5. Oktober 1930

Eduard Thurneysen an Karl Barth

37
Lieber Karl,

Eben erhalte ich eine Karte von Bultmann mit der Meinung, daß also die ganze Marburgerbesprechung dahinfällt.1 Schade, denn ich hatte meinerseits nun doch alle Anstrengungen gemacht, um erscheinen zu können. Und es wäre gegangen. Aber nun habe ich die nötige Unverfrorenheit nicht, zu tun, als ob die Reise dennoch unbedingt notwendig sei, den Unterricht, der dann eben begonnen hat, ausfallen zu lassen und mit wichtiger Miene den D-Zug zu besteigen. Du selber wirst ja |38 den Wegfall dieser Round table-Besprechung nicht sehr bedauern, denn wer weiß, wie sehr man auseinandergekommen wäre! Wahrscheinlich bleibt zunächst einiges Fatale besser unausgesprochen zwischen den Großmächten, sonst wird der Krieg am Ende unvermeidlich. Sehen wir zu, wie alles weiterläuft.

Du bist wieder in deinen Gefechtsstand eingerückt. Wie hat sich wohl alles angelassen? Schreibst du mir einmal zwei Zeilen? Ich muß nicht viel wissen, aber irgendwie sehe ich ja doch fragend zu Euch hinüber und denke nicht ohne Unruhe an alle Möglichkeiten eures schwierigen Weges. Hoffentlich findet Ihr ihn alle drei von Tag zu Tage. Uns ist hier in Basel unterdessen ein kleiner Krach erblüht, wie du aus dem beiliegenden Dossier ersehen magst. Der Anlaß war ein Inserat der sozialistischen Kirchengenossen, in dem zur Sammlung von Gaben für die durch den Streik2 notleidenden Familien aufgefordert war und in dem sich ein paar Pfarrer als Sammelstellen hatten nennen lassen.3 Dar|39auf sofort großer Protest des bürgerlichen Basels, Vorstellungen des Spitzenverbandes der Unternehmer beim Kirchenrat, Austrittsdrohungen, und der Kirchenrat gab nach, wie du aus dem Briefe an uns ersehen kannst.4 Wir gaben dann eine kleine Erklärung ab.5 Eine alte Ex|40zellenz aus der Dalben6, der alte Regierungsrat Speiser, aber schrieb in den Nachrichten eine bewegliche Klage über uns7, während die von einem jungreformierten Redaktor8 geschriebene faszistische Neue Basler Zeitung über Disziplinbruch der Pfarrer zeterte9. Und nun haben sich |41 die Basler Nachrichten leider wieder ganz ungut gehalten10, wie du ebenfalls dem beigelegten Dossier entnehmen kannst. Aber laß Karl Sartorius deswegen in Frieden! Ich habe mich bereits bei ihm beklagt. Er kann ja selber in diesen Fällen nicht viel ausrichten. Ein von uns nun doch arrangierter Abend mit einer anschließenden Aussprache über den Streik11 verlief sehr gut. Es sprachen zuerst einer von der Streikleitung, dann ein Unternehmer, und die Debatte habe ich mit einem längeren Votum eingeleitet. Natürlich benützten die Religiössozialen vor allem die Gelegenheit, ihre sämtlichen sonst von niemandem angehörten Reden nun einmal loszulassen. Aber das hatte ja doch auch sein Gutes, die verschiedenen Fäßlein konnten alle angestochen werden und auslaufen, und das bringt auf alle Fälle Entspannung mit sich.

Ein Sonntag ist wieder einmal vorüber. Ich hatte nicht zu predigen und habe die Gelegenheit ergriffen und selber sogar zwei Predigten entgegengenommen. Und ich muß sagen, sie waren beide in ihrer Art gut. Eine von Dieterle12 und eine von Moppert13. Es wurden an beiden Orten Dinge gesagt, die man wirklich nicht auch in der Zeitung lesen |42 könnte. Man ging nachdenklich von dannen. Wenn es nur ein wenig recht gemacht wird, so ist es sofort irgendwie eine überzeugende und notwendige Sache um die Predigt. Aber freilich, man erlebt ja sehr viel mehr das Andere. Erica Küppers war auf der Heimreise unser Gast und erzählte erschüttert von einer offenbar ganz unmöglichen Predigt unseres Freundes Emil am Bettag14. Dabei hat er sich, wie ich ihrem Berichte entnahm, alle Mühe gegeben, den gottlosen Zürchern wüst zu sagen15, aber eben das ist offensichtlich ganz und gar nicht geraten. Ja, die Eristik!16

Morgen wird er höchstselbst bei mir eintreffen, um an einer ganz geheimen und gesiebten Konferenz17 mit Oldham und Frick18 und wer weiß was für Spitzen der Mission teilzunehmen, wo es um eine Art Welteristik gehen soll mit dem Schlagwort: Wider den Säkularismus! |43 Du liebe Zeit, wenn das nur nicht einfach ein Rauch wird. Am Abend aber haben wir die entscheidenden Herren zu einem Nachtesselein zu uns eingeladen, das heißt Emil, Karl Heim19, Hartenstein20 und Köberle. Da werde ich Heim über seine Ethik zu interpellieren trachten.

Das Beste aber steht uns bevor mit den Herbsttagen auf dem Bergli. Hoffentlich wird es nicht alle Tage regnen, hoffentlich bricht der Winter noch nicht ganz herein, sondern läßt [es] sich noch ein wenig an der Sonne sitzen und ein Kelchlein leeren. Wir werden euer auf alle Fälle herzlich gedenken.

Sei mit Nelly und Lollo herzlich gegrüßt von Marguerite und mir.

Dein
Eduard

Sachfußnoten

1
Barth war für die seit 1927 jährlich stattfindende Konferenz eines Schülerund Doktorandenkreises um R. Bultmann auf Ende Oktober 1930 zu einem Referat über natürliche Theologie eingeladen worden, das er auch zunächst zugesagt hatte. Zugleich war eine Aussprache zwischen Bultmann und maßgeblichen Theologen aus dem Kreis um «Zwischen den Zeiten» geplant. Infolge eines Mißverständnisses, wegen Zeitnot und besonders weil weder E. Brunner noch Fr. Gogarten an der geplanten Aussprache hätten teilnehmen können, nahm Barth seine Zusage kurzfristig wieder zurück, was — unter anderem — zu einer Verstimmung im Verhältnis zu R. Bultmann führte, die noch im Mai 1931 spürbar war (s. unten S. 49 bei Anm. 4; vgl. Bw.B.1, S. 107–124 📖; Bw.B.2, S. 106–122 📖).↩
2
Nachdem Verhandlungen über einen neuen Arbeitsvertrag — der alte war im November 1929 von den Holzarbeitern gekündigt worden — gescheitert, d. h. wegen Abwesenheit der Vertreter der Meister gar nicht erst zustande gekommen waren, hatten die Basler Schreiner und Zimmerleute im Einvernehmen mit dem Zentralvorstand des Bau- und Holzarbeiterverbandes am 5.3.1930 einen unbefristeten Streik beschlossen, dem sich für kurze Zeit die Bauarbeiter, am 12.7. auch etwa 400 Gipser anschlossen. Der Streik endete nach 33 Wochen am 16.10.1930 mit einem Arbeitsvertrag, der schlechtere Bedingungen enthielt als ein Schiedsgerichts-Angebot vor Streikbeginn. Vgl. W. Gerster, Die Basler Arbeiterbewegung …, a.a.O. (S. 27, Anm. 35), S. 218–222. 📖↩
3
Am 17.9.1930 erschien im Anzeigenblatt Baslerstab ein Inserat mit dem Text: «Sammlung / für durch den Streik in Not geratene Familien. / Wir bitten Gaben zur Milderung der Notlage an folgenden Sammelstellen abzugeben oder auf Postcheck V5514 Dr. Ed. Koechlin einzuzahlen. … [Es folgt eine Namenliste der als «Sammelstellen» fungierenden Pfarrer K. Buxtorf, S. Dieterle, R. Liechtenhan, O. Moppert, M. von Orelli, E. Schulthess und Thurneysen mit Angabe ihrer Adressen.] Die Verteilung liegt in der Hand einer am Arbeitskonflikt im Holzgewerbe unbeteiligten Kommission unter der Leitung von Pfarrer R. Liechtenhan. / Die Vereinigung sozialistischer Kirchgenossen.» (Baslerstab. Tagblatt der Stadt Basel, Jg. 8 [1930], Nr. 215, 2. Blatt 📖; auch in: NZ, Jg. 88 [1930], Nr. 431 vom 19.9.1930, S. [5] 📖). — Die unterzeichnete Gruppe hatte sich 1930 neben den anderen Gemeindevereinigungen — wie sie in einer Selbstdarstellung zur Werbung neuer Mitglieder schrieb — aus solchen Christen gebildet, «denen in besonderer Weise an der Verwirklichung der Gerechtigkeit im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben auf Grund einer neuen sozialistischen Wirtschaftsordnung gelegen ist. … [Sie] möchte vor allem die Christen sozialistischer Richtung sammeln, damit sie ihre Auffassung in der Kirche gemeinsam vertreten und auch in den sozialistischen Kreisen für die christliche Grundlage ihres Sozialismus eintreten können» (Die Vereinigung sozialistischer Kirchgenossen Basel, in: Münsterbote. Gemeindeblatt für die Glieder und Freunde der Münstergemeinde, Jg. 12 [1931], No. 3, S. 36 📖; als Kontaktperson ist u. a. Pfarrer R. Liechtenhan genannt).↩
4
Der Brief ist nicht erhalten. Der Kirchenrat, das Leitungsgremium der Basler Kirche, befaßte sich in seiner Sitzung vom 22.9.1930 mit der Sammlung, an der in der Diskussion beanstandet wurde, «daß sie die Bettagskollekte [eingesammelt am 21.9.1930; vgl. Anm. 14] konkurrenziert und den Kollegen gegenüber nicht völlig loyal ist. Hauptsächlich stellt sie aber eine Parteinahme zugunsten der Streikenden dar, für die die Gesamtkirche haftbar gemacht wird, indem die Pfarrämter offizielle Amtsstellen der Kirche sind. Bereits ist der Volkswirtschaftsbund beim Vorsitzenden [des Kirchenrates] vorstellig geworden. Der Kirchenrat, der so sorgsam bemüht war, seine Unparteilichkeit zu bewahren, muß durch öffentliche Erklärung feststellen, daß die betr. Pfarrer auf eigene Verantwortung gehandelt haben.» Statt dessen beschloß der Kirchenrat (auf Antrag seines Sekretärs A. Koechlin), seine Stellungnahme den betroffenen Pfarrern in einem Brief direkt darzulegen und sie darin dazu aufzufordern, «in einer öffentlichen Erklärung festzustellen, daß sie die Sammlung persönlich und nicht namens der Kirche unterstützt haben. Zu einer solchen öffentlichen Erklärung haben sie sich bereit erklärt. Auch dem Volkswirtschaftsbund wird die Stellungnahme des Kirchenrates mitgeteilt» (Protokoll der 14. Sitzung des Kirchenrates vom 22.9.1930, Traktandum Nr. 210, S. 516–518, im Archiv der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt). — Zu der vorsichtigen Haltung der reformierten Kirche und ihren Maßnahmen während des Streiks vgl. XX. Jahresbericht der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt pro 1930 (Siebenundfönfzigster Jahresbericht der vormaligen evangelisch-reformierten Landeskirche), der Synode vom Kirchenrate vorgelegt am 10. Juni 1931, S. 17–20. 📖 ↩
5
Die Erklärung der Pfarrer, die sich den sozialistischen Kirchgenossen als Sammelstation zur Verfügung gestellt hatten, erschien, weil dies «da und dort als Verstoß gegen die Unparteilichkeit der Kirche angesehen» werde, am 25.9.1930 in den Basler Nachrichten 📖: «Die Unterzeichneten gehören selber nicht der Gruppe der sozialistischen Kirchgenossen an; sie sehen sich aber durch die tatsächlich bestehende und immer neu an sie herantretende Not veranlaßt, als Sammelstellen zu dienen, in der Ueberzeugung, daß sie als Pfarrer verpflichtet seien, soweit möglich in Not Geratenen jeder Partei Hand zu bieten. Sie haben das in eigener Verantwortung, das heißt ohne Kenntnisgabe an den Kirchenrat getan.» Die Unterzeichneten sind K. Buxtorf, S. Dieterle, O. Moppert, M. von Orelli, E. Schultheß und Thurneysen (Die Geistlichen der Landeskirche und der Streik. Erklärung, in: BN, Jg. 86 [1930], Nr. 262 vom 25.09.1930, 2. Beilage 📖; Die Sammlung für die durch den Streik in Not geratenen Familien. Eine Erklärung, in: NZ, Jg. 88 [1930], Nr. 441 vom 25.9.1930, S. [5] 📖). Die Redaktion der Neuen Basler Zeitung stellte in einer langen Anmerkung, mit der sie ihren Abdruck der Erklärung versah, «mit Befriedigung» fest, «daß der Kirchenrat … das eigenmächtige Vorgehen einer Reihe jüngerer Geistlicher unserer Landeskirche zur finanziellen Unterstützung der Streikenden nicht billigt und sich nicht solidarisiert» (Zur Aktion sozialistischer Kirchgenossen, in: Neue Basler Zeitung. Bürgerlich-vaterländische Zeitung, Jg. 1 [1930] Nr. 164 vom 27.9.1930, 2. Blatt 📖).↩
6
Siehe oben S. 24, Anm. 27.↩
7
P. Sp[eiser], Die Geistlichen der Landeskirche und der Streik, in: BN, Jg. 86 (1930), Nr. 261 vom 24.9.1930, 1. Beilage. 📖 — Dr. iur. Paul Speiser (1846–1935) war 1873–1919 in verschiedenen, meist führenden Positionen an der Basler Universität sowie im Rechtswesen tätig, mit Unterbrechungen 1878–1919 Regierungsrat (Mitglied der Kantonsregierung), 1889–1919 auch liberaler Nationalrat (Mitglied des eidgenössischen Parlaments).↩
8
Der Schreiber konnte nicht identifiziert werden; im Impressum der Neuen Basler Zeitung erscheinen unter dem Stichwort «Redaktion» die Namen: Dr. Emil Koenig und Dr. Eduard Steuri (zugleich Verlagsleitung). — Die «Jungreformierten» unter der Führung des Zürcher Anstaltspfarrers Rudolf Grob (vgl. unten S. 915, Anm. 4) waren politisch konservativ und vertraten «einen streng dogmatischen altprotestantischen Calvinismus». Ihr wöchentlich erscheinendes Organ, die Reformierte Schweizer Zeitung, stellte sich 1933 positiv zur nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland; vgl. Kaiser, S. 200–204 📖; Zitat dort S. 200.↩
9
In der «Anmerkung der Redaktion» zur Erklärung der angegriffenen Pfarrer (s. Anm. 5) heißt es weiter: «Wir erblicken in dem eigenmächtigen Vorgehen unserer Pfarrer auch einen bedauerlichen Akt der Unkollegialität, indem es nun nach der abgegebenen Erklärung beinahe scheinen könnte, als ob die andern Pfarrer unserer Stadt, die sich nicht als Sammelstellen … zur Verfügung stellten, ein weniger ausgeprägtes soziales Empfinden besitzen. … Man sollte nachgerade in den Kreisen unserer evangelischen Pfarrer erkennen, daß es auch in der reformierten Kirche nicht ohne eine gewisse Disziplin abgeht, soll der Kirchturm mitten im Dorf bleiben. Die evangelische Freiheit selbst steht nicht in Frage; doch die Ueberspannung dieses Freiheitsbegriffes und der Mangel an Subordination führt immer wieder in der evangelischen Kirche zu einer beklagenswerten Zerrissenheit nach außen. … Niemand bestreitet den evangelischen Pfarrern das Recht, sich in ihrer Gemeinde aller in Not geratenen Familien nach Kräften anzunehmen; aber der Appell der sozialistischen Kirchengenossen [sic] an die Oeffentlichkeit kommt einer öffentlichen Unterstützung der Streikenden gleich und stößt damit alle im andern Lager stehenden und nicht minder leidenden Teile vor den Kopf.» Bereits am 18.9. war in dieser Zeitung eine scharfe Polemik erschienen, die sich vor allem gegen die Integrität der sozialistischen Kirchgenossen und gegen die angebliche Parteinahme der Pfarrer für die Srreikenden richtete (Die Vereinigung sozialistischer Kirchgenossen, in: Neue Basler Zeitung, Nr. 156 vom 18.9.1930, 2. Blatt 📖).↩
10
Abgesehen von Speisers Artikel und der Erklärung der sechs Pfarrer (s. oben Anm. 5 und 7) fanden die Auseinandersetzungen um die Sammlung in den Basler Nachrichten keinen Niederschlag. Vielleicht meint Thurneysen den einzigen seit dem Abdruck der Erklärung dort erschienenen Artikel über den Streik: Der Bau- und Holzarbeiterverband im Schlepptau der Kommunisten, in: BN, Jg. 86 (1930), Nr. 269 vom 2.10.1930 📖. Darin kommentiert der anonyme Autor «die unverantwortliche Haltung auf Arbeitnehmerseite», die in einer Versammlung Änderungen eines von beiden Seiten ausgehandelten Arbeitsvertragsentwurfs gefordert hatte, welche den Unternehmern unannehmbar erschienen: «Die Führer des Bau- und Holzarbeiterverbandes scheinen stark unter dem Einfluß der kommunistischen Propaganda zu stehen und fügen sich eher der Gewerkschaftstaktik der Kommunisten als der Stimme der Vernunft und der besseren Einsicht. Es ist anzunehmen, daß nur die Angst vor der kommunistischen Konkurrenz die Führer des Bau- und Holzarbeiterverbandes dazu verleiten ließ, die letzte Gelegenheit zu einer Verständigung zu verpassen.»↩
11
Konnte nicht nachgewiesen werden.↩
12
Samuel Dieterle (1882–1950), 1909–1929 Pfarrer in St. Gallen-Straubenzell, 1929–1948 an der Peterskirche in Basel. Seine Freundschaft mit Thurneysen begann, nachdem dieser 1920 die Nachbar-Pfarrstelle in Bruggen-Winkeln übernommen hatte; vgl. Bw.Th. II 📖 (Namenregister).↩
13
Oscar Moppert (1880–1972), 1918–1948 Pfarrer in St. Alban-Breite (Tochtergemeinde des Münsters) in Basel.↩
14
Der eidgenössische Dank-, Buß- und Bettag, ein religiös-patriotischer Festtag der evangelischen und katholischen Christen, wird seit 1832 (seit 1848 mit Graubünden) in der ganzen Schweiz am dritten Sonntag im September begangen. — Das Typoskript von Brunners unveröffentlichter Predigt (10S., mit handschriftlichen Ergänzungen und Unterstreichungen), überschrieben «Predigten über die 10 Gebote. Nr. 2. Das erste Gebot nochmals. Zum eidg Bettag, 21 Sept 30.», befindet sich im Staatsarchiv des Kantons Zürich (Nachlaß Emil Brunner).↩
15
= gehörig die Meinung zu sagen.↩
16
Zu E. Brunners Programm einer «eristischen Theologie» und dessen Ablehnung durch Barth und Thurneysen vgl. Bw.Th. II, S. 669f.672.713 📖, sowie E. Brunner, Die andere Aufgabe der Theologie, in: ZZ, Jg. 7 (1929), S. 255–276, bes. S. 259f.262 📖 (O.W. I, S. 171–193; bes. S. 176f.179 📖)↩
17
Ein Hinweis auf diese Konferenz, an der auch Thurneysen teilnahm (s. unten S. 56f.), konnte nicht gefunden werden. E. Brunner hatte bereits im Mai 1930 in Basel über das Thema gesprochen: Der Säkularismus als Problem der Kirche (Eingangsvortrag zu einer missionstheologischen Konferenz), Basel, Frühjahr 1930, in: Unser Blatt. Im Auftrag des Komitees für die aktiven Missionare der Basler Mission hrsg. von K. Hartenstein, Jg. 1 (1929/30), Nr. 3 (Sommer 1930), S. 10–19 📖; vgl. auch unten S. 212, Anm. 2. Zum Thema hatte sich u. a. auch K. Heim geäußert: Der Kampf gegen den Säkularismus. Thesen von Professor D. Dr. Karl Heim, Tübingen, in: Verhandlungen der XVI. Kontinentalen Missions-Konferenz zu Bremen vom 22. bis 26. Mai 1930, Bremen 1930, S. 7f. (Besprechung der Thesen dort S. 8–13) 📖; Der Kampf gegen den Säkularismus, in: Die deutsche evangelische Heidenmission. Jahrbuch 1931 der vereinigten Missionskonferenzen, i.A. hrsg. von W. Freytag, Hamburg 1931. 📖 ↩
18
Heinrich Frick (1893–1952), 1925–1952 o. Professor für Systematische Theologie, seit 1929 auch für Religionswissenschaft und Missionskunde in Marburg.↩
19
Karl Heim (1874–1958), 1920–1939 o. Professor für Systematische Theologie in Tübingen; vgl. K. Heim, Ich gedenke der vorigen Zeiten. Erinnerungen aus acht Jahrzehnten, Hamburg 19603 📖; s. auch Bw.Th. I, S. 431, Anm. 4 📖.↩
20
Karl Hartenstein (1894–1952), 1926–1939 Direktor der Basler Missionsgesellschaft, Freund Thurneysens; vgl. Bw.Th. II 📖 (Namenregister) und Karl Hartenstein. Ein Leben für Kirche und Mission, in Gemeinschaft mit einem Kreis von Freunden hrsg. von W. Metzger, Stuttgart 1953 (19562). 📖 ↩