Brief Nr. 152 · 24. September 1934

Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in München

371

152

L. L.!

Wir sind in der anderen, aber auch sehr schönen Stadt Florenz eingetroffen, und es kann wohl sein, daß ich dir von hier einen Hut mitbringe, der mir sehr gefallen hat: Bedenke, daß der Meister der hiesigen Kunst ohnehin Botticelli heißt! Die letzte Nacht in Rom habe ich im Fieber zugebracht, und es war schon davon die Rede, dir zu rufen. Aber am Morgen war ich wieder völlig gesund und bekam vor der Abreise noch deinen Brief, die Drucksachen und eine Postkarte. Dank für Alles! Ich werde die Grenze bestimmt nicht kopfüber überschreiten. Wir haben Alles genau verfolgt und jeden Tag besprochen. Übermorgen (Mittwoch) kehren wir in die Schweiz zurück. Gruß

Dein
K.

372 Wollen Sie nicht uns, im besonderen meine Frau und Monnika, in Walchensee1 besuchen? Wenn Sie sich einen schönen Tag aussuchen und über Nacht bleiben, läßt es sich in diesem Monat wohl machen. Gute Tage! E. Wolf
Ich hätte dir gern einen herrlichen, zinnoberroten Mantel gekauft! Markus
Ich grüße Sie herzlich P. B.

Sachfußnoten

1
In Walchensee (Oberbayern) besaß E. Wolf ein Ferienhaus.↩