18. Mai 1931

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Nur rasch die Angabe des erfragten Buches: Carl Grimberg, Weltgeschichte, Verlag Voigtländer, Leipzig.1 Karl hat heute zum Beginn des Sonntags deinen Brief bekommen. Er läßt dir einstweilen herzlich danken. — Es ist nicht nötig (wenn du nicht irgendwelche wichtigen Zusätze zu machen hattest), daß du die Durchschläge der Prolegomena zurückschickst. Sie können gut bei dir lagern. — Wir hatten gestern einen sehr guten Abend mit dem Kölner Psychiater Schneider, der nun nach München kommt und K. vorher noch sprechen wollte.2 Es war ein sehr |140 tröstliches Ereignis, einmal wieder Jemand begegnen zu dürfen, der in dieser Weise wirklich innersten Anteil nimmt an den Dingen. — Wir haben uns alle gefreut zu hören, daß es bei Euch gut [geht], und grüßen Euch. Karl arbeitet. Die Dogmatik lastet sehr auf ihm, aber es geht doch Schritt für Schritt weiter.

Sehr herzlich
Deine
Lollo

Sachfußnoten

1
In Thurneysens Bibliothek befand sich: C. [G.] Grimberg, Weltgeschichte. Leben und Kultur der Völker, für Deutschland bearb. von Fr. Eberhard, Bd. I: Altertum I. Anfänge der Kultur — Die Ägypter — Die Assyrier und Babylonier — Israeliten und Phönizier — Die Meder und Perser — Die ägäische Kultur, Leipzig 1929, Bd. II: Altertum II. Die Griechen, Leipzig 1929, Bd. III: Altertum III. Die Römer, Leipzig 1930 📖 (Angabe aus: Kl. Bajohr, Bibliografie der Thurneysen-Bibliothek, Ausdruck vom 18.2.1991, S. 59 [im Karl Barth-Archiv]).↩
2
Dr. med. Dr. phil. Kurt Schneider (1887–1967), seit 1922 a.o. Professor in Köln, 1931 städtischer Chefarzt der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Schwabing und zugleich Direktor der klinischen Abteilung der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut) in München, 1934 Honorarprofessor in München, 1946 o. Professor in Heidelberg. Seit Schneider Barth 1928 sein Werk über Religionspsychopathologie zugesandt hatte, standen sie in losem, aber herzlichem brieflichem Kontakt.↩