17. November 1932

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Georg hat mich um ein Verzeichnis der jüngst erschienenen fremdländischen Literatur über Karl gebeten1, und nun fehlt mir der Name |294 eines im Herbst dieses Jahres von einem Quäker erschienenen Buches2, um den du wissen sollst. Darf ich dich um eine bibliographisch genaue Angabe bitten? Ich wäre dir sehr dankbar. — Seit Wochen ist ein Brief an dich in Aussicht genommen, der dir von dem Treiben hier wieder einmal eingehender berichten soll. Und immer wieder wird dieses Vorhaben von anderen Dingen durchkreuzt, die der Semesteranfang in einiger Fülle über uns ausschüttet. Die Protokolle werden nicht vergessen, und auch der Anfang der Vorlesung geht dir in absehbarer Zeit zu.

Herr Otten läßt dich grüßen. Es läuft hier das Gerücht, «er sei in Thurneysen verliebter als in seine Braut»3(!), und man neckt ihn allerorten ein wenig damit.

Sei herzlichst gegrüßt mit Marguerite und von Karl
Deine
Lollo

Sachfußnoten

1
Brief an Ch. von Kirschbaum vom 9.11.1932. Merz plante eine Bibliographie für Heft 5 oder 6 des Jahrgangs 10 (1932). Erst in Heft 3 des folgenden Jahrgangs erschien ein Verzeichnis der zur dialektischen Theologie außerhalb des deutschen Sprachgebietes erschienenen Übersetzungen und Bearbeitungen, zusammengestellt von H. Gollwitzer, in: ZZ, Jg. 11 (1933), S. 285–287. 📖↩
2
Siehe oben S. 285, Anm. 17.↩
3
Die offizielle Verlobung von H. Otten und Marie-Luise Fürbringer (1910–1938) fand nach deren Lehramtsexamen im Herbst 1934 statt, ihre Hochzeit 1936.↩