2. Dezember 1931

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard,

nun kommt schon wieder eine kleine Sendung. Aber dieser Brief von Karl an Adolf Keller1 interessiert dich gewiß, und vielleicht läßt du ihn gelegentlich auch Ruedis einsehen. Karl las gestern den ganzen Tag an diesem Buch2 und muß nun heute mit erhöhtem Eifer an der Dogmatik sein.

Von Gertrud Staewen hatte ich gestern einen Brief.3 Seine4 Kollegen scheinen nun — wenigstens teilweise — auch von ihm abzurücken! Aber |193 erfreulich ist, daß er selbst über Allem ruhiger und seiner Sache gewisser geworden zu sein scheint.

In Eile herzlich
Deine
Lollo

Sachfußnoten

1
Brief vom 1.12.1931. Der Durchschlag trägt in Barths Handschrift den Vermerk «Bitte zurück».↩
2
A. Keller, Der Weg der dialektischen Theologie durch die kirchliche Welt. Eine kleine Kirchenkunde der Gegenwart, München 1931. 📖 ↩
3
In ihrem Brief vom 30.11.1931, der auch eine Schilderung der ersten Vorlesung Dehns in Halle (vgl. oben S. 184, Anm. 4) enthält, schrieb G. Staewen: «Ich schicke Karl und Dir hier auch folgenden Fakultätsbericht aus der Sache, der Euch vielleicht interessiert. Vorausgegangen war, daß tags zuvor auch Heinzelmann ganz mutlos war und Dehn bat zurückzutreten. … Es ist scheußlich, daß G. Dehn den ganzen Tag immerfort Ruhe und Zeit gestohlen wird mit Anfragen, langen Telefonaten, Aufforderungen zu Vorträgen … und mit den Aufforderungen, die (sämtlichen) idiotischen Dokumente herauszugeben.» Im folgenden ist auch weiter von Dehn die Rede.↩
4
D. h. G. Dehns.↩