4. Mai 1933

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard,

da hast Du schon wieder weitere Dokumente, hoffentlich für längere Zeit die letzten. Der Brief an Karls Mutter1 konnte nicht «welcher» werden. Verstehst du das? — Nelly hat gestern, ebenso unvermittelt wie zwei Tage zuvor ihre Ablehnung, ihre Zustimmung zur Scheidung ausgesprochen. Daran wurde uns erst ganz deutlich, daß es jetzt nicht sein darf, da wirklich alle Voraussetzungen zu einer auch nur kleinsten Gemeinsamkeit, in der K. doch allein diesen Schritt wollte, fehlen. Nun gehen |407 wir eben so weiter, N. zunächst erstaunlich erleichtert. Lieber Eduard, schreib du uns manchmal ein Wort. Leichter ist es nicht geworden. —

Der Beginn des Joh.-Ev. heute Morgen war ein großer Augenblick. Das Dritte Reich verschwand im Nebel.

Leb wohl. Grüße Marguerite herzlich. Bitte gib mir die Briefe gelegentlich zurück. — Karl läßt dich sehr grüßen und würde, wenn möglich, sehr gern einmal den Brief von K. Lindt2 einsehen.

Herzlichst und dankbarst
Deine
Lollo

Sachfußnoten

1
Brief Ch. von Kirschbaums an Anna Barth vom 4.5.1933 (im Karl Barth-Archiv).↩
2
Brief K. Lindts an Thurneysen vom 27.4.1933 (im Karl Barth-Archiv).↩