> Sie wurde befeuert durch die am
<date when="1934-09-20">20. September 1934</date> veröffentlichten Ausführungsbestimmungen zum Gesetz, in denen die erreichte Sonderstellung nochmals bekräftigt wurde,</hi><note xml:id="n10">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-120">GDEK 2 (1934), Nr. 57,
20.9.1934, S. 173f., dort S. 173 (§§ 1 und 2).</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> und zuletzt durch die «Entschließung des Landeskirchentages der Evangel.-reformierten Landeskirche der Provinz <placeName ref="kbga-places-30">Hannover</placeName>» vom
<date when="1934-10-17">17. Oktober 1934</date>, in der namentlich <persName ref="kbga-actors-7138">Koopmann</persName> und <persName ref="kbga-actors-5282">Hollweg</persName> für ihre Bemühungen um die Wahrung der Rechte der Landeskirche gedankt und anschließend festgestellt wurde, «daß das Verhältnis unserer Landeskirche und ihrer Aufsichtsorgane zu der <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche, Kirchenregierung">Reichskirchenregierung</term> bis heute vor ernsten Störungen bewahrt geblieben ist».</hi><note xml:id="n11"><bibl corresp="kbga-bibls-5116">RKZ 84 (1934), Nr. 44,
<date when="1934-11-04">4.11.1934</date>, S. 368.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Die ganze Zwiespältigkeit des eingeschlagenen Weges spricht aus der Art und Weise, wie man in derselben Erklärung auf die sich anderswo in der Deutschen Evangelischen Kirche gerade abspielenden dramatischen Auseinandersetzungen – die Landesbischöfe <persName ref="kbga-actors-271">Meiser</persName> und <persName ref="kbga-actors-434">Wurm</persName> standen unter Hausarrest!</hi><note xml:id="n12">Vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p529#p529">S. 529.</ref> </note>
				<hi rend="italic"> – einging: Man gehe «nicht achtlos» an den «Vorgängen» vorüber, zumal eine «Klärung der Lage» nicht abzusehen sei, und: «Indem wir diese tiefbetrübende Tatsache feststellen, machen wir uns nicht zum Richter über das, was geschehen ist, sondern es liegt uns aufrichtig am Herzen, an der Heilung des entstandenen, überaus ernsten Schadens mit zu helfen.»</hi><note xml:id="n13"><bibl corresp="kbga-bibls-5116">RKZ 84 (1934), Nr. 44,
<date when="1934-11-04">4.11.1934</date>, S. 368.</bibl> </note>
			</p>
			<p><pb xml:id="p563" ed="pga" rend="noPipe"/> 
				<hi rend="italic">Die Auseinandersetzungen wirkten sich unmittelbar auch auf die Arbeit des Anfang Januar 1934 neugewählten <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamens</term> aus, dem seitdem auch <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> angehörte und in das neben <persName ref="kbga-actors-5282">Hollweg</persName> mit <persName ref="kbga-actors-927">Johannes Viktor Bredt</persName> und <persName ref="kbga-actors-6658">Wilhelm August Langenohl</persName> zwei Theologen wiedergewählt worden waren, deren Verbleib der neue Moderator <persName ref="kbga-actors-1044">Hermann A. Hesse</persName> ursprünglich nicht gewünscht hatte.</hi><note xml:id="n14">Dem am
<date when="1934-01-05">5. Januar 1934</date> im Anschluss an die reformierte <orgName ref="kbga-actors-5393">Synode von Barmen</orgName> gewählten neuen Moderamen gehörten <persName ref="kbga-actors-1044">H. A. Hesse</persName> als Moderator, <persName ref="kbga-actors-1095">Wilhelm Kolfhaus</persName> als sein Stellvertreter, <persName ref="kbga-actors-7423">Remko Walter Siebel</persName> (1894–1976; Fabrikant in Freudenberg) und neben <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> als weitere Mitglieder <persName ref="kbga-actors-6396">Eberhard Baumann</persName> (1871–1956; seit 1923 Pfarrer, Konsistorialrat und Superintendent in Stettin), Wilhelm <term type="namen" key="Böke, Wilhelm">Böke</term> (1885–1958; seit 1919 Pfarrer in Wüsten/Lippe), <persName ref="kbga-actors-927">Bredt</persName> (1879–1941; seit 1908 Prof. für Kirchenrecht in Marburg; 1930/31 Reichsminister für Justiz), <persName ref="kbga-actors-5282">Hollweg</persName>, <persName ref="kbga-actors-6658">Langenohl</persName> (1895–1969; seit 1932 Pfarrer in <placeName ref="kbga-places-1601">Rheydt</placeName>) und <persName ref="kbga-actors-3422">Harmannus Obendiek</persName> an (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-5116">RKZ 84 [1934], Nr. 2,
14.1.1934, S. 14</bibl>). Zu den Umständen der Wahl vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch, S. 90f.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Zu einer klaren kirchenpolitischen Linie und Entscheidung zu kommen, gestaltete sich in den Augen vieler schon insofern schwierig, als der <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierte Bund</orgName> sich laut § 2 seiner Satzung «jeder Einmischung in die besonderen Angelegenheiten der einzelnen Kirchenkörper» zu enthalten hatte.</hi><note xml:id="n15"><bibl corresp="kbga-bibls-7058"><hi rend="italic">Satzungen des Reformierten Bundes für Deutschland</hi> (Sonderdruck von W. R. Siebel, Freudenberg [1925]), S. 3.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Nun aber war in dem in <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> etablierten «Kompromissmoderamen»</hi><note xml:id="n16">­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch, S. 91.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> nicht nur für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> die Situation so schwierig geworden, dass er – wie er in den untenstehenden Erläuterungen zum Detmolder Beschluss feststellte – das Moderamen nicht mehr für «arbeitsfähig» hielt.</hi><note xml:id="n17">Siehe unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p577#p577">S. 577</ref>. </note>
				<hi rend="italic"> Noch vor dem Bekanntwerden der «Entschließung des Landeskirchentages» konstatierte auch <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> schon einen «Riß, der durch unser <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamen</term> geht», und beschrieb dessen Ursache so: «Praktisch sind aber unsere Wege so verschiedene geworden, daß der eine Teil dem anderen vorwirft, er vergesse über dem Bekennen den Bekenntnisstand, und daß der andere Teil wieder dem ersten umgekehrt sagt, er vergesse über dem Bekenntnisstand das Bekennen.»</hi><note xml:id="n18">Brief <persName ref="kbga-actors-1044">H. A. Hesses</persName> an die Mitglieder des Moderamens vom
					<date when="1934-10-08">8.10.1934</date> (<ref type="kba-objects-id" target="24652">KBA 16593</ref>). Aktueller Hintergrund dieser Aussage waren Einwendungen der Moderamensmitglieder <persName ref="kbga-actors-927">Bredt</persName>, <persName ref="kbga-actors-5282">Hollweg</persName>, <persName ref="kbga-actors-6658">Langenohl</persName> und <persName ref="kbga-actors-1095">Kolfhaus</persName> gegen einen zum Abdruck in der RKZ vorgesehenen Artikel, in dem sich <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> kritisch zu den Ausführungsbestimmungen zum «Reformierten Sondergesetz» äußern wollte (vgl. ebd.). </note>
			</p>
			<p><pb xml:id="p564" ed="pga" rend="noPipe"/> <hi rend="italic">Daher sollte eine weitere Mitgliederversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> zur grundsätzlichen Klärung der Situation zunächst für den
<date when="1934-10-16">16. Oktober 1934</date> nach <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> einberufen werden.</hi><note xml:id="n19">Vgl. ebd. </note><hi rend="italic"> Aufgrund der sich überstürzenden Ereignisse im Vorfeld der <orgName ref="kbga-actors-8260">Synode von Dahlem</orgName> wurde sie auf den <date when="1934-11-08">8. November</date> und schließlich auf den
<date when="1934-11-29">29. November 1934</date> verschoben und sollte nun in <placeName ref="kbga-places-748">Detmold</placeName> stattfinden.</hi><note xml:id="n20">Vgl. die Ankündigungen in <bibl corresp="kbga-bibls-5116">RKZ 84 (1934), Nr. 43,
28.10.1934, S. 60</bibl>, und <bibl corresp="kbga-bibls-5116">Nr. 46,
18.11.1934, S. 389</bibl>. </note><hi rend="italic"> Auf der Tagesordnung standen nur zwei Punkte: «Die praktische Stellungnahme der Reformierten zur deutsch-christlichen <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche, Kirchenregierung">Reichskirchenregierung»</term> und die sich aus der zu fällenden «grundsätzlichen Entscheidung» ergebenden «Einzelfragen».</hi><note xml:id="n21"><bibl corresp="kbga-bibls-5116">RKZ 84 (1934), Nr. 46,
18.11.1934, S. 389</bibl>. </note><hi rend="italic"> Für die Tage vor der Hauptversammlung, deren wahrscheinliche Verlängerung um einen Tag frühzeitig angekündigt wurde, organisierte man zudem eine dreitägige «Rüstzeit für reformierte Prediger und Älteste»; als deren Abschluss und somit auch als Überleitung zur Hauptversammlung wurde für den <date when="1934-11-28">28. November</date>, 20 Uhr, eine Predigt <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> angekündigt.</hi><note xml:id="n22">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7059"><persName ref="kbga-actors-1044">H. A. Hesse</persName>, <hi rend="italic">Mitgliederversammlung (Hauptversammlung) des Reformierten Bundes für Deutschland</hi>, in: RKZ 84 (1934), Nr. 47,
25.11.1934, S. 397f., dort S. 397</bibl>. – Die an der Rüstzeit gehaltenen Vorträge und auch <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Predigt wurden veröffentlicht in: <bibl corresp="kbga-bibls-7060"><hi rend="italic">Die Lebensordnungen einer nach Gottes Wort erneuerten Kirche. Vorträge auf einer Rüstzeit von Predigern und Ältesten</hi>, hrsg. von K. Immer, Wuppertal-Barmen [1935]</bibl>. </note><hi rend="italic"> In seiner ausführlichen Vorankündigung der Hauptversammlung vom <date when="1934-11-22">22. November</date> verhehlte <persName ref="kbga-actors-1044">H. A. Hesse</persName> seine Meinung über die einzuschlagende Richtung kaum: «Für alle Verhandlungen der Detmolder Tage haben wir den </hi>Geist der Liebe<hi rend="italic"> nötig, </hi>die sich der Wahrheit freut<hi rend="italic">. Der Herr wollte selber unter uns gegenwärtig sein mit der Liebe, die Sünder unter dem Kreuze von Golgatha eint. Er wolle uns helfen, Mißverständnisse aus dem Wege zu räumen und alle Vernebelungen zu zerstreuen, die Brüder in Christo voneinander trennen. […] Möchten wir einmal mit rechtem Dank auf eine gesegnete Geschichte unseres <term type="sachen" key="Reformierter Bund">Bundes</term> von 50 Jahren zurückblicken, so sind wir angewiesen auf die Gnade Gottes, die uns zu </hi>glaubendem Bekennen<hi rend="italic"> eint, das sich mit dem unerbittlichen <pb xml:id="p565" ed="pga"/> ‹Resistez› der <term type="sachen" key="Hugenotten">Hugenotten</term> gerade heute allem und jedem Eindringen christuswidriger Gewalten in die Kirche widersetzt, mag es auch noch so verlockend sich in die Gestalt des Rechtes kleiden.»</hi><note xml:id="n23"><bibl corresp="kbga-bibls-7059"><persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName>, <hi rend="italic">Mitgliederversammlung</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n22">Anm. 22</ref>), ebd.</bibl> </note></p>
			<p>
				<hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> sagte seine Teilnahme auch nach dem Bekanntwerden seiner Suspendierung</hi><note xml:id="n24">Vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p550#p550">S. 550-559</ref>. </note>
				<hi rend="italic"> nicht ab. Er predigte am <date when="1934-11-28">28. November</date> in der <term type="sachen" key="Detmold, Marktkirche">Detmolder</term> Marktkirche über <ref type="can" subtype="bible" target="Jer.17.5 Jer.17.10">Jer. 17,5–10</ref></hi><note xml:id="n25">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-245">Predigten 1921–1935, <ref type="pub-" target="../volume/31/p357#p357">S. 357–367</ref></bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-7060"><hi rend="italic">Lebensordnungen</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n22">Anm. 22</ref>), S. 49–54.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> und nahm anschließend noch an der die Tagung vorbereitenden <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamenssitzung</term> teil.</hi><note xml:id="n26">Die Sitzung hatte bereits um 17 Uhr – noch ohne <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> – begonnen und war von 19 bis 21 Uhr unterbrochen worden, damit die Moderamensmitglieder am Gottesdienst teilnehmen konnten (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch des Moderamens des Reformierten Bundes für Deutschland 1933–1938</hi> [LKA Detmold, Dep. Reformierter Bund, Nr. 377], S. 29</bibl>; vgl. auch <bibl corresp="kbga-bibls-1">Bw.Kirschbaum I, <ref type="pub" target="../volume/45/p406#p406">S. 406f.</ref></bibl>). </note>
				<hi rend="italic"> Am <date when="1934-11-29">29. November</date>, morgens um 9 Uhr, begann die <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Hauptversammlung Detmold 1934">Hauptversammlung</term>. Nach dem Bericht von <persName ref="kbga-actors-1095">W. Kolfhaus</persName> war die «Spannung, die die Erschienenen beseelte», für jeden zu spüren, der an diesem Morgen das Detmolder Diakonissenhaus betrat, in dessen Räumen man tagte.</hi><note xml:id="n27"><bibl corresp="kbga-bibls-5588"><persName ref="kbga-actors-1095">W. Kolfhaus</persName>, <hi rend="italic">Von der Mitgliederversammlung des Reformierten Bundes in Detmold am 29. und
30. November 1934</hi>, in: RKZ 84 (1934), Nr. 49 vom
9.12.1934, S. 414f., dort S. 414.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Die Versammlung begann mit einem Gedenken des Moderators <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> an das 50jährige Jubiläum des Bundes.</hi><note xml:id="n28">Von der Hauptversammlung liegt ein recht ausführliches Protokoll vor: <bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>), S. 30–45</bibl>; vgl. dort S. 30. </note>
				<hi rend="italic"> Im Anschluss an ein fast zweistündiges einführendes Referat von <persName ref="kbga-actors-3422">Harmannus Obendiek</persName> zum ersten Tagesordnungspunkt gab es bis spät in den Abend hinein «reiche Gelegenheit zur Aussprache» über dieses Thema.</hi><note xml:id="n29">Erst abends um 23 Uhr ging die Versammlung zum zweiten Tagesordnungspunkt über (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061">a.a.O., S. 40</bibl>). </note>
				<hi rend="italic"> Am Nachmittag ergriff auch <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> das Wort zu einer längeren, von <persName ref="kbga-actors-10709">Theodor Hesse</persName></hi><note xml:id="n30"><persName ref="kbga-actors-10709">Theodor Hesse</persName> (1909–1942). Sohn von <persName ref="kbga-actors-1044">H. A. Hesse</persName>, seit 1933 Vikar, später ab 1936 (illegaler) Hilfsprediger in Wuppertal. </note>
				<hi rend="italic"> mitgeschriebenen Stellungnahme, mit der er helfen wollte, die weitere «Debatte» zu strukturieren. Er führte aus:</hi></p>
			<p><pb xml:id="p566" ed="pga" rend="noPipe"/> Ich will hier nicht meine Ansicht vorführen, sondern Übersicht schaffen über die Lage der Debatte. Ist wirklich alles, was uns hier bewegt, nur eine Meinungsverschiedenheit über den praktischen Weg, oder stehen wir vor einer letzten, einer Glaubensfrage? Sind wir alle in einem <term type="sachen" key="Glaube / Glauben">Glauben</term> einig? Immer, wenn in der Kirche Verschiedenheiten da waren, hieß es: wir meinen dasselbe, und nie durfte man sich bei dem Pathos dieser Versicherung bescheiden. Da gab und gibt es doch Kriterien! Drei Fragen ergeben sich aus der letzten Kundgebung des Landeskirchenvorstands.<note xml:id="n31"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zitiert im Folgenden aus dem von <persName ref="kbga-actors-8508">Johannes Theodor Horn</persName> (1882–1967; seit 1933 Kirchenpräsident der reformierten Landeskirche der Provinz <placeName ref="kbga-places-30">Hannover</placeName>) und <persName ref="kbga-actors-7138">O. Koopmann</persName> gezeichneten Schreiben <bibl corresp="kbga-bibls-7062"><hi rend="italic">Zur ­Klarstellung</hi> vom
15.11.1934 (<hi rend="italic">Kirchliches Gesetz- und Verordnungsblatt für die ­Evangelisch-reformierte Landeskirche der Provinz Hannover</hi>, Bd. 7, Nr. 69,
20.11.1934, S. 437–442</bibl>; hier angeführt nach: <bibl corresp="kbga-bibls-183"><persName ref="kbga-actors-1777">Fr. Middendorff</persName>, <hi rend="italic">Der Kirchenkampf in einer reformierten Kirche</hi> [AGK 8], Göttingen 1961, S. 55–62</bibl>), das als Antwort auf einen Protest von zahlreichen Pastoren, Hilfspredigern und Kandidaten gegen die Entschließung des Landeskirchentages vom
<date when="1934-10-17">17. Oktober 1934</date> (Abdruck der Protest-Erklärung: a.a.O., S. 53–55) formuliert worden war; vgl. ­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch, S. 213f.</bibl> </note> 1.) «Unsere <term type="sachen" key="Erkenntnis, des Wortes Gottes">Erkenntnis</term> vom Wort Gottes <hi rend="italic">und</hi> die Führung unserer Kirche verbieten uns, bei der <term type="sachen" key="Bekennende Kirche, Bekenntnisfront">Bekenntnisfront</term> mitzumachen.»<note xml:id="n32">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-183"><persName ref="kbga-actors-1777">Middendorff</persName>, a.a.O., S. 61f.</bibl>: «Es ist uns unmöglich, der <hi rend="italic">Bekenntnisfront</hi> uns einfach einzugliedern. […] Wir achten die Männer hoch, welche um ihrer Überzeugung und um der Sache Christi willen alles aufs Spiel setzen, […]. Wir sind bereit, wenn es sein muß, mit ihnen um der Wahrheit des Evangeliums willen und zur Erhaltung der Freiheit und Selbständigkeit der Kirche zu leiden. Aber unsere Erkenntnis des göttliches Wortes ebenso wie die Führung Gottes mit unserer Kirche erlauben es uns nicht, denselben <hi rend="italic">Weg</hi> zu gehen, welchen diese Männer für richtig halten, obwohl unsere <hi rend="italic">Ziele</hi> weithin dieselben sind.» </note> «Wir sind durch die Hand Gottes einen besonderen Weg geführt worden.»<note xml:id="n33">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-183">a.a.O., S. 61</bibl>: «Wir sind also in unserer Landeskirche durch die Hand Gottes einen besonderen Weg geführt worden.» </note> Ist zwischen denen, die so reden, und uns, die auf dem Barmer Boden stehen, nur ein taktischer oder doch ein Glaubensunterschied? 2.) «Kein kirchliches Regiment darf sich einer Partei oder Gruppe verschreiben.»<note xml:id="n34">Vgl. ebd.: «Kein kirchliches Regiment darf sich einer bestimmten Partei oder Gruppe innerhalb der Kirche verschreiben, […].» </note> Wenn <term type="sachen" key="Hannover, Evangelisch-reformierte Landeskirche">Aurich</term> das, was wir in <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> als Kirche bekannt haben, als Gruppenansicht auffasst, ergibt sich dann nicht ein ernster Gegensatz zwischen uns und ihnen? <pb xml:id="p567" ed="pga"/> 3.) «Das Band des Lebens hält alle Gegensätze in einem Organismus zusammen.»<note xml:id="n35">Vgl. ebd.: «Das Band des Lebens hält alle Gegensätze in einem Organismus in harmonischer Einheit zusammen.» </note> Das ist <persName ref="kbga-actors-360">Schleiermacher</persName>, das ist <term type="sachen" key="Deutsche Christen, Theologie">DC-Theologie</term>! Wer das in ernster Stunde sagen kann, steht der nicht zu uns in einem ernsten Gegensatz? |</p>
			<p> Angenommen, es ginge hier wirklich um eine Glaubensfrage: wie haben wir dann hier in <placeName ref="kbga-places-748">Detmold</placeName> zu entscheiden? Wer sind wir im <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bund</orgName>? Ist dieser ein Verein zur Pflege reformierter <term type="sachen" key="Tradition, reformierte">Tradition</term> und Interessen, oder ist der Bund zwar ein Bund und nicht eine Kirche, aber sind wir doch hier als reformierte Glieder der Kirche <term type="sachen" key="Kirche, Jesu Christi">Christi</term>? Ich will von dem zweiten Fall ausgehen. Dann werden wir gewiss nicht ein Scherbengericht halten über die Brüder, von denen wir in letzten Fragen geschieden sind. Aber der <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierte Bund</orgName> muss sagen, auf welche Seite der <term type="sachen" key="Entscheidung">Glaubensentscheidung</term> er sich stellt. Wenn er der Entscheidung ausweicht, ist er nur Verein. Nimmt er Stellung, so ist aufgrund von <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> zu der Theologie des Auricher <term type="sachen" key="Hannover, Evangelisch-reformierte Landeskirche">Landeskirchenvorstands</term> explizit oder implizit Nein zu sagen, vielmehr unser Nein zu bestätigen. Dann müssen wir sagen: unsere Erkenntnis des Wortes Gottes gebietet uns, den Weg der <term type="sachen" key="Kirche, Bekenntniskirche">Bekenntniskirche</term> zu gehen! – |</p>
				<p>Man kann aber in guten Treuen<note xml:id="n36">Vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p482#fn_n144">S. 482, Anm. 144</ref>. </note> auch den <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bund</orgName> als Interessenverband, der freilich handelt im Blick auf die Kirche Jesu <term type="sachen" key="Kirche, Jesu Christi">Christi</term>, auffassen. Dann ist es nicht nötig, hier eine <term type="sachen" key="Entscheidung">Entscheidung</term> zu treffen, dann brauchen wir die schöne Einheit unseres Vereins nicht zu stören. Dann müssen aber auch die, die den Verein wollen, die Verantwortung der Leitung übernehmen. Ich aber bin schon bei der <term type="sachen" key="Bekennende Kirche, Bekenntnisfront">Bekenntnisfront</term>, wenn ich zu <term type="sachen" key="Hannover, Evangelisch-reformierte Landeskirche">Aurich</term> Nein sage!<note xml:id="n37"><hi rend="italic">Erklärungen von Prof. Karl Barth in Detmold zur Frage der Bekenntnishaltung</hi>, zweiseitiger Tskr.-Durchschlag (<ref type="kba-objects-id" target="88364">KBA 16695</ref>). Bei diesem Typoskript handelt es sich um die Mitschrift, die <persName ref="kbga-actors-10709">Theodor Hesse</persName> einem Brief an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom
					<date when="1934-12-02">2.12.1934</date> (<ref type="kba-objects-id" target="25105">KBA 9334.1221</ref>) beigelegt hatte. Im Protokoll der Versammlung findet sich die Stellungnahme <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> in kürzerer Form; vgl. <hi rend="italic">Protokollbuch</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>), S. 32f. </note></p>

			<p><pb xml:id="p568" ed="pga" rend="noPipe"/> <hi rend="italic">Vor und nach dieser Stellungnahme <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> wurden aus der Versammlung zwei Anträge zur Beschlussfassung formuliert.</hi><note xml:id="n38">Siehe unten, <ref type="pub" target="#fn_n60">Anm. 60</ref>. </note><hi rend="italic"> Um 18.45 Uhr, vor einer 90minütigen Verhandlungspause, wurde eine «</hi>Kommission zur Prüfung der Anträge<hi rend="italic"> eingesetzt», die neben <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> aus <persName ref="kbga-actors-6747">Hans Alvermann</persName></hi><note xml:id="n39"><persName ref="kbga-actors-6747">Hans Alvermann</persName> (1898–1974), Dr. med., praktizierte als Allgemeinmediziner in <placeName ref="kbga-places-129">Düsseldorf</placeName>, Mitverfasser der «Düsseldorfer Thesen». </note><hi rend="italic">, <persName ref="kbga-actors-5488">Paul Humburg</persName>, <persName ref="kbga-actors-1674">Paul Jacobs</persName></hi><note xml:id="n40"><persName ref="kbga-actors-1674">Paul Jacobs</persName> (1908–1968), seit 1933 Dozent an der Theologischen Schule <placeName ref="kbga-places-197">Elberfeld</placeName>, später ab 1948 Prof. für Reformierte Theologie in Münster/Westf. </note><hi rend="italic">, <persName ref="kbga-actors-708">Wilhelm Niesel</persName>, <persName ref="kbga-actors-8907">Heinrich Oltmann</persName> und <persName ref="kbga-actors-10922">Wilhelm Lueken</persName></hi><note xml:id="n41"><persName ref="kbga-actors-10922">Wilhelm Lueken</persName> (1875–1961), seit 1907 Pfarrer der Deutsch-reformierten Gemeinde in Frankfurt/Main. </note><hi rend="italic"> bestand.</hi><note xml:id="n42"><bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>), S. 35.</bibl> </note><hi rend="italic"> Die Aussprache der Versammlung wurde um 20.15 Uhr wieder aufgenommen. Nach einiger Zeit kehrte die Kommission mit dem Ergebnis ihrer «stundenlangen Beratungen über die schwersten der uns bewegenden Fragen», wie <persName ref="kbga-actors-1095">Kolfhaus</persName> in seinem Bericht schrieb, auf die Versammlung zurück. Anschließend trug <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> den «Ertrag der Kommissionsbehandlung […] mit Begründung» vor.</hi><note xml:id="n43"><bibl corresp="kbga-bibls-5588"><persName ref="kbga-actors-1095">Kolfhaus</persName> (<ref type="pub" target="#fn_n27">Anm. 27</ref>), S. 414.</bibl> – Die bei <persName ref="kbga-actors-1095">Kolfhaus</persName> und auch unten im Editionstext mitabgedruckten Erläuterungen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> entstammen ebenfalls der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Theodor Hesses</persName> (s. oben, <ref type="pub" target="#fn_n37">Anm. 37</ref>). Auch im Protokoll der Versammlung sind <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Ausführungen wiedergegeben (<bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 37–39</bibl>). </note><hi rend="italic"> Die Versammlung stimmte nach einer kurzen Aussprache über die einzelnen Teile und den ganzen Beschluss mit folgenden Ergebnissen ab: «Einleitungsabsatz: gegen 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen; Punkt 1: bei 4 Enthaltungen einstimmig angenommen. Punkt 2: bei 2 Enthaltungen einstimmig angenommen. Punkt 3: gegen 3 Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen. Punkt 4: gegen 2 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Der ganze Antrag bei 4 Enthaltungen einstimmig angenommen.»</hi><note xml:id="n44"><bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>), S. 39f.</bibl> </note></p>
			<p>
				<hi rend="italic">Um 23 Uhr waren damit die Beratungen zum ersten Tagesordnungspunkt abgeschlossen.</hi><note xml:id="n45">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061">a.a.O., S. 40</bibl>. </note>
				<hi rend="italic"> Die Versammlung begann anschließend noch mit der Aussprache zum zweiten Punkt der Tagesordnung, vertagte sich aber gegen 0.45 Uhr auf den folgenden Vormittag,</hi><note xml:id="n46">Vgl. ebd. </note>
				<hi rend="italic"> an dem <pb xml:id="p569" ed="pga"/> die Verhandlungen nach einer kurzen <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamenssitzung</term> gegen 9.45 Uhr wieder aufgenommen wurden.</hi><note xml:id="n47">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061">a.a.O., S. 41.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> Zum Beschluss vom Vortag wurde ergänzend mitgeteilt, dass Punkt 4 «von den anwesenden Moderamensmitgliedern angenommen» worden sei, «die übrigen», so hieß es «werden noch gefragt».</hi><note xml:id="n48"><bibl corresp="kbga-bibls-7061">A.a.O., S. 42.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> <persName ref="kbga-actors-927">Bredt</persName> und <persName ref="kbga-actors-5282">Hollweg</persName> traten wenige Tage darauf aus dem Moderamen des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> aus,</hi><note xml:id="n49">Zum Austritt <persName ref="kbga-actors-927">Bredts</persName> hielt das Protokoll der Moderamenssitzung vom
<date when="1934-12-17">17.12.1934</date> lediglich fest, ihm solle in einem an ihn zu richtenden Brief für seine Arbeit gedankt und sein Ausscheiden bedauert werden; im Blick auf <persName ref="kbga-actors-5282">Hollweg</persName> solle eine Aussprache zwischen ihm und <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> abgewartet werden (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 46</bibl>), die wenige Tage später in <placeName ref="kbga-places-688">Uelsen</placeName> stattfand (dazu s. unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p626#p626">S. 626-637</ref>). </note>
				<hi rend="italic"> und <persName ref="kbga-actors-6658">Langenohl</persName> erschien, ohne förmlich seinen Austritt zu erklären, nicht mehr zu den Sitzungen.</hi><note xml:id="n50">Vgl. ­<bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch</bibl>; s. auch unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p701#p701">S. 701</ref>. </note>
				<hi rend="italic"> Weiter wurde bereits in <placeName ref="kbga-places-748">Detmold</placeName> beschlossen, ein den Beschluss näher erläuterndes «Schreiben an die Gemeinden» zu richten, das auf der nächsten <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamenssitzung</term> am 17. Dezember 1934 beraten und verabschiedet werden sollte.</hi><note xml:id="n51">Die bei <bibl corresp="kbga-bibls-244">Lekebusch</bibl>, gebotene Darstellung, dieses Schreiben <hi rend="italic">An die Reformierten in Deutschland!</hi>den, weil <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> von <persName ref="kbga-actors-1095">Kolfhaus</persName> mitabgedruckte Ausführungen zum Detmolder Beschluss (s. unten, Editionstext) zu unverständlich gewesen seien, muss also bereits vom Detmolder Protokoll her, das <bibl corresp="kbga-bibls-244">­Lekebusch</bibl> nicht zu Rate zog, korrigiert werden. Die handschriftlich von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an seinem Exemplar des von <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> am <date when="1934-12-17">17. Dezember 1934</date> vorgelegten Entwurfs (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 46</bibl>) angebrachten Korrekturen (vgl. <ref type="kba-objects-id" target="88379">KBA 16724</ref>) belegen zudem nicht zwingend, dass diese Korrekturen alle oder auch nur zum größten Teil auf <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zurückgehen (so aber <bibl corresp="kbga-bibls-244">­Lekebusch</bibl>, ebd.: «Seiner Streichung sind vor allem Passagen, die von ‹bußfertiger Beugung›, Reue über ‹Richtgeist› und ‹Lieblosigkeit› sprechen, zum Opfer gefallen»); es ist ebenso gut möglich, dass <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hier bloß das Ergebnis der <hi rend="italic">gemeinsamen</hi> Beratungen in seinem Exemplar – und dann natürlich in seiner Handschrift – vermerkte. Aus diesem Grund und weil der zum weit überwiegenden Teil unverändert gebliebene Entwurf von <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-7063">An die Reformierten in Deutschland</bibl></hi> eindeutig auf <persName ref="kbga-actors-1044">Hesse</persName> zurückgeht, wird in dieser Ausgabe auf einen Abdruck dieses Textes verzichtet. </note>
			</p>
			<p>
				<hi rend="italic">Nach weiteren drei Stunden, in denen man unter anderem einen Antrag annahm, der sich in der <term type="sachen" key="Eidesfrage">Eidesfrage</term> hinter die von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> ver<pb xml:id="p570" ed="pga" break="no"/>tretene Position stellte,</hi><note xml:id="n52">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>), S. 42f.</bibl> </note>
				<hi rend="italic"> schloss die Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> um 1 Uhr mit dem Gesang eines Psalms und einem vom <term type="namen" key="Hesse, Hermann Albert">Moderator</term> gesprochenen Gebet.</hi><note xml:id="n53">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061">a.a.O., S. 45.</bibl> </note>
			</p>

			<p><hi rend="italic">Der folgende Editionstext basiert auf dem Abdruck des Beschlusses und der Erläuterung <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> im Artikel von </hi><bibl corresp="kbga-bibls-5588"><hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-1095">W. Kolfhaus</persName>, </hi>Von der Mitgliederversammlung des Reformierten Bundes in Detmold am 29. und
30. November 1934<hi rend="italic">, in: RKZ 84 (1934), Nr. 49 vom
	9.12.1934, S. 414f.</hi></bibl><note xml:id="n54">Im Exemplar der Universitätsbibliothek Basel findet sich – mit eingebunden – ein ausgefüllter Briefvordruck des Verlags der Reformierten Kirchenzeitung: «Zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Nummer 49 unserer Reformierten Kirchenzeitung Jahrg. 1934 beschlagnahmt ist. Der Verlag.» – Im Exemplar des Seminars für Reformierte Theologie in Münster ist die Nr. 49 enthalten. </note><hi rend="italic"> Die dortige Präsentation aufgreifend, sind der einleitende Absatz und die einzelnen Punkte des Beschlusses hervorgehoben, während <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> erläuternde Stellungnahme dazu eingerückt und in Klammern gesetzt ist. Die teils signifikanten Abweichungen des Abdrucks von der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesses</persName></hi><note xml:id="n55">Siehe oben, <ref type="pub" target="#fn_n37">Anm. 37</ref>. </note><hi rend="italic"> lassen eine erläuternde, mitunter aber auch schroffere Formulierungen glättende Bearbeitung durch <persName ref="kbga-actors-1095">Kolfhaus</persName> erkennen und sind im textkritischen Apparat ausgewiesen. Ebenfalls dort wiedergegeben ist das – deutlich kürzere und mitunter sowohl von der Mitschrift wie vom Abdruck abweichende – Protokoll der Ausführungen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>.</hi><note xml:id="n56"><bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>), S. 37–39.</bibl></note></p>
		</div>
		<div>
			<pb xml:id="p571" ed="pga" rend="noPipe"/>
			<head>Beschluss der Mitgliederversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> in <placeName ref="kbga-places-748">Detmold</placeName></head>
			<p rend="left">
				<hi rend="italic">Aufgerufen durch die Dahlemer Botschaft der <orgName ref="kbga-actors-8260">Bekenntnissynode</orgName> der Deutschen Evangelischen Kirche</hi><note xml:id="n57">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p528#p528">S. 528-549</ref>. </note>
				
				<hi rend="italic">und in Ausführung des Beschlusses der <orgName ref="kbga-actors-5873">Freien reformierten Synode</orgName></hi>
				<hi rend="italic">zu <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> vom
<date when="1934-01-04">4. Januar 1934</date></hi><note xml:id="n58">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p065#p065">S. 65-83</ref>. </note>
				<hi rend="italic">erklärt die Hauptversammlung des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName></hi>
				<hi rend="italic">folgendes:</hi><note n="a" type="textcritical" xml:id="na">Gemäß der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName> las <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> nach dem kurzen einleitenden Satz «Wir sieben sind einig geworden, und das ohne Zwang» (Protokoll: «Er ist einig geworden, ohne Zwang, mit ganzem Herzen. Das Ergebnis ist folgendes: […]») zunächst den Beschluss als Ganzes vor und trug erst anschließend seine Erläuterungen zu den einzelnen Punkten vor.</note>
			</p>
			<p>(Wir im Ausschuss<note xml:id="n59">Gemeint ist die von der Versammlung eingesetzte «Kommission zur Prüfung der Anträge»; s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p568#p568">S. 568</ref>. </note> sind einig geworden, und das ohne Zwang. <anchor type="note" xml:id="fn-b"/>Die beiden an die Mitgliederversammlung gestellten Anträge <persName ref="kbga-actors-6747">Alvermann</persName> und <persName ref="kbga-actors-708">Niesel</persName> sind faktisch<note n="b" target="fn-b" type="textcritical" xml:id="nb">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Der Antrag <persName ref="kbga-actors-708">Niesel</persName> und der Antrag <persName ref="kbga-actors-6747">Alvermann</persName> waren».</note> eine Antwort auf <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName>, <anchor type="note" xml:id="fn-c"/>und zwar<note n="c" target="fn-c" type="textcritical" xml:id="nc">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>. </note> im Sinn einer positiven Stellungnahme zur <term type="sachen" key="Bekennende Kirche">Bekenntniskirche</term>.<note xml:id="n60">Der u. a. von <persName ref="kbga-actors-6747">Hans <term type="namen" key="Alvermann, Hans"><persName ref="kbga-actors-6747">Alvermann</persName></term></persName>, <persName ref="kbga-actors-10061">Heinrich Dehnen</persName> (geb. 1873; Landwirt in Vörde bei Wesel, Mitverfasser der «Düsseldorfer Thesen») und <persName ref="kbga-actors-1674">Paul Jacobs</persName> eingereichte Antrag lautete: «Die Hauptversammlung wolle beschließen: 1) Angesichts der Lage und des Verhaltens der uns angeschlossenen Gemeinden und Einzelpersonen erklärt die Hauptversammlung, daß sie sich auf Grund der Barmer Erklärung in voller Übereinstimmung mit der Bekennenden Kirche Deutschlands weiß. Sie muß deshalb alle Brüder bitten, jede Verbindung mit einem falschen Kirchenregiment sofort abzubrechen. 2) Angesichts der augenblicklich unklaren Lage hinsichtlich der Führung in der Bekenntniskirche und des Fehlens einer rechten ref[ormierten] Kirche bittet die Hauptversammlung das Moderamen, alsbald Schritte zu tun zur Bildung einer reformierten Kirche und ist dafür, den Mitgliedern frei zu stellen, ob sie ihre Bekenntnishaltung <hi rend="italic">in</hi> oder <hi rend="italic">neben</hi> der Bekenntnisfront betätigen wollen» (<bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 34</bibl>). – Der u. a. von <persName ref="kbga-actors-708">W. Niesel</persName>, <persName ref="kbga-actors-911">Peter Bockemühl</persName> (1896–1953; seit 1927 Pfarrer in Wuppertal-Cronenberg) und <persName ref="kbga-actors-1045">Hermann Klugkist Hesse</persName> (1884–1949; seit 1920 Pfarrer in Wuppertal-Elberfeld) gestellte Antrag lautete: «Aufgerufen durch die Dahlemer Botschaft der Bekenntnissynode der DEK sieht sich auch der Reformierte Bund zur Entscheidung gestellt. Er erklärt: Die Bekenntnissynode und ihre Organe werden als die rechtmäßige Leitung der DEK anerkannt. Der Reformierte Bund löst, dieser Botschaft gemäß, die Zusammenarbeit mit denen, die dem falschen Kirchenregiment weiter folgen möchten. Dem Moderamen können nur solche Mitglieder angehören, die diesen Entschluß billigen und durchzuführen bereit sind» (<bibl corresp="kbga-bibls-7061">a.a.O., S. 32</bibl>). </note>
				<pb xml:id="p572" ed="pga"/> Aber wir kommen zugleich von unserer eigenen reformierten Vergangenheit her. Die erste Synode, die <anchor type="note" xml:id="fn-d"/>gegen das deutschchristliche <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche, Kirchenregierung">Kirchenregiment</term><note n="d" target="fn-d" type="textcritical" xml:id="nd">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> Widerspruch erhoben hat, war unsere <anchor type="note" xml:id="fn-e"/><orgName ref="kbga-actors-5873">Freie reformierte Synode</orgName> zu <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> vom
<date when="1934-01-04">4. Januar 1934</date><note n="e" target="fn-e" type="textcritical" xml:id="ne">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Synode vom 4.1.»</note>.<note xml:id="n61">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p003#p003">S. 3-83</ref>. </note> Wir kämen freilich<note n="f" type="textcritical" xml:id="nf">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> von dieser Synode kaum zu einer wirklichen Ausführung der dort gefassten Beschlüsse, wenn inzwischen nicht <anchor type="note" xml:id="fn-g"/>auch in dem gemeinsamen Bereich der Bekenntniskirche<note n="g" target="fn-g" type="textcritical" xml:id="ng">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> einiges passiert wäre, <anchor type="note" xml:id="fn-h"/>zuletzt und vor allem<note n="h" target="fn-h" type="textcritical" xml:id="nh">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «u. a.».</note> die <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlemer Synode</orgName>.<note xml:id="n62">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p528#p528">S. 528-549</ref>. </note>)<note n="i" type="textcritical" xml:id="ni">Im Protokoll heißt es zum einleitenden Satz nur: «Die erste Synode, die Einspruch gegen das deutsch-christliche Kirchenregiment erhoben hat, war die <orgName ref="kbga-actors-5873">freie reformierte Synode</orgName> in <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName>. So ist sie hier neben der Dahlemer Botschaft genannt.»</note></p>

			<p>
				<hi rend="italic">1. Wir erkennen die <orgName ref="kbga-actors-5393">Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche</orgName>, wie sie auf den Tagungen von <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName></hi><note xml:id="n63">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p264#p264">S. 264-301</ref>. </note>
				<hi rend="italic">und <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> in die Erscheinung getreten ist, als die rechtmäßige Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche</hi>
				<hi rend="italic">an.</hi>
			</p>
			<p>(Satz 1 sagt das Entscheidende<note n="j" type="textcritical" xml:id="nj">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note>, was wir in dieser Stunde gemeinsam sagen sollten. Es genügt nicht, dass wir jetzt noch einmal unsere Sympathie mit der <term type="sachen" key="Bekennende Kirche, Bekenntnisfront">Bekenntnisfront</term> ausdrücken.<note xml:id="n64">Wohl eine Anspielung auf das Schreiben der Landeskirchenleitung der reformierten Kirche Hannovers <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-7062">Zur Klarstellung</bibl></hi> (s. oben, <ref type="pub" target="#fn_n31">Anm. 31</ref> und <ref type="pub" target="#fn_n32">32</ref>).</note> Wir müssen sagen, wo wir heute in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> Kirche sehen. In unserer<note n="k" type="textcritical" xml:id="nk">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «der».</note> re<pb xml:id="p573" ed="pga" break="no"/>formierten <term type="sachen" key="Kirche, reformierte">Kirche</term> werden wir sie sehen, wie sie in der Bekenntnissynode<note n="l" type="textcritical" xml:id="nl">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Bekenntniskirche».</note> ihren Ort gefunden hat als eine Bundeskirche neben anderen in einem<note n="m" type="textcritical" xml:id="nm">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «diesem».</note> «Bund bekenntnisbestimmter <term type="sachen" key="Kirche, Bekenntniskirche">Kirchen»</term>.<note xml:id="n65">Zitat aus Abschnitt III,2 der <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-575">Botschaft der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche</bibl></hi> (s. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p546#p546">S. 546</ref>). </note>
				<anchor type="note" xml:id="fn-n"/>Die Bekenntnissynode ist darum auch für uns<note n="n" target="fn-n" type="textcritical" xml:id="nn">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Diese ist».</note> rechtmäßige <term type="sachen" key="Bekenntnissynode, Rechtmäßigkeit">Kirche</term>, weil sie im <term type="sachen" key="Bekenntnis">Bekenntnis</term> nicht nur eine Fahne hatte, die zu Hause blieb, wenn das Regiment auszog,<note xml:id="n66">Der Gedanke zur Verwendung dieses Bildes könnte zurückgehen auf eine Äußerung H. Oltmanns im Plenum am Vortag: «Die der Bekennenden Kirchen angehörenden Ältesten und Prediger erwarten, daß der Reformierte Bund die Fahne des Bekennens aufnimmt, die die Landeskirche Hannover reformiert hat fallen lassen» (<bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 30f.</bibl>). </note> sondern <anchor type="note" xml:id="fn-o"/>weil sie auch in der Gegenwart bekannt, und zwar<note n="o" target="fn-o" type="textcritical" xml:id="no">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> so bekannt hat, dass auch wir <term type="sachen" key="Reformierte / Reformiertentum">Reformierte</term> darin unseren eigenen <term type="sachen" key="Glaube / Glauben">Glauben</term> erkennen können. </p>
			<p><anchor type="note" xml:id="fn-p"/>Bei der Anerkennung der Bekenntnissynode als der rechtmäßigen Leitung der Deutschen Evangelischen <term type="sachen" key="Deutsche Evangelische Kirche">Kirche</term> handelt es sich für unseren Bund nicht um den Beitritt zu einer Organisation und für den einzelnen nicht um das Unterschreiben der Bekenntniskarte.<note n="p" target="fn-p" type="textcritical" xml:id="np">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Es handelt sich nicht um ein Unterschreiben der Bekenntniskarte. Man kann das wohl ruhig wagen, man kann es aber auch unterlassen. Oft sind auch viele wenig anziehend in der örtlichen Bekenntnisgemeinde.» – Der ganze Absatz ist in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName> ebenso wie im Protokoll als «Nachtrag» <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> bezeichnet, den er nach Abschluss der übrigen Erläuterungen noch hinzufügte.</note> Wer die rote Karte<note xml:id="n67">Wer Mitglied einer Bekenntnisgemeinde wurde, erhielt vom zuständigen Bruderrat bei seiner Anmeldung eine in der Regel rote Mitgliedskarte.</note> nicht mag, soll <anchor type="note" xml:id="fn-q"/>das Unterschreiben<note n="q" target="fn-q" type="textcritical" xml:id="nq">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «es».</note> bleiben lassen: wenn er nur faktisch die Bekenntnisfront hält, wenn er sich nur nicht mehr im Niemandsland herumtreibt und abwartet, wie der Hase läuft! <anchor type="note" xml:id="fn-r"/>Man unterscheide auch bei der <term type="sachen" key="Bekennende Kirche, Bekenntnisfront">«Bekenntnisfront»</term> die <hi rend="italic">Sache</hi> und die <hi rend="italic">Personen</hi>. Ihre Sache muss auch die unsrige sein, wie immer wir uns auch zu den Personen stellen mögen.<note n="r" target="fn-r" type="textcritical" xml:id="nr">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Die Entscheidung darf nicht gefällt werden im Blick auf diese oder jene Person.» </note></p>
			<p rend="left"><pb xml:id="p574" ed="no" rend="noPipe"/> In der Klausel: «wie sie auf den Tagungen von <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> und <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> in die Erscheinung getreten ist», <anchor type="note" xml:id="fn-s"/>haben wir<note n="s" target="fn-s" type="textcritical" xml:id="ns">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «hat man».</note> einen Vorbehalt gemacht. Wir wissen nicht, wie eine dritte Tagung ausfallen wird. Es sind seit <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> bedenkliche Ereignisse eingetreten. Die Herausstellung des vorläufigen<note n="t" type="textcritical" xml:id="nt">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «sogenannten».</note> <term type="sachen" key="Vorläufige Kirchenleitung">Kirchenregiments</term> <anchor type="note" xml:id="fn-u"/>war eine mindestens zweideutige Angelegenheit<note n="u" target="fn-u" type="textcritical" xml:id="nu">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «hat mir nicht gefallen».</note>.<note xml:id="n68">Zur am
<date when="1934-11-22">22. November 1934</date> erfolgten Wahl der Vorläufigen Kirchenleitung mit dem lutherischen Landesbischof <persName ref="kbga-actors-265">Marahrens</persName> an der Spitze vgl. unten, <ref type="pub" target="../volume/52/p579#p579">S. 579-609</ref>.</note> Man wollte einen dem Staat genehmen Mann haben.<note n="v" type="textcritical" xml:id="nv">In der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName> folgt: «Darum <persName ref="kbga-actors-265">Marahrens</persName>!»</note> Man sprach von Verbreiterung der Bekenntnisfront <anchor type="note" xml:id="fn-w"/>durch aufbauwillige Kräfte. Man wollte eine lutherische Reichskirche<note n="w" target="fn-w" type="textcritical" xml:id="nw">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «…, von aufbauwilligen Kräften, von der Lutherischen Reichskirche».</note>. Das alles ist weltlich gedacht. Wir trübten<note n="x" type="textcritical" xml:id="nx">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «trüben».</note> uns damit das Große und Schöne, was uns in <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> und <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> geschenkt war. Dazu nehmen wir Stellung mit unserem Vorbehalt, für jeden erkennbar, der Augen hat, um zu lesen.)<note n="y" type="textcritical" xml:id="ny">Protokoll: «zu 1) Es kann sich nicht mehr darum handeln, nochmals eine Sympathiekundgebung mit der Bekenntnissynode abzugeben. Es muss jetzt im Konkreten etwas geschehen. – Die Bekenntnissynode steht nicht nur auf dem Boden des Bekenntnisses, sondern hat bekannt – heute! Darum ist sie die rechtmäßige Leitung der DEK. – Der Vorbehalt ist nötig, weil wir die Synode nach ihren Tagungen von <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> und <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> bekannt ist [sic!], wir aber gerade jetzt nicht wissen, wie es nun werden wird, nachdem die neue vorläufige Kirchenregierung (<persName ref="kbga-actors-265">Marahrens</persName>, <persName ref="kbga-actors-227">Koch</persName>, <persName ref="kbga-actors-1494">Breit</persName>, <persName ref="kbga-actors-119">Flor</persName> und <persName ref="kbga-actors-5488">Humburg</persName>) herausgestellt ist. Eben dadurch wollte man etwas unternehmen, was durch Rücksicht auf den Staat bestimmt ist. Ebenso wollte man eine Verbreiterung der Front erzielen! Auch wird eine luth. Reichskirche angestrebt, in der die Reformierten ein Seitenkapellchen haben dürften.» Und, weiter unten: «Zu Punkt 1 ist noch zu sagen: Bedeutet das, daß man Bekenntnissynode als Mitglied der Bekenntnisgemeinde beitreten muß? Man kann das tun, kann’s auch lassen. Aber praktisch die Bekenntnisfront halten. Darauf kommt’s an. Nicht zwischen den Fronten tummeln.» </note></p>

			<p><pb xml:id="p575" ed="pga" rend="noPipe"/> 
				<hi rend="italic">2. Wir fordern die dem Bund</hi>
				<hi rend="italic">angeschlossenen Gemeinden und Einzelmitglieder auf, sich von jeder Zusammenarbeit mit dem falschen, deutsch-christlichen Kirchenregiment</hi>
				<hi rend="italic">zurückzuziehen.</hi>
			</p>
			<p>(Ein Ja ist nicht<note n="z" type="textcritical" xml:id="nz">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «nie».</note> deutlich, wenn kein Nein folgt. Dies Nein darf kein neues grundsätzliches Wort sein. Dies Wort ist schon gesagt. Es muss nun etwas Praktisches ausgesprochen werden. <anchor type="note" xml:id="fn-aa"/>Wir brauchen nicht den Ausdruck<note n="aa" target="fn-aa" type="textcritical" xml:id="naa">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Nicht».</note> «jede Beziehung abbrechen».<note xml:id="n69">Im Antrag <persName ref="kbga-actors-6747">Alvermann</persName> (s. oben, <ref type="pub" target="#fn_n60">Anm. 60</ref>) hieß es: «Sie muß deshalb alle Brüder bitten, jede Verbindung mit einem falschen Kirchenregiment sofort abzubrechen.» </note> Beziehung<note n="ab" type="textcritical" xml:id="nab">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «…; denn Beziehung».</note> zu <persName ref="kbga-actors-289">Müller</persName> hat jetzt noch fast jeder, und sei es auch nur durch den Gehaltsempfang.<note xml:id="n70">Die Legitimation des an und für sich paradox klingenden und über den ganzen <term type="sachen" key="Kirchenkampf">Kirchenkampf</term> hinweg andauernden Umstandes, dass man seit <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlem</orgName> zwar die Zusammenarbeit mit dem deutschchristlichen Kirchenregiment abbrechen wollte, aber trotzdem kein Bedenken trug, weiterhin die Pfarrergehälter von dort zu beziehen, hatte <persName ref="kbga-actors-6416">Eberhard Fiedler</persName> in einem Grundsatzreferat auf der <orgName ref="kbga-actors-8260">Dahlemer Synode</orgName> so formuliert: «Beträge, über die das bisherige Kirchenregiment zur Zeit noch verfügt, auch solche, die es in Zukunft von staatlichen oder kirchlichen Stellen an sich bringt, besitzt es zu Unrecht. Sie gehören uns als Eigentum der rechtmäßigen Kirche. Deswegen bestehen auch keinerlei Bedenken ethischer oder rechtlicher Art, diese Beträge dem bisherigen Kirchenregiment abzuverlangen. Mit gutem Gewissen kann der Pfarrer fordern, daß diese Beträge zur Gehaltszahlung verwendet werden. Es ist das Geld der bekennenden, nicht das der verderbenden Kirche» (<bibl corresp="kbga-bibls-7064"><persName ref="kbga-actors-6416">E. Fiedler</persName>, <hi rend="italic">Die Forderungen an die Gemeinden</hi>, in: W. Niemöller [Hrsg.], <hi rend="italic">Die zweite Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche zu Dahlem. Texte – Dokumente – Berichte</hi> [AGK 3], Göttingen 1958, S. 220–225, dort S. 222</bibl>).</note>
				<anchor type="note" xml:id="fn-ac"/>Es muss aber durch unser kirchliches Handeln klargestellt werden:<note n="ac" target="fn-ac" type="textcritical" xml:id="nac">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> Wir sind mit den Deutschen <term type="sachen" key="Deutsche Christen">Christen</term> nicht in einer Kirche, so wenig wie mit den römischen <term type="sachen" key="Katholizismus">Katholiken</term>. Die Marschroute heißt: <anchor type="note" xml:id="fn-ad"/>Die rechte Kirche ist die Bekenntniskirche<note n="ad" target="fn-ad" type="textcritical" xml:id="nad">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «wir sind die rechte Kirche».</note>, und dem durch <persName ref="kbga-actors-289">Müller</persName> geschaffenen Zustand muss ein Ende gemacht werden.)<note n="ae" type="textcritical" xml:id="nae">Protokoll: «zu 2) Das Nein muß zum Ja kommen, das Nein zum deutschchristlichen Kirchenregiment!! Und zwar das praktische Nein! Keine Zusammenarbeit, d. h. soll heißen: Wir sind mit den <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen Christen</orgName> so wenig in einer Kirche, wie wir mit den Römischen Katholiken in einer Kirche sind. Sich zurückziehen, das gibt die Marschrichtung an. Damit ist kein Zwang im einzelnen auferlegt. Aber es muß begonnen werden!»</note></p>

			<p><pb xml:id="p576" ed="pga" rend="noPipe"/>
				<hi rend="italic">3. Im Glauben an die eine, heilige, allgemeine Kirche Jesu Christi bejahen wir aufs Neue die alte Aufgabe des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName></hi>
				<hi rend="italic">, die nach Gottes Wort reformierte Kirche</hi>
				<hi rend="italic">in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName></hi>
				<hi rend="italic">zu sammeln und zu ihrer besonderen Verantwortung aufzurufen.</hi><note xml:id="n71">In § 2 der <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-7058">Satzungen des Reformierten Bundes</bibl></hi> (<ref type="pub" target="#fn_n15">Anm. 15</ref>) heißt es: «Der Bund bezweckt die Wahrung und Pflege der Güter und Gaben der reformierten Kirche in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> in Lehre, Gottesdienst und Verfassung auf jedem nach den Bekenntnisschriften und Ordnungen der einzelnen Kirchen, denen die Glieder des Bundes angehören, zulässigen Wege.» </note>
			</p>
			<p>(<anchor type="note" xml:id="fn-af"/>Unsere Verbundenheit mit <term type="sachen" key="Lutheraner / Luthertum">Lutheranern</term> und <term type="sachen" key="Unierte / Union">Unierten</term> <term type="sachen" key="Kirchenkampf">im </term>Kirchenkampf<note n="af" target="fn-af" type="textcritical" xml:id="naf">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Das alles».</note> soll uns nicht hindern, unsere reformierte Sache weiter zu verfechten. Wir müssen aufs Neue die alte Aufgabe des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> bejahen. <anchor type="note" xml:id="fn-ag"/>Die Sätze 2 und 3 passen<note n="ag" target="fn-ag" type="textcritical" xml:id="nag">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Beides, 2) und 3) passt».</note> nicht nur zueinander, sondern fordern<note n="ah" type="textcritical" xml:id="nah">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «fordert». </note> einander. Dort, wo man bekennt, weiß man auch, an welchem Ort man ein Christ ist. Die Aufgabe des <orgName ref="kbga-actors-4134">Reformierten Bundes</orgName> ist es aber nicht nur, zu sammeln und zu konservieren, sondern auch die angeschlossenen Gemeinden zur Verantwortung aufzurufen. – <anchor type="note" xml:id="fn-ai"/>Übrigens ist es nicht ratsam, in Satz 3 den vorgeschlagenen Zusatz zu machen: «Reformierte Gemeinden, unbeschadet ihrer Zugehörigkeit zur Union.»<note xml:id="n72">Laut Protokoll der <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Hauptversammlung Detmold 1934">Hauptversammlung</term> wurde ein solcher Vorschlag <hi rend="italic">vor</hi> <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Erläuterungen nicht gemacht. Die Sätze nach dem Gedankenstrich stammen aber im Blick auf ihre Anordnung in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName> aus der Diskussion im Anschluss an <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Vortrag (s. Anm. <ref type="pub" target="#fn_nai">ai–ai</ref>). <hi rend="italic">Nach</hi> <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Ausführungen gab es allerdings eine Diskussion um diesen Punkt, in der auch ein solcher «Zusatz» gefordert, aber dann doch mehrheitlich verworfen wurde (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 39</bibl>).</note> Nur eine ganz unangebrachte Angst um die preußische <term type="sachen" key="Unierte / Union">Union</term> könnte jemand veranlassen, einen solchen Zusatz zu machen. Wir reden mit unserer Erklärung weder für noch gegen die Unionskirche, sondern verbunden mit der <term type="sachen" key="Kirche, lutherische">lutherischen</term> und mit der unierten <term type="sachen" key="Kirche, unierte">Kirche</term> bekennen <pb xml:id="p577" ed="pga"/> wir uns zu unserer Aufgabe in und an <hi rend="italic">unserer</hi>, der reformierten <term type="sachen" key="Kirche, reformierte">Kirche</term>.<note n="ai" target="fn-ai" type="textcritical" xml:id="nai">In der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName> als Nachtrag aufgenommen: «Es ist übrigens nicht ratsam, in Satz 3) den Zusatz zu machen: reformierte Gemeinden, unbeschadet ihrer Zugehörigkeit zur Union. Nur die Angst um die preußische Union könnte jemand veranlassen, einen solchen Zusatz zu machen. Das ist aber nicht unsere Sache.» Dieser Nachtrag stammt wohl aus der anschließenden Diskussion, in der es genau um einen solchen Zusatz bzw. um die Bedeutung dieses Satzes für die Gemeinden in der Union ging. Im Protokoll heißt es inmitten anderer kurzer Beiträge nur: «<persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> antwortet: Die konfessionelle Verantwortung <hi rend="italic">kann</hi> bedeuten, daß die Deutschreformierte Kirche werden soll.»</note>)<note n="aj" type="textcritical" xml:id="naj">Protokoll: «zu 3) Indem wir in die Arbeit der Bekenntnissynode eintreten, geben wir unsere reformierte Verantwortung nicht auf. Gerade wo der Glaube an die eine Kirche ist, da weiß man um den Ort, an dem man ein Christ ist.»</note></p>

			<p>
				<hi rend="italic">4. Wir halten es um der Arbeitsfähigkeit des Moderamens</hi>
				<hi rend="italic">willen für nötig, dass ihm nur solche Männer angehören, die diese Beschlüsse billigen und durchzuführen bereit sind.</hi>
			</p>
			<p>(Nun müssen wir uns ins eigene Fleisch schneiden. Wir haben ein Jahr lang<note n="ak" type="textcritical" xml:id="nak">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> versucht, das zu vermeiden. <anchor type="note" xml:id="fn-al"/>Das Moderamen ist in seiner heutigen Zusammensetzung, in die ich mich in <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmen</orgName> einzutreten bereitgefunden habe,<note xml:id="n73">Siehe oben, <ref type="pub" target="#fn_n14">Anm. 14</ref>. </note> nach meiner Einsicht<note n="al" target="fn-al" type="textcritical" xml:id="nal">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «Ich habe mich auf die Erklärung von Langenohl hin bereit gefunden, ins Moderamen zu gehen. Aber dies ist so». – Laut Protokoll der Moderamenssitzung vom
<date when="1934-01-05">5.1.1934</date> in Wuppertal-<placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> bat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, nachdem er vorgeschlagen worden war, zunächst darum, «aus inneren Gründen von seiner Person abzusehen», nahm dann aber seine Wahl doch an (<bibl corresp="kbga-bibls-7061"><hi rend="italic">Protokollbuch</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n26">Anm. 26</ref>], S. 14</bibl>). Eine Erklärung <persName ref="kbga-actors-6658">Langenohls</persName>, die auf <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Entscheidung Einfluss genommen hat, ist nicht protokolliert und konnte auch sonst nicht ermittelt werden.</note> nicht arbeitsfähig.<note xml:id="n74">Vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/52/p563#p563">S. 563</ref>.</note> Das ist nicht Vorwurf, Anklage, Gericht, sondern nur Feststellung. Die einen fragen nach der Kirche <hi rend="italic">Jesu</hi><note n="am1" type="textcritical" xml:id="nam1">Fehlt jeweils in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>. </note> <hi rend="italic">Christi</hi>, die <pb xml:id="p578" ed="pga"/> reformiert ist, die anderen fragen nach der <hi rend="italic">reformierten</hi>
				<term type="sachen" key="Kirche, reformierte">Kirche</term>, die auch die Kirche Jesu<note n="am2" type="textcritical" xml:id="nam2">Fehlt jeweils in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> Christi ist. <anchor type="note" xml:id="fn-an"/>Das ist zweierlei.<note n="an" target="fn-an" type="textcritical" xml:id="nan">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note> Wenn wir kirchlich handeln wollen, brauchen wir ein einheitlich kirchliches Moderamen. In der Kirche darf es nicht parlamentarisch zugehen<note n="ao" type="textcritical" xml:id="nao">Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>: «zugehen, hier darf man sich nicht zusammensetzen nach verschiedenen Parteien».</note>. In der Kirche Christi ist die <term type="sachen" key="Kirche, Parteien in der K.">Existenz</term> von Parteien eine Unmöglichkeit. <anchor type="note" xml:id="fn-ap"/>Mit den drei ersten Sätzen bekennt sich der Bund zu der <hi rend="italic">ersten</hi> dieser beiden Auffassungen. Tut er das, dann muss sie die Voraussetzung der künftigen Arbeit seines <term type="sachen" key="Reformierter Bund, Moderamen">Moderamens</term> sein, und das wird dann auch in dessen personeller Zusammensetzung zum Ausdruck kommen müssen.<note n="ap" target="fn-ap" type="textcritical" xml:id="nap">Fehlt in der Mitschrift <persName ref="kbga-actors-10709">Th. Hesse</persName>.</note>)<note n="aq" type="textcritical" xml:id="naq">Protokoll: «zu 4) Wir müssen uns hier ins eigene Fleisch schneiden. Das Moderamen ist nicht arbeitsfähig, wie es jetzt zusammengesetzt ist. Im Moderamen betonten die einen Kirche <hi rend="italic">Jesu Christi</hi>, die andern die <hi rend="italic">reformierte</hi> Kirche. Es muß Einheit sein, entweder im Sinne eines Vereinsvorstandes oder in kirchlichem Sinne! Viele werden denken: das ist eine harte Rede. In der Kirche ist die Existenz von Parteien und Richtungen nicht möglich!» </note></p>
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