1935

Geleitwort [zur englischen Übersetzung von: E. Thurneysen, Das Wort Gottes und die Kirche]

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Geleitwort [zur englischen Übersetzung von: E. Thurneysen, Das Wort Gottes und die Kirche]

1935

Der vorliegende, im Mai 1935 geschriebene Text blieb zu Barths Lebzeiten unveröffentlicht.

Am 25. April 1934 bat James D. Smart, ein Pfarrer der Presbyterian Church of Canada,1 der an einer englischen Übersetzung von Eduard Thurneysens Vortragsband «Das Wort Gottes und die Kirche»2 arbeitete, Barth brieflich um eine Einleitung zu dieser Übersetzung: «Since the conceptions and the direction of thought which Dr. Thurneysen represents have been in the past associated almost exclusively with your name by men in the English-speaking world, I believe it would be fitting, if you should see fit to do so, for you to write a short introduction to the English edition of Dr. Thurneysen’s book. Do not misunderstand me. I am not asking for biographical details. What I desire is a short estimation by you of the significance of Dr. Thurneysen’s work.»3 Barth sagte zu und schrieb am 20. Mai an Thurneysen: «Weißt du, dass ich dem amerikanischen Herausgeber deiner Vorträge versprochen habe, ein Vorwort dazu zu schreiben? Es soll und wird mir das geradezu eine Lust sein, und ich werde mich bei diesem Anlass einmal eingehend und grundsätzlich über den Begriff des ‹Johanneischen› verbreiten und auch nicht versäumen, die Welt auf deine noch ausstehenden weiteren Werke geziemend vorzubereiten.»4

779 Nachdem Smart die Übersetzung abgeschlossen hatte, erinnerte er Barth am 22. Dezember 1934 an sein Versprechen: «Would it be possible for you to send onto me soon the introduction which earlier in the year you promised to write for this English edition. Your introduction will mean much to the book in bringing it before the notice of readers to whom your writings are familiar.»5 Barth schickte das Vorwort jedoch erst am 14. Mai 1935 an Smart, wie er am darauffolgenden Tag Thurneysen mitteilte: «Gestern ist der Lobgesang auf dich […] nach Kanada und an dich und aufs Bergli abgegangen. Lollo freut sich des neuen Genres der ‹Heiligenbiographie›, in dem ich mich da versucht habe, und ich muss gestehen, dass ich es mit besonderer Lust getan habe […].»6

Als Smart sich am 22. August 1935 für das von ihm sogleich übersetzte Vorwort bei Barth bedankte, lagen ihm für sein Übersetzungsprojekt jedoch schon vier Absagen verschiedener Verleger vor: «It is very difficult in these days to get any theological book of a solid type published in England or America.»7 Auch die weiteren Versuche Smarts, einen Verleger zu finden, scheiterten, so dass auch Barths Text vorerst nicht erschien.8

Im KBA liegt ein zweiseitiges Manuskript9 des Textes vor. Daneben sind zwei Typoskript-Durchschläge erhalten, von denen es sich beim ersten (Tskr. I) um das gegenüber dem Manuskript in einer nicht unüblichen Weise überarbeitete Exemplar handeln dürfte, das Barth im |780 Mai 1935 nach Kanada, an Thurneysen und aufs Bergli geschickt hatte.10

Der von Eduard Thurneysen schließlich 1971 in seiner Veröffentlichung des Geleitwortes in: E. Thurneysen, Das Wort Gottes und die Kirche. Aufsätze und Vorträge, hrsg. mit E. Wolf [TB 44], München 1971, S. 227–230 📖, gebotene Text ist weitestgehend – kleinere Unterschieden betreffen vor allem die Schreibweise und die Zeichensetzung – identisch mit dem zweiten vorliegenden Typoskript-Durchschlag (Tskr. II).11 Diesem Tskr. II ist anstelle der Orts- und Zeitangabe und des Namens Karl Barths ein erläuternder Satz hinzugefügt, der nahelegt, dass es nach Barths Tod zur Aufnahme in den Vortragsband neu angefertigt wurde: «Karl Barth hat dieses Geleitwort 1935 verfasst, wohl im Blick auf eine Übersetzung, die aber in jenen kritischen Zeiten nicht mehr zustande kam.»12 Zwischen Tskr. II und dem darauf basierenden Druck von 1971 einerseits und dem auf Barth zurückgehenden Tskr. I andererseits bestehen in ihren Abweichungen vom Manuskript nur marginale Gemeinsamkeiten,13 dafür aber umso mehr deutliche Unterschiede, so dass davon auszugehen ist, dass zur Anfertigung von Tskr. II nicht auf Tskr. I zurückgegriffen wurde, es sich bei Tskr. II also um eine eigenständige Transkription handelt. Tskr. II ist dabei dem Manuskript oft näher als Tskr. I, bearbeitet und verändert es aber ebenfalls. Diese Veränderungen, die Tskr. II und ihm folgend der Drucktext von 1971 am Manuskript vornehmen, tendieren zu einer leichten Korrektur bzw. Abschwächung pointierter Aussagen des von Barth gezeichneten Thurneysen-Bildes, während umgekehrt das auf Barth zurückgehende Tskr. I solche Aussagen vereinzelt eher noch |781 verstärkt, so dass im Ergebnis zwischen Tskr. I und II größere Unterschiede bestehen als jeweils zwischen den Typoskripten und dem Manuskript. Wahrscheinlich geht Tskr. II auf Thurneysen selbst zurück, der ihm übertrieben bzw. unpassend erscheinende Aussagen aus dem Manuskript strich oder umformulierte, ohne dabei das ihm 1935 zugesandte und auch im KBA erhaltene Tskr. I zu benutzen.

Somit handelt es sich bei Tskr. I um die letzte von Barth verantwortete Fassung des Geleitwortes, die deshalb dem folgenden Abdruck zugrunde liegt und auf die sich die ausgewiesene Originalpaginierung bezieht. Da aber der Abdruck von 1971, auch wenn er auf das nicht von Barth verantwortete Tskr. II zurückgeht, für Jahrzehnte die einzige publizierte Fassung des Textes darstellte, werden im folgenden Abdruck nicht nur die Differenzen zum Manuskript ausgewiesen, sondern auch die Abweichungen im Druck.14

Geleitwort

Die theologische Arbeit Eduard Thurneysens ist in ihren Anfängen hervorgewachsena aus den Nöten des Pfarramts.15 Und in den Aufgaben des Pfarramts hat sie noch heute ganz offen ihren Zielpunkt. Die Erkenntnisse, die in diesem Buche ausgesprochen und entwickelt sind, sind wohl die Ergebnisse einer auf allseitiger und gründlicher Prüfung der Probleme beruhenden Forschung.b Aber diese For|782schung wurde nicht um ihrer selbst willen, nicht aus Lust an den Problemen c-als solchenc und auch nicht d-zur Erhärtung bestimmter vorgefasster Theorien-d unternommen. Sondern es war ein Prediger, ein Lehrer, ein Seelsorger, der verantwortliche Führer einer Gemeinde, der der ganzen Kirche und in der Kirche noch einmal ganz besonders seinen Amtsbrüdern verpflichtete Diener am Wort, der als solcher fragte, untersuchtee, nachdachte, formulierte, um Schritt für Schritt zu den hier niedergelegten Erkenntnissen und – neuen Fragen vorzustoßen. Wer die Vorträge von Eduard Thurneysen versteht, der versteht damit, dass die Kirche der Existenzgrund und das Subjekt der Theologie ist. Wer das nicht versteht, der hat sicherf auch Eduard Thurneysen nicht verstanden.

Man kann nun sagen, dass diese Begründung und Beziehung der Theologie auf die Kirche und speziell auf die Arbeit des Pfarrers ein Merkmal der ganzen theologischen Erneuerungsbewegung ist, die sich in der Schweiz, in Deutschland und g-von da aus auch-g in anderen europäischen Ländern in den letzten 15 Jahren ereignet hat.16 Man muss aber einerseits wissen, dass Eduard Thurneysen unter allen Anderen vielleicht doch der Allererste gewesen ist, der die Notwendigkeit einer in diesem Sinn kirchlichen Theologie neu eingesehen hat:17 von ihm habe jedenfalls ich die Anregung empfangen, in dieser Richtung zu arbeiten.18 Undh man muss andererseits beachten, dass unter nan Allen, die innerhalb dieser neuen Theologie Ruf und Namen haben, kaum einer ist, der sie als Bewegung aus der Kirche für die Kirche so charakteristisch verkörpert wie eben Eduard Thurneysen. Es ist kein Zufall, dass i-sein äußerer-i Lebensweg ihn schließlich auf den Posten des ersten Pfarrers am Münster zuj Basel geführt hat19 und damitk in die direkte Nachfolgerschaftl eines Johannes Oekolampad, eines Oswald Mykonius, eines Simon Sulzer, eines Johann Jakob Grynaeus.20 |784 Man könnte wohlm bedauern, dass ein langweiliges (das neunzehnte) Jahrhundert den Titel eines «Antistes»21, der einst mit dieser Stelle verbunden war, abgeschafft hat. Eduard Thurneysen n-würde diesem Titel in einem ganz neuen Sinn Ehre gemacht haben. Er ist in einem nicht äußerlich zu verstehenden Sinn eine wahrhaft bischöfliche Erscheinung-n. Gehalten von der unbeweglichen Voraussetzung o-des Geheimnisses der christlichen Gemeinde-o waltet er seines Amtes: sichp immer aufs Neue lauschend und aufnehmend, tröstend q-und mahnend-q, beunruhigend und beruhigend, r-Wege weisend-r und nach neuen Wegen-sausblickendt, über den Christen, noch mehr: über den Menschen von heute zu beugens-, um u-mit ihm und so für-u ihn da zu sein. In diesem Amte handelt er auch in den hier wiedergegebenen Aufsätzenv. «Vorträge»22 ist, ihres w-akademischen und-w wissenschaftlichen Ge|785haltes unbeschadet, nicht das richtige Wort für x-diese Arbeiten-x. Eduard Thurneysen hält keine «Vorträge»; er hält, auch wenn er weitgehend analysierend, problematisierend, untersuchend vorgeht, Ansprachen, y-Allokutionen, Beichtreden. Noch-y genauer gesagt: er führt Gespräche – das Wort «führt» wäre dabei zu betonen! – von der Art, wie manche altez Lehrer aa-und Beichtväter-aa sie geführt zu haben scheinen. Man wird nicht ohne Nutzen an Grünewalds Darstellung der Unterhaltung ab-zwischen den beiden Heiligen in der Thebais-ab23 denken, wenn man dieses Buch liest. So oder so: die Kirche ist bei Eduard Thurneysen Ereignisac. Er zwingt schon durch die Art seiner 2 Existenz denad Hörer und Leser, der ihn recht versteht, sich – nichtae nuraf mit ihm, sondern mit dem Faktum der Kirche (und nicht nur der Kirche!)ag auseinanderzusetzen.

Ich darf noch etwas hinzufügenah über die besondere Art, in der Eduard Thurneysen in seinem Amtai und aj-als Theologe-aj tätig ist. Das Wort, in dem sich alle meine persönlichen Eindrücke von ihm zusammendrängen, ist das Wort Offenheit. Man kann das zunächst auf das gewissermaßen Sokratische seiner Wissenschaftlichkeit beziehen. Es wird nicht so leicht eine Meinung oder These auf religiösem, philosophischem oder moralischem Gebiet geben, der er nicht, wenn sie |786 ihm einigermaßen ernsthaft vorgetragen wird, mindestens ein waches Interesse entgegenzubringenak, der er nicht irgend eine al-Wahrheitsbeziehung, ein nicht zu überhörendes-al «Anliegen» zu entnehmen wüsste. Eram hat die seltene Gabe, von Anderen zu lernen, und zwar von Jedem das gerade an-für ihn-an Lernenswerte zu lernen und in sich lebendig werden zu lassen. Man wird ihn aber auch schwerlich so bald bereit finden, sich auf irgendwelche formulierten Sätzeao und definiertenap Richtungen-aqpositiv so festzulegen, dass man ihnar ein für allemalaq- an einem bestimmten Ort zu suchen oder nicht zu suchen hätte. as-Parteinahme ist in der Regel nicht seine Sache.-as Er ist bei aller sachlichenat Entschiedenheit ein beweglicher Mann, mit dem man im Einzelnen immer wieder Überraschungen erleben kann. An einem Ort wird man ihn freilichau sicher nie finden, an einem Ort wird er av-die Stirne sicher immer kraus-av und den Mund zu einem spöttischen Lächeln verziehen: da nämlich, wo ein eingebildeter Praktizismus seine ungeprüftenaw Voraussetzungen hinter einer Fassade von wohlklingenden Tagesparolen zu verbergen liebt. Eduard Thurneysen kann dann, wenn er auf diese gerade in der Kirche, gerade im Pfarrerstand so verbreitete eifrigeax Nicht-Offenheit stößt, soay energisch Nein! sagen-azwie ba-wir Anderen-ba, die mit seiner johanneischen Natur im Übrigen nicht gesegnet sindaz-. Diese sozusagen intellektuelle Offenheit ist aber doch nur der Ausdruck seiner großen Empfindlichkeit |787 sowohl für alle wirkliche innere und äußere Not und Sorge als auch für alle in wirklicherbb Leidenschaft sich äußernde Bewegtheit und Hoffnung,-bcin welcher Gestalt bd-immer ihm beides-bd in seiner näheren und weiteren Umgebung entgegentreten mögebc-. Er ist ein Mann, der in erstaunlicher Weise für Andere zu haben ist, sich aufmerksambe in sie versetzen, geduldigbf mit ihnen gehen kann, der dem Mitmenschen damit zum Wohltäter wird, dass er ihn – und nun doch von einer überlegenen Stelle aus und in einem verklärenden Lichte! – versteht und in seiner Klage oder Begeisterungbg gelten lässt. Die sehr spürbare Kritik, mit der er ihm dabei gegenübersteht, wird fast immer jene radikale, jene immanente Kritik sein, die als solche tröstlich, hilfreich, bh-fruchtbar und-bh weiterführend ist. Er versteht die Kunst, einen Gedanken, ein Tun oder Verhalten so abzulehnen, dass der Andere sich dabei aufs Stärkste aufgenommen fühlt und sich gerade bi-so etwas-bi sagen lassen kann, was er sich, bloß von außen kritisiert, nimmermehr sagen lassen würde. Es gleicht so sein Studierzimmer – und doch auch seine Schau von Kirche und Welt – der Arche Noahs, die allerlei Tiere besteigen und dann, bis auf weiteres gerettet, im Zeichen des Himmel und Erde verbindenden Bogens wieder verlassen durftenbj [vgl. Gen. 6,5–9,17]. bk-Man könnte fragen: wo-bk er diese Art empfangen und gelernt habebl? Die für ihn eindrucksvollsten Gestalten seiner Jugend-^^ und Studienzeitbm waren der große Seelsorger Christoph Blumhardt d. J. in Bad Boll24 und – der in seiner Art ebenfalls große Versteherbn |788 unter den Theologen: Ernst Troeltsch25. Aberbo ich möchte meinen Freund nicht von diesen seinen geistlichen bzw. geistigen Vätern her erklären wollen. «Individuum est ineffabile»26, wie er selber gerne zitiert. bp-Aber auch dabei möchte ich-bp nicht stehen bleiben. Ich hätte die 3 Hauptsache nicht gesagt, wenn ich nicht zum Schluss darauf hinweisen würde: seine Offenheit für alles Menschliche dürftebq eine geheimebr Entsprechung haben in der Offenheit, in der er abseitsbs von allen menschlichen Stimmen auf die heilige Schrift zu hören versucht. |789 Indem ihm diesbt zur Notwendigkeit wurde, ist er der kirchliche Theologe in seiner Besonderheit geworden, der in diesem Buche zu uns redet. Man wird wohl gerade auch von dieser seiner bu-so eindrucksvollen-bu Besonderheit nur dann lernen können, wenn man diesen ihren letzten und entscheidenden Ursprung ins Auge bekommt und nicht mehr aus bv-dem Auge-bv verliert.

bw-Bonn, im Mai 1935 Karl Barth-bw

Textkritische Fußnoten

a
Druck: «herausgewachsen».↩
b
Am Rand des Manuskripts ist ohne Einfügungszeichen in Bleistift notiert: «Offen: gegen Thesen / gegen Abschliessungen / für Nöte / für Hoffnungen». Inhaltlich entsprechend ist das weiter unten unter dem Stichwort «Offenheit» über Thurneysen Ausgeführte. ↩
c
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
d-d
Mskr.: «zur Erhärtung bestimmter Thesen willen»; Druck: «um Erklärung bestimmter Thesen willen».↩
e
Druck: «unterrichtete».↩
f
Fehlt im Druck.↩
g-g
Fehlt im Druck.↩
h
Fehlt im Druck. ↩
i-i
Druck: «der äußere».↩
j
Druck: «in».↩
k
Druck: «somit».↩
l
Druck: «Nachfolge».↩
m
Mskr. und Druck: «es wohl» (das «es» steht im Mskr. zwischen zwei gestrichenen Worten und wurde daher bei der Abschrift für Tskr. I wohl übersehen).↩
n-n
Mskr.: «ist eine im besten Sinn bischöfliche Erscheinung, die diesem Titel in einem ganz neuen Sinn Ehre gemacht hätte»; Druck: «ist eine im besten Sinn bischöfliche Erscheinung, die diesem Titel in einem neuen Sinne Ehre gemacht hätte».↩
o-o
Mskr. und Druck: «der Offenbarung Gottes in Jesus Christus, der Gewissheit der sündenvergebenden Gnade, der Hoffnung auf das kommende Reich Gottes».↩
p
Fehlt im Druck (aber nicht in Tskr. II).↩
q-q
Fehlt im Druck.↩
r-r
Druck: «wegweisend».↩
s-s
Druck: «sich umsehend um den Menschen von heute sich mühend».↩
t
Mskr.: «sich umsehend».↩
u-u
Mskr.: «mit ihm zu sein und so für»; Druck: «mit ihm und für».↩
v
Mskr. und Druck: «Abhandlungen».↩
w-w
Fehlt im Druck.↩
x-x
Mskr. und Druck: «für sie».↩
y-y
Mskr.: «Allokutionen. Noch»; Druck: «Allokutionen, noch».↩
z
Druck: «alten».↩
aa-aa
Fehlt im Druck.↩
ab-ab
Druck: «der beiden Heiligen».↩
ac
Im Mskr. und Druck hervorgehoben.↩
ad
Druck: «seinen».↩
ae
In Tskr. I wurde vor «nicht» in Barths Handschrift ein weiteres «sich» eingefügt. Im Druck fehlt der Gedankenstrich vor «nicht».↩
af
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
ag
Im Mskr. stehen statt der Klammern Gedankenstriche; im Druck fehlt beides.↩
ah
Mskr. und Druck: «hinzusetzen».↩
ai
Druck: «Pfarr-Amt».↩
aj-aj
Mskr. und Druck: «in seinem Amt als Theologe». ↩
ak
Im Druck fälschlich: «entgegenbringen».↩
al-al
Druck: «Wahrheitsbeziehung oder ein».↩
am
Mskr. und Druck: «Eduard Thurneysen».↩
an-an
Mskr. und Druck: «bei ihm».↩
ao
Druck: «Seiten».↩
ap
Mskr. und Druck: «definierte».↩
aq-aq
Druck: «festzulegen, die man ein für allemal».↩
ar
Fehlt im Mskr.↩
as-as
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
at
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
au
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
av-av
Druck: «die Stimme sicher immer erheben».↩
aw
Druck: «ungetrübten».↩
ax
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
ay
Fehlt im Druck.↩
az-az
Fehlt im Druck.↩
ba-ba
Mskr.: «Andere».↩
bb
Fehlt im Druck.↩
bc-bc
Fehlt im Druck.↩
bd-bd
Mskr.: «ihm auch Beides».↩
be
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
bf
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
bg
Mskr. und Druck: «Freude».↩
bh-bh
Mskr.: «fruchtbar»; Druck: «freundlich».↩
bi-bi
Druck: «das».↩
bj
Druck: «dürfen».↩
bk-bk
Mskr. und Druck: «Wo».↩
bl
Mskr. und Druck: «hat».↩
bm
Mskr.: «Studentenzeit».↩
bn
Druck: «Verstehende». ↩
bo
Im Druck beginnt mit «Aber» ein neuer Absatz.↩
bp-bp
Mskr. und Druck: «Ich möchte aber auch dabei».↩
bq
Druck: «möchte».↩
br
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
bs
Mskr. und Druck: «in der Weise der ‹Frommen› des alten Bundes abseits».↩
bt
Druck: «das».↩
bu-bu
Fehlt im Mskr. und im Druck.↩
bv-bv
Druck: «den Augen».↩
bw-bw
Fehlt im Mskr. und im Druck. ↩

Sachfußnoten

1
James D. Smart (1906–1982), 1931–1934/35 Pfarrer in Ailsa Craig, Ontario; 1934/35–1941 in Galt, Ontario; 1957 Professor für Biblical Interpretation am Union Theological Seminary, New York. ↩
2
E. Thurneysen, Das Wort Gottes und die Kirche, München 1927. 📖 ↩
3
Brief J. Smarts an Barth vom 25.4.1934 (KBA 9334.457). Vgl. dazu auch Smarts Brief an Thurneysen vom 25.4.1934 (Nachlass Thurneysen; auszugsweise zit. in: Bw.Th. III, S. 639, Anm. 3 📖). ↩
4
Brief Barths an Thurneysen vom 20.5.1934 (KBA 9270.623; Bw.Th. III, S. 639f. 📖). Die Antwort Barths an Smart ist im KBA nicht erhalten, aber es findet sich ein undatierter Brief Smarts, in dem er Barth für seine freundliche Bereitschaft, eine Einleitung zu der englischen Ausgabe zu schreiben, dankt (KBA 9335.483). ↩
5
Brief J. Smarts an Barth vom 22.12.1934 (KBA 9334.1325). ↩
6
Brief Barths an Thurneysen vom 15.5.1935 (KBA 9270.654; Bw.Th. III, S. 879 📖). ↩
7
Brief Smarts an Barth vom 22.8.1935 (KBA 9335.853). ↩
8
Am 29.10.1937 schrieb Smart an Thurneysen von insgesamt acht vergeblichen Versuchen (Brief im Nachlass Thurneysen; vgl. Bw.Th. III, S. 640, Anm. 3 📖). ↩
9
KBA 11094. Das Mskr. wurde geschrieben auf den Rückseiten einer Seite des Typoskripts von KD I/1 (Tskr., S. 78 = KD I/1, S. 58f.) und des Typoskripts der Fragebeantwortung zu seiner Utrechter Vorlesung über das Apostolikum (Tskr., S. 5 = K. Barth, Credo. Die Hauptprobleme der Dogmatik dargestellt im Anschluß an das Apostolische Glaubensbekenntnis. 16 Vorlesungen, gehalten an der Universität Utrecht im Februar und März 1935, München 19352, S. 156f. 📖). ↩
10
KBA 11096. An diesem dreiseitigen, engzeilig beschriebenen Typoskript findet sich eine in Barths Handschrift eingetragene Korrektur. ↩
11
KBA 11095 (fünfseitiges, zweizeilig beschriebenes Typoskript). ↩
12
Tskr. II, S. 5. – In seinem Vorwort von 1971 schreibt Thurneysen, sich wohl selbst nicht mehr genau an die Ereignisse von 1934/35 erinnernd, es handele sich um «ein im Nachlaß von Karl Barth gefundenes, bisher nicht veröffentlichtes ‹Geleitwort›», das Barth «wohl im Jahre 1935 entworfen» habe «im Blick auf eine Neuauflage meiner Vorträge» (E. Thurneysen, Das Wort Gottes und die Kirche. Aufsätze und Vorträge, hrsg. mit E. Wolf [TB 44], München 1971, S. 11 📖). ↩
13
Vgl. unten, Anm. u–u (dort gemeinsame Streichung des «zu sein»; danach Korrekturvariante) und bm.↩
14
Abweichungen, welche nur die Schreibweise und die Zeichensetzung betreffen oder auf die Verwendung bzw. Auflösung von Abkürzungen zurückgehen, werden dabei nicht ausgewiesen. ↩
15
Bezüge auf die Probleme des Pfarramts finden sich z. B. in Briefen Thurneysens (vgl. etwa Bw.Th. I, S. 90f. 93f. 115. 120 📖), in E. Thurneysen, Unsere Hoffnung und die Kirche. Ein Vortrag, in: K. Barth / E. Thurneysen, Suchet Gott, so werdet ihr leben!, München 19282, S. 160–174, dort S. 168 📖, und in Thurneysen, Wort Gottes (Anm. 2), S. 28–30. 36. 136–139. 230. 📖↩
16
Die «fünfzehn» Jahre sind als ungefähre Angabe zu verstehen. Barth dürfte an die Entwicklung denken, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Veröffentlichung der Erstausgabe des Römerbriefs 📖 (Dezember 1918) einsetzte. ↩
17
Zur Kirchlichkeit der Theologie vgl. Thurneysen, Wort Gottes (Anm. 2), S. 221–223 📖. Drei Aufsätze des Aufsatzbandes behandeln direkt ekklesiologische Themen: Vom Wesen der Kirche (a.a.O., S. 64–88) 📖, Die Kirche des Wortes (a.a.O., S. 89–111) 📖 und Kirche und Staat (a.a.O., S. 112–135) 📖. ↩
18
Diese Aussage berührt sich mit einem Bericht Barths aus dem Jahr 1968: «Thurneysen war es, der mir einmal unter vier Augen das Stichwort halblaut zuflüsterte: Was wir für Predigt, Unterricht und Seelsorge brauchten, sei eine ‹ganz andere› theologische Grundlegung. […] Faktisch-praktisch drängte sich uns dann bekanntlich etwas viel Naheliegenderes auf: nämlich der Versuch, bei einem erneuten Erlernen des theologischen ABC noch einmal und besinnlicher als zuvor mit der Lektüre und Auslegung der Schriften des Alten und Neuen Testaments einzusetzen. […] Am Morgen nach dem Tag, an dem Thurneysen mir jenes allgemein gehaltene Flüsterwort gesagt hatte, begann ich mich, immerhin mit allem mir damals zugänglichen Rüstzeug, unter einem Apfelbaum dem Römerbrief zuzuwenden» (K. Barth, Nachwort, in: Schleiermacher-Auswahl, hrsg. von H. Bolli, mit einem Nachwort von K. Barth, München / Hamburg 1968, S. 290–312, dort S. 294f. 📖). Obwohl Barth in seinem Briefwechsel mit Thurneysen häufig auf die Abfassung der ersten Fassung seines Römerbriefkommentars zu sprechen kommt – erstmals am 19.7.1916 (KBA 9270.85; Bw.Th. I, S. 146 📖) –, wird in ihm das «Flüsterwort», dem Barth im Nachhinein die Bedeutung eines seine Römerbriefstudien auslösenden Ereignisses zuschrieb, nicht erwähnt. Im Briefwechsel ist nicht erkennbar, dass Barth die Anregung, in eine bestimmte theologische Richtung zu arbeiten, von Thurneysen empfing. ↩
19
1927 wurde Thurneysen zum Pfarrer an der Basler Münstergemeinde gewählt. ↩
20
Die von Barth genannten Theologen waren die ersten vier Antistes (s. unten, Anm. 21) der reformierten Kirche von Basel: Johannes Ökolampad (1482–1531; Reformator Basels, November 1522 Mitarbeiter des Buchdruckers Andreas Cratander in Basel, 1523 Beginn mit biblischen Vorlesungen an der Universität Basel, 1525 Leutpriester zu St. Martin, 1529 Pfarrer am Münster in Basel); Oswald Myconius (1488–1552; 1531 Prediger zu St. Alban in Basel, nach Ökolampads Tod Antistes und Professor); Simon Sulzer (1508–1585; 1548 Prediger an St. Peter in Basel, 1552 Professor, 1553 Antistes); Johann Jakob Grynäus (1540–1617; 1575 Professor für Altes Testament in Basel, 1586 Antistes und Professor für Neues Testament in Basel). ↩
21
Antistes («Vorsteher») war in den reformierten Staatskirchen von Basel 1530–1911, Zürich 1532–1895 und Schaffhausen 1536–1915 der Titel des Oberpfarrers. ↩
22
Im Vorwort zu Thurneysen, Wort Gottes (Anm. 2) 📖, schrieb Thurneysen selbst zunächst von «in diesem Buche vereinigten Arbeiten», dann aber von den «hier veröffentlichten Vorträge[n]» (a.a.O., S. [I]).↩
23
Auf dem linken Flügel des Isenheimer Altars hat Matthias Grünewald (ca. 1475–1528) den Besuch des Einsiedlers Antonius bei Paulus von Theben und ein lebhaftes Gespräch zwischen den beiden Heiligen dargestellt.↩
24
Christoph Blumhardt (1842–1919), nach dem Tode seines Vaters Johann Christoph Blumhardt (1805–1880) Übernahme der Leitung von Bad Boll, 1900–1906 Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei im Württembergischen Landtag. – 1904 lernte der sechzehnjährige Thurneysen während eines Kuraufenthaltes seiner Stiefmutter Blumhardt in Bad Boll kennen. Dieser ersten Begegnung folgten weitere. Ostern 1915 kam es zu einem gemeinsamen Besuch von Barth und Thurneysen bei Blumhardt. Im Vorwort zu seinem Blumhardt-Buch schreibt Thurneysen: «Daß Blumhardt für mich und meine Freunde kein gleichgültiger Name ist, daß wir ihm entscheidende Wegleitung verdanken, daraus haben wir nie ein Hehl gemacht» (E. Thurneysen, Christoph Blumhardt, München 1926, S. 5 📖). Zur Bedeutung Blumhardts für Thurneysen vgl. R. Bohren, Prophetie und Seelsorge. Eduard Thurneysen, Neukirchen-Vluyn 1982, S. 33–38 📖; Barth / Thurneysen, Suchet Gott (Anm. 15), S. 4 📖, und Thurneysen, Wort Gottes (Anm. 2), S. 190. 217 📖. ↩
25
Ernst Troeltsch (1865–1923), 1892 Professor in Bonn, 1894 in Heidelberg (auch für Philosophie), 1915 Professor der Philosophie in Berlin, 1919–1921 Staatssekretär im Preußischen Kultusministerium. Zur Bedeutung Troeltschs für Thurneysen vgl. Bohren, Prophetie (Anm. 24), S. 46–48 📖. In Thurneysen, Wort Gottes (Anm. 2), S. 43 und S. 189 📖, finden sich Bezüge auf Troeltsch. ↩
26
«Das Individuum ist unaussprechlich» (im Sinne von: in seinen vielfältigen Bestimmungen nicht auf einen Begriff zu bringen). Der Satz wurde lange Zeit der Scholastik zugeschrieben, ließ sich dort aber bisher nicht belegen (vgl. L. Oeing-Hanhoff, Art. «Individuum II. Hoch- und Spätscholastik», in: HWP, Bd. 4, Sp. 304–310, dort Sp. 309 📖). Ein früher Beleg findet sich bei J. W. von Goethe: «Hab ich dir das Wort Individuum est ineffabile woraus ich eine Welt ableite, schon geschrieben?» (Goethes Briefe, Bd. 1: Briefe der Jahre 1764–1786, Hamburg 1962, S. 325 📖). In E. Thurneysen, Dostojewski, Zürich 1921, S. 29 📖, spielt Thurneysen auf das Zitat an.↩