Bibelstellen-Register

1.Sam. 20,1–23

1.Sam. 20,1–23

1David aber floh von Najoth in Rama und kam und redete vor Jonathan: Was habe ich getan? Was habe ich mißgehandelt? Was habe ich gesündigt vor deinem Vater, daß er nach meinem Leben steht? 2Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne; du sollst nicht sterben. Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, das er nicht meinen Ohren offenbare; warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen? Es wird nicht so sein. 3Da schwur David weiter und sprach: Dein Vater weiß wohl, daß ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe; darum wird er denken: Jonathan soll solches nicht wissen, es möchte ihn bekümmern. Wahrlich, so wahr der Herr lebt, und so wahr deine Seele lebt, es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode. 4Jonathan sprach zu David: Ich will an dir tun, was dein Herz begehrt. 5David sprach zu ihm: Siehe, morgen ist der Neumond, da ich mit dem König zu Tisch sitzen sollte; so laß mich, daß ich mich auf dem Felde verberge bis an den Abend des dritten Tages. 6Wird dein Vater nach mir fragen, so sprich: David bat mich, daß er gen Bethlehem, zu seiner Stadt, laufen möchte; denn es ist ein jährlich Opfer daselbst dem ganzen Geschlecht. 7Wird er sagen: Es ist gut, so steht es wohl um deinen Knecht. Wird er aber ergrimmen, so wirst du merken, daß Böses bei ihm beschlossen ist. 8So tue nun Barmherzigkeit an deinem Knecht; denn du hast mit mir, deinem Knecht, einen Bund im Herrn gemacht. Ist aber eine Missetat an mir, so töte du mich; denn warum wolltest du mich zu deinem Vater bringen? 9Jonathan sprach: Das sei ferne von dir, daß ich sollte merken, daß Böses bei meinem Vater beschlossen wäre über dich zu bringen, und sollte es dir nicht ansagen. 10David aber sprach: Wer will mir’s ansagen, so dir dein Vater etwas Hartes antwortet? 11Jonathan sprach zu David: Komm, laß uns hinaus aufs Feld gehen! Und gingen beide hinaus aufs Feld. 12Und Jonathan sprach zu David: Herr, Gott Israels, wenn ich erforsche an meinem Vater morgen und am dritten Tage, daß es wohl steht mit David, und nicht hinsende zu dir und es vor deinen Ohren offenbare, 13so tue der Herr dem Jonathan dies und jenes. Wenn aber das Böse meinem Vater gefällt wider dich, so will ich’s auch vor deinen Ohren offenbaren und dich ziehen lassen, daß du mit Frieden weggehest. Und der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist. 14Tue ich’s nicht, so tue keine Barmherzigkeit des Herrn an mir, solange ich lebe, auch nicht, so ich sterbe. 15Und wenn der Herr die Feinde Davids ausrotten wird, einen jeglichen aus dem Lande, so reiße du deine Barmherzigkeit nicht von meinem Hause ewiglich. 16Also machte Jonathan einen Bund mit dem Hause Davids und sprach: Der Herr fordere es von der Hand der Feinde Davids. 17Und Jonathan fuhr fort und schwur David, so lieb hatte er ihn; denn er hatte ihn so lieb wie seine Seele. 18Und Jonathan sprach zu ihm: Morgen ist der Neumond, so wird man nach dir fragen; denn man wird dich vermissen, wo du zu sitzen pflegst. 19Des dritten Tages aber komm bald hernieder und gehe an einen Ort, da du dich verbergest am Werktage, und setze dich an den Stein Asel. 20So will ich zu seiner Seite drei Pfeile schießen, als ob ich nach dem Ziele schösse. 21Und siehe, ich will den Knaben senden: Gehe hin, suche die Pfeile! Werde ich zum Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen hierwärts hinter dir, hole sie! so komm, denn es ist Friede und hat keine Gefahr, so wahr der Herr lebt. 22Sage ich aber zum Jüngling: Siehe, die Pfeile liegen dortwärts vor dir! so gehe hin, denn der Herr hat dich lassen gehen. 23Was aber du und ich miteinander geredet haben, da ist der Herr zwischen mir und dir ewiglich.

Übersetzung Martin Luther (Ausgabe 1912)

Fundstellen im Text 1

  • An Prof. D. Gerhard Kittel, Tübingen (vier Briefe) 1934

    … d Jonathan nennen, deren Freundschaft (was für eine «weltliche» Sache!) sowohl als «Bund» unter Anrufung Gottes geschlossen wird ( 1.Sam. 20,1ff . 42 ) als auch jenseits jeglicher Problematik steht, ob dieser Freund wirklich der rechte und von Gott gewollte sei. Oder: was wird eigentlich von …