25. März 1934

Karl Barth an Eduard Thurneysen

614
Lieber Eduard!

Nein, der Gegenzuruf soll wirklich nicht fehlen. Ich habe mir dazu eine Brissago1 in den Mundwinkel gesteckt und bin dir völlig zugewendet. Hinter uns liegt des guten Heiners Konfirmationsfeier, an der wir wegen übergroßen Zudrangs nicht teilnehmen konnten und von der die Eltern und Ruth verheerende, der Festling selbst sowie2 sein Großvater aber, wie es scheint, ganz befriedigende Eindrücke zurückbrachten. Es ist vielleicht ein Gesetz der Zeiten und Generationen, das sich in diesem Phänomen auswirkt, und wir hätten uns dann darauf einzurichten, daß die eben Nachkommenden nun eben wieder Fueter3 und Métraux4 herrlich finden. Aber wie dem auch sei, das nachfolgende Festessen war eindeutig und nach dem Urteil aller beteiligten Generationen ausgezeichnet, und beim Schwarzen Kaffee5 habe ich den Großvater Pestalozzi zu Erzählungen aus alten Zeiten veranlassen können, wie ich sie gerne höre.

In der vergangenen Woche sind nun auch die beiden anderen Pariser Vorträge unter Dach gekommen, während der erste, dir bekannte, bereits, wie ein Phönix aus der deutschen Asche erstanden, in rundem klingendem Französisch aus Genf zurückgekommen ist, Maury macht das wirklich ausgezeichnet.6 Wenn ich jetzt nur noch die nötige rollen|615de und wiegende Aussprache hätte, um die Sache dort würdig zur Geltung zu bringen. Die Szene wird nicht weniger als die Sorbonne sein. Daß gleichzeitig wegen einer ökumenischen Konferenz auch Heckel und Althaus jenes Gelände unsicher machen werden, ist keine angenehme Zugabe. Denn mit diesen rotbäckig lächelnden Verrätern möchte ich um keinen Preis irgendwo als mit «Landsleuten» zusammengesehen werden. Nun, Rudi wird sich dann gewiß veranlassen lassen, im gegebenen Fall Vollgas zu geben und mich anderswohin zu bringen, als wo ich diese beiden sehen muß.7

Die Nachricht über die späte Reue des Wurms ist ganz schön und für ihn sicher erfreulich. Aber weißt du, ich habe das nun schon mehr als einmal erlebt, daß die Leute einander, nachdem sie wieder einmal vom Taumelkelch [vgl. Jes. 51,17] gesoffen bis genug [?]8, ins Gilet heulten9 und ihre Fehler bekannten. Das hat z. B. der unglückliche Otto Weber auch in aller Form getan, und nachher ging er doch wie Goethes Clavigo10 hin und tat Ähnliches gerade noch einmal.11 Und in Berlin habe ich einen Kerl gesehen, der der Oberhäuptling aller deutschen B. K.’s war, den sah ich an einem einzigen Tag sündigen, Buße tun, wieder sündigen, Buße tun und zuletzt noch einmal sündigen.12 Ja, so machen wir es wohl alle. Aber ich wollte wirklich, es würde in der Haltung des Wurms und der bayerischen Meise13, ob bußfertig oder sündig, irgend eine deutlich geistliche Linie sichtbar statt des schlauen Diplomatisierens, in dem gerade diese süddeutschen Kirchenfürsten bis |616 jetzt allzu groß gewesen sind. Die pietistischen Nebengeräusche könnten sie uns dann ruhig ersparen.

Die Erwägungen von Koechlin wegen meiner Pariser Reise und wegen Peters Manifest halte ich wirklich für zu fein gesponnen. In jenen drei Vorträgen kommt nicht nur keine einzige politische, sondern auch nur eine einzige ganz von ferne winkende kirchenpolitische Anspielung vor14, und bei allen anderen Unterhaltungen werde ich schon auf die Schnure zu sitzen15 mich bemühen, damit die Oberheidschen Spitzel nichts zu hören bekommen. Und im Übrigen werde ich bei dem deutschen Botschafter16 meine Karte abgeben und ein- oder zweimal vor Zeugen den Hitlergruß machen. Nur die Begegnung mit widerwärtigen deutschen Theologen wie die oben erwähnten könnte zu ernsthaften Gefahrenmomenten führen. Und was Peters Manifest betrifft, so glaube ich, wie gesagt, nicht, daß seine Sprache draußen17, wo man sich gegenwärtig ohnehin alles Mögliche an den Kopf wirft, allzusehr befremden wird. Es wird übrigens, wie ich höre, durch einen besonderen Kurier (Peter hat bei 600 Unterschriften!) nach Berlin gebracht18, und sein |617 Name spielt dann kaum eine hervorstechende Rolle. Endlich ist zu bedenken, daß das Maß des Zornes über mich bei den D. C. und besonders bei den Bischöflichen längst voll und übervoll ist. Solange die Staatsbehörden nicht wild werden, können die sich ruhig noch ein bißchen mehr über mich ärgern.

Was du von Horn berichtest, ist mir neu, wundert mich aber nicht. Politische Takt- und Geschmacklosigkeit war schon ein Fehler Kohlbrügges selber, der dann auch an manchen seiner Schüler zu bemerken war. Ich würde mich in der ganzen Kampagne nie auf ihn verlassen haben.

Der neueste Schrieb von Oeri19 hat mir gestern die Feder in die Hand gedrückt zu einem Aufsatz zur Lage, wie man sie von der Schweiz aus sehen und nicht sehen solle.20 Er wurde aber, als er fertig war, von Lollo und heute morgen doch auch von Rudi weniger wegen seines Inhalts als wegen der damit vollzogenen Geste überhaupt so eindeutig als inopportun erklärt, daß ich ihn den Basl. Nachr., denen ich ihn eigentlich zugedacht hatte, doch nicht schicken, sondern ihn in meinem nächsten Vorwort21 (zu Heft 9, enthaltend die Pariser Vorträge) zu verwenden suchen werde. — Oeri ist mit seinen beiden Heiligen Otto Petras (wer mag dieser «abseitsstehende kühle Beobachter» sein?22 sicher |618 kein selbst durch die Rolle Gezogener23!) und Bodelschwingh24 sicher nicht gut beraten, und es war ein nur zu echtes Baslerstücklein von ihm, wie er von der Skepsis des ersten über den butterweichen Pietismus des zweiten schließlich, schließlich auf das qui mange du pape en meurt25 hinsteuerte.

Die politische Lage hier in der Schweiz gefällt mir auch absolut nicht. Genau so fängt es nämlich an, und genau so muß man es machen, wenn man durchaus auch auf das faschistische Irrenhaus, das wir jetzt da draußen haben, hinaus will. Solltest du dich nicht — vielleicht nicht gerade in der Karwoche, aber bald nachher — durch deine Predigt-Texte zu einigen großangelegten politischen Predigten im Genre von Zwingli26 aufrufen lassen, in denen mit deutlichen Worten Blind|619heit Blindheit und Unsinn Unsinn zu nennen wären? Noch kann man in der Schweiz die Dinge beim Namen nennen, ohne daß wie bei uns gleich Alles aus ist. Wir haben es in Deutschland wohl alle nicht rechtzeitig getan, und nun ist der Stall da, und wir sitzen mit Maulkörben vor der Visage27 da und können das, was eigentlich zu sagen wäre, nicht sagen. Discite moniti!28 Wenn die Schweiz auch noch ein solcher Stall wird, dann kann man wirklich nur noch auf den jüngsten Tag warten.

Aus Elberfeld wollte man mich auf den Dienstag zu einer dringenden Moderamenssitzung rufen.29 Ich habe mich nun aber dazu durchgerun|620gen, diesmal nicht hinzufahren, sondern statt dessen Gertys Ehrentag, den Umzug auf das Bergli30, solenn mit zu begehen.

Grüße Marguerite! Lollo gedenkt ihr in den nächsten Tagen einen Brief zu schreiben. Sie grüßt mit, und Rudi und Gerty schließen sich freudig an!

Möchtest du diese Woche31 mit ihren Anforderungen — ich habe nur noch eine ferne Erinnerung daran, wie das ist — rüstig überstehen!
Dein
Karl

Sachfußnoten

1
Nach dem Herstellungsort (im Kanton Tessin) benannte Zigarrenart.↩
2
Original: «… selbst aber sowie»; Streichung von der Hrsgn.↩
3
Karl Fueter (1884–1963), Barths Vorgänger im Safenwiler Pfarramt, 1917/1934 Pfarrer in Zürich-Fluntern, Vertreter der kirchlichen Mitte; vgl. Bw.Th. I, S. 177.363 📖 ↩
4
Hans Métraux (1899–1978), 1933–1958 Pfarrer in Zürich-Fluntern.↩
5
Siehe oben S. 106, Anm. 18.↩
6
Die beiden Vorträge Kirche und Theologie erschienen auf deutsch a.a.O. (S. 613, Anm. 22), S. 24–33.34-43 📖 (bzw. S. 166–175.175-184 📖), in der französischen Übersetzung, zusammen mit dem ersten Vortrag, unter dem Titel Révélation, Eglise, Théologie. Trois Conférences données à Paris les 10, 11 et 12 avril 1934, Paris/Genf 1934 (Genf 19642 📖). — Auf Barths Wunsch hin (Postkarte nicht erhalten) besorgte P. Maury die Übersetzung seiner drei am 10. bis 12.4.1934 vor der freien protestantischen theologischen Fakultät in Paris zu haltenden Vorträge. Am 23.3. hatte Maury die Übersetzung des ersten Vortrags abgeschickt und kündigte die Rücksendung der beiden anderen jeweils nach einer Woche an (Abdruck von Maurys Brief in: K. Barth / P. Maury, Nous qui pouvons encore parler … Correspondence 1928-1956 [Collection «Symbolon»], hrsg. von B. Reymond, Lausanne 1985, S. 55f. 📖).↩
7
Die Reise nach Paris erfolgte im Auto von Pestalozzis.↩
8
Original: «geung».↩
9
= einander … etwas vorjammerten (Gilet = Weste).↩
10
Hauptfigur inJ. W. von Goethes gleichnamigem Trauerspiel (1774) 📖.↩
11
Siehe oben S. 567, Anm. 2.↩
12
Udo Smidt, s. oben S. 592.↩
13
Der bayerische Landesbischof Hans Meiser.↩
14
Die deutlichste Anspielung auf den Kirchenkampf in ThExh 9 📖 findet sich im dritten Pariser Vortrag «Theologie»: «Man treibe nur eine Praxis ohne Theorie! Man lobpreise nur das Leben auf Kosten der intellektuellen Arbeit, der Erkenntnis und des Bekenntnisses! Man verehre nur die Wirklichkeit unter Verachtung der Wahrheit! Es wird sich bald genug zeigen, daß die Praxis sachlich auch nicht das Ganze, auch nur menschliches Werk ist, in seiner eigenmächtigen Isolierung aber sicher kein gutes menschliches Werk! Wohin das führen kann, steht uns heute in einem großen Exempel vor Augen, über das man in der Kirche aller Länder gründlich nachzudenken Anlaß hätte» (S. 39 = Th.Fr.u.A., S. 180 📖).↩
15
= den Mund zu halten.↩
16
Dr. Roland Köster (1883–1935), nach Stellungen in den Gesandtschaften in Den Haag und Brüssel seit 1932 Botschafter in Paris.↩
17
D. h. in Deutschland.↩
18
Am 26.3.1934 schrieb P. Barth an seinen Bruder Karl: «Heute morgen ist nun Herr Daniel von Tscharner, versehen mit Beglaubigungsschreiben und allen nötigen Aktenstücken, von hier nach Berlin abgefahren, um morgen Niemöller unsre Kundgebung mit 595 Namen (seither sind es 601 geworden) in geziemender Weise zu überreichen. Ich hoffe, er werde würdig empfangen. Er hat den Auftrag verständnisvoll und tatendurstig übernommen.» — D. von Tscharner (1907–1999), im SS 1932 und nach seinem Examen im WS 1933/34 Student bei Barth in Bonn, stand kurz vor Antritt seines ersten Pfarramtes in Trub (Kanton Bern; 1934–1954). Von daher schon mit P. Barth als dem Präsidenten der theologischen Arbeitsgemeinschaft des Kantons Bern in Fühlung, reiste er auf dessen Bitte zu M. Niemöller, den Brief mit den Unterschriften in seiner Weste eingenäht (mündliche Auskunft von Pfr. D. von Tscharner im Juni 1993). Bis 29.3.1934 erhöhte sich die Zahl der Unterschriften durch Nachzügler auf 610; vgl. B. Maiwald, Die «Berner Erklärung» …, a.a.O. (S. 606, Anm. 2), S. 79f. 📖↩
19
Siehe oben S. 609, Anm. 9.↩
20
Unveröffentlicht. Manuskript «Zur Lage der ‹protestantischen Opposition› in Deutschland» (3 S.) im Karl Barth-Archiv.↩
21
Vorwort (vom 1.4.1934) in: Offenbarung, Kirche, Theologie, a.a.O., S. 3–14. 📖↩
22
In Oeris Artikel Agonie des deutschen Protestantismus, a.a.O. (S. 609, Anm. 9) 📖, heißt es: «Wer sich von der prekären Lage des deutschen Protestantismus ein Bild machen will, der sollte nicht nur die Polemiken zwischen der Richtung des Pfarrernotbundes und den Deutschen Christen lesen, sondern auch die Urteile abseits stehender kühler Beobachter kennen lernen.» Fast die Hälfte von Oeris Artikel besteht aus Zitaten aus einem im März erschienenen Beitrag von Otto Petras, dem Oeri auch den Titel seines Artikels entnommen hatte (Heidnische Kulturpolitik, in: Widerstand. Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik, Jg. 9 [1934], S. 65–72 📖; Exemplar im Karl Barth-Archiv): «Diese Frage [scil. nach dem, was der Protestantismus könne und wolle] genügte, um alsbald die Agonie des protestantischen Kirchentums herbeizuführen, oder vielmehr: um offenbar zu machen, daß man es mit einem schon längst im Sterben Liegenden zu tun hatte. Es gab kein Glied seines Organismus, das, wenn Aktion von ihm gefordert wurde, sich nicht als gelähmt, mürbe, unbrauchbar erwies.» Auch die Opposition sei laut Petras schon viel zu sehr selber ein Stück Staat geworden, als daß sie sich allein auf den Glauben zu stellen vermocht hätte. — Zu Gedanken O. Petras’ (geb. 1886), der 1913 bei G. Wobbermin promoviert hatte, vgl. KD I/2, S. 69.353. 📖 Im Karl Barth-Archiv sind von Petras ein weiterer Artikel aus der Zeitschrift «Widerstand» sowie eine Broschüre erhalten: Vorfeldkämpfe, a.a.O., S. 42–47 (Februarheft) 📖; Der deutsche Protestantismus auf dem Wege nach Rom, Berlin o. J. [vor 1935]. 📖↩
23
Vgl. oben S. 103, Anm. 4.↩
24
«Wer kalt politisch rechnet und vorwiegend auf die Taktik der kirchlichen Opposition abstellt, wird dieser bittern Beurteilung ihrer Lage recht geben müssen. … Aber Taktik und taktische Fehler sind menschlich, allzu menschlich. Im Kirchenstreit handelt es sich aber um mehr als um menschliche Dinge. Das hat niemand besser ausgesprochen als Pastor von Bodelschwingh in seinem öffentlichen Brief ‹Ueber den Weg zum Frieden der Kirche› …, der zu schlichter, aufrichtiger ‹Frömmigkeit, wie Christus sie schenkt› aufruft, die ‹zum Handeln und Kämpfen bereit› macht» (Oeri, a.a.O. 📖). Zu Barths kritischer Haltung gegenüber Bodelschwingh vgl. sein Vorwort (s. Anm. 21), S. 9.11-13 📖.↩
25
In Anlehnung an Petras’ Einschätzung, der noch nicht erschütterte «römische Block» könne dem Hitlerstaat noch zur besonderen Gefahr werden, beendet Oeri seinen Artikel mit dem Satz: «Hinter einem ‹Sieg› über den oppositionellen Protestantismus lauert ja vielleicht in der Tat die noch viel schwierigere Auseinandersetzung mit Rom! Es wird sich zeigen, ob sie das französische Sprichwort Lügen straft: Qui mange du Pape en meurt» (a.a.O. 📖).↩
26
Auf Grund seiner Predigten gegen das «Reislaufen» der Schweizer verlor Zwingli 1516 seine Pfarrstelle in Glarus, wurde aber eben wegen dieser Predigten 1521 zum Leutpriester am Zürcher Fraumünster berufen; vgl. W. Bender, Zwinglis Reformationsbündnisse. Untersuchungen zur Rechts- und Sozialgeschichte der Burgrechtsverträge eidgenössischer und oberdeutscher Städte zur Ausbreitung und Sicherung der Reformation Huldrych Zwinglis, Zürich/Stuttgart 1970, S. 121f.127-132. 📖↩
27
Vielleicht eine Anspielung auf den reichsbischöflichen Erlaß vom 4.1.1934, der Pfarrern jegliche oppositionelle Äußerung untersagte; er wurde allgemein «Maulkorb-Erlaß» genannt; vgl. oben S. 572, Anm. 9.↩
28
Vergil, Aeneis VI, 620 📖.↩
29
Veranlaßt war die Zusammenkunft des Moderamens am 27./28.3.1934, zu der Hesse laut Protokoll am 23.3. eingeladen hatte, durch die Auflösung des Presbyteriums der reformierten Gemeinde Elberfeld, die drohende Auflösung des Presbyteriums Barmen-Gemarke sowie die am 17.3. ohne Angabe von Gründen erfolgte Versetzung der Pfarrer Hermann Klugkist Hesse und K. Immer in den einstweiligen Ruhestand. Beide führten auf Beschluß ihrer Presbyterien ihr Amt weiter (vgl. H. A. Hesse, Auflösung des Elberfelder reformierten Presbyteriums?, in: RKZ, Jg. 84 [1934], S. 89–91 📖, und die Meldungen a.a.O., S. 23f.81f.100 📖; sowie Gauger II, S. 221.213 📖; H. Vorländer, Kirchenkampf in Elberfeld 1933-1945. Ein kritischer Beitrag zur Erforschung des Kirchenkampfes in Deutschland, Göttingen 1968, S. 141–146.211-228 📖). Bereits seit Januar standen Superintendent Konsistorialrat D. Eberhard Baumann (1871–1956) und die beiden reformierten Presbyterien in Stettin in Konflikt mit der Kirchenbehörde wegen ihrer Weigerung, den reichsbischöflichen «Maulkorb-Erlaß» als verbindlich anzuerkennen (vgl. Meldungen, in: RKZ, Jg. 84, S. 48.55.73). Am zweiten Sitzungstag beschloß das Moderamen eine von Kolfhaus entworfene Solidaritätserklärung mit den bedrängten Presbyterien von Stettin, Gemarke und den bekennenden Mitgliedern des Elberfelder Presbyteriums (Abdruck a.a.O., S. 106). Außerdem wurde in bezug auf eine soeben bekannt gewordene Verpflichtungserklärung der theologischen Kandidaten beschlossen: «Da insonderheit in dem Revers die Verbindlichkeit der Verpflichtung gegenüber dem Reichsbischof und dem Kirchenregiment erklärt werden soll, muß den Kandidaten gesagt werden: der Revers kann nicht unterschrieben werden. Zur Begründung wird angeführt, was von der Reform. Gemeinde Barmen über die geforderte Gehorsamsverpflichtung gegenüber dem Reichsbischof beschlossen worden ist (Beschluß vom 19.3.1934 unter 30-c)»; Zitat aus dem Protokoll der «Moderamenssitzung des Reformierten Bundes am 27. März 1934, nachmittags 5 Uhr [und am 28. März 1934, vormittags 9 Uhr]» (2 S., Typoskript, im Karl Barth-Archiv).↩
30
Siehe oben S. 219, Anm. 7.↩
31
Die Karwoche.↩