Am 12.6.1963 kam Barth zu einem Gespräch mit den Basler Stadtmissionaren und -missionarinnen zusammen. Diese hatten nach dem Studium von Karl Barths Buch «Einführung in die evangelische Theologie», Zürich 1962
📖, zuvor an ihn schriftliche Fragen formuliert, die im Karl Barth-Archiv Basel erhalten sind. Von dem Gespräch sind weder ein Protokoll noch Aufzeichnungen vorhanden. Aus seiner Erinnerung schrieb der damals 80jährige Stadtmissionar Adolf Kürner am 10.4.1981 an Max Zellweger-Barth über den Inhalt dieser Zusammenkunft: «F. H. [Fritz Herren] fragte zum Beispiel, wie es zu dem großen Unterschied gekommen sei zwischen den ersten Büchern [Barths] und dem allerneuesten. Die Antwort war: Sie machen mir ein großes Kompliment damit, daß ich heute nicht mehr der Gleiche bin wie vor 30 Jahren. A. K. [Adolf Kürner] stellte die Frage: […] Neben aller Zeit, welche die Besuche und andere Bemühungen brauchen, habe ich verhältnismäßig wenig Zeit zu den Vorbereitungen für Ansprachen und Bibelstunden und Andachten. Ich muß mich dann oft an das halten, was Sie über den Text geschrieben haben oder was in der ‹Prophezei
📖›1 und anderen Kommentaren steht. Karl Barth sagte dann: Sie sind Missionar und haben die Berufung dazu, und Sie tun Ihre Arbeit recht und so gut es Ihnen geschenkt wird, und ich bin zum Lehrer berufen, und dann bin ich froh, wenn das, was ich erarbeite, eine Hilfe ist für Ihren Dienst.» Seine Eindrücke von dieser Begegnung faßte Kürner in jenem Brief mit den Worten zusammen: «Ich selbst empfand besonders befreiend, daß die Persönlichkeit Karl Barth ein Zu-uns-stehen und nicht ein Über-uns-stehen war.»