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27. Februar 1934
Also kommenden Freitag abend! Ausgezeichnet! Wir erwarten dich mit Freuden! Lies noch rasch diesen Brief des wackeren und unermüdlichen Homrighausen.1 Ich habe ihm geantwortet, ich werde mit dir über diese Sache beraten.2 Meinst du nicht: wir sollten, du und ich, je 10 Predigten aus den letzten Jahren geben, damit er daraus ein Büchlein mache? Und es würde sich fragen, ob wir es nicht auch gleich deutsch herausbringen wollen. Du müßtest nur Lollo Vollmacht für deinen Teil geben, dann würde ich mich mit ihr sicher über das Ganze rasch einigen können. Nach Ostern würde das gehen.
Über die Dinge in der deutschen Kirche bin ich durch Alphons, der ja über sehr gute und fortlaufende internationale Beziehungen und Informationen verfügt, unterrichtet, was das allgemeine Geschehen betrifft. Es steht sehr ernst. Dieser Tage haben in Berlin die Führer der deutschen evangelischen Jugend ihre Ämter einfach niedergelegt, weil sie das Regime Oberheid3, das da scheints weiter und weiter in Kraft steht, nicht mehr ertragen können4: die Baldurjugend scheint die evangelische |604 restlos aufschlucken zu wollen trotz aller harmloseren Versionen über die Vorgänge, wie sie etwa im Süden umgehen und wie sie Gutmütige wie Hartenstein immer wieder für ein paar Wochen glauben möchten. In den hohen internationalen Kirchenkreisen finden fortzu5 besorgte «Fühlungnahmen» statt. Georgs Freund Heckel6 hat ja neuerdings die kirchliche Auslandspolitik zu leiten, eben war er in London, aber nach den Berichten, die ich darüber gesehen habe, hat er keineswegs glücklich operiert, Vertrauen genießt er jedenfalls keines.7 Georg selber hat letzten Freitag abend in München einen offenbar auch nicht gerade unter sehr glücklichen Umständen verlaufenden Luthervortrag gehalten.8 Herr Dörr hat mir das beiliegende darüber gemeldet.9
605 Alles weitere mündlich. Wir danken euch dafür, daß unser Dorothee also zu seiner Freude, Bildung, Erbauung und Förderung die Reise zu euch antreten darf. Es macht hoffentlich als Mädchen aus der Provinz seine Augen weit auf und trinkt, was die Wimper hält10, an Eindrücken und Ausblicken, die sich ihm darbieten, wird es nicht fehlen. Schade, daß du selber und Lollo nicht auch noch dasein werden!
Sei mit Nelly und Lollo und dem ganzen Hause vielmal und herzlich gegrüßt!
Am 11. Juli muß ich in Aberdeen den bewußten Hut aufsetzen.11