16. Mai 1931

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Die heiße Baslersonne liegt wieder über dem Minschterplatz, die Zeit ist angebrochen, wo man hierzulande eine Stunde Schlaf mehr haben sollte als anderswo, oder wo man zum mindesten über Mittag ein wenig mudrig1 in seinem Gefechtsstand sitzt und nicht gerade ans Produzieren denkt. Aber ein Brief kann immerhin vom Stapel gehen, er ist ohnehin längst, längst fällig und überfällig. Ich habe so lange gewartet, weil ich ihm gerne die Manuskriptblätter wieder beigelegt hätte, gelesen sind sie, aber nicht kommentiert. Ich werde sie nächste Woche an dich zurückgehen lassen. Mein erster Eindruck ist, daß es sich wieder um ein einfach notwendiges und ausgezeichnet gelungenes Dichterknüpfen aller Maschen handle. Und was kann gegenwärtig Besseres geschehen? Es herrscht, scheint mir, augenblicklich eine so völlige Windstille auf dem theologischen See, daß alles Segelspannen und Ausfahrenwollen doch nichts nützen würde. Also bereitet man im Stillen die Netze vor, bis der Augenblick zu einem richtigen Fang wieder anbricht. Ich habe wie du Heims Buch wenigstens angelesen, den Schluß selbstverständlich vorwegnehmend.2 Und da war mein Eindruck aufs Haar derselbe, |133 wie er sich in deinem ausgezeichneten und kräftigen Brief3 aus der Einöde an den so erfolgreichen Mann im Süden ausspricht. Man greift sich an den Kopf, wenn man diesem Eristiker4 zuhört: also so soll das neue Genre theologischer Literatur aussehen, das diesen Leuten vorschwebt.5 Kein noch so leiser Versuch einer Aufnahme eines wirklich gewachsenen dogmatischen Gespräches, und das ausgerechnet an dem Punkte der Vernunft und Offenbarung, wo doch wirklich auch schon vor Heidegger und Grisebach und Gogarten6 und wie alle diese Gegenwartsnamen heißen, einiges erwogen worden ist. Ohne alle Verankerung in der Theologie der Reformatoren, ohne jede Auseinandersetzung mit der klassischen deutschen Philosophie (wenigstens so weit ich sehen konnte) treibt dieser riesige Kahn dahin. Und wie abgerissen und ohne richtige Darstellung des Gegners wird das Gespräch auch mit den Modernen geführt. Daß er an dir aufs gründlichste vorbeigeschossen hat, ist ja mit Händen zu greifen. Meint er, meint er wirklich, das habest du oder irgendeiner von unserem Verein habe das gemeint, was er da mit Triumph zu Boden redet? Selbst Emil wird, wie du dem beiliegenden Briefe7 entnehmen kannst, sehr stutzig. Und Gespräche mit Hartenstein |134 und dem immer mehr in seiner völligen theologischen Harmlosigkeit sich entpuppenden wackeren Köberle zeigen mir, daß auch sie den Meister im Grund nicht erklären und decken können. Wirklich, du konntest nichts Besseres tun, als grimmig lachend8 zu deinen Netzen zurückzukehren. Schade ist einfach, daß deine Krankheit das Herauskommen des Anselmbuches 📖 gerade visavis diesem Heimwerke nicht möglich werden ließ. Ein besseres Gegenstück wäre nicht denkbar gewesen. Allerdings — es wäre wohl vom theologischen Publikum gerade um seines so völligen Andersseins [willen] in diesem Augenblick seltsam genug aufgenommen worden.

Ich war unterdessen, noch vor Beginn des eigentlichen Semesters, schnell selber in Tübingen. Aber von den Größen war noch keine da. Und ich hatte vor Missionaren zu sprechen über die theologische und die kirchliche Lage der Gegenwart.9 Es war ein gutes Zusammensein. Heim- und Schlatterschüler habe ich freilich einige getroffen und hatte durchwegs keinen erfreulichen Eindruck von dieser Art Theologie. Irgend etwas Weiches, Knochenloses haftet ihnen allen an. Von Heim her verlangen sie «Entscheidung» und von Schlatter her vermissen sie bei uns die «Freude». Keine guten Einwände! Im übrigen habe ich Tübingen zum ersten Male gesehen, war in Bebenhausen10 draußen und im Städtlein herum, hatte Sonnenschein und fand, es sei auf alle Fälle zum Studentlen ein guter Ort. An Fronleichnam muß ich nun also an die Gießener Konferenz11 und erwäge natürlich, ob und wie es zu machen sei, daß ich bei euch vorbeifahre. Ich kann noch nichts sagen, auf alle Fälle kostet diese Fahrt wieder einmal mitten aus der Woche heraus |135 einige Tage und außerdem Geld, so daß ich mir alles überlegen muß. Es könnte sich höchstens darum handeln, daß ich für eine Nacht, und zwar vom Dienstag auf Mittwoch, in Bonn wäre. Aber ich muß noch alles offen lassen. Deine Absagen in Wädenswil und in Elberfeld haben mir entsprechende Anfragen eingetragen. Ich habe aber an beiden Orten ebenfalls abgelehnt. Leider hat nun auch Heiner keine Gelegenheit, in Elberfeld zu reden, da man ihn dort offenbar nur mit dir zusammen auftreten lassen will.12 Heiner — ich bin wieder, und zwar diesmal zusammen mit unserem Freund Querbein, Teilnehmer an seinem Seminar über Geschichtsphilosophie der Gegenwart13. Dilthey war das letzte Mal dran, nachdem eine Einleitung die ganze Situation aufgezeigt hatte. Es kam aus Anlaß von Dilthey zu guten Gesprächen, wenn auch alles ein wenig bei gedämpfter Trommel Klang14 sich abspielt und große Ausbrüche oder gar Erledigungen nicht geliebt werden. Es hat aber diese Methode des vorsichtigen Befragens und Beklopfens (etwa vergleichbar der Untersuchung bei einem Lungenarzt) auch wieder viel für sich. Und auf alle Fälle entspricht sie Heiner selbst ganz und gar. Er ist wirklich Bakteriologe und nicht Chirurg und am allerwenigsten Wunderdoktor. Leider wollen sie offensichtlich solch einen Ausrufer und Charlatan weiter und weiter in Basel. Ich höre nicht Bestimmtes, man munkelt aber neuerdings von Schmalenbach und Grisebach.15 Wahrscheinlich passiert aber das Allerunerwünschteste, das heißt, es geschieht vorerst auf lange Zeit überhaupt nichts, sondern der alte Jöl16 |136 jölt weiter. Und Heiner bleibt ohne alle anständige Abfindung. Ein schrecklicher Zustand. Aber was soll man da tun? Querbein hat auch aufs neue keine Ruhe, aber was werden soll, weiß ich noch nicht. Da ist Heiners tapferes Aushalten einer wahrhaftig unhaltbaren Lage wirklich das Erfreulichere. Und vielleicht lohnt es sich doch noch einmal.

Aus den theologischen Blättern entnahm ich mit gläubiger Ehrfurcht, daß Karl Ludwig und sein Bonner Kollege Fritz in Paris nicht nur nachtgelebt, sondern sogar an mysteriösen Kulten teilgenommen haben.17 Ich lege dir eine Nummer des Aufbau18 bei, einmal, damit du wieder einmal die Sprache deiner alten Safenwiler Getreuen aus dem Aufruf der Freischar19 vernehmest (sie kehren sichtlich immer mehr zu den Anfängen, den Quellen, den Müttern zurück20, zum pfingstlichen Sozialismus — und wenn man in diesen Sommertagen zurückdenkt an die Aargauer Sommertage von vor fünfzehn Jahren, so ist’s, wie wenn es nur einen kleinen Ruck brauchte, und man wäre auch wieder dort weit hinter den Bergen an irgendeinem Blaukreuz- oder Maifeierfestlein21) und zugleich den merkwürdigen Aufruf lesest, den solch ein östlicher Bischof22 und wahrscheinlich eben aus Fritzens Pariser Ecke zur Lage erläßt, wahrhaftig nichts gelernt und nichts vergessen habend, im Grunde aus der nämlichen Munterkeit und Sattheit heraus wie irgend |137 ein deutscher Dibelius. Man fragt sich, ob der Start mit diesen Brüdern23 wirklich so viel besser herauskommt als mit den Evangeliumschristen, von denen ja Fritz aus guten Gründen weit abgerückt ist.24 Und man sagt sich, daß es auch dem Osten gegenüber wahrscheinlich das Beste sein wird, unsereiner flicke und knüpfe seine westlichen Netze, so gut es eben geht. Was daraus wird, wenn der Osten wirklich erwachen sollte, das ist eine Sache für sich.

Hast du auch ein so scharfes Urteil über Elert? Ich kenne das Buch25 nicht. Und nun noch etwas. Ein paar ordlige26 Konfirmanden wollen es sich nicht nehmen lassen, mir etwas zu schenken, und fragen mich nach Bücherwünschen. Als du das letzte Mal hier warst, sagtest du etwas von einer neuerscheinenden kurzen Weltgeschichte. Ich habe aber den Verfasser ganz vergessen. Und doch hätte ich es dringend nötig, so etwas zu besitzen. Bitte, schreib mir doch gleich auf einer Karte den Titel. Es eilt etwas. Ich bin den Töchtern27 die Antwort schon etwas lange schuldig. Oder weißt du sonst etwas Treffliches, das man sich wünschen könnte, falls etwa die besagte Weltgeschichte doch nicht wirklich brauchbar oder viel zu teuer wäre?

Ich stecke nun mitten im Betrieb meines homiletischen Seminars28 drin. Eine einstige Schülerin von dir, eine Fräulein Schmidt29 aus Ber|138lin, sitzt als besonders getreue Zuhörerin immer obenan neben mir und glaubt mir alles. Ich habe ziemlich viel Füxe30, das heißt eben erst dem Prope31 Entronnene, die fatalerweise noch keine Dogmatik und erst recht keine Homiletik gehört haben, so daß ich zuerst allerlei Grundlegendes einpauken mußte. Nun habe ich eben eine Tafel mit Kriterien einer rechten Predigt mit ihnen aufgestellt, und wir können jetzt daran gehen, Predigten zu beurteilen und zu erstellen. Letzten Sonntag mußte das ganze Seminar in die Predigt zu Pfarrer Benz32, um dann am Mittwoch darauf darüber sich auszusprechen. Ich höre, daß auch Georgius ähnliche Türken33 unternimmt.

Währenddem rollen und rollen aber Ruedi und Gerty in fernen, sonnigen und südlich-östlichen Gegenden. Gestern kam eine Karte aus der Gegend von Sarajewo34 und meldete, daß sie bereits einmal im Auto stecken geblieben [sind] und eine Nacht im Freien verbringen mußten. Aber offenbar ist im Ganzen doch Gelingen bei ihrem Tun. Ich selber war also noch 8 Tage im Törli35 vor Semesterbeginn und habe Grammophon, Neuenburger, Zigarren und Wald und Auto genießen können. Der Sommer wird doch sicher euch auch wieder herbringen. Euch winken ja jetzt schon bald die großen Ferien. Wenn ich Georg und dich |139 um etwas beneide, so darum. Hoffentlich geht es dir bis dahin erträglich. Wie steht’s eigentlich mit deinen fatalen Zuständen im Kopf? Grüße Nelly und Lollo herzlich, herzlich von uns beiden. Uns geht es soweit recht und gut. Das Christinli gedeiht. Marguerite wird heute von der Pflegerin verlassen und allein weiterfahren müssen, was natürlich einige Sorge bereitet. Sie stillt das Kind bis jetzt ganz und hofft, es gehe auch weiterhin.

Sei selber herzlich und treulich gegrüßt und laß mir doch weiterhin die Prolegomena 📖 zukommen. Sie kamen mir bereits auch in der Einleitung zu meinen Predigtübungen und der Skizzierung der ganzen theologischen Lage im Seminar sehr zu Gute.

Dein
Eduard

Sachfußnoten

1
= verdrossen.↩
2
Barths Lektüre von K. Heims Buch Der evangelische Glaube und das Denken der Gegenwart. Grundzüge einer christlichen Lebensauffassung, Bd. I: Glaube und Denken. Philosophische Grundlegung einer christlichen Lebensanschauung, Berlin 1931 📖, zeigt sich (außer in seinem Offenen Brief; s. Anm. 3) auch in KD I/1, S. 25f.29 📖, offenbar in jenem Teil, den Thurneysen soeben im Manuskript gelesen hatte. Im letzten Kapitel des Buches, «Die Aufgabe einer evangelischen Glaubenslehre in der heutigen Geisteslage», setzt Heim sich auf S. 407–426 mit Barth auseinander.↩
3
K. Barth, Karl Barth an Karl Heim (Bonn, den 27.4.1931), in: ZZ, Jg. 9 (1931), S. 451–453. 📖 ↩
4
«Eristik»: von E. Brunner eingeführte Bezeichnung für die apologetische Aufgabe der Theologie; vgl. oben S. 42, Anm. 16.↩
5
Vgl.K. Heim, a.a.O., S.V 📖: «Es ist darum heute mehr als in irgendeiner früheren Zeit das Bedürfnis entstanden nach einer Diskussion dieser Fragen [scil. nach Ursprung und Ziel des Daseins, nach Sinn und Wert des Lebens], die auf einer breiteren Basis geführt wird und über den Rahmen der theologischen und philosophischen Fachwissenschaft hinausgreift. Aus diesem Bedürfnis geht heute eine neue Literaturgattung hervor, eine Form der Abhandlung über Lebensfragen, die einerseits nicht ein leichter Essai oder eine Popularisierung wissenschaftlicher Ergebnisse sein will, sondern die volle Strenge wissenschaftlichen Denkens hat, und die doch andererseits ohne großen historischen Apparat in einer dem Gebildeten verständlichen Sprache unmittelbar in die Sache selbst hineinführt.»↩
6
Vgl. zu Heidegger etwa a.a.O., S. 27–29.112–122.124–128.132.199.352–356 📖; zu Grisebach a.a.O., S. 30f.36–38.116.138–141.148.151; zu Gogarten a.a.O., S. 426–431. ↩
7
Wahrscheinlich Brief E. Brunners vom 13.5.1931 an E. Thurneysen: «Hast du den neuen Heim schon gelesen? Schade daß er den Wert der ersten zwei Teile durch eine wirklich uneinsichtige Polemik gegen K[arl] B[arth] verdirbt. Die ersten zwei Teile finde ich ausgezeichnet und sicher von großem ‹eristischen‹ Wert. Der theologische Gehalt ist nicht groß.» Vgl. auch oben S. 64, Anm. 4.↩
8
Anspielung auf eine Formulierung Barths (a.a.O. [Anm. 3], S. 451 📖): «Wie ist es möglich, … daß Sie … als Erstes die freudige Erklärung abgeben können: ‹Wir haben genug dogmatische Lehrbücher, die in die Lehre der evangelischen Kirche … ausgezeichnet einführen› — und daß ich auf diese Versicherung eigentlich ehrlicher Weise nur mit einem grimmigen Gelächter antworten könnte?»↩
9
Der Vortrag konnte nicht nachgewiesen werden.↩
10
Ort bei Tübingen mit einer ehemaligen Zisterzienserabtei.↩
11
In den Unterlagen und Veranstaltungskalendern der Universität Gießen findet sich kein Hinweis auf die Konferenz am 4.6.1931 (Fronleichnam) oder auf Thurneysens Vortrag (briefliche Auskunft von Katharina Kunter, Institut für evangelische Religionswissenschaft Gießen, vom 27.9.1994). Thurneysens Vortrag konnte nicht nachgewiesen werden.↩
12
K. und H. Barth waren auf der Theologischen Woche in Elberfeld 1929 gemeinsam als Referenten aufgetreten und hatten ihre Vorträge veröffentlicht in: K. Barth / H. Barth, Zur Lehre vom Heiligen Geist (Beiheft zu ZZ, Nr. 1), München 1930 📖 (K. Barths Vortrag wieder abgedruckt in: V.u.kl.A. 1925-1930, S. 458–520liegt online noch nicht vor) 📖; vgl. Bw.Th. II, S. 676, Anm. 3 📖; Busch, S. 201f. 📖↩
13
Titel laut Vorlesungsverzeichnis: «Besprechung geschichtsphilosophischer Autoren der Gegenwart».↩
14
Siehe oben S. 1, Anm. 4.↩
15
Nachdem die Berufung Stenzels gescheitert war (s. oben S. 71, Anm. 28), standen «Prof. Schmalenbach [sic], der die historische Tradition Prof. Joels [sic] fortführen würde, und Prof. Grisebach[sic], bei dem das systematische Interesse überwiegt» als nächste auf der Vorschlagsliste der Fakultät (Brief eines Ungenannten [vermutlich Dekan der Fakultät] an Thalmann vom 14.3.1931, in: Dossier Universitätsarchiv XI 3,3, Staatsarchiv Basel-Stadt). — Herman Schmalenbach (1885–1950) war seit 1923 a.o. Professor für Philosophie in Göttingen, seit 1928 zugleich an der Technischen Hochschule Hannover.↩
16
Karl Joël.↩
17
K. L. Schmidt, Deutsche Theologen im Ausland, in: ThBl, Jg. 10 (1931), Sp. 140f. 📖; dort wird von langen Debatten Fr. Liebs und K. L. Schmidts mit verschiedenen russisch-orthodoxen Theologen und Geisteswissenschaftlern berichtet, «vor allem auch mit dem CSV-Sekretär F. T. Pianov, in dessen Begleitung wir an einem Gottesdienst der unter der Jurisdiktion des Moskauer Patriarchats verbleibenden kleinen Gemeinde teilnahmen» (a.a.O., Sp. 140f.).↩
18
Der Aufbau. Schweizerische Wochenzeitung für Recht, Freiheit und Frieden, Jg. 12 (1931), Nr. 20 vom 15.5.1931. 📖 — Die religiös-soziale Zeitung war von Max Gerwig und Max Gerber begründet worden.↩
19
Aufruf zum Pfingsttreffen der Freischar-Jugend, Samstag, Sonntag und Montag, den 23., 24. und 25. Mai 1931, in Veltheim. (Aargau), in: Der Aufbau, a.a.O., S. 82. 📖 — Die unabhängig sozialistische Jugend der Schweiz nannte sich Freischar.↩
20
Vgl. J. W. von Goethe, Faust II, Erster Akt, Szene «Finstere Galerie», bes. V. 6216-6219.6263–6266.6283–6293 📖; vgl. auch ebd., Szene «Rittersaal», V. 6427-6438.↩
21
Vgl. V.u.kl.A. 1909-1914, S. 559–562.710f.734-738 📖.↩
22
[M.] Gerber, Von Kirchenfürsten, in: Der Aufbau, a.a.O. (Anm. 18), S. 80– 82 📖; darin S. 80f. «Aufruf Seiner Hochehrwürden des Metropoliten Antonius. Eine Erzpriesterliche Sendung an alle Rechtgläubigen Russen im unterjochten Rußland und im Auslande».↩
23
Liebs Beschäftigung mit der russischen Geistesgeschichte und Kirche begann bereits während seiner Zeit als Privatdozent in Basel (1924–1930). Neben seiner Lehrtätigkeit — seit 1931 als Professor für östliches Christentum in Bonn — gab er von 1929 bis 1936 (mit wechselnden Mitarbeitern) in unregelmäßiger Folge die Zeitschrift «Orient und Occident. Staat — Gesellschaft — Kirche. Blätter für Theologie und Soziologie» heraus. Seine Kontakte zu russisch-orthodoxen Emigranten in Paris, durch jährliche Reisen im Frühjahr gepflegt, intensivierten sich, als er nach seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten (1933) 1934/1937 in Clamart bei Paris lebte.↩
24
Über die Identität der «Evangeliumschristen» und Liebs offenbar wechselnde Haltung zu ihnen ließ sich nichts ermitteln.↩
25
Vermutlich W. Elert, Morphologie des Luthertums, Bd. I: Theologie und Weltanschauung des Luthertums hauptsächlich des 16. und 17. Jahrhunderts, München 1931 📖. ↩
26
= brav, folgsam, freundlich.↩
27
= Mädchen.↩
28
Thurneysens erstes «Homiletisches Seminar» war für mittwochs 14-16 Uhr angekündigt.↩
29
Die — vermutlich lückenhaft überlieferten — Immatrikulationsunterlagen der Universität Basel enthalten keinen Hinweis auf eine Studentin dieses Namens im SS 1931 (telephonische Auskunft durch das Archiv der Universität Basel am 20.4.1998). Vielleicht handelt es sich um Ingeborg Schmidt aus Königswusterhausen (Brandenburg) bei Berlin, die im SS 1931 Mitglied der Vereinigung christlicher Studenten Basel war (s. Semesterbericht von Walter Wolfer im Lederband mit Semesterberichten des [sic] V.C.S 1883–1935, Staatsarchiv Basel-Stadt, PA 806 B 4) und im Dezember 1933 in Basel ihr theologisches Examen mit «gut» bestand (Zulassung laut Beschluß der Fakultätssitzung vom 8.11.1933, s. Band Protokolle, Staatsarchiv Basel-Stadt, S. 130). — Oder war es Henny Schmidt, die, wie aus ihrem Brief an K. Barth vom 29.6.1947 hervorgeht, in Münster bei Barth studiert hatte und «gern an diese schönste Zeit, das Himmelreichhaus, Frau N. Barth und ‹unser Kränzchen›» zurückdachte?↩
30
Aus der Sprache der Studentenverbindungen: noch nicht vollberechtigtes Verbindungsmitglied der ersten drei Semester (bei der Zofinger Vereinigung).↩
31
Studentensprachliche Abkürzung für «Propädeuticum»: in der Schweiz obligatorisches Zwischenexamen für Theologiestudenten.↩
32
Dr. Gustav Benz (1866–1937), 1897–1937 Pfarrer an St. Matthäus in Basel, bekannter Prediger.↩
33
Siehe oben S. 45, Anm. 11.↩
34
Nicht erhalten. Nach R. und G. Pestalozzis Reisebericht «Kleines Tagebuch unserer Jugoslavienfahrt. Mai 1931» (2.5.-28.5.1931) waren Pestalozzis vom 11.-13.5. in Sarajewo (vervielfältigtes, gebundenes Typoskript im Format DIN A4, 42 S., im Karl Barth-Archiv).↩
35
Vgl. oben S. 44, Anm. 5.↩