4. Juli 1931

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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L. Karl,

Nimm vielen Dank für deinen tröstlichen Brief! Unter äußerer und innerer Hitze ist also die Predigt vor den 3000 vor sich gegangen. Ob |161 derartige Massenaufmärsche1 im Reiche Gottes wohlgetan sind, ist aber und bleibt fraglich! — Heim — wirklich ein «niidiger»2 Brief. Ich höre auch von Tübinger Studenten, daß er dort vor seinen Scharen drauflospolemisiert, sogar mit Hilfe eines Lautsprechers, weil er gleichzeitig in drei Hörsälen reden muß. Was ist denn in diesen Michel Müller gefahren? Die Grisebachecke bleibt doch ein unzuverlässiges Wetterloch. Und nun soll sie also gar nach Basel verlegt werden! Gut und recht, daß dein Brief erscheint. Herzlich!

Eduard

Sachfußnoten

1
Die von Thurneysen beschriebene Ansichtskarte der Basler Mission zeigt eine Photographie des Münsterplatzes, aufgenommen nach einer Einsegnungsfeier, mit einer — offensichtlich aus Gottesdienstteilnehmern bestehenden — Menschenmenge.↩
2
= übellauniger.↩