4. April 1931

Eduard Thurneysen an Karl Barth

131
Lieber Karl,

eben traf dein Brief ein. Nimm herzlichen Dank. Aber hör, du bist uns aufs herzlichste willkommen am nächsten Freitag abend oder besser schon am Nachmittag (dehn doch den Besuch möglichst aus!), du kannst trefflich bei uns übernachten, da die Kinder zum Teil nicht bei uns schlafen. Also triff keine Abmachungen nach anderer Seite. Karl Sartorius ist ohnehin dann nicht hier, soviel ich weiß. Wir erwarten dich also freudig! Schade, schade, daß es keine gemeinsamen Berglitage gibt diesmal! Also gib mir jenen Freitag. Ich bin frei, habe am 12. auch nicht zu predigen. Wir wollen einen guten Herrenabend uns bereiten. Ich muß an der Osterpredigt sitzen, nachdem der Karfreitag bei ganz großem Aufmarsch hinter mir liegt.1 Ich lege dir noch eine Nummer |132 der Arbeiterzeitung2 bei. In dem besseren Basel3 hat freilich jener Kinovortrag weniger Wohlgefallen gefunden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß an jenem Freitag auch Helmi noch in Basel zu sehen ist, und vielleicht begründen wir eine Runde mit ihm zusammen.

Unterdessen Dir und Frau Professor herzliche Grüße!
Dein
Eduard

Sachfußnoten

1
Manuskripte (Durchschläge) der im Basler Münster gehaltenen, unveröffentlichten Predigten über Hebr. 2,17 (Karfreitag, den 3.4.) und Joh. 20,24–26 (Ostersonntag, den 5.4.) in der Predigtforschungsstelle Heidelberg (PF Thur 0005/07 und 08).↩
2
Vermutlich die Nummer mit dem Bericht über Thurneysens Kinovortrag; s. oben S. 109, Anm. 31.↩
3
D. h. im gehobenen Basler Bürgertum.↩