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[Koblenz] 7. Oktober 1932
Heute früh kam, von Lollo nachgeschickt, dein Brief zu mir. Von den Birkenfelder Ereignissen habe ich eben gestern in der Zeitung gelesen. Ich glaube nicht, daß die nat. soz. Welle noch weiter steigen wird; aber was nun kommt, könnte noch gefährlicher sein. Deinen Zuruf in Bezug auf den Zeitgenossen in Breslau will ich gerne entgegennehmen. Ich habe ja faktisch schon in jenem Nachtgespräch von 19221 auf dich gehört, und Lollo sagt mir dauernd fast wörtlich dasselbe. So ist der Geist willig [Mt. 26,41b], aber eine solche fast physiologisch begründete Aversion ist eine schwierig zu bearbeitende Sache. — Ich stehe hier doch auch sehr unter dem Eindruck von der Mittelmäßigkeit der meisten Theologen, auch des Nachwuchses, 1.Kor. 1,26f[f]. ist doch wohl etwas Anderes gemeint. Und da ist es gewiß tröstlich, daß es auch noch Geschöpfe wie Gogarten gibt. Wie mag die Oxfordbewegung weitergehen, und wie mag sich Emils Bekehrung nun auswirken?! — Meine Heimreise an jenem Mittwoch war ziemlich unruhig infolge der geradezu gellenden Stimmen, deren sich die Lieb-Staehelinschen Kinder samt ihrer Mutter erfreuen. Aber dieser Chor der heranwachsenden Generation will nun eben ertragen sein.
Hab vorläufig herzlichen Dank und sei gegrüßt von