14. Juni 1930

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

9
Lieber Eduard!

Heute Morgen hat Karl seine Englandreise angetreten.1 Er wollte dir gerne vorher noch schreiben, aber dann drängte sich die Arbeit doch derart, daß wir heute Nacht bis gegen 1 Uhr noch über einer zu prüfen|10den Licentiaten-Arbeit (über das emotionale Gotteserlebnis!)2 brüteten und rasch, rasch noch das Referat3 tippten. Und nun soll ich dich statt seiner grüßen und dir vor Allem sagen, daß am Montag unser guter Herr Mackay4, Karls Englisch-Lehrer, bei dir eintreffen wird. Er hat wirklich Großes für Karl geleistet, d. h. er kam jeden Nachmittag in drückender Hitze einen weiten Weg gelaufen, um 1-2 Stunden Englisch zu reden und ihn in dieser Weise in Stand zu setzen, dort drüben nun doch einigermaßen sich mitteilen zu können. — Karl wird diesen Sonntag und Montag in London bleiben und an beiden Abenden Zusammenkünfte mit Theologen (die ein Freund von Mackay namens Oldham5 einberufen wird) haben. Am Dienstag fährt er dann nach Glasgow, am Mittwoch findet dort die Doktorierung des «most discussed theologian of Germany» (so heute in einer schottischen Zeitung zu lesen!)6 statt, am Donnerstag wird er in [St.] Andrews und Freitag, Samstag in Edinburgh sein. Am Montag Mittag hoffen wir, ihn hier wieder erwarten zu können.

Wir haben so lange nichts von dir gehört, und Karl wartet sehr auf einen Brief von dir. — Er hat eine arbeitsreiche Zeit hinter sich, und die 2. Auflage der Prolegomena7 ist noch immer nicht in Angriff genom|11men. Ich glaube auch nicht recht daran, daß dies in diesem Semester noch geschehen wird. Er ist zu stark noch von dem Wunsch erfüllt, vorher noch etwas mehr Lektüre hinter sich gebracht zu haben. — An interessanter Korrespondenz habe ich dir leider nichts beizulegen außer diesen beiden Briefen an Loew und Brunner, die du vielleicht ganz gerne liesest, den ersten, weil er dir ein kleines Bild von der Fakultät und dem Leben hier gibt8, den zweiten um der sachlichen Auseinandersetzung willen9. Es kam heute eine Antwort von Brunner (die Karl nicht mehr erreichte), in der er diese Kritik als unberechtigt ablehnt.10 — Bitte gib beide Durchschläge gelegentlich zurück. — Interessant und bewegt sind |12 die letzten offenen Abende11 verlaufen. Erica Küppers12 hat ein gründliches Referat über Tillich13 gehalten, und das wurde der Anlaß von lebhaften Aussprachen. Ich bin nun dabei, seine «religiöse Verwirklichung»14 zu verarbeiten. Karl liest ihn ja so von Herzen ungern!! — Hast du die letzten Nummern des deutschen Pfarrerblattes gesehen? Es sind da einige kräftige Stimmen für Quousque tandem 📖15 erklungen16, nach|13dem an dieser Stelle lange nur Gegenteiliges zu hören war17. (Karl hat zweimal versucht, eine Erwiderung auf all das in diesem halben Jahr Gesagte zu schreiben, aber es hat ihn dann immer wieder unnütz angeschaut, und nach diesen letzten Stimmen meint er nun erst recht, es lassen zu können.)

Am 4. Juli wird Karl in Frankfurt sprechen auf die dringende Bitte von Ottokar Fricke hin, der eigens herüberkam, um dafür zu werben.18 Das Thema wird dasselbe sein wie jener Lauensteiner Vortrag19 von vor zwei Jahren: «Die Theologie und der heutige Mensch 📖»20 Ich möchte sehr gerne mitfahren, um Frickes Arbeit etwas aus der Nähe zu sehen.21 Er hat mir viel davon erzählt und scheint einer der ganz wenigen Menschen, die wirklich Fühlung mit der Arbeiterjugend haben. — Am 11. Juli kommt vielleicht Prof. Scholz22, um in Karls Seminar über Anselm |14 einen Vortrag zu halten23. — Und am 18. Juli hat Karl zwei Lic.-Prüfungen24 in Münster zu halten. Aber er könnte es einrichten, zum Sonntag den 20. wieder hier zu sein, wenn dies gerade der Tag wäre, der dich auf der Heimreise von Holland25 über Bonn führte? Wir freuen uns alle auf deinen Besuch, und daß Marguerites Vorschlag wegen Adelboden auf fruchtbaren Boden fiel26, habt ihr bereits von Nelly vernommen.

15 Ende der Woche erwarten wir nun Karls Mutter. Ich hoffe so sehr, es bedeute nicht noch eine Erschwerung der ohnehin nach wie vor sehr schweren Situation. Es liegt durchaus so, daß Nelly und ich nur mit großer Mühe durch die Tage kommen und daß jeden Augenblick alles gefährdet sein kann. Ich sehe so gut, wie viel ruhiger und getroster ich innerlich dran sein müßte, um es mit Nelly auch nur einigermaßen gut zu machen und ihrem Protest gegen unsere Lage nicht auch nur mit Rebellion zu begegnen. Wir sind eben jetzt so unerhört an den Ort gebannt, der Alles aufdeckt und uns über unser Dransein keine Illusionen mehr läßt. Und manchmal darf man aber vielleicht gerade darum stärker als je zuvor wissen, daß es Gnade ist, so dran zu sein.

Wie geht es Euch? Grüße Marguerite und die Kinder27 vielmals. — Du mußt mir nicht antworten auf diesen Brief, sondern ihn als einen Gruß von Karl und mir annehmen.

Deine
Lollo

Am Donnerstag fahre ich nach Düsseldorf, um dort eine Religionslehrer-Tagung28 mitzumachen, in welcher der «Einfluß der Dialektischen Theologie auf die Pädagogik» behandelt wird auf Grund von Heckels Buch29 und Bohnes «Wort Gottes und der Unterricht»30. Erica Küppers kommt wahrscheinlich mit und wird, wenn nötig, in die Diskussion eingreifen, was sie wirklich unerhört eindrucksvoll kann!

Sachfußnoten

1
Barth reiste von London (14.6.-17.6.) über Glasgow (17.6.-19.6.), wo er am 18. Juni zum Ehrendoktor der Universität Glasgow (Honorary Degree of Doctor of Divinity) ernannt wurde (vgl. hierzu Barths Berichr darüber an R. Bultmann in: Bw.B.1, S. 160f. 📖; Bw.B.2, S. 158f. 📖), und St. Andrews (19.6.-20.6.) nach Edinburgh (20.6.-21.6.; Rückreise bis 22.6.).↩
2
E. Schlink, Emotionale Gotteserlebnisse. Ein empirisch-psychologischer Beitrag zum Problem der natürlichen Religion (Abhandlungen und Monographien zur Philosophie des Wirklichen 5), Leipzig 1931. 📖 ↩
3
D. h. das Gutachten über diese Dissertation, überschrieben «Referat», datiert am 13. Juni 1930 (im Karl Barth-Archiv).↩
4
John Alexander Mackay (1889–1983), 1925 Professor für Philosophie in Mexiko (San Marcos), 1925–1932 auf Reisen durch Südamerika im Auftrag des YMCA (Christlichen Vereins Junger Männer, besonders in Uruguay und Mexiko), 1936–1959 in führenden Ämtern bei dem Internationalen Missionsrat, dem Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Reformierten Weltbund. Im Sommer 1930 hielt er sich mit seiner Familie in Bonn auf, um Barth zu hören, und half ihm beim Englischlernen.↩
5
Joseph Houldsworth Oldham (1874–1969), 1921–1938 erster Generalsekretär des Internationalen Missionsrats, in verschiedenen Funktionen im Bereich von Mission und Ökumene tätig.↩
6
Vermutlich ungenaue Wiedergabe des Titels eines Artikels über K. Barth von J. McConnachie, Europe’s Most Discussed Theologian, in: Scots Observer vom 12. Juni 1930 📖, in dem anläßlich der Ehrenpromotion Barths Lebenslauf und Denken vorgestellt wird (Karl Barth-Archiv). ↩
7
K. Barth, Die christliche Dogmatik im Entwurf, Bd. I: Die Lehre vom Worte Gottes. Prolegomena zur christlichen Dogmatik, München 1927 📖 (Neuausgabe: hrsg. von G. Sauter [Gesamtausgabe, Abt. II], Zürich 1982 📖). Statt der geplanten Neuauflage veröffentlichte Barth ab 1932 «Die Kirchliche Dogmatik 📖». Zur Editionsgeschichte der «Christlichen Dogmatik» vgl. im Vorwort der Neuausgabe S. XI-XVIII.↩
8
Wilhelm Loew (1887–1977), nach Pfarrämtern in Simmersbach und Remscheid 1927–1937 Pfarrer in Traben-Trarbach, 1937–1939 Leiter des Düsseldorfer Predigerseminars, nach seiner Abberufung auf Verlangen einer hohen NS-Parteistelle bis 1940 Hilfsprediger in Düsseldorf-Oberkassel, wegen der so entstandenen auch finanziell untragbaren Situation 1940–1945 Medizinstudium in Graz, 1945 bis Ende 1950 Arzt am Grazer Evangelischen Krankenhaus, nach der Rückkehr nach Deutschland zunächst Lehrbeauftragter, ab 1952 bis etwa 1964/65 Honorarprofessor für Praktische Theologie in Mainz, 1961 Gastprofessor in Saarbrücken; vgl. Bw.Th. I 📖 und II 📖 (Namenregister). — Barth berichtete Loew von seinen Lehrveranstaltungen und der «reichlich unklar[en]» Situation an der Fakultät. «Eines ist sicher, daß Herr Pfennigsdorf als eine komplette Null zu werten ist. Weber ist ein in seiner Weise kluger Mann, aber auch undurchsichtig und ungreifbar mit den ganzen Allüren eines weltgewandten Pietisten. Am meisten Berührung und Beziehung habe ich zu Karl Ludwig Schmidt, der jedenfalls kraft der Gesundheit und Geradheit seines Wesens ein angenehmer Kollege ist, wie ich ihn in Münster so nicht hatte. Auch mit Hölscher kann ich es sehr gut, obwohl er heftig unter den Folgen der liberalen Erbsünde leidet und auch sonst stark zum Typus des vormärzlichen deutschen Professorentums neigt.» Barth werde wohl Ernst Wolf als Nachfolger von Erik Peterson, der von einer ordentlichen theologischen auf eine philosophische Honorarprofessor wechselte (vgl. unten S. 86, Anm. 1), nicht durchsetzen können (Brief vom 5.6.1930).↩
9
In seinem Brief vom 2.6.1930 teilte Barth Brunner seine Darstellung und Kritik von dessen Buch Gott und Mensch. Vier Untersuchungen über das personhafte Sein (Vorträge), Tübingen 1930 📖, mit, die für seinen «Zeddelkasten» (vgl. unten S. 130, Anm. 10) verfaßt worden waren (Bw.Br., S. 193–196 📖).↩
10
In seiner Antwort vom 12.6.1930 schrieb E. Brunner, wo im einzelnen er sich von K. Barth grob mißverstanden und daher zu Unrecht kritisiert sah (Bw.Br., S. 196–199 📖).↩
11
«Offene Abende» hielt Barth seit seiner Zeit in Göttingen wöchentlich in seinem Haus ab.↩
12
Erica Küppers (1891–1968), seit 1926 Studienrätin in Droyssig/Zeitz, studierte zur Vorbereitung auf eine Dozentur für Religionswissenschaft an einer Pädagogischen Hochschule seit dem SS 1930 (bis 1933) zusammen mit einigen ihrer ehemaligen Schülerinnen Theologie bei Barth, den sie an der Göttinger Universität näher kennengelernt hatte, und gehörte dann zum Freundeskreis um K. Barth und Ch. von Kirschbaum; 1933 Rückkehr nach Droyssig, Versetzung nach Magdeburg, 1936 zwangsweise Pensionierung wegen Verweigerung der Ablegung des unveränderten Beamteneides auf Hitler, «Berufsarbeiterin» des Stadtverbands der Evangelischen Frauenhilfe in Frankfurt am Main, 1946 «Sachbearbeiterin» für den Neuaufbau der Gemeinden in Hessen, 1949 Schriftleiterin der Monatsschrift «Bekennende Kirche auf dem Weg», die 1954 in der von E. Küppers bis 1968 mitherausgegebenen und redigierten Zeitschrift «Stimme der Gemeinde» aufging. Vgl. M. Flesch-Thebesius, Blume der Steppe. Das Leben der Pfarrerin Erica Küppers 1891-1968 (Schriftenreihe des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main 19), Frankfurt a. M. 1994. 📖 ↩
13
Der überarbeitete Vortrag erschien später unter dem Titel Zur Religionsphilosophie Paul Tillichs, in: ZZ, Jg. 9 (1931), S. 123–154. 📖 ↩
14
P. Tillich, Religiöse Verwirklichung, Berlin 1930. 📖 — Paul Johannes Tillich (1886–1965) war nach einer Privatdozentur und Professuren in Berlin, Marburg und Dresden seit 1929 Professor für Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main, 1933 (kurz vor dem endgültigen Entzug der Lehrerlaubnis durch die Nationalsozialisten) Emigration in die Vereinigten Staaten, 1933/1937 «Visiting Professor» für Religionsphilosophie und Systematische Theologie am Union Theological Seminary, zugleich 1933–1934 «Visiting Lecturer» für Philosophie an der Columbia University, 1937–1940 Associate Professor für Philosophische Theologie, 1940–1955 Professor für Philosophische Theologie am Union Theological Seminary in New York, 1955–1962 an der Harvard-University, zugleich 1956–1961 in zweijährigem Turnus Gastprofessor in Hamburg, 1962–1965 Professor für Theologie in Chicago; vgl. Bw.Th. II 📖 (Namenregister).↩
15
K. Barth, Quousque tandem …?, in: V.u.kl.A. 1925-1930, S. 526–535. 📖 Der Artikel stellt eine scharfe Kritik an der Selbstdarstellung der Amtskirche dar; vgl. Bw.Th. II, S. 692f.696 📖. ↩
16
E. Haake, Barth hat Recht, in: Dt.Pfrbl., Jg. 34 (1930), Nr. 18 vom 6. Mai 1930, S. 278. 📖 ↩
17
[J.] Koch, Quousque tandem …? Offener Brief an Karl Barth, in: Dt.Pfrbl., Jg. 34 (1930), Nr. 8 vom 25. Februar 1930, S. 113f. 📖; K. Veller, Noch einmal: «Quousque tandem?!», a.a.O., Nr. 12 vom 25. März 1930, S. 180f. 📖; [J.] Schneider, Das Richteramt der dialektischen Theologie und die Arbeit der Kirche, a.a.O., Nr. 17 vom 29. April 1930, S. 257–260 📖; H. Karwehl, Die Substanz der Kirche, a.a.O., Nr. 18 vom 6. Mai 1930, S. 277f. 📖; K. Veller, Die ganze Wahrheit soll es sein!!. Synergistische «Ketzereien» eines Monergisten, a.a.O., Nr. 19 vom 13. Mai 1930, S. 294f. 📖 (Erwiderung auf den Artikel Haakes, s. Anm. 16).↩
18
Ottokar («Otto») Fricke (1902–1955), Schüler K. Barths, war 1927–1934 Pfarrer in Frankfurt a. M.-Bockenheim, seit 1929 zugleich im Nebenamt Hochschulpfarrer in Frankfurt (vgl. Bw.Th. II, S. 599, Anm. 1 📖). Fricke war später Mitglied des nassau-hessischen Bruderrates der Bekennenden Kirche, 1936–1938 Mitglied der 2. Vorläufigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche und nach Kriegsende Oberkirchenrat in der hessen-nassauischen Kirche. — Das Treffen mit K. Barth fand am 16.5.1930 in dessen Haus in Bonn statt.↩
19
Die Theologie und der moderne Mensch (Vortrag gehalten an einer Arbeitstagung des Verbandes der «roten» Burschenschaften auf Burg Lauenstein am 8. Oktober 1927), erstmals erschienen in: V.u.kl.A. 1925-1930, S. 162–182. 📖 ↩
20
K. Barth, Die Theologie und der heutige Mensch (Vortrag, gehalten in Frankfurt/M. und in Heidelberg Juli 1930), in: ZZ, Jg. 8 (1930), S. 374–396 📖; der Vortrag fand am Sonntag, dem 5. Juli 1930 vor Frankfurter Studenten statt.↩
21
Nach einem Brief von O. Fricke an K. Barth vom 28.6.1930 ist Ch. von Kirschbaum anscheinend tatsächlich mit nach Frankfurt gefahren. Zu Frickes Arbeit vgl. unten S. 195, Anm. 3.↩
22
Heinrich Scholz (1884–1956), 1917 Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie in Breslau, 1919 Professor für Philosophie in Kiel, 1928–1956 in Münster. — Barth und Scholz, die sich bereits im WS 1906/07 im Seminar A. von Harnacks in Berlin kennengelernt hatten, waren sich in Münster im WS 1929/30 nähergekommen; vgl. Bw.Th. II, S. 693f. 📖 Barths Traupredigt für H. und Erna Scholz vom 7.3.1930 erschien in: Pr. 1921-1935, S. 223–229 📖. ↩
23
Scholz’ Vortrag über Anselm von Canterburys Schrift «Cur Deus homo 📖» fand am vorgesehenen Termin in Barths Seminar statt; Eindrücke aus der lebhaft verlaufenen Seminarsitzung in: H. Gollwitzer, Erinnerungen, in: SGKL, Jg. 18 (1966), Sp. 282–288, dort Sp. 282f. 📖 (= H. Gollwitzer, Skizzen eines Lebens, aus verstreuten Selbstzeugnissen gefunden und verbunden von Fr.-W. Marquardt, W. Brinkel und M. Weber, Gütersloh 1998, S. 58f. 📖) — Möglicherweise lag dem Vortrag die posthum erschienene Thesenreihe «Leitsätze zur Beurteilung des anselmischen Arguments 📖» zugrunde. Zur geplanten Veröffentlichung des überarbeiteten Vortrags kam es nicht. Die als Gegenstück zu Scholz’ Vortrag in Angriff genommene Arbeit Barths über Anselm (vgl. unten S. 49) erschien 1931 unter dem Titel Fides quaerens intellectum. Anselms Beweis der Existenz Gottes im Zusammenhang seines theologischen Programms (1931), hrsg. von E. Jüngel und I. U. Dalferth (Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 19862 (Scholz’ Thesenreihe dort, S. 177–183) 📖; vgl. A. L. Molendijk, Aus dem Dunklen ins Helle. Wissenschaft und Theologie im Denken von Heinrich Scholz, mit unveröffentlichten Thesenreihen von Heinrich Scholz und Karl Barth (Amsterdam Studies in Theology 6), Amsterdam/Atlanta 1991, S. 203–211. 📖 ↩
24
Vermutlich die Examina von Dr. phil. Gottfried Niemeier und Prediger Walter Harnisch (briefliche Auskunft von Professor W. Neuser vom 9.10.1992).↩
25
Thurneysen hielt an der Sommerkonferenz der Niederländischen Christlichen Studentenverbindung, die Mitte Juli 1930 zum Thema «De kerk en wij» in Nunspeet stattfand, einen Vortrag über «Jesus Christus und seine Zukunft» und lernte dort Willem A. Visser ’t Hooft und seine Braut Henriette Boddaert kennen; vgl. G. W. Locher, De Zomerkonferentie 14-19 Julie 1930, in: Eltheto. Maandschrift der Nederlandsche Christenstudenten Vereenigung, Jg. 84 (1930), S. 335–344 📖; zu Thurneysen dort S. 338–340. Die Rückreise nutzten er und seine Frau zu Besichtigungen von Amsterdam, Delft, Den Haag und Leiden (Typoskript M. Thurneysen, S. 16). Vielleicht bezieht sich eine Bemerkung von G. Merz, der in einem Brief von Erlebnissen in Zusammenhang mit eigenen Vorträgen in Holland berichtete, auf dieses Ereignis: «Natürlich bin ich auch Deinen Spuren begegnet. Offenbar hat Dein Vortrag als theologisches Ereignis sehr stark gewirkt. Ich hörte nur darüber klagen, daß die Diskussion auf Seitenwegen verlief. Aber das ist ja immer bei diesen Tagungen ein Problem» (Brief vom 28.7.1931 an Thurneysen, Nachlaß Thurneysen 📖).↩
26
Im Chalet der Familie Klossner in Adelboden (Kanton Bern) wollten Familie Barth und Ch. von Kirschbaum die Sommerferien verbringen. Derselbe Ort war 1930 auch das Feriendomizil von Familie Thurneysen, s. unten S. 33f.↩
27
Dorothee (geb. 1917), Matthias Eduard (geb. 1919), Katharina (geb. 1921) und Monica (geb. 1925) Thurneysen.↩
28
Zwei kurze Teilnehmerberichte über die am 19.6.1930 stattfindende Tagung wurden zusammengefaßt abgedruckt unter dem Titel Die 58. Versammlung des Vereins akadem. gebild. Religionslehrer(innen) [sic] an den höheren Schulen der Rheinprovinz, in: Zeitschrift für den Evangelischen Religionsunterricht, Jg. 41 (1930), S. 226f. 📖 ↩
29
Th. Heckel, Zur Methodik des evangelischen Religionsunterrichtes, München 1928. 📖 ↩
30
G. Bohne, Das Wort Gottes und der Unterricht. Zur Grundlegung einer evangelischen Pädagogik, Berlin 1929; 19322. 📖 ↩